Hodgkin-Lymphom

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Synonyme
Morbus Hodgkin, Lymphogranulomatose, Lymphdrüsenkrebs, Lymphknotenkrebs, Reed-Sternberg-Zellen, cHL
Fachgebiet
Innere Medizin · Hämatologie & Onkologie
Bilder
Histologie 2 · CT 1
Stand
10/2026 · Dr. Pascal Bafteh
Inhalt
  1. Bilder (3)
  2. Definition
  3. Einteilung
  4. Vorkommen & Epidemiologie
  5. Ätiopathogenese
  6. Klinik
  7. Diagnostik
  8. Weiterlernen in der App
  9. Weiterführende Literatur (frei zugänglich)
  10. Querverweise

Bilder (3)

Hodgkin-Lymphom (Lymphdrüsenkrebs) – Lymphknotenhistologie: große zweikernige Reed-Sternberg-Zelle mit prominenten Nukleolen inmitten kleiner LymphozytenHistologie
Lymphknotenhistologie: große zweikernige Reed-Sternberg-Zelle mit prominenten Nukleolen inmitten kleiner LymphozytenBild: Ed Uthman, MD (Wikimedia Commons) · CC BY-SA 2.0 · Quelle
Hodgkin-Lymphom (Lymphdrüsenkrebs) – Histologie: Reed-Sternberg-Zelle (beschriftet) im Vergleich zu einem normalen kleinen LymphozytenHistologie
Reed-Sternberg-Zelle (beschriftet) im Vergleich zu einem normalen kleinen LymphozytenBild: National Cancer Institute (Wikimedia Commons) · Public domain · Quelle
Hodgkin-Lymphom (Lymphdrüsenkrebs) – PET-CT bei Hodgkin-Lymphom: stoffwechselaktiver (FDG-speichernder) mediastinaler Lymphknotenbefall in CT, PET, Fusion und MIPCT
PET-CT bei Hodgkin-Lymphom: stoffwechselaktiver (FDG-speichernder) mediastinaler Lymphknotenbefall in CT, PET, Fusion und MIPBild: Hg6996 (Wikimedia Commons) · Public domain · Quelle
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Definition

Das Hodgkin-Lymphom (Morbus Hodgkin, Lymphogranulomatose) ist ein malignes Lymphom, das von klonal transformierten Zellen der B-Zell-Reihe ausgeht. Kennzeichnend sind große, zweikernige Reed-Sternberg-Zellen in einem gemischten reaktiven Infiltrat. Befallen sind vor allem Lymphknoten, Milz, Leber und Knochenmark. Typisch ist die geordnete Ausbreitung auf benachbarte Lymphknotenregionen.

Einteilung

Klassisches Hodgkin-Lymphom (Tumorzellen CD15+, CD30+, CD20−) mit vier histologischen Subtypen:

  • Nodulär-sklerosierend: dichte Bindegewebsstränge umgeben Knoten aus Hodgkin-Gewebe
  • Mischtyp: mäßig viele Reed-Sternberg-Zellen in gemischtem Hintergrundinfiltrat
  • Lymphozytenreich: wenige Reed-Sternberg-Zellen, viele B-Zellen
  • Lymphozytenarm: zahlreiche Reed-Sternberg-Zellen und ausgedehnte Fibrose

Das noduläre lymphozytenprädominante Hodgkin-Lymphom (CD15−, CD30−, CD20+) führt die International Consensus Classification inzwischen als B-Zell-Lymphom.

Stadien (Lugano): I eine Lymphknotenregion oder ein einzelner extranodaler Herd; II ≥ 2 Regionen auf derselben Zwerchfellseite; III Lymphknoten und/oder Milz beiderseits des Zwerchfells; IV disseminierter extranodaler Befall (z. B. Knochenmark, Lunge, Leber). Zusatz A/B für fehlende bzw. vorhandene B-Symptome; „bulky“ bezeichnet eine Einzelmasse ≥ 10 cm.

