Mammakarzinom

Prüfungsrelevanz: in 77 von 197 Prüfungsprotokollen · Rang 1

Synonyme
Brustkrebs, Mamma-Ca, invasives Karzinom NST, BI-RADS, Knoten in der Brust
Fachgebiet
Gynäkologie · Brust (Mamma)
Bilder
Sonographie 4 · Mammographie/MRT 4 · Endoskopie & Makro 2 · Klinik 2
Prüfungsrelevanz
77 von 197 Protokollen · Rang 1
In der App
5 Karteikarten · GynFuchs
Stand
10/2026 · Dr. Pascal Bafteh
Inhalt
  1. Bilder (12)
  2. Einteilung
  3. Ätiopathogenese
  4. Klinik
  5. Histologie
  6. Diagnostik
  7. Weiterlernen in der App
  8. Weiterführende Literatur (Auswahl)
  9. Querverweise

Bilder (12)

Mammakarzinom – Sonographie: Mammasonographie: echoarmer, unscharf begrenzter Herd mit dorsalem SchallschattenSonographie
Mammasonographie: echoarmer, unscharf begrenzter Herd mit dorsalem SchallschattenBild: SCiardullo (Wikimedia Commons) · CC BY-SA 3.0 · Quelle · Ausschnitt
Mammakarzinom – Mammographie/MRT: Mammographie CC beidseits: dichtes Drüsengewebe (ACR c/d) ohne Herd und ohne MikrokalkMammographie/MRT
Mammographie CC beidseits: dichtes Drüsengewebe (ACR c/d) ohne Herd und ohne MikrokalkBild: SCiardullo (Wikimedia Commons) · CC BY-SA 3.0 · Quelle · Ausschnitt
Mammakarzinom – Endoskopie & Makro: flächige Rötung, Schwellung und Orangenhaut der Brust bei inflammatorischem MammakarzinomEndoskopie & Makro
flächige Rötung, Schwellung und Orangenhaut der Brust bei inflammatorischem MammakarzinomBild: Guo M, Liu G, Han X, Jiao R, Li J. (Frontiers in oncology 2026) · CC BY 4.0 · Quelle
Mammakarzinom – Klinik: BI-RADS-4-Herd — echoarm, unscharf, höher als breit (D2 13,4 mm > D1 12,4 mm)
BI-RADS-4-Herd — echoarm, unscharf, höher als breit (D2 13,4 mm > D1 12,4 mm)Bild: SCiardullo (Wikimedia Commons) · CC BY-SA 4.0 · Quelle
Mammakarzinom – Sonographie: Mammasonographie: derselbe Herd höher als breit — vertikale Orientierung als MalignitätskriteriumSonographie
Mammasonographie: derselbe Herd höher als breit — vertikale Orientierung als MalignitätskriteriumBild: SCiardullo (Wikimedia Commons) · CC BY-SA 3.0 · Quelle · Ausschnitt
Mammakarzinom – Mammographie/MRT: Mammographie CC beidseits: lipomatöse Involution, Dichtekategorie ACR a/bMammographie/MRT
Mammographie CC beidseits: lipomatöse Involution, Dichtekategorie ACR a/bBild: SCiardullo (Wikimedia Commons) · CC BY-SA 4.0 · Quelle · Ausschnitt
Mammakarzinom – Endoskopie & Makro: lokal fortgeschrittenes, exulzeriertes Mammakarzinom mit SatellitenknotenEndoskopie & Makro
lokal fortgeschrittenes, exulzeriertes Mammakarzinom mit SatellitenknotenBild: Kalyan Kondeti ASSN, Venkitaraman B, Kajamohideen S. (Cureus 2026) · CC BY 4.0 · Quelle
Mammakarzinom – Klinik: Mammakarzinom — echoarmer Herd mit dorsalem Schallschatten und Satellitenknoten
Mammakarzinom — echoarmer Herd mit dorsalem Schallschatten und SatellitenknotenBild: SCiardullo (Wikimedia Commons) · CC BY-SA 3.0 · Quelle
Mammakarzinom – Sonographie: Mammasonographie: ovaler, glatt berandeter, homogen echoarmer Herd, breiter als hoch — typisches FibroadenomSonographie
Mammasonographie: ovaler, glatt berandeter, homogen echoarmer Herd, breiter als hoch — typisches FibroadenomBild: Nevit Dilmen (Wikimedia Commons) · CC BY-SA 3.0 · Quelle · Ausschnitt
Mammakarzinom – Mammographie/MRT: spikulierter Herd / Sternfigur BI-RADS 5, MLO beidseitsMammographie/MRT
spikulierter Herd / Sternfigur BI-RADS 5, MLO beidseitsBild: SCiardullo (Wikimedia Commons) · CC BY-SA 4.0 · Quelle
Mammakarzinom – Sonographie: Mammasonographie: echofreie, scharf berandete Zyste mit dorsaler SchallverstärkungSonographie
Mammasonographie: echofreie, scharf berandete Zyste mit dorsaler SchallverstärkungBild: Nevit Dilmen (Wikimedia Commons) · CC BY-SA 3.0 · Quelle · Ausschnitt
Mammakarzinom – Mammographie/MRT: spikulierter Herd / Sternfigur BI-RADS 5, CC beidseitsMammographie/MRT
spikulierter Herd / Sternfigur BI-RADS 5, CC beidseitsBild: SCiardullo (Wikimedia Commons) · CC BY-SA 4.0 · Quelle
1 / 12

