Medizinische Fachbegriffe A–Z

Von Dr. Pascal Bafteh, Arzt · Stand 10/2026

540 medizinische Fachbegriffe von A bis Z – jeweils mit kurzer Erklärung, dem Wort, das Patientinnen und Patienten benutzen, und der lateinischen bzw. griechischen Herkunft, wo sie gesichert ist. Dazu 86 gängige medizinische Abkürzungen und eine Tabelle der wichtigsten Wortbausteine, mit denen sich unbekannte Begriffe erschließen lassen.

Nach Themen

Körperteile & Anatomie92 Begriffe, z. B. Caput, Cranium, Facies, Frons …Organe75 Begriffe, z. B. Cor, Atrium, Ventrikel, Myokard …Lage- & Richtungsbezeichnungen58 Begriffe, z. B. anterior, posterior, ventral, dorsal …Krankheitszeichen & Symptome144 Begriffe, z. B. Febris, subfebril, Schüttelfrost, Hyperthermie …Untersuchungen & Diagnostik64 Begriffe, z. B. Anamnese, Fremdanamnese, Körperliche Untersuchung, Inspektion …Krankheiten & Grundbegriffe107 Begriffe, z. B. akut, chronisch, rezidivierend, persistierend …Abkürzungen86 Begriffe, z. B. a. e., A. / V. / N. / M. / Lig., AA, ABCDE …

Alle Begriffe von A bis Z

A

Abdomen Bauch Anatomie
Der Bauch zwischen Zwerchfell und Becken; Adjektiv „abdominal“. „Akutes Abdomen“ bezeichnet plötzliche, starke Bauchschmerzen mit Notfallcharakter.Herkunft: lat. abdomen ‚Bauch‘
Abduktion Abspreizen Lage
Bewegung von der Körpermitte weg, z. B. Arm seitlich anheben. Gegenteil: Adduktion.Herkunft: lat. abducere ‚wegführen‘
Abstrich Diagnostik
Entnahme von Material von Haut oder Schleimhaut mit einem Tupfer für mikrobiologische oder zytologische Untersuchungen, z. B. Rachen- oder Gebärmutterhalsabstrich.
Abszess Eiterbeule Krankheiten
Abgekapselte Eiteransammlung in einem neu entstandenen Gewebehohlraum.Herkunft: lat. abscessus ‚Weggang‘ Mehr: Mammaabszess →
Abwehrspannung harter Bauch Symptome
Unwillkürliche Anspannung der Bauchmuskulatur beim Abtasten; Hinweis auf eine Reizung des Bauchfells (Peritonismus).
Adduktion Heranführen Lage
Bewegung zur Körpermitte hin. Gegenteil: Abduktion.Herkunft: lat. adducere ‚heranführen‘
Adnexe Eierstöcke und Eileiter Organe
Sammelbegriff für die „Anhangsgebilde“ der Gebärmutter; Adnexitis = Entzündung von Eileiter und Eierstock.Herkunft: lat. adnexa ‚Anhängsel‘ Mehr: Adnexitis (PID) →
Adynamie Kraftlosigkeit Symptome
Allgemeine Kraft- und Antriebslosigkeit.Herkunft: griech. a- ‚nicht‘ + dynamis ‚Kraft‘
akut plötzlich Krankheiten
Plötzlich einsetzend und meist von kurzer Dauer. Perakut = sehr plötzlich (Minuten), subakut = weniger heftig und über Tage bis Wochen.Herkunft: lat. acutus ‚spitz, scharf‘
Allergie Krankheiten
Überschießende Reaktion des Immunsystems auf eigentlich harmlose Stoffe (Allergene), z. B. Pollen.Herkunft: griech. allos ‚anders‘ + ergon ‚Werk‘ Mehr: Allergische Rhinitis (Heuschnupfen) →
Alopezie Haarausfall Symptome
Sichtbarer Haarverlust bis zur Kahlheit, umschrieben oder diffus.Herkunft: griech. alopekia ‚Fuchsräude‘ Mehr: Alopecia areata →
Alveolen Lungenbläschen Organe
Die winzigen Bläschen am Ende der Atemwege, in denen Sauerstoff ins Blut und Kohlendioxid aus dem Blut übertritt.Herkunft: lat. alveolus ‚kleine Mulde‘
Amenorrhoe Ausbleiben der Regel Symptome
Fehlende Menstruation: primär (nie eingetreten) oder sekundär (für mindestens drei Monate ausgeblieben).Herkunft: griech. a- ‚nicht‘ + men ‚Monat‘ + rhoe ‚Fluss‘ Mehr: Amenorrhö →
Amnesie Gedächtnislücke Symptome
Gedächtnisverlust für einen Zeitraum; nicht verwechseln mit Anämie (Blutarmut).Herkunft: griech. a- ‚nicht‘ + mnesis ‚Erinnerung‘
Anämie Blutarmut Symptome
Verminderung des roten Blutfarbstoffs (Hämoglobin) bzw. der roten Blutkörperchen; Zeichen sind Blässe, Müdigkeit und Belastungsatemnot.Herkunft: griech. an- ‚ohne‘ + haima ‚Blut‘ Mehr: Anämie (Einteilung und Abklärung) →
Anamnese Krankengeschichte Diagnostik
Das strukturierte Erfragen der aktuellen Beschwerden, Vorerkrankungen, Medikamente, Allergien sowie Familien- und Sozialanamnese.Herkunft: griech. anamnesis ‚Erinnerung‘ Mehr: Anamnese auf Deutsch: Fragen und Formulierungen für die Fachsprachprüfung →
Anaphylaxie schwere allergische Reaktion Krankheiten
Akute, lebensbedrohliche allergische Allgemeinreaktion mit Beteiligung von Haut, Atemwegen und Kreislauf.Herkunft: griech. ana ‚wieder‘ + phylaxis ‚Schutz‘ Mehr: Anaphylaxie →
Anästhesie Gefühllosigkeit bzw. Narkose Symptome
Mehrdeutig: als Befund der vollständige Verlust der Empfindung in einem Hautareal, als Fachgebiet die Narkose bzw. örtliche Betäubung.Herkunft: griech. an- ‚ohne‘ + aisthesis ‚Empfindung‘
Aneurysma Gefäßaussackung Krankheiten
Krankhafte Ausweitung einer Arterienwand, z. B. an der Bauchaorta oder an Hirngefäßen.Herkunft: griech. aneurysma ‚Erweiterung‘ Mehr: Bauchaortenaneurysma →
Angina pectoris Brustenge Symptome
Anfallsartiger Druck- oder Engegefühl-Schmerz hinter dem Brustbein durch Sauerstoffmangel des Herzmuskels, oft mit Ausstrahlung in Arm, Hals oder Kiefer.Herkunft: lat. angina ‚Enge‘ + pectus ‚Brust‘ Mehr: Chronisches Koronarsyndrom (stabile KHK, Angina pectoris) →
Angiographie Gefäßdarstellung Diagnostik
Darstellung von Blutgefäßen mit Kontrastmittel im Röntgen, CT oder MRT.Herkunft: griech. angeion ‚Gefäß‘ + graphein ‚schreiben‘
Anhedonie Freudlosigkeit Symptome
Unfähigkeit, Freude zu empfinden – Kernsymptom der Depression.Herkunft: griech. an- ‚ohne‘ + hedone ‚Lust‘ Mehr: Postpartale Depression und Wochenbettpsychose →
Anosmie Riechverlust Symptome
Vollständiger Verlust des Geruchssinns, z. B. nach Virusinfekten.Herkunft: griech. an- ‚ohne‘ + osme ‚Geruch‘
Antebrachium Unterarm Anatomie
Der Unterarm zwischen Ellenbogen und Handgelenk mit Elle (Ulna) und Speiche (Radius).Herkunft: lat. ante ‚vor‘ + brachium ‚Arm‘
anterior vorne Lage
Vorn gelegen; beim Menschen gleichbedeutend mit ventral. Gegenteil: posterior.Herkunft: lat. anterior ‚der vordere‘
Anteversion Vorführen Lage
Bewegung eines Arms oder Beins nach vorn; auch die Neigung der Gebärmutter nach vorn. Gegenteil: Retroversion.Herkunft: lat. ante ‚vor‘ + vertere ‚wenden‘
Antriebsminderung Antriebslosigkeit Symptome
Verminderte Energie und Initiative, Dinge anzufangen oder zu Ende zu bringen; häufig bei Depression.
Anurie kein Urin Symptome
(Nahezu) fehlende Harnausscheidung (beim Erwachsenen unter etwa 100 ml pro Tag).Herkunft: griech. an- ‚ohne‘ + ouron ‚Harn‘
Anus After Anatomie
Die Darmöffnung am Ende des Enddarms; Adjektive „anal“ und „perianal“ (um den After herum).Herkunft: lat. anus ‚Ring‘ Mehr: Analekzem →
Aorta Hauptschlagader Organe
Die größte Arterie des Körpers; sie entspringt der linken Herzkammer. Aneurysma = Aussackung der Gefäßwand.Herkunft: griech. aorte Mehr: Bauchaortenaneurysma →
Aortenklappe Herzklappe zur Hauptschlagader Organe
Die Klappe zwischen linker Herzkammer und Aorta. Mehr: Aortenklappenstenose →
Aphasie Sprachstörung Symptome
Störung der Sprache selbst (Wortfindung, Sprachverständnis, Lesen, Schreiben) durch Schädigung des Sprachzentrums, z. B. nach Schlaganfall.Herkunft: griech. a- ‚nicht‘ + phasis ‚Sprechen‘
apikal an der Spitze Lage
Zur Spitze eines Organs hin, z. B. Lungenspitze oder Herzspitze. Gegenteil: basal.Herkunft: lat. apex ‚Spitze‘
Apnoe Atemstillstand Symptome
Atemstillstand bzw. Atempause, z. B. nächtliche Atemaussetzer bei Schlafapnoe.Herkunft: griech. a- ‚nicht‘ + pnoe Mehr: Obstruktive Schlafapnoe →
Apoplex Schlaganfall Krankheiten
Plötzliche Durchblutungsstörung oder Blutung im Gehirn mit neurologischen Ausfällen wie Halbseitenlähmung oder Sprachstörung (auch Insult).Herkunft: griech. apoplexia ‚Schlaganfall‘
Apoptose programmierter Zelltod Krankheiten
Geordneter, vom Körper gesteuerter Zelltod ohne Entzündungsreaktion.Herkunft: griech. apoptosis ‚Abfallen‘
Appendix vermiformis Wurmfortsatz Organe
Der kleine Darmanhang am Blinddarm, umgangssprachlich oft selbst „Blinddarm“ genannt; seine Entzündung heißt Appendizitis.Herkunft: lat. appendix ‚Anhängsel‘; vermiformis ‚wurmförmig‘
Appendizitis Blinddarmentzündung Krankheiten
Entzündung des Wurmfortsatzes; typisch sind Schmerzen, die vom Nabel in den rechten Unterbauch wandern.Herkunft: lat. appendix ‚Anhängsel‘ + -itis
Arrhythmie unregelmäßiger Herzschlag Symptome
Herzrhythmusstörung; eine „absolute Arrhythmie“ (völlig unregelmäßiger Puls) ist typisch für Vorhofflimmern.Herkunft: griech. a- ‚nicht‘ + rhythmos ‚Takt‘ Mehr: Vorhofflimmern →
Arteria Schlagader Anatomie
Abkürzung A., Plural Aa. Arterien führen das Blut vom Herzen weg; der Puls ist an oberflächlichen Arterien tastbar.Herkunft: griech. arteria
Arteriosklerose Gefäßverkalkung Krankheiten
Verhärtung und Verengung der Arterien durch Ablagerungen in der Gefäßwand; Grundlage von Herzinfarkt, Schlaganfall und pAVK.Herkunft: griech. arteria + skleros ‚hart‘ Mehr: Periphere arterielle Verschlusskrankheit (pAVK) →
Arthralgie Gelenkschmerz Symptome
Gelenkschmerzen ohne sichtbare Entzündungszeichen; mit Schwellung und Überwärmung spricht man von Arthritis.Herkunft: griech. arthron ‚Gelenk‘ + algos ‚Schmerz‘
Arthritis Gelenkentzündung Krankheiten
Entzündung eines oder mehrerer Gelenke mit Schwellung, Überwärmung und Schmerz.Herkunft: griech. arthron ‚Gelenk‘ + -itis Mehr: Rheumatoide Arthritis →
Arthrose Gelenkverschleiß Krankheiten
Degenerative Gelenkerkrankung mit Abbau des Gelenkknorpels, z. B. Kox- oder Gonarthrose (Hüfte, Knie).Herkunft: griech. arthron ‚Gelenk‘ + -ose
Articulatio Gelenk Anatomie
Eine bewegliche Knochenverbindung. Der griechische Stamm arthron steckt in Arthritis (Gelenkentzündung) und Arthrose (Gelenkverschleiß).Herkunft: lat. articulus ‚Gelenk‘
Asthma bronchiale Asthma Krankheiten
Chronisch-entzündliche Atemwegserkrankung mit anfallsartiger, umkehrbarer Verengung der Bronchien.Herkunft: griech. asthma ‚Keuchen‘ Mehr: Asthma bronchiale →
Aszites Bauchwasser Symptome
Krankhafte Flüssigkeitsansammlung in der freien Bauchhöhle, häufig bei Leberzirrhose.Herkunft: griech. askos ‚Schlauch‘ Mehr: Aszites →
Ataxie unsichere Bewegungen Symptome
Störung der Bewegungskoordination mit unsicherem Gang oder Zielen, z. B. bei Kleinhirnschädigung.Herkunft: griech. ataxia ‚Unordnung‘
Ätiologie Ursache Krankheiten
Die Ursache einer Erkrankung bzw. die Lehre von den Krankheitsursachen.Herkunft: griech. aitia ‚Ursache‘ + logos ‚Lehre‘
Atrium Vorhof Organe
Der rechte und der linke Vorhof nehmen das Blut aus den Venen auf und leiten es in die Herzkammern weiter.Herkunft: lat. atrium ‚Vorhalle‘ Mehr: Vorhofflimmern →
Atrophie Schwund Krankheiten
Rückbildung eines Gewebes oder Organs, z. B. Muskelschwund nach Ruhigstellung.Herkunft: griech. a- ‚nicht‘ + trophe ‚Ernährung‘
Aura Vorgefühl Symptome
Vorübergehende Wahrnehmungsstörung vor einem Migräneanfall (z. B. Flimmersehen) oder als Beginn eines epileptischen Anfalls.Herkunft: griech. aura ‚Hauch‘
Auris Ohr Anatomie
Das Ohr; Adjektiv „aurikulär“. Der griechische Stamm ous, otos steckt in Otitis (Ohrentzündung) und Otoskopie.Herkunft: lat. auris ‚Ohr‘
Auskultation Abhören Diagnostik
Abhören von Herz, Lunge, Bauch oder Gefäßen mit dem Stethoskop.Herkunft: lat. auscultare ‚zuhören‘
Ausschlussdiagnose Diagnose nach Ausschluss Diagnostik
Diagnose, die erst gestellt wird, wenn andere mögliche Ursachen ausgeschlossen sind, z. B. das Reizdarmsyndrom. Mehr: Reizdarmsyndrom →
Außenrotation Auswärtsdrehung Lage
Drehung um die Längsachse von der Körpermitte weg; ein verkürztes, außenrotiertes Bein ist typisch für den Schenkelhalsbruch. Gegenteil: Innenrotation.
Autoimmunerkrankung Abwehr gegen den eigenen Körper Krankheiten
Erkrankung, bei der das Immunsystem körpereigenes Gewebe angreift, z. B. Hashimoto-Thyreoiditis oder Lupus.Herkunft: griech. autos ‚selbst‘ + lat. immunis ‚frei‘ Mehr: Systemischer Lupus erythematodes (SLE) →
axial zur Achse hin Lage
Zur Längsachse des Körpers oder einer Gliedmaße hin; in der Bildgebung auch Bezeichnung für Querschnittbilder.Herkunft: lat. axis ‚Achse‘
Axilla Achselhöhle Anatomie
Die Achselhöhle; Adjektiv „axillär“, z. B. axilläre Lymphknoten oder axilläre Temperaturmessung.Herkunft: lat. axilla ‚Achsel‘

