Mammaabszess

Prüfungsrelevanz: in 1 von 197 Prüfungsprotokollen · Rang 171

Synonyme
Brustabszess, Abszess der Brust
Fachgebiet
Gynäkologie · Brust (Mamma)
Bilder
Sonographie 1 · Klinik 1
Prüfungsrelevanz
1 von 197 Protokollen · Rang 171
Stand
10/2026 · Dr. Pascal Bafteh
Inhalt
  1. Bilder (2)
  2. Definition
  3. Einteilung
  4. Vorkommen & Epidemiologie
  5. Ätiopathogenese
  6. Klinik
  7. Diagnostik
  8. Weiterlernen in der App
  9. Weiterführende Literatur (Auswahl)
  10. Querverweise

Bilder (2)

Mammaabszess – Sonographie: Mammaabszess, Sonografie (zweiter Fall)Sonographie
Mammaabszess, Sonografie (zweiter Fall)Bild: Nevit Dilmen (Wikimedia Commons) · CC BY-SA 3.0 · Quelle
Mammaabszess – Klinik: Mammaabszess — echoarm/echofrei mit unregelmäßiger Wand und dorsaler Schallverstärkung
Mammaabszess — echoarm/echofrei mit unregelmäßiger Wand und dorsaler SchallverstärkungBild: Nevit Dilmen (Wikimedia Commons) · CC BY-SA 3.0 · Quelle
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Definition

  • Organisierte Ansammlung von entzündlichem Exsudat bzw. Eiter in der Brust.

Einteilung

  • Unterschieden werden laktationale und nonlaktationale Abszesse, was weitgehend der postpartalen und der nicht postpartalen Erkrankung entspricht; beide gelten als eigenständige Krankheitsbilder mit eigener Pathogenese.

Vorkommen & Epidemiologie

Epidemiologie

  • Brustinfektionen betreffen überwiegend Frauen zwischen 18 und 50 Jahren; Abszesse kommen aber auch bei Jugendlichen, Neugeborenen und Männern vor.
  • Die laktationale Mastitis ist häufig (Prävalenz bei laktierenden Frauen etwa 1–10 %), ein Abszess entsteht dagegen selten, in den meisten Kohortenstudien bei etwa 0,4–0,5 % der Frauen in der Stillzeit.
  • Nonlaktationale Abszesse treten gehäuft gegen Ende der reproduktiven Lebensphase auf.

Ätiopathogenese

Ätiologie und Pathogenese

  • Ein Abszess ist eine Komplikation sowohl der laktationalen als auch der nonlaktationalen Mastitis; in der Laktation können bei geschädigter Epithelbarriere Keime vom Säugling auf Mamille und Areola übertragen werden.
  • Laktationale Abszesse werden meist durch Staphylococcus aureus und Streptokokken verursacht, MRSA wird zunehmend nachgewiesen.
  • Nonlaktationale Abszesse liegen überwiegend subareolär, sind mit Rauchen, Diabetes und Milchgangsveränderungen assoziiert und meist durch eine Mischflora bedingt; bei chronischen oder rezidivierenden Abszessen sind oft auch Anaerobier beteiligt.

Klinik

  • Typisch sind lokal begrenzter Schmerz, Druckempfindlichkeit, Schwellung und Rötung einer Brust, häufig mit Fieber, Abgeschlagenheit und grippeähnlichen Beschwerden; die axillären Lymphknoten können reaktiv vergrößert sein.
  • Nonlaktationale Abszesse neigen zu Rezidiven, die in 25–50 % der Fälle berichtet werden.
  • Vor allem bei nichtlaktierenden Frauen kann eine ernste Grunderkrankung wie ein Malignom oder ein bisher unerkannter Diabetes zugrunde liegen.

Diagnostik

Typische Bildbefunde

  • Sonographie (Mammaabszess): Im betroffenen Areal zeigt sich eine unscharf begrenzte echoarme Zone mit binnenliegenden Echos (Debris) und wechselnder Struktur — Ausdruck einer eitrigen Einschmelzung im entzündlich veränderten Gewebe.
  • Die Sonographie ist das primäre bildgebende Verfahren; der Abszess zeigt sich als umschriebene Flüssigkeitsansammlung, unregelmäßig und echoarm, mit unscharfen Rändern und heterogenen Binnenechos.
  • Bewegliche Binnenechos in der Flüssigkeit helfen, einen Abszess von einer entzündlichen Phlegmone abzugrenzen; die Untersuchung mit dem Schallkopf ist häufig druckschmerzhaft.
  • Blutbild und CRP können eine systemische Infektion oder eine ausgeprägte Entzündung anzeigen.

Weiterlernen in der App

In der GynFuchs-App lernst du Mammaabszess mit Karteikarten, Prüfungsfragen und Bildaufgaben (Kolposkopie, Sonographie, CTG) – kostenlos, im Browser oder als App.

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Weiterführende Literatur (Auswahl)

  1. StatPearls: Breast Abscess (NCBI Bookshelf)
  2. A Pictorial Review on Mastitis: Clinical Aspects, Imaging Features and Complications (J Imaging 2026, PubMed Central)

Querverweise

Hinweis: Lerninhalt aus der GynFuchs-App (Karteikarten, Prüfungsfragen, Bildfälle) für die ärztliche Aus- und Weiterbildung – keine Behandlungsempfehlung und kein Ersatz für Diagnose oder Therapieentscheidung im Einzelfall. Therapie und Vorgehen werden auf dieser Seite bewusst nicht dargestellt.