Mammaabszess
Prüfungsrelevanz: in 1 von 197 Prüfungsprotokollen · Rang 171
- Synonyme
- Brustabszess, Abszess der Brust
- Fachgebiet
- Gynäkologie · Brust (Mamma)
- Bilder
- Sonographie 1 · Klinik 1
- Prüfungsrelevanz
- 1 von 197 Protokollen · Rang 171
- Stand
- 10/2026 · Dr. Pascal Bafteh
Inhalt
Bilder (2)
Sonographie
Definition
- Organisierte Ansammlung von entzündlichem Exsudat bzw. Eiter in der Brust.
Einteilung
- Unterschieden werden laktationale und nonlaktationale Abszesse, was weitgehend der postpartalen und der nicht postpartalen Erkrankung entspricht; beide gelten als eigenständige Krankheitsbilder mit eigener Pathogenese.
Vorkommen & Epidemiologie
Epidemiologie
- Brustinfektionen betreffen überwiegend Frauen zwischen 18 und 50 Jahren; Abszesse kommen aber auch bei Jugendlichen, Neugeborenen und Männern vor.
- Die laktationale Mastitis ist häufig (Prävalenz bei laktierenden Frauen etwa 1–10 %), ein Abszess entsteht dagegen selten, in den meisten Kohortenstudien bei etwa 0,4–0,5 % der Frauen in der Stillzeit.
- Nonlaktationale Abszesse treten gehäuft gegen Ende der reproduktiven Lebensphase auf.
Ätiopathogenese
Ätiologie und Pathogenese
- Ein Abszess ist eine Komplikation sowohl der laktationalen als auch der nonlaktationalen Mastitis; in der Laktation können bei geschädigter Epithelbarriere Keime vom Säugling auf Mamille und Areola übertragen werden.
- Laktationale Abszesse werden meist durch Staphylococcus aureus und Streptokokken verursacht, MRSA wird zunehmend nachgewiesen.
- Nonlaktationale Abszesse liegen überwiegend subareolär, sind mit Rauchen, Diabetes und Milchgangsveränderungen assoziiert und meist durch eine Mischflora bedingt; bei chronischen oder rezidivierenden Abszessen sind oft auch Anaerobier beteiligt.
Klinik
- Typisch sind lokal begrenzter Schmerz, Druckempfindlichkeit, Schwellung und Rötung einer Brust, häufig mit Fieber, Abgeschlagenheit und grippeähnlichen Beschwerden; die axillären Lymphknoten können reaktiv vergrößert sein.
- Nonlaktationale Abszesse neigen zu Rezidiven, die in 25–50 % der Fälle berichtet werden.
- Vor allem bei nichtlaktierenden Frauen kann eine ernste Grunderkrankung wie ein Malignom oder ein bisher unerkannter Diabetes zugrunde liegen.
Diagnostik
Typische Bildbefunde
- Sonographie (Mammaabszess): Im betroffenen Areal zeigt sich eine unscharf begrenzte echoarme Zone mit binnenliegenden Echos (Debris) und wechselnder Struktur — Ausdruck einer eitrigen Einschmelzung im entzündlich veränderten Gewebe.
- Die Sonographie ist das primäre bildgebende Verfahren; der Abszess zeigt sich als umschriebene Flüssigkeitsansammlung, unregelmäßig und echoarm, mit unscharfen Rändern und heterogenen Binnenechos.
- Bewegliche Binnenechos in der Flüssigkeit helfen, einen Abszess von einer entzündlichen Phlegmone abzugrenzen; die Untersuchung mit dem Schallkopf ist häufig druckschmerzhaft.
- Blutbild und CRP können eine systemische Infektion oder eine ausgeprägte Entzündung anzeigen.
Weiterlernen in der App
Weiterführende Literatur (Auswahl)
Querverweise
Weitere Themen: Brust (Mamma)
Hinweis: Lerninhalt aus der GynFuchs-App (Karteikarten, Prüfungsfragen, Bildfälle) für die ärztliche Aus- und Weiterbildung – keine Behandlungsempfehlung und kein Ersatz für Diagnose oder Therapieentscheidung im Einzelfall. Therapie und Vorgehen werden auf dieser Seite bewusst nicht dargestellt.