B

B-Symptomatik Fieber, Nachtschweiß, Gewichtsverlust Symptome
Kombination aus unerklärtem Fieber über 38 °C, starkem Nachtschweiß und ungewolltem Gewichtsverlust (mehr als 10 % in 6 Monaten) – Hinweis z. B. auf Lymphome oder Tuberkulose. Mehr: Hodgkin-Lymphom →
Babinski-Zeichen Großzehenreflex Diagnostik
Beim Bestreichen des äußeren Fußsohlenrands streckt sich die Großzehe nach oben – beim Erwachsenen Hinweis auf eine Schädigung der Pyramidenbahn, beim Säugling normal.Herkunft: nach J. Babinski
basal an der Basis Lage
Zur Grundfläche eines Organs hin, z. B. basale Lungenabschnitte über dem Zwerchfell. Gegenteil: apikal.Herkunft: griech. basis ‚Grundlage‘
Basalzellkarzinom heller (weißer) Hautkrebs Krankheiten
Häufigster bösartiger Hauttumor, der langsam und lokal zerstörend wächst und sehr selten Metastasen bildet (früher Basaliom). Mehr: Basalzellkarzinom (Basaliom) →
benigne gutartig Krankheiten
Gutartig: langsames, verdrängendes Wachstum ohne Metastasen. Gegenteil: maligne.Herkunft: lat. benignus ‚gutartig‘
bilateral beidseits Lage
Auf beiden Seiten (Abkürzung bds.). Gegenteil: unilateral.Herkunft: lat. bi- ‚zwei‘ + latus ‚Seite‘
Biopsie Gewebeprobe Diagnostik
Entnahme einer Gewebeprobe zur feingeweblichen (histologischen) Untersuchung.Herkunft: griech. bios ‚Leben‘ + opsis ‚Sehen‘
Blutbild Blutwerte Diagnostik
Bestimmung der Zahl der roten und weißen Blutkörperchen, der Blutplättchen sowie von Hämoglobin und Hämatokrit; das Differenzialblutbild unterscheidet zusätzlich die Arten der weißen Blutkörperchen.
Blutgasanalyse Blutgase messen Diagnostik
Messung von Sauerstoff, Kohlendioxid, pH-Wert und Bikarbonat im arteriellen oder venösen Blut (Abkürzung BGA). Mehr: Metabolische Azidose →
Blutkultur Blut auf Keime untersuchen Diagnostik
Anzucht von Erregern aus einer Blutprobe, um eine Blutstrominfektion nachzuweisen und den Erreger zu bestimmen. Mehr: Sepsis und septischer Schock →
Brachium Oberarm Anatomie
Der Oberarm; Adjektiv „brachial“, z. B. A. brachialis (Oberarmarterie, an der der Blutdruck gemessen wird).Herkunft: lat. brachium ‚Arm‘
Bradykardie langsamer Puls Symptome
Herzfrequenz unter 60 Schlägen pro Minute beim Erwachsenen; bei Trainierten oft normal.Herkunft: griech. bradys ‚langsam‘ + kardia ‚Herz‘ Mehr: AV-Block →
Bradypnoe langsame Atmung Symptome
Verlangsamte Atemfrequenz (beim Erwachsenen unter etwa 10–12 Atemzügen pro Minute).Herkunft: griech. bradys ‚langsam‘ + pnoe
Bronchien Organe
Die sich verzweigenden Atemwege in der Lunge; Bronchitis = Entzündung der Bronchialschleimhaut.Herkunft: griech. bronchos ‚Luftröhre, Kehle‘ Mehr: Asthma bronchiale →
Bronchoskopie Lungenspiegelung Diagnostik
Endoskopie von Luftröhre und Bronchien, z. B. zur Gewebeentnahme bei Verdacht auf Lungenkrebs.Herkunft: griech. bronchos + skopein Mehr: Lungenkarzinom (Bronchialkarzinom) →
Bucca Wange Anatomie
Die Wange; „bukkal“ bedeutet wangenseitig, etwa die Wangenschleimhaut.Herkunft: lat. bucca ‚Backe‘
Bulla Blase Symptome
Flüssigkeitsgefüllte Blase über etwa 5 mm, z. B. bei Verbrennung oder blasenbildenden Autoimmunerkrankungen.Herkunft: lat. bulla ‚Blase‘ Mehr: Bullöses Pemphigoid →

C

Caecum Blinddarm Organe
Der blind endende Anfangsteil des Dickdarms im rechten Unterbauch, an dem der Wurmfortsatz hängt.Herkunft: lat. caecus ‚blind‘
Calcaneus Fersenbein Anatomie
Der größte Fußwurzelknochen; an ihm setzt die Achillessehne an.Herkunft: lat. calx ‚Ferse‘
Caput Kopf Anatomie
Der Kopf als Körperregion; auch allgemein für ein kopfartig verdicktes Knochenende, z. B. Caput femoris (Oberschenkelkopf).Herkunft: lat. caput ‚Kopf‘
Carpus Handwurzel Anatomie
Die Handwurzel aus acht kleinen Knochen; Karpaltunnel = Engstelle, durch die der Mittelnerv zur Hand zieht.Herkunft: griech. karpos ‚Handwurzel‘
Cartilago Knorpel Anatomie
Druckelastisches Stützgewebe, z. B. Gelenkknorpel oder Rippenknorpel; griechisch chondros (Chondropathie).Herkunft: lat. cartilago ‚Knorpel‘
Cerebellum Kleinhirn Organe
Hirnteil am Hinterkopf, der Gleichgewicht und Bewegungskoordination steuert; Störungen führen zu Ataxie.Herkunft: lat. cerebellum ‚kleines Gehirn‘
Cerebrum Großhirn, Gehirn Organe
Adjektiv „zerebral“. Der griechische Stamm enkephalos steckt in Enzephalitis (Gehirnentzündung).Herkunft: lat. cerebrum ‚Gehirn‘
Cervix Hals Anatomie
Hals; „zervikal“ bezieht sich auf den Hals (Halswirbelsäule, Halslymphknoten) oder auf den Gebärmutterhals (Cervix uteri) – der Zusammenhang entscheidet.Herkunft: lat. cervix ‚Hals, Nacken‘ Mehr: Zervixkarzinom →
Cervix uteri Gebärmutterhals Organe
Der untere, in die Scheide ragende Teil der Gebärmutter; Ort der Krebsfrüherkennung per Abstrich.Herkunft: lat. cervix ‚Hals‘ Mehr: Zervixdysplasie (CIN) →
Cholezystolithiasis Gallensteine Krankheiten
Steine in der Gallenblase; sie verursachen oft keine Beschwerden, können aber Koliken auslösen.Herkunft: griech. chole ‚Galle‘ + kystis ‚Blase‘ + lithos ‚Stein‘ Mehr: Cholezystolithiasis und akute Cholezystitis →
chronisch lang andauernd Krankheiten
Langsam entstehend bzw. lang anhaltend (je nach Krankheit meist länger als einige Wochen bis Monate).Herkunft: griech. chronos ‚Zeit‘
Clavicula Schlüsselbein Anatomie
S-förmiger Knochen zwischen Brustbein und Schulterblatt; „supraklavikulär“ heißt oberhalb des Schlüsselbeins.Herkunft: lat. clavicula ‚Schlüsselchen‘
Cochlea Hörschnecke Organe
Das schneckenförmige Hörorgan im Innenohr.Herkunft: lat. cochlea ‚Schnecke‘
Colitis ulcerosa chronische Dickdarmentzündung Krankheiten
Chronisch-entzündliche Darmerkrankung, die vom Enddarm ausgehend die Dickdarmschleimhaut befällt.Herkunft: griech. kolon + -itis; lat. ulcerosus ‚geschwürig‘ Mehr: Colitis ulcerosa →
Collum Hals Anatomie
Der Hals; auch der „Hals“ eines Knochens, z. B. Collum femoris (Schenkelhals).Herkunft: lat. collum ‚Hals‘
Columna vertebralis Wirbelsäule Anatomie
Sie besteht aus 7 Hals-, 12 Brust- und 5 Lendenwirbeln sowie Kreuz- und Steißbein (Abkürzungen HWS, BWS, LWS).Herkunft: lat. columna ‚Säule‘
Computertomographie CT Diagnostik
Schnittbildverfahren mit Röntgenstrahlen; schnell verfügbar, z. B. bei Schlaganfall oder Unfallverletzten.Herkunft: lat. computare ‚berechnen‘ + griech. tome ‚Schnitt‘
Cor Herz Organe
Der Hohlmuskel, der das Blut durch den Körper pumpt. Der griechische Stamm kardia steckt in Kardiologie, Tachykardie und Kardiomyopathie.Herkunft: lat. cor ‚Herz‘ Mehr: Herzinsuffizienz →
Cornea Hornhaut des Auges Organe
Die durchsichtige, gewölbte Vorderfläche des Auges; Keratitis = Hornhautentzündung.Herkunft: lat. cornu ‚Horn‘
Costa Rippe Anatomie
Die Rippe; der Mensch hat zwölf Rippenpaare. „Interkostal“ bedeutet zwischen den Rippen (Interkostalraum, ICR).Herkunft: lat. costa ‚Rippe‘
Coxa Hüfte Anatomie
Die Hüfte bzw. das Hüftgelenk; Koxarthrose = Arthrose des Hüftgelenks.Herkunft: lat. coxa ‚Hüfte‘
Cranium Schädel Anatomie
Der knöcherne Schädel. Davon abgeleitet: „kranial“ (kopfwärts).Herkunft: griech. kranion ‚Schädel‘
Crus Unterschenkel Anatomie
Der Unterschenkel; z. B. Ulcus cruris = Unterschenkelgeschwür („offenes Bein“).Herkunft: lat. crus ‚Unterschenkel‘ Mehr: Ulcus cruris (offenes Bein) →
Crusta Kruste, Borke Symptome
Eingetrocknetes Sekret, Blut oder Eiter auf der Haut, z. B. honiggelbe Krusten bei Impetigo.Herkunft: lat. crusta ‚Rinde‘ Mehr: Impetigo contagiosa (Borkenflechte) →
Cubitus Ellenbogen Anatomie
Der Ellenbogen; die Ellenbeuge (Fossa cubitalis) ist eine häufige Stelle für Blutentnahmen.Herkunft: lat. cubitus ‚Ellenbogen‘
Cutis Haut Anatomie
Die Haut; Adjektive „kutan“ und „subkutan“ (unter der Haut). Der griechische Stamm derma steckt in Dermatologie.Herkunft: lat. cutis ‚Haut‘ Mehr: Dermatologie-Wissen →

D

Dens Zahn Anatomie
Der Zahn, Plural Dentes; Adjektiv „dental“. Dens heißt außerdem der Zahnfortsatz des zweiten Halswirbels.Herkunft: lat. dens ‚Zahn‘
Dermatoskopie Auflichtmikroskopie Diagnostik
Untersuchung von Hautveränderungen mit einer beleuchteten Lupe, vor allem zur Unterscheidung harmloser Muttermale vom Melanom.Herkunft: griech. derma ‚Haut‘ + skopein Mehr: Dermatoskopie lernen: Grundlagen, Muster & Systematik →
Dermis Lederhaut Organe
Die bindegewebige Hautschicht unter der Oberhaut mit Gefäßen, Nerven, Haarwurzeln und Drüsen (auch Corium).Herkunft: griech. derma ‚Haut‘
Desorientiertheit Verwirrtheit Symptome
Fehlende Orientierung zu Zeit, Ort, Situation oder eigener Person; akut z. B. beim Delir. Mehr: Delir →
dexter rechts Lage
Rechts gelegen (Abkürzung dext. oder re.), z. B. Arteria carotis dextra. Gemeint ist immer die rechte Seite des Patienten.Herkunft: lat. dexter ‚rechts‘
Diabetes mellitus Zuckerkrankheit Krankheiten
Chronische Stoffwechselerkrankung mit erhöhtem Blutzucker; Typ 1 durch Insulinmangel, Typ 2 vor allem durch verminderte Insulinwirkung.Herkunft: griech. diabetes ‚Durchfluss‘; lat. mellitus ‚honigsüß‘ Mehr: Diabetes mellitus Typ 2 (Zuckerkrankheit) →
Diaphragma Zwerchfell Anatomie
Der wichtigste Atemmuskel; er trennt Brust- und Bauchhöhle.Herkunft: griech. diaphragma ‚Scheidewand‘
Diarrhoe Durchfall Symptome
Häufiger (mehr als drei pro Tag), ungeformter bis flüssiger Stuhlgang (auch Diarrhö).Herkunft: griech. dia ‚durch‘ + rhoe ‚Fluss‘ Mehr: Infektiöse Gastroenteritis und Reisediarrhö →
Differenzialdiagnose andere mögliche Ursachen Diagnostik
Erkrankungen, die ähnliche Beschwerden verursachen und gegeneinander abgegrenzt werden müssen (Abkürzung DD).Herkunft: lat. differentia ‚Unterschied‘
Digital-rektale Untersuchung Austastung des Enddarms Diagnostik
Abtasten des Enddarms mit dem Finger, z. B. zur Beurteilung der Prostata oder bei Blut im Stuhl (Abkürzung DRU).Herkunft: lat. digitus ‚Finger‘ + rectum
Digitus Finger oder Zehe Anatomie
Finger bzw. Zehe; „digital“ heißt in der Medizin „mit dem Finger“, etwa bei der digital-rektalen Untersuchung.Herkunft: lat. digitus ‚Finger, Zehe‘
Diplopie Doppelbilder Symptome
Doppeltsehen, meist durch Störung der Augenmuskeln oder ihrer Nerven.Herkunft: griech. diploos ‚doppelt‘ + ops ‚Auge‘
distal rumpffern Lage
Weiter vom Rumpf bzw. vom Ursprung entfernt; die Finger liegen distal des Handgelenks. Gegenteil: proximal.Herkunft: lat. distare ‚entfernt sein‘
Distorsion Verstauchung Krankheiten
Verletzung eines Gelenks durch Überdehnung der Bänder, z. B. Umknicken am Sprunggelenk.Herkunft: lat. distorquere ‚verdrehen‘
Divertikulitis Entzündung von Darmausstülpungen Krankheiten
Entzündung von Ausstülpungen der Darmwand (Divertikeln), meist im Sigma mit Schmerzen im linken Unterbauch.Herkunft: lat. diverticulum ‚Abweg‘ + -itis Mehr: Divertikelkrankheit und Divertikulitis →
Dolor Schmerz Symptome
Schmerz; eines der fünf klassischen Entzündungszeichen. „Druckdolent“ = druckschmerzhaft.Herkunft: lat. dolor ‚Schmerz‘
dorsal rückenseitig Lage
Zur Rückseite hin; an der Hand bedeutet dorsal „zum Handrücken“, am Fuß „zum Fußrücken“. Gegenteil: ventral.Herkunft: lat. dorsum ‚Rücken‘
Dorsalextension Fuß bzw. Hand nach oben Lage
Am Sprunggelenk: Anheben des Fußes Richtung Schienbein; am Handgelenk: Strecken der Hand zum Handrücken. Gegenteil: Plantar- bzw. Palmarflexion.
Dorsum Rücken Anatomie
Der Rücken; davon „dorsal“ (rückenseitig). Dorsum manus = Handrücken, Dorsum pedis = Fußrücken.Herkunft: lat. dorsum ‚Rücken‘
Duodenum Zwölffingerdarm Organe
Der erste Abschnitt des Dünndarms, etwa zwölf Fingerbreiten lang; hier münden Gallen- und Bauchspeicheldrüsengang.Herkunft: lat. duodeni ‚je zwölf‘ Mehr: Gastroduodenale Ulkuskrankheit →
Dysarthrie verwaschene Sprache Symptome
Sprechstörung: Die Aussprache ist undeutlich, Sprachverständnis und Wortwahl sind aber erhalten – anders als bei der Aphasie.Herkunft: griech. dys- ‚gestört‘ + arthron ‚Glied‘
Dysmenorrhoe Regelschmerzen Symptome
Schmerzhafte Menstruation, häufig krampfartig im Unterbauch.Herkunft: griech. dys- ‚gestört‘ + men ‚Monat‘ + rhoe ‚Fluss‘ Mehr: Dysmenorrhö →
Dyspareunie Schmerzen beim Geschlechtsverkehr Symptome
Schmerzen beim Geschlechtsverkehr, z. B. bei Endometriose oder Scheidentrockenheit.Herkunft: griech. dys- ‚gestört‘ + pareunos ‚Bettgenosse‘ Mehr: Endometriose →
Dysphagie Schluckstörung Symptome
Schwierigkeiten beim Schlucken fester oder flüssiger Nahrung.Herkunft: griech. dys- ‚gestört‘ + phagein ‚essen‘ Mehr: Achalasie →
Dysplasie Zellveränderung Krankheiten
Fehlbildung bzw. Gewebeveränderung mit abweichenden Zellen; in der Krebsvorsorge eine mögliche Vorstufe von Krebs.Herkunft: griech. dys- ‚gestört‘ + plasis ‚Bildung‘ Mehr: Zervixdysplasie (CIN) →
Dyspnoe Atemnot Symptome
Subjektiv erschwerte Atmung, Luftnot; Belastungsdyspnoe tritt bei Anstrengung, Ruhedyspnoe schon in Ruhe auf.Herkunft: griech. dys- ‚gestört‘ + pnoe ‚Atmung‘
Dysurie Brennen beim Wasserlassen Symptome
Schmerzhaftes oder erschwertes Wasserlassen, typisch bei Blasenentzündung.Herkunft: griech. dys- ‚gestört‘ + ouron ‚Harn‘ Mehr: Harnwegsinfektion und Zystitis →

