Kolorektale Adenome (Darmpolypen)
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- Darmpolypen, Dickdarmpolypen, Kolonpolypen, Adenom, tubuläres Adenom, villöses Adenom, fortgeschrittenes Adenom
- Fachgebiet
- Innere Medizin · Gastroenterologie
- Bilder
- Endoskopie 1 · Histologie 1 · Makropräparat 1
- Stand
- 10/2026 · Dr. Pascal Bafteh
Inhalt
Bilder (3)
Endoskopie
Histologie
MakropräparatDefinition
Ein Darmpolyp ist jede Gewebemasse, die von der Darmwand ausgeht und in das Lumen hineinragt. Polypen können breitbasig (sessil) oder gestielt sein und sind sehr unterschiedlich groß. Adenomatöse (neoplastische) Polypen sind besonders bedeutsam, weil die meisten Kolonkarzinome in einem zuvor gutartigen Adenom entstehen.
Einteilung
- Adenomatöse (neoplastische) Polypen: tubuläre, tubulovillöse und villöse Adenome
- Fortgeschrittene Adenome: Adenome ab 10 mm Größe oder mit villöser Komponente bzw. hochgradiger Dysplasie; sie haben ein höheres Risiko, in ein Karzinom überzugehen
- Nicht adenomatöse (nicht neoplastische) Polypen: hyperplastische Polypen, Hamartome (z. B. beim Peutz-Jeghers-Syndrom), juvenile Polypen, entzündliche Pseudopolypen, Lipome, Leiomyome und seltenere Tumoren
- Nach Form: breitbasig (sessil) oder gestielt
Vorkommen & Epidemiologie
In Koloskopie-Studien finden sich Adenome bei 20–53 % der Menschen ab 50 Jahren, fortgeschrittene Adenome bei bis zu 9,7 %. Polypen – oft mehrere – liegen am häufigsten in Rektum und Sigma, ihre Häufigkeit nimmt zum Zökum hin ab. Der Anteil von Polypen, die bereits ein Karzinom enthalten, liegt zwischen 0,2 und 5 %. Fortgeschrittene Adenome gehen schätzungsweise zu etwa 1–5 % pro Jahr in ein Karzinom über, bei Frauen eher im unteren, bei Älteren eher im oberen Bereich.
Ätiopathogenese
Die meisten kolorektalen Karzinome entstehen durch maligne Transformation in adenomatösen Polypen. Zahlreiche Polypen können auf eine familiäre adenomatöse Polyposis oder deren attenuierte Variante hinweisen; mehrere juvenile Polypen (nicht aber einzelne sporadische) gehen mit einem erhöhten Krebsrisiko einher. Juvenile Polypen treten bei Kindern auf, wachsen über ihre Blutversorgung hinaus und lösen sich meist während oder nach der Pubertät von selbst ab. Entzündliche Polypen und Pseudopolypen entstehen bei Colitis ulcerosa und Morbus Crohn des Kolons.
Klinik
Die meisten Polypen verursachen keine Beschwerden. Häufigstes Symptom ist eine rektale Blutung, meist okkult und nur selten massiv. Große Polypen können Krämpfe, Bauchschmerzen oder einen Darmverschluss verursachen. Rektale Polypen sind mitunter digital tastbar; ein Polyp an einem langen Stiel kann gelegentlich durch den Anus prolabieren. Große villöse Adenome können selten wässrige Durchfälle mit Hypokaliämie auslösen.
Diagnostik
- Koloskopie: übliches Verfahren zum Nachweis von Polypen; alle entdeckten Polypen werden histologisch auf ein Karzinom untersucht
- Da rektale Polypen oft mehrfach auftreten und mit einem Karzinom zusammen vorkommen können, wird auch bei einem Befund in der Sigmoidoskopie das gesamte Kolon bis zum Zökum untersucht
- Kontrasteinlauf (vor allem in Doppelkontrasttechnik): kann Polypen zeigen, ist aber der Koloskopie unterlegen
- Digital-rektale Untersuchung: tastbare Rektumpolypen
- Stuhltests auf okkultes Blut können durch blutende Polypen positiv ausfallen
Weiterlernen in der App
Weiterführende Literatur (frei zugänglich)
Querverweise
Weitere Themen: Gastroenterologie
Hinweis: Lerninhalt für die ärztliche Aus- und Weiterbildung – keine Behandlungsempfehlung und kein Ersatz für Diagnose oder Therapieentscheidung im Einzelfall. Therapie und Vorgehen werden auf dieser Seite bewusst nicht dargestellt.