Zervixdysplasie (CIN)
Prüfungsrelevanz: in 44 von 197 Prüfungsprotokollen · Rang 8
- Synonyme
- CIN, zervikale intraepitheliale Neoplasie, Portiodysplasie, HSIL, LSIL, Zellveränderungen am Muttermund, auffälliger Pap, Krebsvorstufe Gebärmutterhals
- Fachgebiet
- Gynäkologie · Zervix & HPV
- Bilder
- Kolposkopie 10 · Klinik 2
- Prüfungsrelevanz
- 44 von 197 Protokollen · Rang 8
- In der App
- 4 Karteikarten · GynFuchs
- Stand
- 10/2026 · Dr. Pascal Bafteh
Inhalt
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Kolposkopie
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Kolposkopie
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Kolposkopie
KolposkopieDefinition
Was die Transformationszone ist
- Die TZ ist der Bezirk zwischen ursprünglicher und aktueller Plattenepithel-Zylinderepithel-Grenze — dort entsteht über die squamöse Metaplasie praktisch jede Dysplasie.
Einteilung
Die drei Typen
- Typ 1: TZ vollständig ektozervikal und vollständig einsehbar.
- Typ 2: TZ reicht endozervikal, ist aber mit Hilfsmitteln vollständig einsehbar.
- Typ 3: TZ endozervikal und nicht vollständig einsehbar — Kolposkopie inadäquat.
Münchner Nomenklatur III (Zytologie)
- PAP II-a: unauffällig, aber auffällige Vorgeschichte — deshalb eigene Gruppe.
- PAP IIID1: zytologisch leichte Dysplasie, Korrelat CIN I.
- PAP IIID2: zytologisch mäßige Dysplasie, Korrelat CIN II.
- PAP IVa: schwere Dysplasie bzw. Carcinoma in situ, Korrelat CIN III.
- PAP IVb: wie IVa, zusätzlich Invasion nicht auszuschließen.
- PAP V: Zellen eines invasiven Karzinoms.
Ätiopathogenese
Wanderung über das Leben
- Vor der Menarche: die Grenze liegt endozervikal, also innen.
- Junge, geschlechtsreife Frau: durch Östrogen und Ektropionierung liegt sie ektop auf der Portio, das Zylinderepithel ist sichtbar.
Klinik
Weitere Fakten aus den Lernfragen
- Postmenopausal zieht sich die Plattenepithel-Zylinderepithel-Grenze nach intrazervikal zurück.
- Dies führt häufig zu einer Transformationszone vom Typ 3.
- Eine Transformationszone vom Typ 3 reicht endozervikal und ist definitionsgemäß nicht vollständig einsehbar.
- Eine Kolposkopie gilt in diesem Fall als inadäquat.
- Bei einer Transformationszone vom Typ 1 ist die gesamte Zone auf der Ektozervix lokalisiert.
- Sie ist daher bei der Untersuchung vollständig einsehbar.
- Bei der jungen, geschlechtsreifen Frau führt der Östrogeneinfluss zu einer Ektropionierung.
- Dabei wird Zylinderepithel auf die Portiooberfläche verlagert, die Grenze liegt ektop.
- Da bei einer TZ Typ 3 der endozervikale Anteil nicht einsehbar ist, ist bei einem auffälligen Befund eine Gewebegewinnung aus dem Zervikalkanal erforderlich.
- Der Befund PAP IIID1 beschreibt zytologisch eine leichte Dysplasie.
Diagnostik
Essigprobe
- Konzentration: 3–5 % Essigsäure.
- Wirkprinzip: reversible Koagulation von Kernproteinen — kernreiche dysplastische Areale werden weiß.
- Deshalb wird dysplastisches, kernreiches Epithel essigweiß.
- Prognostisch wichtig: Schnelligkeit und Intensität der Weißfärbung — schnell und dicht spricht für hochgradig.
Schiller-Jodprobe (Lugol)
- Angefärbt wird reifes, glykogenreiches unverhorntes Plattenepithel — es wird mahagonibraun.
- Jodnegativ (hell) bleiben deshalb: dysplastisches Epithel, Zylinderepithel und atrophes Epithel.
Minor Changes (Grade 1)
- Zart essigweißes Areal mit unscharfer, geographischer Begrenzung.
- Feine Punktierung und feines Mosaik — kleines, regelmäßiges Gefäßmuster.
- Langsame und schwache, rasch verblassende Essigreaktion.
- Histologisches Korrelat meist CIN I.
Major Changes (Grade 2)
- Dichtes, schnell auftretendes Essigweiß mit scharfer Grenze.
- Prominente, offene Drüsenausführungsgänge mit weißem Randwall.
- Histologisches Korrelat meist CIN II oder CIN III.
Invasionsverdacht
- Atypische Gefäße mit Kalibersprungen und Gefäßabbrüchen sind die entscheidenden Zeichen.
- Dazu: exophytische oder ulzerierte Läsion, brüchiges, leicht blutendes Gewebe, unregelmäßige Oberfläche.
Typische Bildbefunde
- Kolposkopie (Essigweißes Epithel): Ein kräftig, dicht und scharf begrenzt weiß aufleuchtendes Areal liegt an der Transformationszone und reicht bis an den Muttermund. Das Weiß erscheint rasch und hält an; die Ränder sind glatt abgesetzt, nicht ausgefranst.
- Kolposkopie (Essigweißes Epithel): Rings um den Muttermund leuchtet ein geschlossener, dichter weißer Saum auf, der sich scharf gegen das umgebende rosige Epithel absetzt. Die Weißfärbung ist kräftig und hält an; Gefäßmuster sind darin nicht zu erkennen.
- Kolposkopie (Mosaik): Im weißen Areal zeichnet sich ein regelmäßiges, feinmaschiges Netz roter Linien ab, das kleine, gleich große weiße Felder umrandet. Die Maschen sind eng und gleichförmig.
- Kolposkopie (Mosaik): Im weißen Bezirk zeichnet sich ein grobmaschiges Netz roter Linien ab, das ungleich große, deutlich voneinander abgesetzte weiße Felder umrandet. Die Felder sind größer und unregelmäßiger als bei einem feinen Muster, einzelne Maschen sind weit.
Weiterlernen in der App
Weiterführende Literatur (Auswahl)
Querverweise
Hinweis: Lerninhalt aus der GynFuchs-App (Karteikarten, Prüfungsfragen, Bildfälle) für die ärztliche Aus- und Weiterbildung – keine Behandlungsempfehlung und kein Ersatz für Diagnose oder Therapieentscheidung im Einzelfall. Therapie und Vorgehen werden auf dieser Seite bewusst nicht dargestellt.