E

Echokardiographie Herzultraschall Diagnostik
Ultraschalluntersuchung des Herzens, durch die Brustwand (TTE) oder über die Speiseröhre (TEE); misst u. a. die Pumpfunktion.Herkunft: griech. echo ‚Widerhall‘ + kardia ‚Herz‘ Mehr: Herzinsuffizienz →
Effloreszenz Hautveränderung Symptome
Oberbegriff für sichtbare Hautveränderungen (Hautblüten); man unterscheidet Primär- und Sekundäreffloreszenzen.Herkunft: lat. efflorescere ‚aufblühen‘ Mehr: Dermatologie-Wissen →
Ekzem juckender Hautausschlag Krankheiten
Nicht ansteckende, juckende Entzündung der Haut, z. B. Kontaktekzem oder atopisches Ekzem (Neurodermitis).Herkunft: griech. ekzema ‚das Aufgekochte‘ Mehr: Atopische Dermatitis (Neurodermitis) →
Elektroenzephalogramm Hirnstromkurve Diagnostik
Aufzeichnung der elektrischen Hirnaktivität über Elektroden auf der Kopfhaut (Abkürzung EEG), z. B. bei Epilepsie.Herkunft: griech. enkephalos ‚Gehirn‘ + gramma
Elektrokardiogramm Herzstromkurve Diagnostik
Aufzeichnung der elektrischen Herzaktivität (Abkürzung EKG), als Ruhe-, Langzeit- oder Belastungs-EKG.Herkunft: griech. elektron + kardia ‚Herz‘ + gramma ‚Aufzeichnung‘ Mehr: Vorhofflimmern →
Elevation Anheben Lage
Anheben, z. B. der Schultern oder des Arms über die Horizontale. Gegenteil: Depression.Herkunft: lat. elevare ‚emporheben‘
Embolie Gefäßverstopfung durch verschlepptes Material Krankheiten
Verschluss eines Gefäßes durch mit dem Blut verschlepptes Material, meist ein Blutgerinnsel.Herkunft: griech. embolos ‚Pfropf‘ Mehr: Lungenembolie →
Emesis Erbrechen Symptome
Erbrechen; Hyperemesis = übermäßiges Erbrechen, z. B. in der Schwangerschaft.Herkunft: griech. emesis ‚Erbrechen‘ Mehr: Hyperemesis gravidarum →
Endokard Herzinnenhaut Organe
Die innere Auskleidung der Herzhöhlen, die auch die Herzklappen überzieht; Endokarditis = Entzündung der Herzinnenhaut.Herkunft: griech. endon ‚innen‘ + kardia ‚Herz‘ Mehr: Infektiöse Endokarditis →
Endometriose verstreute Gebärmutterschleimhaut Krankheiten
Gebärmutterschleimhaut-ähnliches Gewebe außerhalb der Gebärmutter, typisch mit starken Regelschmerzen.Herkunft: griech. endon ‚innen‘ + metra ‚Gebärmutter‘ + -ose Mehr: Endometriose →
Endometrium Gebärmutterschleimhaut Organe
Die Schleimhaut der Gebärmutterhöhle, die sich im Zyklus aufbaut und mit der Regelblutung abgestoßen wird.Herkunft: griech. endon ‚innen‘ + metra ‚Gebärmutter‘ Mehr: Endometriose →
Endoskopie Spiegelung Diagnostik
Untersuchung von Hohlorganen von innen mit einem Schlauch oder Rohr mit Kamera.Herkunft: griech. endon ‚innen‘ + skopein ‚betrachten‘
Entzündungswerte Diagnostik
Laborwerte, die bei Entzündungen ansteigen, vor allem CRP, Leukozyten und Blutsenkung (BSG); bei bakteriellen Infektionen zusätzlich Procalcitonin.
Epidermis Oberhaut Organe
Die äußerste, verhornende Hautschicht ohne Blutgefäße.Herkunft: griech. epi ‚auf‘ + derma ‚Haut‘ Mehr: Dermatologie-Wissen →
Epigastrium Oberbauch, Magengrube Anatomie
Die mittlere Oberbauchregion unterhalb des Brustbeins; Adjektiv „epigastrisch“.Herkunft: griech. epi ‚auf, über‘ + gaster ‚Magen‘
Epikutantest Pflastertest Diagnostik
Allergietest auf Kontaktallergien, bei dem Testsubstanzen unter Pflastern auf den Rücken geklebt und nach 2–3 Tagen abgelesen werden.Herkunft: griech. epi ‚auf‘ + lat. cutis ‚Haut‘ Mehr: Kontaktekzem (Kontaktdermatitis) →
Epilepsie Anfallsleiden Krankheiten
Erkrankung des Gehirns mit wiederholten, nicht provozierten epileptischen Anfällen.Herkunft: griech. epilepsia ‚Anfall‘ Mehr: Epilepsie in der Schwangerschaft →
Erosion oberflächliche Wunde Symptome
Oberflächlicher Substanzdefekt nur der Oberhaut; heilt ohne Narbe ab.Herkunft: lat. erodere ‚abnagen‘
Erysipel Wundrose Krankheiten
Bakterielle Infektion der Haut mit scharf begrenzter, überwärmter Rötung, oft mit Fieber.Herkunft: griech. erysipelas ‚rote Haut‘ Mehr: Erysipel →
Erythem Hautrötung Symptome
Flächige Rötung der Haut durch erweiterte Blutgefäße; wegdrückbar mit dem Glasspatel.Herkunft: griech. erythros ‚rot‘ Mehr: Erythema migrans (Lyme-Borreliose) →
Eversion Fußsohle nach außen Lage
Kombinierte Bewegung, bei der die Fußsohle nach außen zeigt. Gegenteil: Inversion.Herkunft: lat. evertere ‚herausdrehen‘
Exanthem Hautausschlag Symptome
Ausgedehnter, meist plötzlich auftretender Hautausschlag, z. B. bei Masern oder Arzneimittelreaktionen; Enanthem = Ausschlag an der Schleimhaut.Herkunft: griech. exanthema ‚Ausblühen‘ Mehr: Arzneimittelexanthem (makulopapulös) →
Exazerbation akute Verschlechterung Krankheiten
Akute Verschlimmerung einer chronischen Erkrankung, z. B. bei COPD.Herkunft: lat. exacerbare ‚verschlimmern‘ Mehr: COPD (chronisch obstruktive Lungenerkrankung) →
Exsikkose Austrocknung Symptome
Flüssigkeitsmangel des Körpers mit trockenen Schleimhäuten und stehenden Hautfalten, häufig bei älteren Menschen.Herkunft: lat. exsiccare ‚austrocknen‘ Mehr: Exsikkose (Dehydratation) →
Extension Streckung Lage
Strecken eines Gelenks. Gegenteil: Flexion.Herkunft: lat. extendere ‚ausstrecken‘
externus außen Lage
Außen gelegen, z. B. äußerer Gehörgang. Gegenteil: internus.Herkunft: lat. externus ‚äußerer‘
Extremität Gliedmaße Anatomie
Arme (obere Extremität) und Beine (untere Extremität).Herkunft: lat. extremitas ‚äußerstes Ende‘

F

Facies Gesicht Anatomie
Das Gesicht; in der Medizin auch der für eine Krankheit typische Gesichtsausdruck, z. B. Facies abdominalis bei schwerer Bauchfellentzündung.Herkunft: lat. facies ‚Gesicht‘
Fatigue Erschöpfung Symptome
Ausgeprägte, anhaltende Erschöpfung, die sich durch Schlaf nicht bessert, z. B. bei Krebs- oder Autoimmunerkrankungen.Herkunft: frz. fatigue ‚Müdigkeit‘
Febris Fieber Symptome
Erhöhte Körpertemperatur, meist ab 38,0 °C gemessen; „febril“ = fiebrig, „afebril“ = fieberfrei.Herkunft: lat. febris ‚Fieber‘
Femur Oberschenkelknochen Anatomie
Der längste Knochen des Körpers; Adjektiv „femoral“, z. B. A. femoralis (Leistenschlagader).Herkunft: lat. femur ‚Oberschenkel‘
Fibula Wadenbein Anatomie
Der schlanke, außen gelegene Unterschenkelknochen; sein unteres Ende bildet den Außenknöchel.Herkunft: lat. fibula ‚Spange‘
fibular wadenbeinseitig Lage
Am Unterschenkel zur Wadenbeinseite, also nach außen hin; gleichbedeutend „peroneal“. Gegenteil: tibial.Herkunft: lat. fibula ‚Wadenbein‘
Fistel krankhafter Verbindungsgang Krankheiten
Röhrenförmige, nicht natürliche Verbindung zwischen einem Hohlorgan und der Körperoberfläche oder einem anderen Hohlorgan.Herkunft: lat. fistula ‚Rohr‘ Mehr: Urogenitalfisteln (vesikovaginale Fistel) →
Flexion Beugung Lage
Beugen eines Gelenks, z. B. Ellenbogen beugen. Gegenteil: Extension.Herkunft: lat. flectere ‚beugen‘
Fluor vaginalis Ausfluss Symptome
Vermehrter oder veränderter Ausfluss aus der Scheide.Herkunft: lat. fluor ‚Fluss‘ Mehr: Bakterielle Vaginose →
Foetor ex ore Mundgeruch Symptome
Unangenehmer Geruch aus dem Mund; bestimmte Gerüche können auf Erkrankungen hinweisen (z. B. Azetongeruch bei diabetischer Ketoazidose).Herkunft: lat. foetor ‚Gestank‘ + ex ore ‚aus dem Mund‘
Fossa poplitea Kniekehle Anatomie
Die Grube an der Rückseite des Knies; dort verläuft die A. poplitea (Kniekehlenarterie).Herkunft: lat. fossa ‚Graben‘; poples ‚Kniekehle‘
foudroyant blitzartig Krankheiten
Extrem rasch und schwer verlaufend, z. B. eine foudroyante Sepsis.Herkunft: frz. foudroyer ‚wie ein Blitz treffen‘
Fraktur Knochenbruch Krankheiten
Unterbrechung der Kontinuität eines Knochens, z. B. distale Radiusfraktur (Speichenbruch nahe dem Handgelenk).Herkunft: lat. fractura ‚Bruch‘
Fremdanamnese Befragung von Angehörigen Diagnostik
Anamnese, die nicht vom Patienten selbst, sondern von Angehörigen, Pflegekräften oder Zeugen erhoben wird, z. B. bei Bewusstlosen.
Frons Stirn Anatomie
Die Stirn. Davon abgeleitet: „frontal“ (stirnseitig), etwa Frontallappen oder Frontalebene.Herkunft: lat. frons ‚Stirn‘
Frontalebene Längsschnitt parallel zur Stirn Lage
Senkrechte Ebene parallel zur Stirn, die den Körper in vorn und hinten teilt; in der Bildgebung auch koronare Ebene genannt.Herkunft: lat. frons ‚Stirn‘
Funduskopie Augenspiegelung Diagnostik
Betrachtung des Augenhintergrunds mit Netzhaut, Sehnerv und Gefäßen (auch Ophthalmoskopie).Herkunft: lat. fundus ‚Grund‘ + griech. skopein Mehr: Diabetische Retinopathie →

G

Galaktorrhoe Milchfluss aus der Brust Symptome
Milchige Absonderung aus der Brustwarze außerhalb von Schwangerschaft und Stillzeit.Herkunft: griech. gala ‚Milch‘ + rhoe ‚Fluss‘ Mehr: Galaktorrhö →
Gaster Magen Organe
Der Magen (lateinisch Ventriculus). Gastritis = Magenschleimhautentzündung, Gastroskopie = Magenspiegelung.Herkunft: griech. gaster ‚Magen, Bauch‘ Mehr: Gastritis (Typ A, B und C) →
Gastritis Magenschleimhautentzündung Krankheiten
Entzündung der Magenschleimhaut, z. B. durch Helicobacter pylori.Herkunft: griech. gaster ‚Magen‘ + -itis Mehr: Gastritis (Typ A, B und C) →
Gastrointestinaltrakt Magen-Darm-Trakt Organe
Der Verdauungskanal von Mund bis After (Abkürzung GIT).Herkunft: griech. gaster ‚Magen‘; lat. intestinum ‚Darm‘
Gastroskopie Magenspiegelung Diagnostik
Endoskopie von Speiseröhre, Magen und Zwölffingerdarm (Ösophago-Gastro-Duodenoskopie, ÖGD).Herkunft: griech. gaster ‚Magen‘ + skopein ‚betrachten‘ Mehr: Gastritis (Typ A, B und C) →
Genu Knie Anatomie
Das Knie, z. B. Genu valgum (X-Bein) und Genu varum (O-Bein).Herkunft: lat. genu ‚Knie‘
Gestationsdiabetes Schwangerschaftsdiabetes Krankheiten
Erstmals in der Schwangerschaft festgestellte Störung des Zuckerstoffwechsels.Herkunft: lat. gestatio ‚das Tragen‘ Mehr: Gestationsdiabetes (GDM) →
Gicht Krankheiten
Stoffwechselerkrankung mit erhöhter Harnsäure und Ablagerung von Harnsäurekristallen, typisch ein akut entzündetes Großzehengrundgelenk (Arthritis urica). Mehr: Gicht (Arthritis urica) →
Giemen Pfeifen beim Ausatmen Symptome
Pfeifendes, brummendes Geräusch beim Ausatmen durch verengte Bronchien – typisch für Asthma und COPD. Mehr: Asthma bronchiale →
Glandula parotis Ohrspeicheldrüse Organe
Die größte Speicheldrüse vor dem Ohr; Parotitis = Entzündung der Ohrspeicheldrüse (z. B. bei Mumps).Herkunft: griech. para ‚neben‘ + ous, otos ‚Ohr‘
Glandula suprarenalis Nebenniere Organe
Hormondrüse auf jeder Niere; die Rinde bildet u. a. Kortisol und Aldosteron, das Mark Adrenalin.Herkunft: lat. supra ‚über‘ + ren ‚Niere‘ Mehr: Nebennierenrindeninsuffizienz (Morbus Addison) →
Glandula thyreoidea Schilddrüse Organe
Hormondrüse vorn am Hals; Struma = vergrößerte Schilddrüse, Thyreoiditis = Schilddrüsenentzündung.Herkunft: lat. glandula ‚Drüse‘; griech. thyreoeides ‚schildförmig‘ Mehr: Struma und Schilddrüsenknoten →
gürtelförmiger Schmerz Schmerz wie ein Gürtel Symptome
Oberbauchschmerz, der wie ein Gürtel bis in den Rücken zieht – typisch für eine Entzündung der Bauchspeicheldrüse. Mehr: Akute Pankreatitis →

