Blutungsstörungen (Zyklusstörungen)
Prüfungsrelevanz: in 33 von 197 Prüfungsprotokollen · Rang 20
- Synonyme
- Hypermenorrhö, Menorrhagie, Metrorrhagie, Oligomenorrhö, Polymenorrhö, PALM-COEIN, Zwischenblutung, Zyklusstörung, unregelmäßige Periode, starke Regelblutung
- Fachgebiet
- Gynäkologie · Endokrinologie & Zyklus
- Bilder
- Endoskopie & Makro 1 · Sonographie 1
- Prüfungsrelevanz
- 33 von 197 Protokollen · Rang 20
- In der App
- 4 Karteikarten · GynFuchs
- Stand
- 10/2026 · Dr. Pascal Bafteh
Inhalt
Bilder (2)
Endoskopie & Makro
SonographieDefinition
Der normale Zyklus als Maßstab
- Normale Zykluslänge: 24 bis 38 Tage.
- Normale Blutungsdauer: bis zu 8 Tage.
- Normaler Blutverlust: 30 bis 80 ml pro Blutung.
- Wie man die Menge praktisch erfasst: Vorlagen-/Tamponverbrauch, Koagel.
Einteilung
Störungen des Rhythmus
- Oligomenorrhoe: Zyklusintervall > 38 Tage.
- Polymenorrhoe: Zyklusintervall < 24 Tage.
- Primäre Amenorrhoe: nie eingetretene Menstruation.
- Sekundäre Amenorrhoe: Ausbleiben für > 3 Monate.
Störungen der Stärke und Dauer
- Hypermenorrhoe: zu starke Blutung (> 80 ml/Zyklus).
- Hypomenorrhoe: zu schwache Regelblutung.
- Menorrhagie: zu lange Blutung (> 8 Tage).
- Metrorrhagie: azyklische Dauerblutung ohne Rhythmus.
- Zusatzblutung: intermenstruelle Blutung.
- Postmenopausenblutung: Blutung nach > 12 Monaten Amenorrhoe.
Sonderfälle
- Dysmenorrhoe: schmerzhafte Regelblutung.
- Kontaktblutung: Blutung nach Verkehr/Untersuchung.
- Was jede Postmenopausenblutung erzwingt: eine Ursachenabklärung.
Ätiopathogenese
Idee hinter dem Kürzel
- Was PALM-COEIN ordnet: Ursachen der AUB bei nicht schwangeren Frauen.
- Die Trennlinie im Kürzel: PALM: strukturelle, COEIN: nicht strukturelle Ursachen.
PALM — die strukturellen Ursachen
- P: Polyp (endometrial, zervikal).
- A: Adenomyosis uteri.
- L: Leiomyom (FIGO-klassifiziert).
- M: Malignität und Hyperplasie.
- Welche Myome typischerweise stark bluten lassen: submuköse und cavumverformende.
COEIN — die nicht strukturellen Ursachen
- C: Coagulopathie.
- O: Ovulatorische Dysfunktion.
- E: Endometriale Dysfunktion.
- I: Iatrogene Ursachen.
- N: Nicht klassifiziert.
- Die häufigste Gerinnungsstörung dahinter: Von-Willebrand-Syndrom.
Die anovulatorische Blutung
- Was fehlt: Eisprung und Progesteronphase.
- Folge am Endometrium: Instabile Proliferation durch Östrogen.
- Typische Lebensphasen: Jahre nach Menarche und Perimenopause.
- Die klassische endokrine Ursache im mittleren Alter: PCOS mit Anovulation und Hyperandrogenismus.
Klinik
Jugendliche
- Häufigste Ursache unregelmäßiger Blutungen in den ersten Jahren: Anovulation bei unreifer HPO-Achse.
- Vor allem auszuschließen: Gerinnungsstörung (v. a. Von-Willebrand).
- Bei primärer Amenorrhoe mit zyklischen Schmerzen: Abflussobstruktion (Hymen, Vaginalseptum).
- Untersuchung in dieser Altersgruppe: Inspektion, abdominelle Sonographie.
Perimenopausale
- Warum die Blutungen unregelmäßig werden: Anovulatorische Zyklen, Östrogenschwankung.
- Bei Endometriumverdickung mit Blutungsstörung: Hysteroskopie mit fraktionierter Abrasio.
Weitere Fakten aus den Lernfragen
- Die sekundäre Amenorrhoe ist das Ausbleiben der Menstruation für mehr als drei Monate bei einer Frau, die zuvor bereits Zyklen hatte.
- Die Polymenorrhoe ist eine Rhythmusstörung.
- Sie ist durch verkürzte Zyklusintervalle von weniger als 24 Tagen charakterisiert.
- Eine Blutung, die nach Geschlechtsverkehr oder einer gynäkologischen Untersuchung auftritt, wird als Kontaktblutung bezeichnet.
- Sie erfordert stets eine Abklärung, beginnend mit der Inspektion der Portio.
- Die Oligomenorrhoe ist eine Rhythmusstörung.
- Sie ist durch verlängerte Zyklusintervalle von mehr als 38 Tagen definiert.
- Eine Menorrhagie ist eine zu lange Blutung (über etwa acht Tage hinaus).
- Eine zu starke Blutung wird als Hypermenorrhoe (heavy menstrual bleeding) bezeichnet.
- Das „P“ im PALM-Akronym steht für Polypen, die sowohl im Endometrium als auch in der Zervix auftreten können.
Weiterlernen in der App
Weiterführende Literatur (Auswahl)
Querverweise
Hinweis: Lerninhalt aus der GynFuchs-App (Karteikarten, Prüfungsfragen, Bildfälle) für die ärztliche Aus- und Weiterbildung – keine Behandlungsempfehlung und kein Ersatz für Diagnose oder Therapieentscheidung im Einzelfall. Therapie und Vorgehen werden auf dieser Seite bewusst nicht dargestellt.