Mammakarzinom
Prüfungsrelevanz: in 77 von 197 Prüfungsprotokollen · Rang 1
- Synonyme
- Brustkrebs, Mamma-Ca, invasives Karzinom NST, BI-RADS, Knoten in der Brust
- Fachgebiet
- Gynäkologie · Brust (Mamma)
- Bilder
- Sonographie 4 · Mammographie/MRT 4 · Endoskopie & Makro 2 · Klinik 2
- Prüfungsrelevanz
- 77 von 197 Protokollen · Rang 1
- In der App
- 5 Karteikarten · GynFuchs
- Stand
- 10/2026 · Dr. Pascal Bafteh
Inhalt
Bilder (12)
Sonographie
Mammographie/MRT
Endoskopie & Makro
Sonographie
Mammographie/MRT
Endoskopie & Makro
Sonographie
Mammographie/MRT
Sonographie
Mammographie/MRTEinteilung
Die molekularen Subtypen
- Luminal A: Ein Luminal-A-Karzinom ist hormonrezeptorpositiv, HER2-negativ, gut differenziert mit niedrigem Ki-67.
- Luminal B: Ein Luminal-B-Karzinom ist hormonrezeptorpositiv mit hohem Ki-67 oder schlechterem Grading, HER2 negativ oder positiv.
- Triple-negativ: Beim triple-negativen Mammakarzinom gilt: Östrogenrezeptor, Progesteronrezeptor und HER2 sind alle negativ.
Ätiopathogenese
BRCA und HRD
- BRCA1/2-Funktion: BRCA1 und BRCA2 sind Tumorsuppressorgene der homologen Rekombination, die DNA-Doppelstrangbrüche reparieren.
- HRD-Definition: HRD bedeutet homologe Rekombinationsdefizienz, also der funktionelle Defekt dieses Reparaturwegs auch ohne BRCA-Mutation.
- Keimbahn- vs. somatische Mutation: Eine Keimbahnmutation unterscheidet sich von einer somatischen Mutation dadurch, dass sie in allen Körperzellen vorliegt und vererbt werden kann.
Klinik
Anamnese
- Zum Befund selbst wird nach Dauer, Größenveränderung, Schmerz, Zyklusabhängigkeit und Sekretion aus der Brustwarze gefragt.
- Die Familienanamnese erfasst Mamma- und Ovarialkarzinome bei Verwandten und das jeweilige Erkrankungsalter.
Inspektion
- Im Sitzen sucht man mit gesenkten und erhobenen Armen nach Asymmetrie, Vorwölbung, Plateauphänomen, Hauteinziehung und Mamillenretraktion.
- Die Peau d'orange entsteht durch Lymphstau in der Kutis, der die Haut an den Haarfollikeln einzieht.
Palpation
- Technisch tastet man flach mit den Fingerbeeren gegen ein Widerlager, systematisch alle Quadranten, im Sitzen und im Liegen.
- Karzinomtypisch ist ein Knoten, der derb, unscharf abgrenzbar, kaum verschieblich und meist schmerzlos ist.
- Mit abgetastet werden Axilla sowie infra- und supraklavikuläre Region beidseits.
- Die häufigste Lokalisation ist der obere äußere Quadrant mit etwa der Hälfte aller Karzinome.
Weitere Fakten aus den Lernfragen
- Die typischen Palpationsmerkmale eines Mammakarzinoms sind eine derbe Konsistenz, eine unscharfe Abgrenzbarkeit zum umliegenden Gewebe und eine geringe Verschieblichkeit.
- Die Reihenfolge lautet: Mammographie vor der Stanzbiopsie.
- Ein durch die Biopsie verursachtes Hämatom kann die Beurteilbarkeit der nachfolgenden Mammographie erheblich verschlechtern.
- Nach einem auffälligen Tastbefund ist die Mammasonographie beider Brüste und der Axillae der erste bildgebende Schritt.
- Sie dient der weiteren Charakterisierung des Befundes.
- Etwa die Hälfte aller Mammakarzinome ist im oberen äußeren Quadranten lokalisiert.
- Bei der Palpation wird dieser Bereich besonders sorgfältig untersucht.
- Eine ekzematös schuppende, erosive Veränderung der Brustwarze ist verdächtig auf einen Morbus Paget der Mamille.
- Das Grading nach Elston und Ellis ist ein etabliertes System zur Beurteilung der Aggressivität eines Mammakarzinoms.
- Es basiert auf der histologischen Bewertung der drei Kriterien Tubulusbildung, Kernpolymorphie und Mitoserate.
Histologie
Pflichtangaben
- Histologischer Typ: Der Pathologiebericht nennt zuerst den histologischen Typ, also invasiv nicht-spezifisch, invasiv lobulär oder eine Sonderform.
- Grading nach Elston und Ellis: Dieses bewertet die drei Kriterien Tubulusbildung, Kernpolymorphie und Mitoserate.