H

Hallux Großzehe Anatomie
Die große Zehe, z. B. Hallux valgus (Ballenzeh: die Großzehe weicht zu den übrigen Zehen hin ab).Herkunft: lat. hallux ‚große Zehe‘
Halluzination Sinnestäuschung Symptome
Wahrnehmung ohne äußeren Reiz, z. B. Stimmenhören oder Sehen nicht vorhandener Dinge.Herkunft: lat. (h)allucinari ‚gedankenlos sein‘
Hämatemesis Bluterbrechen Symptome
Erbrechen von Blut; „Kaffeesatzerbrechen“ entsteht, wenn das Blut durch die Magensäure dunkel verfärbt ist.Herkunft: griech. haima ‚Blut‘ + emesis ‚Erbrechen‘ Mehr: Obere gastrointestinale Blutung →
Hämatochezie Blut im Stuhl Symptome
Frisches, hellrotes Blut mit dem Stuhl, meist aus dem unteren Verdauungstrakt.Herkunft: griech. haima ‚Blut‘ + chezein ‚Stuhl absetzen‘ Mehr: Untere gastrointestinale Blutung →
Hämatom Bluterguss Symptome
Blutansammlung im Gewebe, umgangssprachlich „blauer Fleck“. Nicht verwechseln mit Hämatemesis (Bluterbrechen).Herkunft: griech. haima ‚Blut‘ Mehr: Subunguales Hämatom →
Hämaturie Blut im Urin Symptome
Makrohämaturie ist mit bloßem Auge sichtbar (roter Urin), Mikrohämaturie nur im Urintest oder unter dem Mikroskop.Herkunft: griech. haima ‚Blut‘ + ouron ‚Harn‘
Hämoptyse Bluthusten Symptome
Aushusten von Blut oder blutigem Auswurf aus den Atemwegen – nicht zu verwechseln mit Bluterbrechen (Hämatemesis).Herkunft: griech. haima ‚Blut‘ + ptysis ‚Spucken‘ Mehr: Lungenkarzinom (Bronchialkarzinom) →
Harnverhalt Blase lässt sich nicht entleeren Symptome
Unfähigkeit, die gefüllte Harnblase zu entleeren; akut sehr schmerzhaft (auch Harnretention).
Hemiparese Halbseitenlähmung Symptome
Schwäche oder unvollständige Lähmung einer Körperhälfte, typisch nach Schlaganfall.Herkunft: griech. hemi- ‚halb‘ + paresis
Hepar Leber Organe
Das größte Stoffwechselorgan im rechten Oberbauch; Hepatitis = Leberentzündung, Hepatomegalie = Lebervergrößerung.Herkunft: griech. hepar ‚Leber‘ Mehr: Leberzirrhose →
Hepatitis Leberentzündung Krankheiten
Entzündung der Leber, z. B. durch Viren (Hepatitis A bis E), Alkohol oder Autoimmunprozesse.Herkunft: griech. hepar ‚Leber‘ + -itis Mehr: Hepatitis B →
Hepatomegalie vergrößerte Leber Symptome
Vergrößerung der Leber, tastbar oder im Ultraschall messbar.Herkunft: griech. hepar ‚Leber‘ + megas ‚groß‘
hereditär erblich Krankheiten
Über die Gene vererbt.Herkunft: lat. hereditas ‚Erbschaft‘ Mehr: Hereditäre Sphärozytose (Kugelzellanämie) →
Hernie Bruch (Eingeweidebruch) Krankheiten
Austritt von Eingeweiden durch eine Lücke der Bauchwand oder des Zwerchfells, z. B. Leisten- oder Nabelbruch.Herkunft: lat. hernia ‚Bruch‘ Mehr: Hiatushernie →
Herpes zoster Gürtelrose Krankheiten
Reaktivierung des Windpockenvirus mit schmerzhaftem, bläschenförmigem Ausschlag in einem Hautsegment.Herkunft: griech. herpein ‚kriechen‘ + zoster ‚Gürtel‘ Mehr: Herpes zoster →
Herzinsuffizienz Herzschwäche Krankheiten
Das Herz kann den Körper nicht mehr ausreichend mit Blut versorgen; typisch sind Luftnot und Beinödeme.Herkunft: lat. insufficientia ‚Unzulänglichkeit‘ Mehr: Herzinsuffizienz →
Hirsutismus vermehrte Behaarung Symptome
Männliches Behaarungsmuster bei Frauen (z. B. Bart, Brust), oft durch erhöhte männliche Hormone.Herkunft: lat. hirsutus ‚struppig‘ Mehr: Hirsutismus und Hyperandrogenämie →
Histologie Gewebeuntersuchung Diagnostik
Untersuchung von Gewebeschnitten unter dem Mikroskop, z. B. zur Sicherung einer Krebsdiagnose.Herkunft: griech. histos ‚Gewebe‘ + logos ‚Lehre‘
Humerus Oberarmknochen Anatomie
Der Röhrenknochen des Oberarms zwischen Schulter- und Ellenbogengelenk.Herkunft: lat. umerus ‚Schulter, Oberarm‘
Hypakusis Schwerhörigkeit Symptome
Vermindertes Hörvermögen.Herkunft: griech. hypo ‚unter‘ + akouein ‚hören‘
Hypästhesie Taubheitsgefühl Symptome
Herabgesetzte Berührungsempfindung in einem Hautbereich.Herkunft: griech. hypo ‚unter‘ + aisthesis ‚Empfindung‘
Hyperglykämie hoher Blutzucker Symptome
Erhöhter Blutzuckerspiegel, Leitbefund des Diabetes mellitus. Nicht verwechseln mit Hyperthermie.Herkunft: griech. hyper ‚über‘ + glykys ‚süß‘ + haima ‚Blut‘ Mehr: Diabetes mellitus Typ 2 (Zuckerkrankheit) →
Hyperkaliämie zu viel Kalium im Blut Symptome
Erhöhter Kaliumspiegel im Blut; gefährlich wegen möglicher Herzrhythmusstörungen.Herkunft: griech. hyper + nlat. kalium + haima Mehr: Hyperkaliämie →
Hypermenorrhoe zu starke Regelblutung Symptome
Verstärkte Menstruationsblutung mit erhöhtem Blutverlust, häufig Ursache eines Eisenmangels.Herkunft: griech. hyper ‚über‘ + men + rhoe Mehr: Blutungsstörungen (Zyklusstörungen) →
Hyperplasie Vergrößerung durch Zellvermehrung Krankheiten
Vergrößerung eines Gewebes durch Vermehrung der Zellzahl.Herkunft: griech. hyper ‚über‘ + plasis ‚Bildung‘ Mehr: Endometriumhyperplasie →
Hyperthermie Überwärmung Symptome
Erhöhte Körpertemperatur ohne verstellten Sollwert im Gehirn, z. B. bei Hitzschlag – im Unterschied zum Fieber. Nicht verwechseln mit Hyperglykämie.Herkunft: griech. hyper ‚über‘ + therme ‚Wärme‘
Hyperthyreose Schilddrüsenüberfunktion Krankheiten
Überfunktion der Schilddrüse mit Herzrasen, Unruhe, Gewichtsverlust und Wärmeintoleranz.Herkunft: griech. hyper ‚über‘ + thyreoeides ‚Schilddrüse‘ Mehr: Hyperthyreose (Schilddrüsenüberfunktion) →
Hypertonie Bluthochdruck Symptome
Dauerhaft erhöhter Blutdruck (arterielle Hypertonie); Hypertonie kann sich auch auf erhöhte Muskelspannung beziehen.Herkunft: griech. hyper ‚über‘ + tonos ‚Spannung‘ Mehr: Arterielle Hypertonie (Bluthochdruck) →
Hypertrophie Vergrößerung der Zellen Krankheiten
Vergrößerung eines Gewebes durch Zunahme der Zellgröße bei gleicher Zellzahl, z. B. Muskelaufbau. Nicht verwechseln mit Hypertonie.Herkunft: griech. hyper ‚über‘ + trophe ‚Ernährung‘
Hypochondrium Rippenbogenregion Anatomie
Die Bauchregion unter dem Rippenbogen: rechts liegen Leber und Gallenblase, links die Milz.Herkunft: griech. hypo ‚unter‘ + chondros ‚Knorpel‘
Hypoglykämie Unterzuckerung Symptome
Zu niedriger Blutzucker mit Zittern, Schwitzen, Heißhunger bis zu Verwirrtheit und Bewusstlosigkeit.Herkunft: griech. hypo ‚unter‘ + glykys ‚süß‘ + haima ‚Blut‘ Mehr: Hypoglykämie →
Hyponatriämie zu wenig Natrium im Blut Symptome
Erniedrigter Natriumspiegel im Blut; häufigste Elektrolytstörung, kann zu Verwirrtheit und Krampfanfällen führen.Herkunft: griech. hypo + nlat. natrium + haima Mehr: Hyponatriämie →
Hypophyse Hirnanhangdrüse Organe
Kleine Hormondrüse an der Schädelbasis, die andere Hormondrüsen steuert (z. B. über TSH die Schilddrüse).Herkunft: griech. hypophysis ‚Untergewächs‘ Mehr: Hypophysenvorderlappeninsuffizienz →
Hypothalamus Zwischenhirn-Steuerzentrale Organe
Hirnregion unterhalb des Thalamus, die Körpertemperatur, Hunger, Durst und über die Hypophyse viele Hormone steuert.Herkunft: griech. hypo ‚unter‘ + thalamos ‚Kammer‘
Hypothermie Unterkühlung Symptome
Absinken der Körperkerntemperatur unter 35 °C.Herkunft: griech. hypo ‚unter‘ + therme ‚Wärme‘
Hypothyreose Schilddrüsenunterfunktion Krankheiten
Unterfunktion der Schilddrüse mit Müdigkeit, Kälteempfindlichkeit und Gewichtszunahme.Herkunft: griech. hypo ‚unter‘ + thyreoeides Mehr: Hypothyreose (Schilddrüsenunterfunktion) →
Hypotonie niedriger Blutdruck Symptome
Zu niedriger Blutdruck; orthostatische Hypotonie = Blutdruckabfall beim Aufstehen.Herkunft: griech. hypo ‚unter‘ + tonos ‚Spannung‘

I

iatrogen durch ärztliche Maßnahmen verursacht Krankheiten
Durch ärztliche Untersuchung oder Behandlung ausgelöst, z. B. eine Nebenwirkung.Herkunft: griech. iatros ‚Arzt‘ + gennan ‚erzeugen‘
idiopathisch ohne bekannte Ursache Krankheiten
Ohne erkennbare äußere Ursache entstanden (auch essenziell oder primär).Herkunft: griech. idios ‚eigen‘ + pathos ‚Leiden‘
Ikterus Gelbsucht Symptome
Gelbfärbung von Haut und Schleimhäuten durch erhöhtes Bilirubin; an der Lederhaut des Auges zuerst sichtbar (Sklerenikterus).Herkunft: griech. ikteros ‚Gelbsucht‘ Mehr: Morbus Meulengracht (Gilbert-Syndrom) →
Ileum Krummdarm Organe
Der letzte Dünndarmabschnitt vor dem Dickdarm. Nicht verwechseln mit Ileus (Darmverschluss) und Ilium (Darmbein). Mehr: Morbus Crohn →
Inappetenz Appetitlosigkeit Symptome
Fehlender Appetit; ausgeprägte Appetitlosigkeit heißt auch Anorexie (nicht gleichbedeutend mit der Essstörung Anorexia nervosa).Herkunft: lat. in- ‚nicht‘ + appetentia ‚Verlangen‘
Infarkt Gewebsuntergang durch Gefäßverschluss Krankheiten
Absterben von Gewebe infolge einer Ischämie, z. B. Herz- oder Hirninfarkt.Herkunft: lat. infarcire ‚hineinstopfen‘ Mehr: Akutes Koronarsyndrom (Herzinfarkt, STEMI/NSTEMI) →
Infektion Ansteckung Krankheiten
Eindringen und Vermehrung von Krankheitserregern (Bakterien, Viren, Pilze, Parasiten) im Körper.Herkunft: lat. inficere ‚vergiften, anstecken‘
inferior unten Lage
Weiter unten gelegen, z. B. Vena cava inferior (untere Hohlvene). Gegenteil: superior.Herkunft: lat. inferior ‚der untere‘
Inflammation Entzündung Krankheiten
Abwehrreaktion des Körpers auf einen schädigenden Reiz; Kardinalzeichen sind Rubor (Rötung), Calor (Wärme), Tumor (Schwellung), Dolor (Schmerz) und Functio laesa (gestörte Funktion). Die Endung -itis bezeichnet eine Entzündung.Herkunft: lat. inflammare ‚entzünden‘
Inguen Leiste Anatomie
Die Leistenregion zwischen Bauch und Oberschenkel; Adjektiv „inguinal“, z. B. Leistenhernie (Leistenbruch) oder inguinale Lymphknoten.Herkunft: lat. inguen ‚Leiste‘
Inkontinenz ungewollter Urin- oder Stuhlverlust Symptome
Unfähigkeit, Harn (Harninkontinenz) oder Stuhl (Stuhlinkontinenz) willentlich zurückzuhalten.Herkunft: lat. incontinentia ‚Unvermögen, zurückzuhalten‘ Mehr: Harninkontinenz der Frau →
Innenrotation Einwärtsdrehung Lage
Drehung einer Gliedmaße um ihre Längsachse zur Körpermitte hin, z. B. im Schulter- oder Hüftgelenk. Gegenteil: Außenrotation.
Insomnie Schlaflosigkeit Symptome
Ein- oder Durchschlafstörung bzw. als nicht erholsam empfundener Schlaf.Herkunft: lat. in- ‚nicht‘ + somnus ‚Schlaf‘
Inspektion Betrachten Diagnostik
Untersuchung durch Ansehen, z. B. von Hautfarbe, Atmung, Schwellungen oder Gangbild.Herkunft: lat. inspicere ‚hineinsehen‘
Insuffizienz Schwäche, Undichtigkeit Krankheiten
Ungenügende Funktion eines Organs (z. B. Herz- oder Niereninsuffizienz) oder Undichtigkeit einer Herzklappe.Herkunft: lat. insufficientia ‚Unzulänglichkeit‘ Mehr: Aortenklappeninsuffizienz →
internus innen Lage
Innen gelegen, z. B. Innenohr (Auris interna). Gegenteil: externus.Herkunft: lat. internus ‚innerer‘
Intestinum Darm Organe
Dünndarm (Intestinum tenue) und Dickdarm (Intestinum crassum). Der griechische Stamm enteron steckt in Enteritis (Darmentzündung).Herkunft: lat. intestinum ‚Darm‘
Inversion Fußsohle nach innen Lage
Kombinierte Bewegung, bei der die Fußsohle nach innen zeigt. Gegenteil: Eversion.Herkunft: lat. invertere ‚umwenden‘
Inzidenz Neuerkrankungen Krankheiten
Anzahl der Neuerkrankungen in einer Bevölkerung innerhalb eines bestimmten Zeitraums.Herkunft: lat. incidere ‚vorfallen‘
ipsilateral gleichseitig Lage
Auf derselben Körperseite gelegen. Gegenteil: kontralateral.Herkunft: lat. ipse ‚selbst‘ + latus ‚Seite‘
Iris Regenbogenhaut Organe
Der farbige Ring um die Pupille, der wie eine Blende den Lichteinfall regelt.Herkunft: griech. iris ‚Regenbogen‘
Ischämie Minderdurchblutung Krankheiten
Verminderte oder aufgehobene Durchblutung eines Gewebes mit Sauerstoffmangel.Herkunft: griech. ischein ‚zurückhalten‘ + haima ‚Blut‘ Mehr: Akute Mesenterialischämie →

J

Jejunum Leerdarm Organe
Der mittlere Dünndarmabschnitt; bei der Leichenöffnung findet man ihn oft leer, daher der Name.Herkunft: lat. jejunus ‚nüchtern, leer‘

K

Kachexie Auszehrung Symptome
Krankhafte, starke Abmagerung mit Muskelschwund, z. B. bei fortgeschrittenem Krebs oder Herzinsuffizienz.Herkunft: griech. kakos ‚schlecht‘ + hexis ‚Zustand‘
Kapillare Haargefäß Anatomie
Feinste Blutgefäße zwischen Arterien und Venen, in denen der Stoffaustausch mit dem Gewebe stattfindet.Herkunft: lat. capillus ‚Haar‘
Kardiotokographie Wehenschreiber Diagnostik
Gleichzeitige Aufzeichnung der kindlichen Herzfrequenz und der Wehentätigkeit in Schwangerschaft und Geburt (Abkürzung CTG).Herkunft: griech. kardia ‚Herz‘ + tokos ‚Geburt‘ + graphein Mehr: CTG auswerten lernen: FIGO-Kriterien, Muster & Systematik →
Karzinom Krebs Krankheiten
Bösartiger Tumor, der von Deckgewebe (Epithel) ausgeht, z. B. Brust-, Darm- oder Lungenkrebs (Abkürzung Ca).Herkunft: griech. karkinos ‚Krebs‘ Mehr: Lungenkarzinom (Bronchialkarzinom) →
kaudal steißwärts, fußwärts Lage
Zum Steiß bzw. zu den Füßen hin gelegen. Gegenteil: kranial.Herkunft: lat. cauda ‚Schwanz‘
Knöchel-Arm-Index Blutdruckvergleich Bein–Arm Diagnostik
Verhältnis des Blutdrucks am Knöchel zu dem am Arm (englisch ankle-brachial index, ABI); ein erniedrigter Wert spricht für eine periphere arterielle Verschlusskrankheit. Mehr: Periphere arterielle Verschlusskrankheit (pAVK) →
Kolik krampfartiger Schmerz Symptome
Wellenförmig an- und abschwellender Schmerz durch Verkrampfung eines Hohlorgans, z. B. Gallen-, Nieren- oder Darmkolik.Herkunft: griech. kolikos ‚den Darm betreffend‘ Mehr: Nephrolithiasis (Nierensteine) →
Kolon Dickdarm Organe
Der Hauptteil des Dickdarms zwischen Blinddarm und Mastdarm; Kolitis = Dickdarmentzündung.Herkunft: griech. kolon Mehr: Colitis ulcerosa →
Koloskopie Darmspiegelung Diagnostik
Endoskopie des gesamten Dickdarms und meist des letzten Dünndarmabschnitts; dient auch der Darmkrebsvorsorge.Herkunft: griech. kolon ‚Dickdarm‘ + skopein Mehr: Kolorektale Adenome (Darmpolypen) →
Kolposkopie Lupenuntersuchung des Gebärmutterhalses Diagnostik
Betrachtung von Scheide und Gebärmutterhals mit einem Vergrößerungsgerät, z. B. bei auffälligem Krebsvorsorge-Abstrich.Herkunft: griech. kolpos ‚Scheide‘ + skopein Mehr: Zervixdysplasie (CIN) →
Koma Bewusstlosigkeit Symptome
Schwerste Bewusstseinsstörung: auch durch starke Reize nicht weckbar; Einschätzung z. B. mit der Glasgow Coma Scale.Herkunft: griech. koma ‚tiefer Schlaf‘ Mehr: Glasgow Coma Scale (GCS) →
Komorbidität Begleiterkrankung Krankheiten
Zusätzlich zur Grunderkrankung bestehende Erkrankungen.Herkunft: lat. co- ‚mit‘ + morbus ‚Krankheit‘
Kompressionssonographie Venen-Ultraschall Diagnostik
Ultraschall der Beinvenen, bei dem geprüft wird, ob sich die Vene zusammendrücken lässt – eine nicht komprimierbare Vene spricht für eine Thrombose.Herkunft: lat. comprimere ‚zusammendrücken‘ Mehr: Tiefe Venenthrombose →
kongenital angeboren Krankheiten
Bei der Geburt bereits vorhanden – nicht zwingend erblich.Herkunft: lat. congenitus ‚mitgeboren‘ Mehr: Angeborene Herzfehler (pränatal) →
Konjunktiva Bindehaut Organe
Die dünne Schleimhaut, die Augapfel und Lidinnenseite verbindet; Konjunktivitis = Bindehautentzündung.Herkunft: lat. coniungere ‚verbinden‘
kontralateral gegenseitig Lage
Auf der gegenüberliegenden Körperseite; ein Schlaganfall in der linken Hirnhälfte lähmt z. B. die kontralaterale, also rechte Körperhälfte.Herkunft: lat. contra ‚gegen‘ + latus ‚Seite‘
Kontrastmittel Diagnostik
Substanz, die Gefäße oder Organe in der Bildgebung besser sichtbar macht (Abkürzung KM).
Kontusion Prellung Krankheiten
Verletzung durch stumpfe Gewalt ohne offene Wunde.Herkunft: lat. contundere ‚zerschlagen‘
Koronararterien Herzkranzgefäße Organe
Die Arterien, die den Herzmuskel selbst mit Blut versorgen; ihre Verengung heißt koronare Herzkrankheit (KHK).Herkunft: lat. corona ‚Kranz‘ Mehr: Chronisches Koronarsyndrom (stabile KHK, Angina pectoris) →
Körperliche Untersuchung Abtasten, Abhören, Ansehen Diagnostik
Systematische Untersuchung mit Inspektion, Palpation, Perkussion und Auskultation (Abkürzung KU). Mehr: Körperliche Untersuchung auf Deutsch: höfliche Anweisungen für Patientinnen und Patienten →
Krampfanfall Symptome
Plötzliche, vorübergehende Funktionsstörung des Gehirns durch übermäßige Nervenzellentladungen; generalisiert tonisch-klonisch = Versteifung, dann rhythmisches Zucken des ganzen Körpers. Mehr: Epilepsie in der Schwangerschaft →
kranial kopfwärts Lage
Zum Kopf hin gelegen. Gegenteil: kaudal.Herkunft: griech. kranion ‚Schädel‘
Krepitation Knirschen, Knistern Symptome
Tast- oder hörbares Reiben, z. B. von Knochenbruchenden, bei Arthrose oder bei Luft im Gewebe.Herkunft: lat. crepitare ‚knarren‘