Vorkommen & Epidemiologie

In Deutschland erkrankten 2022 etwa 1.050 Frauen und 1.400 Männer. Das Hodgkin-Lymphom ist selten, tritt aber relativ häufig schon im jungen Erwachsenenalter auf: Zwischen 15 und 35 Jahren gehört es zu den fünf häufigsten Krebsdiagnosen. Die Altersverteilung ist zweigipflig mit einem Gipfel zwischen 15 und 40 Jahren und einem zweiten jenseits von 60 Jahren; vor dem 10. Lebensjahr ist es selten.

Ätiopathogenese

Die Ursache ist nur teilweise geklärt. Diskutiert werden:

  • Epstein-Barr-Virus (für einen Teil der Fälle) und HIV-Infektion
  • angeborene Immundefekte (z. B. Ataxia teleangiectatica, Wiskott-Aldrich-Syndrom) und Immunsuppression, etwa nach Organtransplantation
  • bestimmte Autoimmunerkrankungen (rheumatoide Arthritis, Zöliakie, Sjögren-Syndrom, systemischer Lupus erythematodes)
  • familiäre Häufung: Kinder und Geschwister Betroffener haben ein gering erhöhtes Risiko

Viele Betroffene entwickeln einen langsam fortschreitenden Defekt der zellulären Immunität.

Klinik

  • Schmerzlose Lymphknotenschwellung, meist zervikal; mediastinale Lymphome oft als Zufallsbefund im Röntgenbild.
  • Selten Schmerzen in befallenen Regionen unmittelbar nach Alkoholgenuss.
  • B-Symptome: Fieber, Nachtschweiß und ungewollter Gewichtsverlust von mehr als 10 % des Körpergewichts in 6 Monaten; selten Pel-Ebstein-Fieber (wellenförmiger Wechsel von Fieber- und fieberfreien Phasen).
  • Quälender Juckreiz, oft früh.
  • Splenomegalie häufig, Hepatomegalie ungewöhnlich.
  • Kompressionszeichen: Dyspnoe und Stridor bei mediastinaler Raumforderung, obere Einflussstauung, Ikterus, Lymphödem, Horner-Syndrom, Rekurrensparese, Rückenmarkkompression.
  • Knochenbefall teils mit osteoblastischen Wirbelherden (Elfenbeinwirbel).

Diagnostik

  • Lymphknotenbiopsie (bevorzugt Exzisionsbiopsie oder Stanzbiopsie; die Feinnadelaspiration reicht oft nicht aus): Reed-Sternberg-Zellen in einem Infiltrat aus Histiozyten, Lymphozyten, Monozyten, Plasmazellen und Eosinophilen; Immunhistochemie (CD15, CD30, CD20).
  • Labor: Blutbild mit Differenzialblutbild (leichte Leukozytose, Lymphopenie, Eosinophilie, Thrombozytose; im fortgeschrittenen Stadium Anämie), BSG, LDH, alkalische Phosphatase, Nieren- und Leberwerte.
  • FDG-PET/CT von Thorax, Abdomen und Becken zum Staging; alternativ kontrastmittelverstärkte CT.
  • Knochenmarkbiopsie nur, wenn keine PET/CT vorliegt.
  • MRT bei neurologischen Symptomen.
  • Echokardiographie und Lungenfunktion als Ausgangsbefund.

Weiterlernen in der App

In der InnereFuchs-App lernst du Hodgkin-Lymphom mit Karteikarten, Prüfungsfragen und Bildaufgaben (EKG, Röntgen-Thorax, Sonographie, Labor) – kostenlos, im Browser oder als App.

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Weiterführende Literatur (frei zugänglich)

  1. MSD Manual Professional: Hodgkin Lymphoma
  2. RKI, Zentrum für Krebsregisterdaten: Morbus Hodgkin
  3. MSD Manual Professional: Overview of Lymphomas
  4. Onkopedia-Leitlinie Hodgkin-Lymphom (DGHO)

Querverweise

Hinweis: Lerninhalt für die ärztliche Aus- und Weiterbildung – keine Behandlungsempfehlung und kein Ersatz für Diagnose oder Therapieentscheidung im Einzelfall. Therapie und Vorgehen werden auf dieser Seite bewusst nicht dargestellt.