Einteilung

Die molekularen Subtypen

  • Luminal A: Ein Luminal-A-Karzinom ist hormonrezeptorpositiv, HER2-negativ, gut differenziert mit niedrigem Ki-67.
  • Luminal B: Ein Luminal-B-Karzinom ist hormonrezeptorpositiv mit hohem Ki-67 oder schlechterem Grading, HER2 negativ oder positiv.
  • Triple-negativ: Beim triple-negativen Mammakarzinom gilt: Östrogenrezeptor, Progesteronrezeptor und HER2 sind alle negativ.

Ätiopathogenese

BRCA und HRD

  • BRCA1/2-Funktion: BRCA1 und BRCA2 sind Tumorsuppressorgene der homologen Rekombination, die DNA-Doppelstrangbrüche reparieren.
  • HRD-Definition: HRD bedeutet homologe Rekombinationsdefizienz, also der funktionelle Defekt dieses Reparaturwegs auch ohne BRCA-Mutation.
  • Keimbahn- vs. somatische Mutation: Eine Keimbahnmutation unterscheidet sich von einer somatischen Mutation dadurch, dass sie in allen Körperzellen vorliegt und vererbt werden kann.

Klinik

Anamnese

  • Zum Befund selbst wird nach Dauer, Größenveränderung, Schmerz, Zyklusabhängigkeit und Sekretion aus der Brustwarze gefragt.
  • Die Familienanamnese erfasst Mamma- und Ovarialkarzinome bei Verwandten und das jeweilige Erkrankungsalter.

Inspektion

  • Im Sitzen sucht man mit gesenkten und erhobenen Armen nach Asymmetrie, Vorwölbung, Plateauphänomen, Hauteinziehung und Mamillenretraktion.
  • Die Peau d'orange entsteht durch Lymphstau in der Kutis, der die Haut an den Haarfollikeln einzieht.

Palpation

  • Technisch tastet man flach mit den Fingerbeeren gegen ein Widerlager, systematisch alle Quadranten, im Sitzen und im Liegen.
  • Karzinomtypisch ist ein Knoten, der derb, unscharf abgrenzbar, kaum verschieblich und meist schmerzlos ist.
  • Mit abgetastet werden Axilla sowie infra- und supraklavikuläre Region beidseits.
  • Die häufigste Lokalisation ist der obere äußere Quadrant mit etwa der Hälfte aller Karzinome.

Weitere Fakten aus den Lernfragen

  • Die typischen Palpationsmerkmale eines Mammakarzinoms sind eine derbe Konsistenz, eine unscharfe Abgrenzbarkeit zum umliegenden Gewebe und eine geringe Verschieblichkeit.
  • Die Reihenfolge lautet: Mammographie vor der Stanzbiopsie.
  • Ein durch die Biopsie verursachtes Hämatom kann die Beurteilbarkeit der nachfolgenden Mammographie erheblich verschlechtern.
  • Nach einem auffälligen Tastbefund ist die Mammasonographie beider Brüste und der Axillae der erste bildgebende Schritt.
  • Sie dient der weiteren Charakterisierung des Befundes.
  • Etwa die Hälfte aller Mammakarzinome ist im oberen äußeren Quadranten lokalisiert.
  • Bei der Palpation wird dieser Bereich besonders sorgfältig untersucht.
  • Eine ekzematös schuppende, erosive Veränderung der Brustwarze ist verdächtig auf einen Morbus Paget der Mamille.
  • Das Grading nach Elston und Ellis ist ein etabliertes System zur Beurteilung der Aggressivität eines Mammakarzinoms.
  • Es basiert auf der histologischen Bewertung der drei Kriterien Tubulusbildung, Kernpolymorphie und Mitoserate.

Histologie

Pflichtangaben

  • Histologischer Typ: Der Pathologiebericht nennt zuerst den histologischen Typ, also invasiv nicht-spezifisch, invasiv lobulär oder eine Sonderform.
  • Grading nach Elston und Ellis: Dieses bewertet die drei Kriterien Tubulusbildung, Kernpolymorphie und Mitoserate.
  • Hormonrezeptorstatus: Dieser umfasst den Östrogen- und Progesteronrezeptor in Prozent gefärbter Tumorzellkerne.
  • HER2-Status: Der HER2-Status wird immunhistochemisch bestimmt und bei 2+ per FISH nachgeprüft.
  • Ki-67: Der Proliferationsmarker Ki-67 misst den Anteil proliferierender Zellen und damit die Wachstumsgeschwindigkeit.