L

Labium Lippe Anatomie
Die Lippe; auch die Schamlippen (Labia majora und minora). Adjektiv „labial“.Herkunft: lat. labium ‚Lippe‘
Laparoskopie Bauchspiegelung Diagnostik
Spiegelung der Bauchhöhle über kleine Schnitte; dient der Diagnostik und wird auch für Operationen genutzt.Herkunft: griech. lapara ‚Weiche, Flanke‘ + skopein Mehr: Endometriose →
Larynx Kehlkopf Organe
Der Kehlkopf mit den Stimmbändern zwischen Rachen und Luftröhre; Laryngitis = Kehlkopfentzündung.Herkunft: griech. larynx ‚Kehle‘
Lasègue-Zeichen Schmerz beim Beinheben Diagnostik
Beim Anheben des gestreckten Beins in Rückenlage schießt ein Schmerz vom Rücken ins Bein ein – Hinweis auf eine Reizung der unteren Lendennervenwurzeln, z. B. bei Bandscheibenvorfall.Herkunft: nach Ch. Lasègue
lateral seitlich Lage
Weiter von der Körpermittellinie entfernt; der Außenknöchel liegt lateral. Gegenteil: medial.Herkunft: lat. latus ‚Seite‘
Lateralflexion Seitneigung Lage
Seitliches Neigen, z. B. von Kopf oder Rumpf.
Leberzirrhose Schrumpfleber Krankheiten
Endstadium chronischer Lebererkrankungen mit bindegewebigem Umbau und Funktionsverlust der Leber.Herkunft: griech. kirrhos ‚gelbbraun‘ Mehr: Leberzirrhose →
Letalität Tödlichkeit Krankheiten
Anteil der Erkrankten, die an einer bestimmten Krankheit sterben.Herkunft: lat. letalis ‚tödlich‘
Leukämie Blutkrebs Krankheiten
Bösartige Erkrankung der blutbildenden Zellen mit unkontrollierter Vermehrung weißer Blutkörperchen oder ihrer Vorstufen.Herkunft: griech. leukos ‚weiß‘ + haima ‚Blut‘ Mehr: Akute myeloische Leukämie (AML) →
Leukopenie wenig weiße Blutkörperchen Symptome
Verminderte Zahl weißer Blutkörperchen; ein Mangel an Neutrophilen heißt Neutropenie.Herkunft: griech. leukos ‚weiß‘ + penia ‚Mangel‘ Mehr: Febrile Neutropenie →
Leukozytose viele weiße Blutkörperchen Symptome
Erhöhte Zahl weißer Blutkörperchen, z. B. bei bakteriellen Infekten. Gegenteil: Leukopenie.Herkunft: griech. leukos ‚weiß‘ + kytos ‚Zelle‘
Ligamentum Band Anatomie
Ein Band verbindet Knochen miteinander und stabilisiert Gelenke (Abkürzung Lig.), z. B. Kreuzbänder im Knie.Herkunft: lat. ligamentum ‚Band‘
Lingua Zunge Anatomie
Die Zunge; „sublingual“ bedeutet unter der Zunge. Der griechische Stamm glossa steckt in Glossitis (Zungenentzündung).Herkunft: lat. lingua ‚Zunge‘
Liquor Nervenwasser Diagnostik
Die klare Flüssigkeit, die Gehirn und Rückenmark umspült (Liquor cerebrospinalis).Herkunft: lat. liquor ‚Flüssigkeit‘
Loslassschmerz Schmerz beim Loslassen Symptome
Schmerz, der beim plötzlichen Loslassen der eindrückenden Hand am Bauch entsteht – Hinweis auf eine Bauchfellreizung, z. B. bei Blinddarmentzündung.
Lumbalpunktion Nervenwasser-Entnahme Diagnostik
Entnahme von Nervenwasser (Liquor) mit einer Nadel zwischen zwei Lendenwirbeln, z. B. bei Verdacht auf Hirnhautentzündung.Herkunft: lat. lumbus ‚Lende‘ + punctio ‚Stich‘ Mehr: Bakterielle Meningitis →
Lumbus Lende Anatomie
Die Lendenregion zwischen Rippenbogen und Becken; Adjektiv „lumbal“, z. B. Lendenwirbelsäule oder Lumbalpunktion.Herkunft: lat. lumbus ‚Lende‘
Lungenembolie Gerinnsel in der Lunge Krankheiten
Verschluss einer Lungenarterie durch ein meist aus den Beinvenen verschlepptes Blutgerinnsel.Herkunft: griech. embolos ‚Pfropf‘ Mehr: Lungenembolie →
Luxation Ausrenkung Krankheiten
Vollständiger Kontaktverlust der Gelenkflächen, z. B. ausgekugelte Schulter.Herkunft: lat. luxare ‚verrenken‘
Lymphadenopathie Lymphknotenschwellung Symptome
Krankhafte Vergrößerung von Lymphknoten, z. B. bei Infekten oder Lymphomen.Herkunft: lat. lympha + griech. aden ‚Drüse‘ + pathos
Lymphom Lymphdrüsenkrebs Krankheiten
Bösartige Erkrankung des lymphatischen Systems, z. B. Hodgkin- und Non-Hodgkin-Lymphome.Herkunft: lat. lympha ‚Wasser‘ + -om Mehr: Non-Hodgkin-Lymphome →

M

Magnetresonanztomographie MRT, Kernspin Diagnostik
Schnittbildverfahren mit Magnetfeld und Radiowellen ohne Röntgenstrahlen; besonders gut für Gehirn, Rückenmark, Gelenke und Weichteile.
Makula Fleck Symptome
Umschriebene Farbveränderung der Haut im Hautniveau – nicht erhaben und daher nicht tastbar. Im Auge heißt Makula auch der Ort des schärfsten Sehens.Herkunft: lat. macula ‚Fleck‘
maligne bösartig Krankheiten
Bösartig: in umliegendes Gewebe einwachsend (invasiv) und mit der Fähigkeit, Tochtergeschwülste zu bilden.Herkunft: lat. malignus ‚bösartig‘
Malleolus Knöchel Anatomie
Innenknöchel (Malleolus medialis, gehört zum Schienbein) und Außenknöchel (Malleolus lateralis, gehört zum Wadenbein).Herkunft: lat. malleolus ‚Hämmerchen‘
Mamille Brustwarze Anatomie
Die Brustwarze; der umgebende pigmentierte Hof heißt Areola.Herkunft: lat. mamilla ‚Brustwarze‘ Mehr: Morbus Paget der Mamille →
Mamma weibliche Brust Anatomie
Die Brustdrüse. Mammographie = Röntgenuntersuchung der Brust; der griechische Stamm mastos steckt in Mastitis (Brustentzündung).Herkunft: lat. mamma ‚Mutterbrust‘ Mehr: Mammakarzinom →
Mammakarzinom Brustkrebs Krankheiten
Bösartiger Tumor der Brustdrüse, häufigste Krebserkrankung der Frau.Herkunft: lat. mamma ‚Brust‘ + griech. karkinos Mehr: Mammakarzinom →
Mammographie Röntgen der Brust Diagnostik
Röntgenuntersuchung der weiblichen Brust zur Früherkennung und Abklärung von Brustkrebs.Herkunft: lat. mamma ‚Brust‘ + griech. graphein ‚schreiben‘ Mehr: Mammakarzinom →
Mandibula Unterkiefer Anatomie
Der Unterkieferknochen, der einzige frei bewegliche Schädelknochen (Kiefergelenk).Herkunft: lat. mandibula ‚Kinnlade‘
Manus Hand Anatomie
Die Hand; davon „manuell“. Tinea manuum = Pilzinfektion der Hand.Herkunft: lat. manus ‚Hand‘ Mehr: Tinea manuum →
Maxilla Oberkiefer Anatomie
Der Oberkieferknochen; er trägt die oberen Zähne und begrenzt die Kieferhöhle (Sinus maxillaris).Herkunft: lat. maxilla ‚Kinnbacke‘
McBurney-Punkt Druckpunkt im rechten Unterbauch Diagnostik
Punkt am Übergang vom äußeren zum mittleren Drittel der Verbindungslinie zwischen Bauchnabel und rechtem vorderen oberen Darmbeinstachel; Druckschmerz dort spricht für eine Blinddarmentzündung.Herkunft: nach C. McBurney
medial zur Mitte hin Lage
Näher an der Körpermittellinie gelegen; der Innenknöchel liegt medial. Gegenteil: lateral.Herkunft: lat. medius ‚mittlerer‘
median genau in der Mitte Lage
In der Mittellinie gelegen, die den Körper in eine rechte und linke Hälfte teilt (Medianebene).Herkunft: lat. medianus ‚in der Mitte befindlich‘
Mediastinum Mittelfellraum Anatomie
Der Raum zwischen den beiden Lungen mit Herz, großen Gefäßen, Luftröhre, Speiseröhre und Thymus.
Medulla ossium Knochenmark Organe
Das blutbildende Gewebe im Inneren der Knochen; hier entstehen rote und weiße Blutkörperchen sowie Blutplättchen.Herkunft: lat. medulla ‚Mark‘; os, ossis ‚Knochen‘ Mehr: Aplastische Anämie →
Medulla spinalis Rückenmark Organe
Der im Wirbelkanal gelegene Teil des Zentralnervensystems; aus ihm treten die Spinalnerven aus.Herkunft: lat. medulla ‚Mark‘; spina ‚Dorn, Rückgrat‘
Meläna Teerstuhl Symptome
Schwarzer, glänzender, klebriger Stuhl durch Blutung im oberen Verdauungstrakt (Speiseröhre, Magen, Zwölffingerdarm).Herkunft: griech. melas ‚schwarz‘ Mehr: Obere gastrointestinale Blutung →
Melanom schwarzer Hautkrebs Krankheiten
Bösartiger Tumor der pigmentbildenden Zellen (Melanozyten), meist an der Haut.Herkunft: griech. melas ‚schwarz‘ + -om Mehr: Malignes Melanom →
Meningen Hirnhäute Organe
Die drei Hüllen um Gehirn und Rückenmark; Meningitis = Hirnhautentzündung.Herkunft: griech. meninx ‚Haut‘ Mehr: Bakterielle Meningitis →
Meningismus Nackensteife Symptome
Schmerzhafte Nackensteife beim Beugen des Kopfes nach vorn – Warnzeichen für Hirnhautentzündung oder Hirnblutung.Herkunft: griech. meninx ‚Hirnhaut‘ Mehr: Bakterielle Meningitis →
Meningitis Hirnhautentzündung Krankheiten
Entzündung der Hirnhäute mit Kopfschmerz, Fieber und Nackensteife – ein Notfall.Herkunft: griech. meninx ‚Hirnhaut‘ + -itis Mehr: Bakterielle Meningitis →
Mentum Kinn Anatomie
Das Kinn; „submental“ bedeutet unterhalb des Kinns (z. B. submentale Lymphknoten).Herkunft: lat. mentum ‚Kinn‘
Metastase Tochtergeschwulst Krankheiten
Absiedlung eines bösartigen Tumors an anderer Stelle über Blut- oder Lymphwege.Herkunft: griech. metastasis ‚Wanderung‘
Meteorismus Blähbauch Symptome
Vermehrte Luftansammlung im Darm mit aufgetriebenem Bauch; Flatulenz = vermehrter Abgang von Darmgasen.Herkunft: griech. meteorizein ‚in die Höhe heben‘
Mitralklappe Herzklappe links Organe
Die Klappe zwischen linkem Vorhof und linker Kammer; sie hat zwei Segel.Herkunft: lat. mitra ‚Bischofsmütze‘ Mehr: Mitralklappeninsuffizienz →
Morbidität Krankheitshäufigkeit Krankheiten
Häufigkeit einer Erkrankung in einer Bevölkerung.Herkunft: lat. morbus ‚Krankheit‘
Morbus Crohn chronische Darmentzündung Krankheiten
Chronisch-entzündliche Erkrankung, die den gesamten Verdauungstrakt abschnittsweise und alle Wandschichten befallen kann.Herkunft: lat. morbus ‚Krankheit‘; nach B. B. Crohn Mehr: Morbus Crohn →
Mortalität Sterberate Krankheiten
Anzahl der Todesfälle (an einer Krankheit) bezogen auf die gesamte Bevölkerung in einem Zeitraum.Herkunft: lat. mors, mortis ‚Tod‘
Mukosa Schleimhaut Organe
Die feuchte Auskleidung von Hohlorganen wie Mund, Magen, Darm und Atemwegen.Herkunft: lat. mucosus ‚schleimig‘
Murphy-Zeichen Schmerz unter dem rechten Rippenbogen Diagnostik
Bei Druck unter den rechten Rippenbogen bricht der Patient die tiefe Einatmung schmerzbedingt ab – Hinweis auf eine Gallenblasenentzündung.Herkunft: nach J. B. Murphy Mehr: Cholezystolithiasis und akute Cholezystitis →
Musculus Muskel Anatomie
Abkürzung M., Plural Mm. Der griechische Stamm mys, myos steckt in Myalgie (Muskelschmerz) und Myositis.Herkunft: lat. musculus ‚Mäuschen‘
Myalgie Muskelschmerz Symptome
Schmerzen in der Muskulatur, z. B. bei Grippe.Herkunft: griech. mys ‚Muskel‘ + algos ‚Schmerz‘ Mehr: Polymyalgia rheumatica →
Myokard Herzmuskel Organe
Die muskuläre Wand des Herzens; Myokardinfarkt = Herzinfarkt, Myokarditis = Herzmuskelentzündung.Herkunft: griech. mys ‚Muskel‘ + kardia ‚Herz‘ Mehr: Myokarditis →
Myokardinfarkt Herzinfarkt Krankheiten
Absterben von Herzmuskelgewebe durch Verschluss eines Herzkranzgefäßes.Herkunft: griech. mys + kardia; lat. infarcire Mehr: Akutes Koronarsyndrom (Herzinfarkt, STEMI/NSTEMI) →
Myoklonie Muskelzucken Symptome
Plötzliches, blitzartiges Zucken einzelner Muskeln oder Muskelgruppen.Herkunft: griech. mys ‚Muskel‘ + klonos ‚heftige Bewegung‘

N

Nachtschweiß nächtliches Schwitzen Symptome
Starkes Schwitzen in der Nacht, sodass Schlafkleidung oder Bettwäsche gewechselt werden müssen; Teil der B-Symptomatik.
Nasus Nase Anatomie
Die Nase; Adjektiv „nasal“. Der griechische Stamm rhis, rhinos steckt in Rhinitis (Schnupfen).Herkunft: lat. nasus ‚Nase‘
Nausea Übelkeit Symptome
Übelkeit, Brechreiz.Herkunft: griech. nausia ‚Seekrankheit‘
Nebenschilddrüsen Epithelkörperchen Organe
Meist vier kleine Drüsen an der Rückseite der Schilddrüse, die mit dem Parathormon den Kalziumspiegel regulieren.Herkunft: griech. para ‚neben‘ Mehr: Primärer Hyperparathyreoidismus →
Nekrose abgestorbenes Gewebe Krankheiten
Ungeordneter Zelltod durch Schädigung, der eine Entzündung auslöst – im Gegensatz zur Apoptose.Herkunft: griech. nekros ‚tot‘
Neoplasie Neubildung Krankheiten
Gewebeneubildung durch unkontrolliertes Zellwachstum, gutartig oder bösartig.Herkunft: griech. neos ‚neu‘ + plasis ‚Bildung‘
Nervus Nerv Anatomie
Abkürzung N., Plural Nn. Der griechische Stamm neuron steckt in Neurologie, Neuritis und Neuropathie.Herkunft: lat. nervus ‚Sehne, Nerv‘
Neuralgie Nervenschmerz Symptome
Schmerz im Versorgungsgebiet eines Nervs, oft einschießend, brennend oder elektrisierend, z. B. nach Gürtelrose.Herkunft: griech. neuron ‚Nerv‘ + algos ‚Schmerz‘ Mehr: Herpes zoster →
Neutral-Null-Methode Gelenkmessung Lage
Standardisierte Messung der Gelenkbeweglichkeit in Grad, ausgehend von der Neutralstellung; dokumentiert werden drei Werte, z. B. Knie Streckung/Neutral/Beugung 5/0/140.
Niereninsuffizienz Nierenschwäche Krankheiten
Eingeschränkte Nierenfunktion, akut oder chronisch.Herkunft: lat. ren ‚Niere‘ Mehr: Chronische Nierenkrankheit (chronische Niereninsuffizienz) →
Nierenlager-Klopfschmerz Schmerz beim Klopfen auf die Flanke Diagnostik
Schmerz beim leichten Beklopfen der Nierengegend am Rücken, typisch bei Nierenbeckenentzündung oder Harnstau. Mehr: Akute Pyelonephritis →
Nodus Knoten Symptome
Tastbarer Knoten in der Haut oder Unterhaut, größer als eine Papel.Herkunft: lat. nodus ‚Knoten‘
Nodus lymphaticus Lymphknoten Anatomie
Filterstation des Lymphsystems, z. B. am Hals, in der Achsel und in der Leiste; geschwollene Lymphknoten heißen Lymphadenopathie.Herkunft: lat. nodus ‚Knoten‘
nosokomial im Krankenhaus erworben Krankheiten
Während eines Krankenhausaufenthalts erworben, z. B. eine nosokomiale Lungenentzündung.Herkunft: griech. nosokomeion ‚Krankenhaus‘ Mehr: Nosokomiale Pneumonie (HAP/VAP) →
Nucha Nacken Anatomie
Der Nacken; „nuchal“ bedeutet nackenseitig, etwa Nackenlymphknoten oder die Nackentransparenz beim Ungeborenen.
Nykturie nächtliches Wasserlassen Symptome
Vermehrtes Wasserlassen in der Nacht, z. B. bei Herzschwäche oder Prostatavergrößerung.Herkunft: griech. nyx, nyktos ‚Nacht‘ + ouron ‚Harn‘
Nystagmus Augenzittern Symptome
Unwillkürliche, rhythmische Augenbewegungen, z. B. bei Schwindelerkrankungen.Herkunft: griech. nystagmos ‚Nicken‘

