Blutungsstörungen (Zyklusstörungen)

Prüfungsrelevanz: in 33 von 197 Prüfungsprotokollen · Rang 20

Synonyme
Hypermenorrhö, Menorrhagie, Metrorrhagie, Oligomenorrhö, Polymenorrhö, PALM-COEIN, Zwischenblutung, Zyklusstörung, unregelmäßige Periode, starke Regelblutung
Fachgebiet
Gynäkologie · Endokrinologie & Zyklus
Bilder
Endoskopie & Makro 1 · Sonographie 1
Prüfungsrelevanz
33 von 197 Protokollen · Rang 20
In der App
4 Karteikarten · GynFuchs
Stand
10/2026 · Dr. Pascal Bafteh
Inhalt
  1. Bilder (2)
  2. Definition
  3. Einteilung
  4. Ätiopathogenese
  5. Klinik
  6. Weiterlernen in der App
  7. Weiterführende Literatur (Auswahl)
  8. Querverweise

Bilder (2)

Blutungsstörungen (Zyklusstörungen) – Endoskopie & Makro: Hysteroskopischer Blick auf ein submuköses Myom, das ins Cavum uteri vorwölbtEndoskopie & Makro
Hysteroskopischer Blick auf ein submuköses Myom, das ins Cavum uteri vorwölbtBild: Hic et nunc (Wikimedia Commons) · Public domain · Quelle
Blutungsstörungen (Zyklusstörungen) – Sonographie: Transvaginale Sonographie: gestielter Polyp im Zervikalkanal als echoreiche, glatt begrenzte StrukturSonographie
Transvaginale Sonographie: gestielter Polyp im Zervikalkanal als echoreiche, glatt begrenzte StrukturBild: Mme Mim (Wikimedia Commons) · CC BY-SA 3.0 · Quelle · Ausschnitt
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Definition

Der normale Zyklus als Maßstab

  • Normale Zykluslänge: 24 bis 38 Tage.
  • Normale Blutungsdauer: bis zu 8 Tage.
  • Normaler Blutverlust: 30 bis 80 ml pro Blutung.
  • Wie man die Menge praktisch erfasst: Vorlagen-/Tamponverbrauch, Koagel.

Einteilung

Störungen des Rhythmus

  • Oligomenorrhoe: Zyklusintervall > 38 Tage.
  • Polymenorrhoe: Zyklusintervall < 24 Tage.
  • Primäre Amenorrhoe: nie eingetretene Menstruation.
  • Sekundäre Amenorrhoe: Ausbleiben für > 3 Monate.

Störungen der Stärke und Dauer

  • Hypermenorrhoe: zu starke Blutung (> 80 ml/Zyklus).
  • Hypomenorrhoe: zu schwache Regelblutung.
  • Menorrhagie: zu lange Blutung (> 8 Tage).
  • Metrorrhagie: azyklische Dauerblutung ohne Rhythmus.
  • Zusatzblutung: intermenstruelle Blutung.
  • Postmenopausenblutung: Blutung nach > 12 Monaten Amenorrhoe.

Sonderfälle

  • Dysmenorrhoe: schmerzhafte Regelblutung.
  • Kontaktblutung: Blutung nach Verkehr/Untersuchung.
  • Was jede Postmenopausenblutung erzwingt: eine Ursachenabklärung.

Ätiopathogenese

Idee hinter dem Kürzel

  • Was PALM-COEIN ordnet: Ursachen der AUB bei nicht schwangeren Frauen.
  • Die Trennlinie im Kürzel: PALM: strukturelle, COEIN: nicht strukturelle Ursachen.

PALM — die strukturellen Ursachen

  • P: Polyp (endometrial, zervikal).
  • A: Adenomyosis uteri.
  • L: Leiomyom (FIGO-klassifiziert).
  • M: Malignität und Hyperplasie.
  • Welche Myome typischerweise stark bluten lassen: submuköse und cavumverformende.

COEIN — die nicht strukturellen Ursachen

  • C: Coagulopathie.
  • O: Ovulatorische Dysfunktion.
  • E: Endometriale Dysfunktion.
  • I: Iatrogene Ursachen.
  • N: Nicht klassifiziert.
  • Die häufigste Gerinnungsstörung dahinter: Von-Willebrand-Syndrom.

Die anovulatorische Blutung

  • Was fehlt: Eisprung und Progesteronphase.
  • Folge am Endometrium: Instabile Proliferation durch Östrogen.
  • Typische Lebensphasen: Jahre nach Menarche und Perimenopause.
  • Die klassische endokrine Ursache im mittleren Alter: PCOS mit Anovulation und Hyperandrogenismus.

Klinik

Jugendliche

  • Häufigste Ursache unregelmäßiger Blutungen in den ersten Jahren: Anovulation bei unreifer HPO-Achse.
  • Vor allem auszuschließen: Gerinnungsstörung (v. a. Von-Willebrand).
  • Bei primärer Amenorrhoe mit zyklischen Schmerzen: Abflussobstruktion (Hymen, Vaginalseptum).
  • Untersuchung in dieser Altersgruppe: Inspektion, abdominelle Sonographie.

Perimenopausale

  • Warum die Blutungen unregelmäßig werden: Anovulatorische Zyklen, Östrogenschwankung.
  • Bei Endometriumverdickung mit Blutungsstörung: Hysteroskopie mit fraktionierter Abrasio.

Weitere Fakten aus den Lernfragen

  • Die sekundäre Amenorrhoe ist das Ausbleiben der Menstruation für mehr als drei Monate bei einer Frau, die zuvor bereits Zyklen hatte.
  • Die Polymenorrhoe ist eine Rhythmusstörung.
  • Sie ist durch verkürzte Zyklusintervalle von weniger als 24 Tagen charakterisiert.
  • Eine Blutung, die nach Geschlechtsverkehr oder einer gynäkologischen Untersuchung auftritt, wird als Kontaktblutung bezeichnet.
  • Sie erfordert stets eine Abklärung, beginnend mit der Inspektion der Portio.
  • Die Oligomenorrhoe ist eine Rhythmusstörung.
  • Sie ist durch verlängerte Zyklusintervalle von mehr als 38 Tagen definiert.
  • Eine Menorrhagie ist eine zu lange Blutung (über etwa acht Tage hinaus).
  • Eine zu starke Blutung wird als Hypermenorrhoe (heavy menstrual bleeding) bezeichnet.
  • Das „P“ im PALM-Akronym steht für Polypen, die sowohl im Endometrium als auch in der Zervix auftreten können.

Weiterlernen in der App

In der GynFuchs-App lernst du Blutungsstörungen (Zyklusstörungen) mit Karteikarten, Prüfungsfragen und Bildaufgaben (Kolposkopie, Sonographie, CTG) – kostenlos, im Browser oder als App.

In der App: 4 Karteikarten zu diesem Thema

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Weiterführende Literatur (Auswahl)

  1. StatPearls: Abnormal Uterine Bleeding (NCBI Bookshelf)
  2. DocCheck Flexikon, Menorrhagie
  3. DocCheck Flexikon, PALM-COEIN-Klassifikation
  4. DocCheck Flexikon, Corpus-luteum-Insuffizienz
  5. DocCheck Flexikon, Perimenopause

Querverweise

Hinweis: Lerninhalt aus der GynFuchs-App (Karteikarten, Prüfungsfragen, Bildfälle) für die ärztliche Aus- und Weiterbildung – keine Behandlungsempfehlung und kein Ersatz für Diagnose oder Therapieentscheidung im Einzelfall. Therapie und Vorgehen werden auf dieser Seite bewusst nicht dargestellt.