Diagnostik

Die fünf malignen Zeichen

  • Form: Ein Karzinom ist typischerweise irregulär, anguliert oder spikuliert.
  • Orientierung: Die Orientierung eines malignen Herdes zur Haut ist meist vertikal, also höher als breit.
  • Binnenecho: Das Binnenecho eines Karzinoms ist charakteristischerweise deutlich echoarm und inhomogen.
  • Dorsales Phänomen: Dorsal des Herdes findet sich oft ein Schallschatten, weil der Tumor schallabsorbierend und desmoplastisch ist.
  • Umgebung: Die Umgebung eines Karzinoms zeigt einen echoreichen Randsaum und Infiltration statt Verdrängung.

Axilla und Doppler

  • Normaler Lymphknoten: Ein unauffälliger axillärer Lymphknoten hat einen breiten echoreichen Fetthilus und einen schmalen echoarmen Kortex.
  • Malignomsuspekter Lymphknoten: Malignitätsverdächtig ist ein Lymphknoten, der rund ist, einen aufgehobenen Hilus und einen exzentrisch verbreiterten Kortex zeigt.
  • Farbdoppler: Beim Karzinom zeigt der Farbdoppler oft kräftige, irregulär einsprossende Randgefäße, ist aber allein nicht beweisend.

Grenzen des Ultraschalls

  • Notwendigkeit der Mammographie: Die Mammographie bleibt unverzichtbar, weil der Ultraschall Mikrokalk und damit ein DCIS nicht zuverlässig erfasst.
  • Mammographisch schwer erkennbar: Schlecht in der Mammographie zu erkennen sind oft lobuläre Karzinome und das LCIS, weil sie diffus wachsen und kaum Dichteunterschiede machen.

Wofür die Abkürzungen stehen

  • BI-RADS steht für Breast Imaging Reporting and Data System des American College of Radiology.
  • ACR steht in diesem Zusammenhang für das American College of Radiology, das die Dichtekategorien a bis d definiert.

Stufen

  • BI-RADS 0 bedeutet Beurteilung unvollständig, weitere Bildgebung oder Voraufnahmen nötig.
  • BI-RADS 4 bedeutet suspekt, unterteilt in 4a bis 4c — histologische Klärung erforderlich.

Dichte

  • ACR a und b beschreiben überwiegend fettig involutiertes Drüsengewebe mit guter mammographischer Beurteilbarkeit.
  • ACR c und d beschreiben dichtes Drüsengewebe, bei dem die Sensitivität der Mammographie sinkt.
  • Praktisch bedeutet eine hohe Dichte ein höheres Intervallkarzinomrisiko und den Stellenwert der ergänzenden Sonographie.

Typische Bildbefunde

  • Sonographie (Mammakarzinom im Ultraschall): Der echoarme Herd steht senkrecht zur Haut und ist in der Tiefe größer als in der Breite. Die Ränder sind unscharf, die Binnenstruktur inhomogen; die Messmarken belegen den senkrechten Durchmesser als den größeren.
  • Sonographie (Mammakarzinom im Ultraschall): Der Herd ist echoarm, unscharf und zackig begrenzt und zeigt eine heterogene Binnenstruktur. Dahinter fällt eine deutliche Schallauslöschung auf; die umgebenden Gewebsschichten wirken unterbrochen, die Messmarken erfassen den Herd.
  • Mammographie (Spikulierter Herd (BI-RADS 5)): Von einem dichten Zentrum strahlen feine, unterschiedlich lange Ausläufer sternförmig in das umgebende Gewebe. Die normalen Bindegewebszüge werden dadurch verzogen und laufen auf diesen Punkt zu; der Herd hat keinen glatten Rand und keinen hellen Randsaum.
  • Mammographie (Spikulierter Herd (BI-RADS 5)): Rechts liegt eine dichte, unregelmäßig begrenzte Raumforderung, von der feine Ausläufer sternförmig in das umgebende Gewebe ziehen. Die linke Seite ist im Vergleich unauffällig; Mikrokalk ist im Herd nicht erkennbar.

Weiterlernen in der App

In der GynFuchs-App lernst du Mammakarzinom mit Karteikarten, Prüfungsfragen und Bildaufgaben (Kolposkopie, Sonographie, CTG) – kostenlos, im Browser oder als App.

In der App: 5 Karteikarten zu diesem Thema

Im Browser starten  GynFuchs ansehen →

Weiterführende Literatur (Auswahl)

  1. StatPearls: Breast Cancer (NCBI Bookshelf)
  2. Leitlinienprogramm Onkologie: S3-Leitlinie Mammakarzinom
  3. DocCheck Flexikon, Mammakarzinom
  4. DocCheck Flexikon, Mammasonographie
  5. DocCheck Flexikon, BI-RADS
  6. DocCheck Flexikon, BRCA1

Querverweise

Hinweis: Lerninhalt aus der GynFuchs-App (Karteikarten, Prüfungsfragen, Bildfälle) für die ärztliche Aus- und Weiterbildung – keine Behandlungsempfehlung und kein Ersatz für Diagnose oder Therapieentscheidung im Einzelfall. Therapie und Vorgehen werden auf dieser Seite bewusst nicht dargestellt.