O

Obstipation Verstopfung Symptome
Seltener, harter oder erschwerter Stuhlgang (weniger als drei Stuhlgänge pro Woche).Herkunft: lat. obstipare ‚verstopfen‘
Occiput Hinterkopf Anatomie
Das Hinterhaupt. Davon abgeleitet: „okzipital“, etwa Hinterhauptbein oder Okzipitallappen (Sehrinde).Herkunft: lat. occiput ‚Hinterkopf‘
Oculus Auge Anatomie
Das Auge; Adjektiv „okulär“. Der griechische Wortstamm ophthalmos steckt in Ophthalmologie (Augenheilkunde).Herkunft: lat. oculus ‚Auge‘
Ödem Wassereinlagerung Symptome
Ansammlung von Flüssigkeit im Gewebe, z. B. geschwollene Knöchel, in die sich eine Delle drücken lässt.Herkunft: griech. oidema ‚Schwellung‘ Mehr: Herzinsuffizienz →
Odynophagie Schmerzen beim Schlucken Symptome
Schmerzhaftes Schlucken, z. B. bei Mandel- oder Speiseröhrenentzündung.Herkunft: griech. odyne ‚Schmerz‘ + phagein ‚essen‘
Oligurie wenig Urin Symptome
Stark verminderte Harnmenge (beim Erwachsenen unter etwa 500 ml pro Tag).Herkunft: griech. oligos ‚wenig‘ + ouron ‚Harn‘ Mehr: Akute Nierenschädigung (akutes Nierenversagen) →
Opposition Daumen gegenüberstellen Lage
Bewegung, bei der der Daumen den Langfingern gegenübergestellt wird – Voraussetzung für das Greifen.Herkunft: lat. opponere ‚entgegenstellen‘
Oraler Glukosetoleranztest Zuckerbelastungstest Diagnostik
Messung des Blutzuckers vor und nach dem Trinken einer definierten Zuckerlösung (oGTT), z. B. beim Screening auf Schwangerschaftsdiabetes. Mehr: Gestationsdiabetes (GDM) →
Orthopnoe Luftnot im Liegen Symptome
Atemnot im flachen Liegen, die sich im Sitzen bessert – typisch für Herzschwäche.Herkunft: griech. orthos ‚aufrecht‘ + pnoe ‚Atmung‘
Os coccygis Steißbein Anatomie
Das unterste Ende der Wirbelsäule aus mehreren verkümmerten Wirbeln; der Name bezieht sich auf die Form eines Kuckucksschnabels.Herkunft: griech. kokkyx ‚Kuckuck‘
Os ilium Darmbein Anatomie
Der obere, schaufelförmige Teil des Hüftbeins mit dem tastbaren Beckenkamm. Nicht verwechseln mit Ileum (Krummdarm).Herkunft: lat. ilium ‚Weiche, Flanke‘
Os sacrum Kreuzbein Anatomie
Aus fünf verschmolzenen Wirbeln gebildeter Knochen, der die Wirbelsäule mit dem Becken verbindet; Adjektiv „sakral“.Herkunft: lat. os sacrum ‚heiliger Knochen‘
Os, oris und Os, ossis Mund bzw. Knochen Anatomie
Zwei verschiedene lateinische Wörter mit gleicher Grundform: os, oris = Mund (davon „oral“, „per os“) und os, ossis = Knochen (Plural ossa, davon „ossär“).Herkunft: lat. os, oris ‚Mund‘; lat. os, ossis ‚Knochen‘
Ösophagus Speiseröhre Organe
Der Muskelschlauch zwischen Rachen und Magen; Ösophagitis = Entzündung der Speiseröhre.Herkunft: griech. oisophagos Mehr: Gastroösophageale Refluxkrankheit (GERD) →
Osteoporose Knochenschwund Krankheiten
Verminderte Knochenmasse mit erhöhtem Risiko für Brüche schon bei geringer Belastung (Fragilitätsfrakturen).Herkunft: griech. osteon ‚Knochen‘ + poros ‚Pore‘ Mehr: Osteoporose →
Otoskopie Ohrspiegelung Diagnostik
Betrachtung von Gehörgang und Trommelfell mit einem Ohrtrichter oder Otoskop.Herkunft: griech. ous, otos ‚Ohr‘ + skopein
Ovar Eierstock Organe
Die paarige weibliche Keimdrüse, die Eizellen und Hormone bildet; griechisch oophoron.Herkunft: lat. ovarium (von ovum ‚Ei‘) Mehr: Ovarialzysten (Adnexzysten) →

P

Pallor Blässe Symptome
Auffallende Blässe von Haut und Schleimhäuten, z. B. bei Blutarmut oder Schock.Herkunft: lat. pallor ‚Blässe‘
Palma manus Handfläche Anatomie
Die Handinnenfläche; davon „palmar“ (handflächenseitig).Herkunft: lat. palma ‚Handfläche‘
palmar handflächenseitig Lage
Zur Handfläche hin; gleichbedeutend wird „volar“ verwendet. An der Hand ist palmar das Gegenstück zu dorsal.Herkunft: lat. palma ‚Handfläche‘
Palpation Abtasten Diagnostik
Untersuchung durch Abtasten, z. B. von Bauch, Lymphknoten oder Puls.Herkunft: lat. palpare ‚streicheln, betasten‘
Palpitationen Herzklopfen, Herzstolpern Symptome
Bewusst wahrgenommener, oft als unangenehm empfundener Herzschlag.Herkunft: lat. palpitare ‚zucken, klopfen‘
Pankreas Bauchspeicheldrüse Organe
Drüse im Oberbauch, die Verdauungsenzyme und Hormone wie Insulin bildet; Pankreatitis = Entzündung der Bauchspeicheldrüse.Herkunft: griech. pan ‚ganz‘ + kreas ‚Fleisch‘ Mehr: Akute Pankreatitis →
Pankreatitis Bauchspeicheldrüsenentzündung Krankheiten
Entzündung der Bauchspeicheldrüse, akut mit starken gürtelförmigen Oberbauchschmerzen.Herkunft: griech. pankreas + -itis Mehr: Akute Pankreatitis →
Panzytopenie Mangel an allen Blutzellen Symptome
Gleichzeitige Verminderung von roten und weißen Blutkörperchen sowie Blutplättchen.Herkunft: griech. pan ‚alles‘ + kytos ‚Zelle‘ + penia ‚Mangel‘ Mehr: Aplastische Anämie →
Papel Knötchen Symptome
Tastbare, erhabene Hautveränderung von wenigen Millimetern (Grenze zum Knoten je nach Lehrbuch 0,5–1 cm).Herkunft: lat. papula ‚Bläschen, Knötchen‘
Parästhesie Kribbeln, Ameisenlaufen Symptome
Fehlempfindung wie Kribbeln, Ameisenlaufen oder pelziges Gefühl ohne äußeren Reiz.Herkunft: griech. para ‚neben‘ + aisthesis ‚Empfindung‘ Mehr: Diabetische Polyneuropathie →
Parese Lähmung, Schwäche Symptome
Unvollständige Lähmung mit verminderter Kraft; Hemiparese = Halbseitenschwäche, Paraparese = beide Beine, Tetraparese = alle vier Gliedmaßen.Herkunft: griech. paresis ‚Erschlaffung‘
Patella Kniescheibe Anatomie
Der in die Sehne des vorderen Oberschenkelmuskels eingelagerte Knochen vor dem Kniegelenk.Herkunft: lat. patella ‚Schüsselchen‘
Pathogenese Krankheitsentstehung Krankheiten
Die Entstehung und Entwicklung einer Krankheit.Herkunft: griech. pathos ‚Leiden‘ + genesis ‚Entstehung‘
Pathophysiologie gestörte Körperfunktion Krankheiten
Lehre von den krankhaft veränderten Körperfunktionen.Herkunft: griech. pathos ‚Leiden‘ + physiologia
pDMS Durchblutung, Motorik, Sensibilität Diagnostik
Prüfung von peripherer Durchblutung (Puls), Motorik und Sensibilität einer Gliedmaße, z. B. nach Knochenbrüchen oder Verbänden.
Pectus Brust Anatomie
Die Brust bzw. der Brustkorb, z. B. Angina pectoris (Brustenge) oder Pectus excavatum (Trichterbrust).Herkunft: lat. pectus ‚Brust‘
Pelvis Becken Anatomie
Das knöcherne Becken mit Beckenboden und Beckenorganen (Harnblase, Enddarm, innere Geschlechtsorgane).Herkunft: lat. pelvis ‚Becken, Schüssel‘
Perikard Herzbeutel Anatomie
Der bindegewebige Sack, der das Herz umgibt; Perikarditis = Herzbeutelentzündung.Herkunft: griech. peri ‚um‘ + kardia ‚Herz‘ Mehr: Akute Perikarditis →
Perineum Damm Anatomie
Die Weichteilregion zwischen äußerem Genitale und After. Mehr: Geburtsverletzungen (Dammriss, Sphinkterverletzung) →
peripher am Rand, außen Lage
Vom Zentrum entfernt; „periphere Pulse“ sind z. B. die Pulse an Händen und Füßen. Gegenteil: zentral.Herkunft: griech. periphereia ‚Umkreis‘
Peritoneum Bauchfell Anatomie
Seröse Haut, die die Bauchhöhle auskleidet und viele Bauchorgane überzieht; ihre Entzündung heißt Peritonitis.Herkunft: griech. peri ‚um‘ + teinein ‚spannen‘ Mehr: Spontan bakterielle Peritonitis (SBP) →
Perkussion Abklopfen Diagnostik
Untersuchung durch Abklopfen der Körperoberfläche; der Klopfschall gibt Hinweise auf Luft, Flüssigkeit oder festes Gewebe darunter.Herkunft: lat. percutere ‚schlagen‘
persistierend anhaltend Krankheiten
Dauerhaft bestehend, ohne Pause.Herkunft: lat. persistere ‚verharren‘
Pes Fuß Anatomie
Der Fuß, z. B. Pes planus (Plattfuß). Tinea pedis = Fußpilz.Herkunft: lat. pes ‚Fuß‘ Mehr: Tinea pedis →
Petechien punktförmige Blutungen Symptome
Stecknadelkopfgroße, nicht wegdrückbare Einblutungen in die Haut, z. B. bei Mangel an Blutplättchen.Herkunft: ital. petecchie Mehr: Immunthrombozytopenie (ITP) →
Phalanx Finger- oder Zehenglied Anatomie
Ein Glied eines Fingers oder einer Zehe; der Daumen und die Großzehe haben zwei, die übrigen Finger und Zehen drei Glieder.Herkunft: griech. phalanx ‚Schlachtreihe‘
Pharynx Rachen Organe
Der Rachen als gemeinsamer Abschnitt von Atem- und Speiseweg; Pharyngitis = Rachenentzündung.Herkunft: griech. pharynx ‚Schlund‘
Phlegmone flächige Eiterentzündung Krankheiten
Sich flächig im Gewebe ausbreitende, nicht abgekapselte eitrige Entzündung.Herkunft: griech. phlegmone ‚Entzündung‘
Photophobie Lichtempfindlichkeit Symptome
Gesteigerte Lichtempfindlichkeit, z. B. bei Migräne, Hirnhautentzündung oder Augenentzündungen.Herkunft: griech. phos ‚Licht‘ + phobos ‚Furcht‘
Pilus Haar Anatomie
Das Haar; Capillus bezeichnet speziell das Kopfhaar. Der griechische Stamm thrix, trichos steckt in Trichologie (Haarkunde).Herkunft: lat. pilus ‚Haar‘ Mehr: Androgenetische Alopezie →
Planta pedis Fußsohle Anatomie
Die Fußsohle; davon „plantar“ (fußsohlenseitig).Herkunft: lat. planta ‚Fußsohle‘
plantar fußsohlenseitig Lage
Zur Fußsohle hin. Am Fuß ist plantar das Gegenstück zu dorsal (Fußrücken).Herkunft: lat. planta ‚Fußsohle‘
Plantarflexion Fuß nach unten Lage
Senken des Fußes Richtung Fußsohle, z. B. beim Zehenstand. Gegenteil: Dorsalextension.
Plaque flache Erhebung Symptome
Flächige, erhabene Hautveränderung, breiter als hoch, z. B. bei Schuppenflechte; in Gefäßen auch Ablagerung in der Arterienwand.Herkunft: frz. plaque ‚Platte‘ Mehr: Psoriasis vulgaris (Schuppenflechte) →
Plazenta Mutterkuchen Organe
Das Organ, über das das Ungeborene versorgt wird; es wird nach der Geburt ausgestoßen.Herkunft: lat. placenta ‚Kuchen‘ Mehr: Plazentainsuffizienz →
Plegie vollständige Lähmung Symptome
Vollständige Lähmung, z. B. Hemiplegie (Körperhälfte), Paraplegie (beide Beine), Tetraplegie (Arme und Beine).Herkunft: griech. plege ‚Schlag‘
Pleura Brustfell Anatomie
Die Pleura besteht aus Lungenfell (Pleura visceralis) und Rippenfell (Pleura parietalis); dazwischen liegt ein dünner Gleitspalt.Herkunft: griech. pleura ‚Seite, Rippe‘ Mehr: Pleuraerguss →
pleuritischer Schmerz atemabhängiger Brustschmerz Symptome
Stechender Brustschmerz, der beim tiefen Einatmen oder Husten zunimmt, weil das Rippenfell gereizt ist.Herkunft: griech. pleura ‚Rippenfell‘
Pneumonie Lungenentzündung Krankheiten
Entzündung des Lungengewebes, meist durch Bakterien oder Viren.Herkunft: griech. pneumon ‚Lunge‘ Mehr: Ambulant erworbene Pneumonie →
Pollakisurie häufiges Wasserlassen Symptome
Häufiger Harndrang mit jeweils nur kleinen Urinmengen.Herkunft: griech. pollakis ‚oft‘ + ouron ‚Harn‘
Pollex Daumen Anatomie
Der Daumen; die Gegenüberstellung zu den Langfingern heißt Opposition.Herkunft: lat. pollex ‚Daumen‘
Polytrauma Mehrfachverletzung Krankheiten
Gleichzeitige Verletzung mehrerer Körperregionen, von denen mindestens eine oder die Kombination lebensbedrohlich ist.Herkunft: griech. polys ‚viel‘ + trauma ‚Wunde‘
Polyurie viel Urin Symptome
Krankhaft vermehrte Harnmenge (mehr als etwa 3 Liter pro Tag beim Erwachsenen), z. B. bei Diabetes.Herkunft: griech. polys ‚viel‘ + ouron ‚Harn‘ Mehr: Diabetes insipidus (Arginin-Vasopressin-Mangel) →
posterior hinten Lage
Hinten gelegen; beim Menschen gleichbedeutend mit dorsal. Gegenteil: anterior.Herkunft: lat. posterior ‚der hintere‘
Präeklampsie Schwangerschaftsvergiftung Krankheiten
Schwangerschaftserkrankung mit neu aufgetretenem Bluthochdruck und Organbeteiligung, z. B. Eiweiß im Urin; Eklampsie = Krampfanfall als schwerste Form.Herkunft: griech. prae ‚vor‘ + eklampsis ‚Aufleuchten‘ Mehr: Präeklampsie →
Prävalenz Krankheitsbestand Krankheiten
Anteil der Menschen, die zu einem bestimmten Zeitpunkt an einer Krankheit leiden.Herkunft: lat. praevalere ‚überwiegen‘
Prick-Test Allergietest auf der Haut Diagnostik
Allergietest, bei dem Allergenlösungen auf den Unterarm getropft und die Haut oberflächlich angestochen wird; abgelesen wird nach etwa 15–20 Minuten.Herkunft: engl. prick ‚Stich‘ Mehr: Allergische Rhinitis (Heuschnupfen) →
profund tief Lage
In der Tiefe gelegen (auch profundus), z. B. tiefe Beinvenen. Gegenteil: superfizial.Herkunft: lat. profundus ‚tief‘
Prognose Aussicht Krankheiten
Vorhersage über den voraussichtlichen Verlauf und Ausgang einer Erkrankung.Herkunft: griech. prognosis ‚Vorherwissen‘
progredient fortschreitend Krankheiten
Sich zunehmend verschlechternd. Gegenteil: regredient (rückläufig).Herkunft: lat. progredi ‚fortschreiten‘
Pronation Einwärtsdrehung des Unterarms Lage
Unterarmdrehung, bei der die Handfläche nach unten zeigt. Gegenteil: Supination.Herkunft: lat. pronus ‚vorwärts geneigt‘
Prostata Vorsteherdrüse Organe
Drüse unterhalb der Harnblase des Mannes, die die Harnröhre umschließt.Herkunft: griech. prostates ‚Vorsteher‘
Proteinurie Eiweiß im Urin Symptome
Vermehrte Eiweißausscheidung im Urin, z. B. bei Nierenschäden oder Präeklampsie. Mehr: Nephrotisches Syndrom →
proximal rumpfnah Lage
Näher am Rumpf bzw. am Ursprung einer Struktur gelegen; der Oberarm liegt proximal des Unterarms. Gegenteil: distal.Herkunft: lat. proximus ‚der nächste‘
Pruritus Juckreiz Symptome
Juckreiz der Haut, lokal oder am ganzen Körper; Leitsymptom vieler Hauterkrankungen.Herkunft: lat. prurire ‚jucken‘ Mehr: Urtikaria →
Psoriasis Schuppenflechte Krankheiten
Chronisch-entzündliche Hauterkrankung mit scharf begrenzten, rötlichen, silbrig schuppenden Plaques.Herkunft: griech. psora ‚Krätze, Jucken‘ Mehr: Psoriasis vulgaris (Schuppenflechte) →
Pulmo Lunge Organe
Das Atmungsorgan; Adjektiv „pulmonal“. Der griechische Stamm pneumon steckt in Pneumonie (Lungenentzündung).Herkunft: lat. pulmo ‚Lunge‘ Mehr: Ambulant erworbene Pneumonie →
Pulsoxymetrie Sauerstoff-Fingerclip Diagnostik
Messung der Sauerstoffsättigung des Blutes (SpO2) und des Pulses mit einem Lichtsensor am Finger oder Ohr.
Purpura flächige Hauteinblutungen Symptome
Kleinfleckige Einblutungen in Haut und Schleimhäute; tastbare Purpura spricht für eine Gefäßentzündung.Herkunft: lat. purpura ‚Purpur‘ Mehr: Leukozytoklastische Vaskulitis →
Pustel Eiterbläschen Symptome
Mit Eiter gefülltes Bläschen, z. B. bei Akne oder Follikulitis.Herkunft: lat. pustula ‚Bläschen‘ Mehr: Follikulitis →
Pyelon Nierenbecken Organe
Das Sammelbecken für den Harn in der Niere; Pyelonephritis = Nierenbeckenentzündung.Herkunft: griech. pyelos ‚Wanne, Becken‘ Mehr: Akute Pyelonephritis →
Pyelonephritis Nierenbeckenentzündung Krankheiten
Bakterielle Entzündung von Nierenbecken und Nierengewebe, meist mit Fieber und Flankenschmerz.Herkunft: griech. pyelos ‚Becken‘ + nephros ‚Niere‘ + -itis Mehr: Akute Pyelonephritis →
Pyrosis Sodbrennen Symptome
Brennender Schmerz hinter dem Brustbein durch zurückfließende Magensäure.Herkunft: griech. pyrosis ‚Brennen‘ Mehr: Gastroösophageale Refluxkrankheit (GERD) →

