Kolorektale Adenome (Darmpolypen)

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Synonyme
Darmpolypen, Dickdarmpolypen, Kolonpolypen, Adenom, tubuläres Adenom, villöses Adenom, fortgeschrittenes Adenom
Fachgebiet
Innere Medizin · Gastroenterologie
Bilder
Endoskopie 1 · Histologie 1 · Makropräparat 1
Stand
10/2026 · Dr. Pascal Bafteh
Inhalt
  1. Bilder (3)
  2. Definition
  3. Einteilung
  4. Vorkommen & Epidemiologie
  5. Ätiopathogenese
  6. Klinik
  7. Diagnostik
  8. Weiterlernen in der App
  9. Weiterführende Literatur (frei zugänglich)
  10. Querverweise

Bilder (3)

Kolorektale Adenome (Darmpolypen) – Koloskopie: etwa 6–7 mm großer, breitbasiger Polyp im Sigma mit tubulärem Oberflächenmuster (tubuläres Adenom)Endoskopie
Koloskopie: etwa 6–7 mm großer, breitbasiger Polyp im Sigma mit tubulärem Oberflächenmuster (tubuläres Adenom)Bild: Jmarchn (Wikimedia Commons) · CC BY-SA 3.0 · Quelle
Kolorektale Adenome (Darmpolypen) – Histologie (HE, Übersicht): tubuläres Adenom mit dicht stehenden, dunkel angefärbten dysplastischen DrüsenHistologie
Histologie (HE, Übersicht): tubuläres Adenom mit dicht stehenden, dunkel angefärbten dysplastischen DrüsenBild: Ed Uthman (Wikimedia Commons) · CC BY 2.0 · Quelle
Kolorektale Adenome (Darmpolypen) – Makropräparat: Großes villöses Adenom des Sigmas mit zottig-blumenkohlartiger OberflächeMakropräparat
Großes villöses Adenom des Sigmas mit zottig-blumenkohlartiger OberflächeBild: Ed Uthman (Wikimedia Commons) · CC BY-SA 2.0 · Quelle
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Definition

Ein Darmpolyp ist jede Gewebemasse, die von der Darmwand ausgeht und in das Lumen hineinragt. Polypen können breitbasig (sessil) oder gestielt sein und sind sehr unterschiedlich groß. Adenomatöse (neoplastische) Polypen sind besonders bedeutsam, weil die meisten Kolonkarzinome in einem zuvor gutartigen Adenom entstehen.

Einteilung

  • Adenomatöse (neoplastische) Polypen: tubuläre, tubulovillöse und villöse Adenome
  • Fortgeschrittene Adenome: Adenome ab 10 mm Größe oder mit villöser Komponente bzw. hochgradiger Dysplasie; sie haben ein höheres Risiko, in ein Karzinom überzugehen
  • Nicht adenomatöse (nicht neoplastische) Polypen: hyperplastische Polypen, Hamartome (z. B. beim Peutz-Jeghers-Syndrom), juvenile Polypen, entzündliche Pseudopolypen, Lipome, Leiomyome und seltenere Tumoren
  • Nach Form: breitbasig (sessil) oder gestielt

Vorkommen & Epidemiologie

In Koloskopie-Studien finden sich Adenome bei 20–53 % der Menschen ab 50 Jahren, fortgeschrittene Adenome bei bis zu 9,7 %. Polypen – oft mehrere – liegen am häufigsten in Rektum und Sigma, ihre Häufigkeit nimmt zum Zökum hin ab. Der Anteil von Polypen, die bereits ein Karzinom enthalten, liegt zwischen 0,2 und 5 %. Fortgeschrittene Adenome gehen schätzungsweise zu etwa 1–5 % pro Jahr in ein Karzinom über, bei Frauen eher im unteren, bei Älteren eher im oberen Bereich.

Ätiopathogenese

Die meisten kolorektalen Karzinome entstehen durch maligne Transformation in adenomatösen Polypen. Zahlreiche Polypen können auf eine familiäre adenomatöse Polyposis oder deren attenuierte Variante hinweisen; mehrere juvenile Polypen (nicht aber einzelne sporadische) gehen mit einem erhöhten Krebsrisiko einher. Juvenile Polypen treten bei Kindern auf, wachsen über ihre Blutversorgung hinaus und lösen sich meist während oder nach der Pubertät von selbst ab. Entzündliche Polypen und Pseudopolypen entstehen bei Colitis ulcerosa und Morbus Crohn des Kolons.

Klinik

Die meisten Polypen verursachen keine Beschwerden. Häufigstes Symptom ist eine rektale Blutung, meist okkult und nur selten massiv. Große Polypen können Krämpfe, Bauchschmerzen oder einen Darmverschluss verursachen. Rektale Polypen sind mitunter digital tastbar; ein Polyp an einem langen Stiel kann gelegentlich durch den Anus prolabieren. Große villöse Adenome können selten wässrige Durchfälle mit Hypokaliämie auslösen.

Diagnostik

  • Koloskopie: übliches Verfahren zum Nachweis von Polypen; alle entdeckten Polypen werden histologisch auf ein Karzinom untersucht
  • Da rektale Polypen oft mehrfach auftreten und mit einem Karzinom zusammen vorkommen können, wird auch bei einem Befund in der Sigmoidoskopie das gesamte Kolon bis zum Zökum untersucht
  • Kontrasteinlauf (vor allem in Doppelkontrasttechnik): kann Polypen zeigen, ist aber der Koloskopie unterlegen
  • Digital-rektale Untersuchung: tastbare Rektumpolypen
  • Stuhltests auf okkultes Blut können durch blutende Polypen positiv ausfallen

Weiterlernen in der App

In der InnereFuchs-App lernst du Kolorektale Adenome (Darmpolypen) mit Karteikarten, Prüfungsfragen und Bildaufgaben (EKG, Röntgen-Thorax, Sonographie, Labor) – kostenlos, im Browser oder als App.

Im Browser starten  InnereFuchs ansehen →

Weiterführende Literatur (frei zugänglich)

  1. MSD Manual Professional: Polyps of the Colon and Rectum
  2. MSD Manual Professional: Colorectal Cancer
  3. StatPearls: Colorectal Polyps and Polyposis Syndromes

Querverweise

Hinweis: Lerninhalt für die ärztliche Aus- und Weiterbildung – keine Behandlungsempfehlung und kein Ersatz für Diagnose oder Therapieentscheidung im Einzelfall. Therapie und Vorgehen werden auf dieser Seite bewusst nicht dargestellt.