- Hormonrezeptorstatus: Dieser umfasst den Östrogen- und Progesteronrezeptor in Prozent gefärbter Tumorzellkerne.
- HER2-Status: Der HER2-Status wird immunhistochemisch bestimmt und bei 2+ per FISH nachgeprüft.
- Ki-67: Der Proliferationsmarker Ki-67 misst den Anteil proliferierender Zellen und damit die Wachstumsgeschwindigkeit.
Diagnostik
Die fünf malignen Zeichen
- Form: Ein Karzinom ist typischerweise irregulär, anguliert oder spikuliert.
- Orientierung: Die Orientierung eines malignen Herdes zur Haut ist meist vertikal, also höher als breit.
- Binnenecho: Das Binnenecho eines Karzinoms ist charakteristischerweise deutlich echoarm und inhomogen.
- Dorsales Phänomen: Dorsal des Herdes findet sich oft ein Schallschatten, weil der Tumor schallabsorbierend und desmoplastisch ist.
- Umgebung: Die Umgebung eines Karzinoms zeigt einen echoreichen Randsaum und Infiltration statt Verdrängung.
Axilla und Doppler
- Normaler Lymphknoten: Ein unauffälliger axillärer Lymphknoten hat einen breiten echoreichen Fetthilus und einen schmalen echoarmen Kortex.
- Malignomsuspekter Lymphknoten: Malignitätsverdächtig ist ein Lymphknoten, der rund ist, einen aufgehobenen Hilus und einen exzentrisch verbreiterten Kortex zeigt.
- Farbdoppler: Beim Karzinom zeigt der Farbdoppler oft kräftige, irregulär einsprossende Randgefäße, ist aber allein nicht beweisend.
Grenzen des Ultraschalls
- Notwendigkeit der Mammographie: Die Mammographie bleibt unverzichtbar, weil der Ultraschall Mikrokalk und damit ein DCIS nicht zuverlässig erfasst.
- Mammographisch schwer erkennbar: Schlecht in der Mammographie zu erkennen sind oft lobuläre Karzinome und das LCIS, weil sie diffus wachsen und kaum Dichteunterschiede machen.
Wofür die Abkürzungen stehen
- BI-RADS steht für Breast Imaging Reporting and Data System des American College of Radiology.
- ACR steht in diesem Zusammenhang für das American College of Radiology, das die Dichtekategorien a bis d definiert.
Stufen
- BI-RADS 0 bedeutet Beurteilung unvollständig, weitere Bildgebung oder Voraufnahmen nötig.
- BI-RADS 4 bedeutet suspekt, unterteilt in 4a bis 4c — histologische Klärung erforderlich.
Dichte
- ACR a und b beschreiben überwiegend fettig involutiertes Drüsengewebe mit guter mammographischer Beurteilbarkeit.
- ACR c und d beschreiben dichtes Drüsengewebe, bei dem die Sensitivität der Mammographie sinkt.
- Praktisch bedeutet eine hohe Dichte ein höheres Intervallkarzinomrisiko und den Stellenwert der ergänzenden Sonographie.
Typische Bildbefunde
- Sonographie (Mammakarzinom im Ultraschall): Der echoarme Herd steht senkrecht zur Haut und ist in der Tiefe größer als in der Breite. Die Ränder sind unscharf, die Binnenstruktur inhomogen; die Messmarken belegen den senkrechten Durchmesser als den größeren.
- Sonographie (Mammakarzinom im Ultraschall): Der Herd ist echoarm, unscharf und zackig begrenzt und zeigt eine heterogene Binnenstruktur. Dahinter fällt eine deutliche Schallauslöschung auf; die umgebenden Gewebsschichten wirken unterbrochen, die Messmarken erfassen den Herd.
- Mammographie (Spikulierter Herd (BI-RADS 5)): Von einem dichten Zentrum strahlen feine, unterschiedlich lange Ausläufer sternförmig in das umgebende Gewebe. Die normalen Bindegewebszüge werden dadurch verzogen und laufen auf diesen Punkt zu; der Herd hat keinen glatten Rand und keinen hellen Randsaum.
- Mammographie (Spikulierter Herd (BI-RADS 5)): Rechts liegt eine dichte, unregelmäßig begrenzte Raumforderung, von der feine Ausläufer sternförmig in das umgebende Gewebe ziehen. Die linke Seite ist im Vergleich unauffällig; Mikrokalk ist im Herd nicht erkennbar.
Weiterlernen in der App
Weiterführende Literatur (Auswahl)
Querverweise
Weitere Themen: Brust (Mamma)
Hinweis: Lerninhalt aus der GynFuchs-App (Karteikarten, Prüfungsfragen, Bildfälle) für die ärztliche Aus- und Weiterbildung – keine Behandlungsempfehlung und kein Ersatz für Diagnose oder Therapieentscheidung im Einzelfall. Therapie und Vorgehen werden auf dieser Seite bewusst nicht dargestellt.