R

radial daumenseitig Lage
An Unterarm und Hand zur Speiche bzw. zum Daumen hin; den Radialispuls tastet man daumenseitig am Handgelenk. Gegenteil: ulnar.Herkunft: lat. radius ‚Speiche‘
Radius Speiche Anatomie
Der daumenseitige Unterarmknochen; die distale Radiusfraktur (handgelenksnaher Speichenbruch) ist einer der häufigsten Knochenbrüche.Herkunft: lat. radius ‚Speiche, Strahl‘
Rasselgeräusche Rasseln über der Lunge Symptome
Beim Abhören hörbare Geräusche durch Flüssigkeit oder Sekret in den Atemwegen, z. B. bei Lungenentzündung oder Lungenstauung.
Regio glutealis Gesäß Anatomie
Die Gesäßregion mit den großen Gesäßmuskeln (Mm. glutei); Adjektiv „gluteal“.Herkunft: griech. gloutos ‚Gesäß‘
Regurgitation Hochkommen von Speisen Symptome
Zurückfließen von Mageninhalt oder unverdauten Speisen in Speiseröhre und Mund ohne Würgen; am Herzen auch Rückfluss durch eine undichte Klappe.Herkunft: lat. re- ‚zurück‘ + gurgitare ‚strudeln‘
Reklination Zurückneigen Lage
Das Zurückneigen des Kopfes in den Nacken bzw. des Rumpfes nach hinten.Herkunft: lat. reclinare ‚zurücklehnen‘
Rektum Mastdarm, Enddarm Organe
Der letzte Darmabschnitt vor dem After; Adjektiv „rektal“.Herkunft: lat. rectus ‚gerade‘ Mehr: Kolorektales Karzinom (Darmkrebs) →
Remission Rückgang der Krankheit Krankheiten
Teilweises oder vollständiges Abklingen der Krankheitszeichen, z. B. bei chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen oder Leukämien.Herkunft: lat. remittere ‚nachlassen‘
Ren Niere Organe
Die paarigen Nieren filtern das Blut und bilden den Harn; Adjektiv „renal“. Der griechische Stamm nephros steckt in Nephrologie und Nephritis.Herkunft: lat. ren ‚Niere‘ Mehr: Chronische Nierenkrankheit (chronische Niereninsuffizienz) →
Respirationstrakt Atemwege Organe
Die oberen (Nase, Rachen, Kehlkopf) und unteren (Luftröhre, Bronchien, Lunge) Atemwege.Herkunft: lat. respirare ‚atmen‘
Retina Netzhaut Organe
Die lichtempfindliche Schicht im Augenhintergrund; Retinopathie = Netzhauterkrankung.Herkunft: lat. rete ‚Netz‘ Mehr: Diabetische Retinopathie →
retrosternaler Schmerz Schmerz hinter dem Brustbein Symptome
Schmerz mitten in der Brust hinter dem Brustbein – Leitsymptom des akuten Koronarsyndroms, aber auch bei Speiseröhrenerkrankungen.Herkunft: lat. retro ‚hinter‘ + sternum Mehr: Akutes Koronarsyndrom (Herzinfarkt, STEMI/NSTEMI) →
Retroversion Zurückführen Lage
Bewegung eines Arms oder Beins nach hinten. Gegenteil: Anteversion.Herkunft: lat. retro ‚zurück‘ + vertere ‚wenden‘
Rezidiv Rückfall Krankheiten
Wiederauftreten einer Erkrankung nach Abheilung oder Remission.Herkunft: lat. recidivus ‚wiederkehrend‘
rezidivierend wiederkehrend Krankheiten
Nach beschwerdefreien Phasen immer wieder auftretend; ein erneutes Auftreten heißt Rezidiv.Herkunft: lat. recidivus ‚wiederkehrend‘
Rhagade Hauteinriss Symptome
Schmaler, spaltförmiger Einriss der Haut, z. B. Mundwinkelrhagaden bei Eisenmangel.Herkunft: griech. rhagas ‚Riss‘
Romberg-Versuch Stehversuch Diagnostik
Stehen mit geschlossenen Füßen, erst mit offenen, dann mit geschlossenen Augen; deutliches Schwanken erst bei geschlossenen Augen spricht für eine Störung der Tiefensensibilität.Herkunft: nach M. H. Romberg
Röntgen Röntgenbild Diagnostik
Bildgebung mit Röntgenstrahlen, z. B. Röntgen-Thorax (Lunge, Herz) oder Skelettaufnahmen bei Verdacht auf Knochenbruch.Herkunft: nach W. C. Röntgen
rostral zum Gesicht hin Lage
Vor allem am Gehirn: zur Stirn bzw. Nase hin gelegen.Herkunft: lat. rostrum ‚Schnabel‘
Ruptur Riss Krankheiten
Zerreißung von Gewebe, z. B. Achillessehnenruptur oder Milzruptur.Herkunft: lat. rumpere ‚zerreißen‘ Mehr: Uterusruptur →

S

Sagittalebene Längsschnitt von vorn nach hinten Lage
Senkrechte Ebene, die von vorn nach hinten verläuft (wie ein Pfeil, der den Körper von vorn trifft) und ihn in rechts und links teilt; die mittlere Sagittalebene ist die Medianebene.Herkunft: lat. sagitta ‚Pfeil‘
Sarkom Weichteil- oder Knochenkrebs Krankheiten
Bösartiger Tumor, der von Binde-, Stütz- oder Muskelgewebe ausgeht.Herkunft: griech. sarx, sarkos ‚Fleisch‘ Mehr: Uterussarkom (Leiomyosarkom) →
Scapula Schulterblatt Anatomie
Dreieckiger, flacher Knochen auf der Rückseite des Brustkorbs, der mit dem Oberarm das Schultergelenk bildet.Herkunft: lat. scapulae ‚Schulterblätter‘
Schellong-Test Steh-Test Diagnostik
Wiederholte Messung von Blutdruck und Puls im Liegen und danach im Stehen, um eine Kreislaufregulationsstörung beim Aufstehen zu erkennen. Mehr: Synkope →
Schüttelfrost Symptome
Unwillkürliches Muskelzittern mit Kältegefühl, oft bei rasch ansteigendem Fieber; klassisches Warnzeichen bei Blutvergiftung (Sepsis). Mehr: Sepsis und septischer Schock →
Screening Reihenuntersuchung Diagnostik
Untersuchung beschwerdefreier Menschen, um eine Krankheit früh zu erkennen, z. B. Mammographie-Screening.Herkunft: engl. screening ‚Durchsiebung‘
Sensitivität Treffsicherheit bei Kranken Diagnostik
Anteil der Erkrankten, die ein Test richtig als krank erkennt; ein hochsensitiver Test übersieht wenige Kranke.
Sepsis Blutvergiftung Krankheiten
Lebensbedrohliche Organfunktionsstörung durch eine fehlgesteuerte Reaktion des Körpers auf eine Infektion.Herkunft: griech. sepsis ‚Fäulnis‘ Mehr: Sepsis und septischer Schock →
Sigma S-förmiger Dickdarm Organe
Das Colon sigmoideum im linken Unterbauch vor dem Mastdarm; häufigster Ort von Divertikeln.Herkunft: griech. Buchstabe Sigma Mehr: Divertikelkrankheit und Divertikulitis →
sinister links Lage
Links gelegen (Abkürzung sin. oder li.), z. B. Arteria carotis sinistra. Gemeint ist immer die linke Seite des Patienten.Herkunft: lat. sinister ‚links‘
Skelett Knochengerüst Anatomie
Die Gesamtheit der Knochen; beim Erwachsenen sind es rund 200 einzelne Knochen.Herkunft: griech. skeletos ‚ausgetrocknet‘
Sklera Lederhaut des Auges Organe
Das „Weiße“ im Auge; eine Gelbfärbung dort heißt Sklerenikterus.Herkunft: griech. skleros ‚hart‘
Skotom Gesichtsfeldausfall Symptome
Umschriebener Ausfall im Gesichtsfeld; Flimmerskotom = flimmernder Fleck, typisch für die Migräne-Aura.Herkunft: griech. skotos ‚Dunkelheit‘
Somnolenz Schläfrigkeit Symptome
Leichte Bewusstseinsstörung: der Patient ist schläfrig, aber durch Ansprache weckbar.Herkunft: lat. somnolentia ‚Schläfrigkeit‘
Sonographie Ultraschall Diagnostik
Bildgebung mit Schallwellen ohne Strahlenbelastung (Kurzform „Sono“); Dopplersonographie zeigt zusätzlich den Blutfluss.Herkunft: lat. sonus ‚Klang‘ + griech. graphein ‚schreiben‘
Sopor tiefe Benommenheit Symptome
Mittelschwere Bewusstseinsstörung: nur durch starke Reize (z. B. Schmerzreiz) kurz weckbar.Herkunft: lat. sopor ‚tiefer Schlaf‘
Spezifität Treffsicherheit bei Gesunden Diagnostik
Anteil der Gesunden, die ein Test richtig als gesund erkennt; ein hochspezifischer Test liefert wenige falsch positive Ergebnisse.
Spirometrie Lungenfunktionstest Diagnostik
Messung von Atemvolumina und Atemfluss durch kräftiges Ausatmen in ein Mundstück; wichtig bei Asthma und COPD.Herkunft: lat. spirare ‚atmen‘ + griech. metron ‚Maß‘ Mehr: COPD (chronisch obstruktive Lungenerkrankung) →
Splen Milz Organe
Lymphatisches Organ im linken Oberbauch (lateinisch Lien), das u. a. alte rote Blutkörperchen abbaut; Splenomegalie = Milzvergrößerung.Herkunft: griech. splen ‚Milz‘
Splenomegalie vergrößerte Milz Symptome
Vergrößerung der Milz, z. B. bei Pfeifferschem Drüsenfieber oder Blutkrankheiten.Herkunft: griech. splen ‚Milz‘ + megas ‚groß‘ Mehr: Infektiöse Mononukleose (Pfeiffersches Drüsenfieber) →
Sputum Auswurf Symptome
Abgehusteter Schleim aus den Atemwegen; „purulent“ = eitrig (gelb-grün).Herkunft: lat. sputum ‚Ausgespucktes‘
Squama Schuppe Symptome
Sichtbar abschilfernde Hornzellen an der Hautoberfläche; Sekundäreffloreszenz.Herkunft: lat. squama ‚Schuppe‘
Staging Ausbreitungsdiagnostik Diagnostik
Untersuchungen, mit denen bestimmt wird, wie weit sich ein Tumor ausgebreitet hat (z. B. nach dem TNM-System).Herkunft: engl. stage ‚Stadium‘ Mehr: Kolorektales Karzinom (Darmkrebs) →
Steatorrhoe Fettstuhl Symptome
Voluminöser, glänzender, übelriechender Stuhl mit erhöhtem Fettgehalt, z. B. bei Funktionsstörung der Bauchspeicheldrüse.Herkunft: griech. stear ‚Fett‘ + rhoe ‚Fluss‘ Mehr: Chronische Pankreatitis →
Stenose Verengung Krankheiten
Verengung eines Gefäßes, einer Herzklappe oder eines Hohlorgans.Herkunft: griech. stenosis ‚Verengung‘ Mehr: Karotisstenose →
Sternum Brustbein Anatomie
Platter Knochen vorn in der Mitte des Brustkorbs; „retrosternal“ bedeutet hinter dem Brustbein.Herkunft: griech. sternon ‚Brust‘
Stridor pfeifendes Atemgeräusch Symptome
Pfeifendes Geräusch durch Verengung der oberen Atemwege, meist beim Einatmen (inspiratorischer Stridor), z. B. bei Pseudokrupp.Herkunft: lat. stridor ‚Zischen‘
subfebril leicht erhöhte Temperatur Symptome
Temperatur leicht erhöht, aber unterhalb der Fiebergrenze (etwa 37,5–38,0 °C).Herkunft: lat. sub ‚unter‘ + febris
Subkutis Unterhaut Organe
Die tiefste Hautschicht aus Fettgewebe; „subkutan“ (s. c.) bedeutet unter die Haut.Herkunft: lat. sub ‚unter‘ + cutis ‚Haut‘
superfizial oberflächlich Lage
Nahe der Körperoberfläche gelegen (auch superficialis), z. B. oberflächliche Venen. Gegenteil: profund.Herkunft: lat. superficies ‚Oberfläche‘
superior oben Lage
Weiter oben gelegen, z. B. Vena cava superior (obere Hohlvene). Gegenteil: inferior.Herkunft: lat. superior ‚der obere‘
Supination Auswärtsdrehung des Unterarms Lage
Unterarmdrehung, bei der die Handfläche nach oben zeigt (Merkhilfe: „Suppe tragen“). Am Fuß: Anheben des inneren Fußrandes; beim Supinationstrauma kippt der Fuß beim Umknicken nach innen und die Außenbänder werden überdehnt.Herkunft: lat. supinus ‚rückwärts gelehnt‘
Sura Wade Anatomie
Die Wade an der Rückseite des Unterschenkels; Adjektiv „sural“.Herkunft: lat. sura ‚Wade‘
Syndrom Krankheitsbild aus mehreren Zeichen Krankheiten
Gruppe von gleichzeitig auftretenden Krankheitszeichen, die typisch zusammengehören.Herkunft: griech. syndrome ‚Zusammenlauf‘
Synkope Ohnmacht Symptome
Kurzer, spontan rückläufiger Bewusstseinsverlust durch verminderte Durchblutung des Gehirns.Herkunft: griech. synkope ‚Zusammenschlagen‘ Mehr: Synkope →
Szintigraphie nuklearmedizinische Aufnahme Diagnostik
Bildgebung mit schwach radioaktiven Substanzen, die sich in bestimmten Organen anreichern, z. B. Schilddrüsen- oder Skelettszintigraphie.Herkunft: lat. scintilla ‚Funke‘ + griech. graphein ‚schreiben‘ Mehr: Struma und Schilddrüsenknoten →

