Geburtsverletzungen (Dammriss, Sphinkterverletzung)
Prüfungsrelevanz: in 12 von 197 Prüfungsprotokollen · Rang 59
- Synonyme
- Dammriss Grad III, Sphinkterverletzung, OASI, Geburtsverletzung, Dammriss
- Fachgebiet
- Geburtshilfe · Geburt & Wochenbett
- Bilder
- Schema 3
- Prüfungsrelevanz
- 12 von 197 Protokollen · Rang 59
- In der App
- 1 Karteikarten · GynFuchs
- Stand
- 10/2026 · Dr. Pascal Bafteh
Inhalt
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Schema
Schema
SchemaDefinition
- Geburtsverletzungen sind unter der Geburt spontan oder im Zusammenhang mit einer Episiotomie entstehende Risse von Damm, Labien, Vagina und Zervix; Dammrisse III. und IV. Grades werden als geburtshilfliche Analsphinkterverletzungen (OASIS) bezeichnet.
Einteilung
Dammrisse
- Grad I: Haut/Schleimhaut, II: Dammmuskulatur.
- Grad III den Sphinkter, IV auch die Rektumschleimhaut.
- Die Untergliederung lautet 3a <50% EAS, 3b >50% EAS, 3c IAS.
- Dammrisse werden in vier Grade eingeteilt (Einteilung u. a. des RCOG): Grad I betrifft nur Haut bzw. Schleimhaut, Grad II zusätzlich die Dammmuskulatur ohne Analsphinkter.
- Grad III betrifft den Analsphinkterkomplex (3a: unter 50 % der Dicke des externen Sphinkters, 3b: über 50 %, 3c: zusätzlich interner Sphinkter), Grad IV zusätzlich das Anal- bzw. Rektumepithel.
Vorkommen & Epidemiologie
Epidemiologie
- Dammverletzungen sind bei vaginalen Geburten häufig, meist handelt es sich um Risse I. oder II. Grades; Analsphinkterverletzungen betreffen in den USA etwa 4 bis 11 % der vaginalen Geburten, in anderen Ländern werden deutlich niedrigere Raten berichtet.
Ätiopathogenese
Ätiologie und Risikofaktoren
- Risikofaktoren sind Erstparität, Zangen- oder Saugglockengeburt, großes Kind, bestimmte kindliche Einstellungen wie die persistierende hintere Hinterhauptseinstellung, mütterliches Alter und Ethnie (etwa asiatische Herkunft) sowie die mediane Episiotomie.
Klinik
Klinik und Komplikationen
- Die meisten Risse heilen ohne Folgen; schwere Risse können zu anhaltenden Schmerzen, sexueller Dysfunktion, Beckenbodenfunktionsstörungen und Inkontinenz führen.
- Analsphinkterverletzungen sind die Hauptursache einer späteren Analinkontinenz bei Frauen; weitere Komplikationen sind Infektion, Wunddehiszenz und Dyspareunie.
Diagnostik
- Entscheidend ist, schwere Risse sofort zu erkennen und ihr volles Ausmaß festzustellen, insbesondere eine Beteiligung des Analsphinkters.
Weiterlernen in der App
Weiterführende Literatur (Auswahl)
Querverweise
Hinweis: Lerninhalt aus der GynFuchs-App (Karteikarten, Prüfungsfragen, Bildfälle) für die ärztliche Aus- und Weiterbildung – keine Behandlungsempfehlung und kein Ersatz für Diagnose oder Therapieentscheidung im Einzelfall. Therapie und Vorgehen werden auf dieser Seite bewusst nicht dargestellt.