T

Tachykardie Herzrasen Symptome
Herzfrequenz über 100 Schläge pro Minute beim Erwachsenen in Ruhe. Gegenteil: Bradykardie.Herkunft: griech. tachys ‚schnell‘ + kardia ‚Herz‘ Mehr: Ventrikuläre Tachykardie →
Tachypnoe schnelle Atmung Symptome
Erhöhte Atemfrequenz (beim Erwachsenen über etwa 20 Atemzüge pro Minute).Herkunft: griech. tachys ‚schnell‘ + pnoe
Tarsus Fußwurzel Anatomie
Die Fußwurzel aus sieben Knochen, darunter Sprungbein (Talus) und Fersenbein (Calcaneus).Herkunft: griech. tarsos
Tempora Schläfe Anatomie
Die Schläfenregion beidseits des Kopfes. Davon abgeleitet: „temporal“, etwa Schläfenbein (Os temporale) oder Schläfenlappen.Herkunft: lat. tempora ‚Schläfen‘
Tendo Sehne Anatomie
Die Sehne verbindet Muskel und Knochen, z. B. Tendo calcaneus (Achillessehne). Tendinitis = Sehnenentzündung.Herkunft: lat. tendo ‚Sehne‘
Tenesmen schmerzhafter Stuhldrang Symptome
Schmerzhafter, ständiger Drang zum Stuhlgang (oder Wasserlassen), bei dem oft nur wenig abgeht.Herkunft: griech. teinesmos ‚Spannung‘
Testis Hoden Organe
Die paarige männliche Keimdrüse; griechisch orchis (Orchitis = Hodenentzündung).Herkunft: lat. testis ‚Hoden‘
Thorax Brustkorb Anatomie
Der Brustkorb zwischen Hals und Zwerchfell mit Rippen, Brustbein und Brustwirbelsäule; Adjektiv „thorakal“.Herkunft: griech. thorax ‚Brustpanzer‘
Thrombose Blutgerinnsel Krankheiten
Bildung eines Blutgerinnsels (Thrombus) in einem Blutgefäß, das dieses ganz oder teilweise verschließt.Herkunft: griech. thrombos ‚Klumpen‘ Mehr: Tiefe Venenthrombose →
Thrombozytopenie Mangel an Blutplättchen Symptome
Verminderte Zahl von Blutplättchen; Folge sind leichte blaue Flecken und verlängerte Blutungen.Herkunft: griech. thrombos ‚Klumpen‘ + kytos ‚Zelle‘ + penia ‚Mangel‘ Mehr: Immunthrombozytopenie (ITP) →
Thymus Bries Organe
Lymphatisches Organ hinter dem Brustbein, in dem T-Lymphozyten heranreifen; er bildet sich nach der Pubertät weitgehend zurück.Herkunft: griech. thymos
Tibia Schienbein Anatomie
Der kräftige, innen gelegene Unterschenkelknochen, der den Hauptteil des Körpergewichts trägt.Herkunft: lat. tibia ‚Schienbein, Flöte‘
tibial schienbeinseitig Lage
Am Unterschenkel zur Schienbeinseite, also nach innen hin. Gegenteil: fibular.Herkunft: lat. tibia ‚Schienbein‘
Tiefe Venenthrombose Thrombose im Bein Krankheiten
Blutgerinnsel in einer tiefen Vene, meist im Bein, mit Schwellung und Schmerz (Abkürzung TVT); Gefahr der Lungenembolie. Mehr: Tiefe Venenthrombose →
Tinnitus Ohrgeräusch Symptome
Ohrgeräusch wie Pfeifen, Rauschen oder Summen ohne äußere Schallquelle.Herkunft: lat. tinnire ‚klingeln‘
Tonsillen Mandeln Organe
Lymphatisches Gewebe im Rachen; Tonsillitis = Mandelentzündung, Peritonsillarabszess = Eiteransammlung neben der Mandel.Herkunft: lat. tonsillae ‚Mandeln‘
Trachea Luftröhre Organe
Das Rohr aus Knorpelspangen zwischen Kehlkopf und Bronchien.Herkunft: griech. tracheia ‚die Raue‘
Transitorische ischämische Attacke vorübergehende Durchblutungsstörung im Gehirn Krankheiten
Kurzzeitige Schlaganfallsymptome, die sich vollständig zurückbilden (Abkürzung TIA) – ein ernstes Warnzeichen für einen drohenden Schlaganfall.Herkunft: lat. transire ‚vorübergehen‘ Mehr: Karotisstenose →
Transversalebene Querschnitt Lage
Waagerechte Ebene, die den stehenden Körper in oben und unten teilt; in CT und MRT als axiale Schnitte dargestellt.Herkunft: lat. transversus ‚quer‘
Tremor Zittern Symptome
Unwillkürliches, rhythmisches Zittern, z. B. Ruhetremor bei Morbus Parkinson oder Intentionstremor bei Zielbewegungen.Herkunft: lat. tremor ‚Zittern‘
Trikuspidalklappe Herzklappe rechts Organe
Die dreisegelige Klappe zwischen rechtem Vorhof und rechter Kammer.Herkunft: lat. tri- ‚drei‘ + cuspis ‚Spitze‘
Truncus encephali Hirnstamm Organe
Verbindung zwischen Großhirn und Rückenmark mit lebenswichtigen Zentren für Atmung und Kreislauf.Herkunft: lat. truncus ‚Stamm‘
Tuba uterina Eileiter Organe
Verbindung zwischen Eierstock und Gebärmutter; griechisch salpinx (Salpingitis = Eileiterentzündung).Herkunft: lat. tuba ‚Trompete‘ Mehr: Hydrosalpinx →
Tumor Schwellung bzw. Geschwulst Krankheiten
Ursprünglich jede Schwellung (eines der klassischen Entzündungszeichen), heute meist eine Gewebeneubildung, gutartig oder bösartig.Herkunft: lat. tumor ‚Schwellung‘
Tussis Husten Symptome
Husten; „produktiv“ mit Auswurf, „unproduktiv“ als Reizhusten ohne Auswurf.Herkunft: lat. tussis ‚Husten‘

U

Ulcus ventriculi Magengeschwür Krankheiten
Tiefer Defekt der Magenschleimhaut; am Zwölffingerdarm heißt er Ulcus duodeni.Herkunft: lat. ulcus ‚Geschwür‘ + ventriculus ‚Magen‘ Mehr: Gastroduodenale Ulkuskrankheit →
Ulkus Geschwür Symptome
Tiefer Substanzdefekt der Haut oder Schleimhaut, der über die Oberhaut hinausreicht und mit Narbe heilt (auch Ulcus), z. B. Ulcus cruris oder Magengeschwür.Herkunft: lat. ulcus ‚Geschwür‘ Mehr: Ulcus cruris (offenes Bein) →
Ulna Elle Anatomie
Der kleinfingerseitige Unterarmknochen; sein oberes Ende bildet die Ellenbogenspitze (Olecranon).Herkunft: lat. ulna ‚Elle‘
ulnar kleinfingerseitig Lage
An Unterarm und Hand zur Elle bzw. zum Kleinfinger hin. Gegenteil: radial.Herkunft: lat. ulna ‚Elle‘
Umbilicus Bauchnabel Anatomie
Der Nabel; „periumbilikal“ bedeutet rund um den Nabel – typischer Ort früher Schmerzen bei Blinddarmentzündung.Herkunft: lat. umbilicus ‚Nabel‘
Unguis Nagel Anatomie
Finger- oder Zehennagel. Der griechische Stamm onyx steckt in Onychomykose (Nagelpilz).Herkunft: lat. unguis ‚Nagel‘ Mehr: Onychomykose (Nagelpilz) →
unilateral einseitig Lage
Nur auf einer Körperseite.Herkunft: lat. unus ‚eins‘ + latus ‚Seite‘
Ureter Harnleiter Organe
Der Muskelschlauch, der den Harn von der Niere zur Blase leitet; Steine dort verursachen Koliken.Herkunft: griech. oureter Mehr: Nephrolithiasis (Nierensteine) →
Urethra Harnröhre Organe
Der Ausführungsgang der Harnblase; Urethritis = Harnröhrenentzündung.Herkunft: griech. ourethra
Urinstatus Urintest Diagnostik
Untersuchung des Urins mit Teststreifen (Urinstix) und ggf. unter dem Mikroskop (Sediment) auf Blut, Eiweiß, Zucker, Leukozyten und Nitrit.
Urogenitaltrakt Harn- und Geschlechtsorgane Organe
Sammelbegriff für Nieren, ableitende Harnwege und Geschlechtsorgane.Herkunft: griech. ouron ‚Harn‘; lat. genitalis
Urolithiasis Harnsteinleiden Krankheiten
Steinbildung in Niere oder ableitenden Harnwegen (Nephrolithiasis = Nierensteine).Herkunft: griech. ouron ‚Harn‘ + lithos ‚Stein‘ Mehr: Nephrolithiasis (Nierensteine) →
Urtika Quaddel Symptome
Juckende, flüchtige Hautschwellung wie nach einem Brennnesselkontakt; typisch für Nesselsucht (Urtikaria).Herkunft: lat. urtica ‚Brennnessel‘ Mehr: Urtikaria →
Uterus Gebärmutter Organe
Hohlorgan im kleinen Becken. Griechisch hystera (Hysteroskopie) und metra (Endometrium) stehen ebenfalls für die Gebärmutter.Herkunft: lat. uterus ‚Mutterleib‘ Mehr: Uterusmyom (Uterus myomatosus) →

V

Vagina Scheide Organe
Das muskuläre Hohlorgan zwischen Gebärmutterhals und Vulva; griechisch kolpos (Kolpitis, Kolposkopie).Herkunft: lat. vagina ‚Scheide‘ Mehr: Bakterielle Vaginose →
Varize Krampfader Krankheiten
Erweiterte, geschlängelte oberflächliche Vene, meist an den Beinen.Herkunft: lat. varix ‚Krampfader‘ Mehr: Varikose (Krampfadern) →
Vena Blutader Anatomie
Abkürzung V., Plural Vv. Venen führen das Blut zum Herzen hin. Der griechische Stamm phleps, phlebos steckt in Phlebitis.Herkunft: lat. vena ‚Ader‘ Mehr: Varikose (Krampfadern) →
ventral bauchseitig Lage
Zur Bauchseite hin. Das Brustbein liegt ventral, die Wirbelsäule dorsal. Gegenteil: dorsal.Herkunft: lat. venter ‚Bauch‘
Ventrikel Herzkammer bzw. Hirnkammer Organe
Die beiden Herzkammern pumpen das Blut in Lungen- und Körperkreislauf; im Gehirn heißen die liquorgefüllten Hohlräume ebenfalls Ventrikel.Herkunft: lat. ventriculus ‚kleiner Bauch‘
Verdachtsdiagnose vermutete Diagnose Diagnostik
Vorläufige, noch nicht gesicherte Diagnose (im Arztbrief: „V. a.“ = Verdacht auf).
Vertebra Wirbel Anatomie
Ein Wirbelknochen. Der griechische Stamm spondylos steckt in Spondylitis (Wirbelentzündung).Herkunft: lat. vertebra ‚Wirbel‘ Mehr: Spondylodiszitis →
Vertigo Schwindel Symptome
Schwindel, z. B. Drehschwindel (wie Karussellfahren) oder Schwankschwindel (wie auf einem Schiff).Herkunft: lat. vertigo ‚Drehung, Schwindel‘
Vesica fellea Gallenblase Organe
Speicher für die in der Leber gebildete Galle. Griechisch chole (Galle) + kystis (Blase) ergibt Cholezystitis (Gallenblasenentzündung).Herkunft: lat. vesica ‚Blase‘; fel ‚Galle‘ Mehr: Cholezystolithiasis und akute Cholezystitis →
Vesica urinaria Harnblase Organe
Speicher für den Harn. Der griechische Stamm kystis steckt in Zystitis (Blasenentzündung) und Zystoskopie (Blasenspiegelung).Herkunft: lat. vesica ‚Blase‘ Mehr: Harnwegsinfektion und Zystitis →
Vesikel Bläschen Symptome
Flüssigkeitsgefülltes Bläschen unter etwa 5 mm, z. B. bei Herpes oder Windpocken.Herkunft: lat. vesicula ‚Bläschen‘ Mehr: Herpes simplex (Lippenherpes) →
Vitalparameter Lebenszeichen Diagnostik
Grundlegende Messwerte: Puls, Blutdruck, Atemfrequenz, Sauerstoffsättigung, Temperatur und Bewusstseinslage.Herkunft: lat. vita ‚Leben‘
volar hohlhandseitig Lage
Zur Hohlhand hin; in der Praxis meist gleichbedeutend mit palmar (z. B. volare Platte am Handgelenk).Herkunft: lat. vola ‚Hohlhand‘
Vorhofflimmern unregelmäßiger Herzschlag Krankheiten
Häufigste anhaltende Herzrhythmusstörung mit ungeordneter Vorhoferregung und unregelmäßigem Puls (Abkürzung VHF). Mehr: Vorhofflimmern →
Vulva äußeres weibliches Genitale Organe
Die äußeren weiblichen Geschlechtsorgane mit Schamlippen, Klitoris und Scheidenvorhof.Herkunft: lat. vulva Mehr: Lichen sclerosus der Vulva →

Z

zentral im Zentrum Lage
Im Mittelpunkt eines Organs oder des Körpers gelegen; auch für das Zentralnervensystem. Gegenteil: peripher.Herkunft: griech. kentron ‚Mittelpunkt‘
Zentralnervensystem Gehirn und Rückenmark Organe
Gehirn und Rückenmark zusammen (Abkürzung ZNS); alle übrigen Nerven bilden das periphere Nervensystem.
Zephalgie Kopfschmerz Symptome
Kopfschmerz (auch Cephalgie oder Cephalgia).Herkunft: griech. kephale ‚Kopf‘ + algos ‚Schmerz‘
Zyanose Blaufärbung Symptome
Bläuliche Verfärbung von Haut und Schleimhäuten (Lippen, Fingernägel) durch Sauerstoffmangel im Blut.Herkunft: griech. kyanos ‚dunkelblau‘
Zystitis Blasenentzündung Krankheiten
Entzündung der Harnblase mit Brennen beim Wasserlassen und häufigem Harndrang.Herkunft: griech. kystis ‚Blase‘ + -itis Mehr: Harnwegsinfektion und Zystitis →
Zystoskopie Blasenspiegelung Diagnostik
Endoskopie von Harnröhre und Harnblase.Herkunft: griech. kystis ‚Blase‘ + skopein
Zytologie Zelluntersuchung Diagnostik
Untersuchung einzelner Zellen unter dem Mikroskop, z. B. beim Gebärmutterhalsabstrich (Pap-Test).Herkunft: griech. kytos ‚Zelle‘ + logos ‚Lehre‘ Mehr: Zervixdysplasie (CIN) →

Medizinische Wortbausteine: Vorsilben, Endungen, Wortstämme

Die meisten Fachbegriffe sind aus griechischen oder lateinischen Bausteinen zusammengesetzt. Beispiel: Hepat-o-megal-ie = Leber + Vergrößerung; Nephro-lith-iasis = Niere + Stein + Erkrankung.

BausteinBedeutungBeispieleHerkunft
a-, an-nicht, ohneAnämie, Apnoe, Anuriegriech.
brady-langsamBradykardie, Bradypnoegriech. bradys
tachy-schnellTachykardie, Tachypnoegriech. tachys
dys-gestört, fehlerhaftDysphagie, Dysurie, Dyspnoegriech.
hyper-über, übermäßigHypertonie, Hyperglykämiegriech.
hypo-unter, zu wenigHypotonie, Hypoglykämiegriech.
hemi-halbHemiparese, Hemiplegiegriech.
poly-vielPolyurie, Polytraumagriech. polys
oligo-wenigOliguriegriech. oligos
peri-um … herumPerikard, periumbilikalgriech.
endo-innenEndokard, Endoskopiegriech. endon
epi-auf, überEpidermis, Epigastriumgriech.
para-nebenParästhesie, Glandula parotisgriech.
inter-zwischeninterkostallat.
intra-innerhalbintravenös, intramuskulärlat.
sub-untersubkutan, subfebrillat.
supra-über, oberhalbsupraklavikulärlat.
retro-hinter, zurückretrosternal, Retroversionlat.
prä-vorPräeklampsielat. prae
post-nachpostiktal, postpartallat.
-itisEntzündungAppendizitis, Gastritis, Hepatitisgriech.
-oseZustand, meist nicht entzündliche ErkrankungArthrose, Thrombose, Fibrosegriech.
-omGeschwulst, SchwellungKarzinom, Lipom, Hämatomgriech.
-algieSchmerzMyalgie, Neuralgie, Arthralgiegriech. algos
-ämieim BlutAnämie, Hyperkaliämie, Leukämiegriech. haima
-urieim Harn bzw. HarnlassenHämaturie, Proteinurie, Dysuriegriech. ouron
-penieMangelLeukopenie, Thrombozytopeniegriech. penia
-pathieErkrankungNeuropathie, Kardiomyopathiegriech. pathos
-plegie(vollständige) LähmungHemiplegie, Tetraplegiegriech. plege
-rrhoeFluss, AusflussDiarrhoe, Amenorrhoe, Galaktorrhoegriech. rhoe
-skopieBetrachtung, SpiegelungGastroskopie, Koloskopiegriech. skopein
-graphieAufzeichnung, DarstellungSonographie, Mammographiegriech. graphein
-logieLehreKardiologie, Dermatologiegriech. logos
-megalieVergrößerungHepatomegalie, Splenomegaliegriech. megas
-ektomieEntfernung (operativ)Appendektomie, Cholezystektomiegriech. ektome
-tomieSchnitt, EröffnungLaparotomiegriech. tome
kardio-HerzKardiologie, Myokardgriech. kardia
hepat-LeberHepatitis, Hepatomegaliegriech. hepar
nephr-NiereNephrologie, Nephrolithiasisgriech. nephros
gastr-MagenGastritis, Gastroskopiegriech. gaster
enter-DarmEnteritis, Gastroenteritisgriech. enteron
pneum-, pulmo-LungePneumonie, pulmonalgriech. pneumon; lat. pulmo
derm-HautDermatologie, Epidermisgriech. derma
oste-KnochenOsteoporosegriech. osteon
arthr-GelenkArthritis, Arthrosegriech. arthron
my-MuskelMyalgie, Myokardgriech. mys
neur-NervNeuralgie, Neurologiegriech. neuron
häm-, hämat-BlutHämatom, Hämaturiegriech. haima
angi-GefäßAngiographiegriech. angeion
phleb-VenePhlebitisgriech. phleps
chol-GalleCholezystitis, Cholestasegriech. chole
zyst-BlaseZystitis, Cholezystolithiasisgriech. kystis
lith-SteinUrolithiasis, Nephrolithiasisgriech. lithos

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