Präeklampsie

Prüfungsrelevanz: in 42 von 197 Prüfungsprotokollen · Rang 9

Synonyme
Gestose, EPH-Gestose, Schwangerschaftsvergiftung, sFlt-1/PlGF, Pfropfpräeklampsie, Bluthochdruck in der Schwangerschaft
Fachgebiet
Geburtshilfe · Schwangerschaftserkrankungen
Bilder
Sonographie 5 · Klinik 1
Prüfungsrelevanz
42 von 197 Protokollen · Rang 9
In der App
4 Karteikarten · GynFuchs
Stand
10/2026 · Dr. Pascal Bafteh
Inhalt
  1. Bilder (6)
  2. Definition
  3. Einteilung
  4. Ätiopathogenese
  5. Klinik
  6. Diagnostik
  7. Weiterlernen in der App
  8. Weiterführende Literatur (Auswahl)
  9. Querverweise

Bilder (6)

Präeklampsie – Sonographie: A. uterina mit hohem systolischem Gipfel, niedrigen diastolischen Geschwindigkeiten und postsystolischem Notch (Foto: Ackah JA, Mensah WS, Chen X, Dyer E, Chukwanugo UC, Ven Emery C, …Sonographie
A. uterina mit hohem systolischem Gipfel, niedrigen diastolischen Geschwindigkeiten und postsystolischem Notch (Foto: Ackah JA, Mensah WS, Chen X, Dyer E, Chukwanugo UC, Ven Emery C, …Bild: Ackah JA, Mensah WS, Chen X, Dyer E, Chukwanugo UC, Ven Emery C, Akudjedu TN. (Archives of gynecology and obstetrics, 2026) · CC BY 4.0 · Quelle · Ausschnitt
Präeklampsie – Klinik: A. umbilicalis mit erhöhtem Widerstand (Präeklampsie)
A. umbilicalis mit erhöhtem Widerstand (Präeklampsie)Bild: Godfrey MR, Atwiine F, Atukunda EC, Celi LA, Mwavu R, Kaggwa F, Haberer JE, Wasswa W. (Cureus, 2026) · CC BY 4.0 · Quelle
Präeklampsie – Sonographie: Normale A. uterina ohne Notch: vorwärtsgerichtete Kurve mit hohem diastolischem Fluss (Foto: Ackah JA, Mensah WS, Chen X, Dyer E, Chukwanugo UC, Ven Emery C, Akudjedu TN. (Archives of …Sonographie
Normale A. uterina ohne Notch: vorwärtsgerichtete Kurve mit hohem diastolischem Fluss (Foto: Ackah JA, Mensah WS, Chen X, Dyer E, Chukwanugo UC, Ven Emery C, Akudjedu TN. (Archives of …Bild: Ackah JA, Mensah WS, Chen X, Dyer E, Chukwanugo UC, Ven Emery C, Akudjedu TN. (Archives of gynecology and obstetrics, 2026) · CC BY 4.0 · Quelle · Ausschnitt
Präeklampsie – Sonographie: Doppler der rechten A. uterina bei Präeklampsie mit Pulsatilitätsindex 1,07 (Foto: Godfrey MR, Atwiine F, Atukunda EC, Celi LA, Mwavu R, Kaggwa F, Haberer JE, Wasswa W. (Cureus, 2026), …Sonographie
Doppler der rechten A. uterina bei Präeklampsie mit Pulsatilitätsindex 1,07 (Foto: Godfrey MR, Atwiine F, Atukunda EC, Celi LA, Mwavu R, Kaggwa F, Haberer JE, Wasswa W. (Cureus, 2026), …Bild: Godfrey MR, Atwiine F, Atukunda EC, Celi LA, Mwavu R, Kaggwa F, Haberer JE, Wasswa W. (Cureus, 2026) · CC BY 4.0 · Quelle
Präeklampsie – Sonographie: Anlotung und Kurvenform der fetalen A. cerebri media bei der Überwachung einer Präeklampsie (Foto: Godfrey MR, Atwiine F, Atukunda EC, Celi LA, Mwavu R, Kaggwa F, Haberer JE, Wasswa W. …Sonographie
Anlotung und Kurvenform der fetalen A. cerebri media bei der Überwachung einer Präeklampsie (Foto: Godfrey MR, Atwiine F, Atukunda EC, Celi LA, Mwavu R, Kaggwa F, Haberer JE, Wasswa W. …Bild: Godfrey MR, Atwiine F, Atukunda EC, Celi LA, Mwavu R, Kaggwa F, Haberer JE, Wasswa W. (Cureus, 2026) · CC BY 4.0 · Quelle
Präeklampsie – Sonographie: A. umbilicalis mit reversem diastolischem Fluss in 27+4 SSW bei schwerer Präeklampsie (Foto: Ackah JA, Mensah WS, Chen X, Dyer E, Chukwanugo UC, Ven Emery C, Akudjedu TN. (Archives of …Sonographie
A. umbilicalis mit reversem diastolischem Fluss in 27+4 SSW bei schwerer Präeklampsie (Foto: Ackah JA, Mensah WS, Chen X, Dyer E, Chukwanugo UC, Ven Emery C, Akudjedu TN. (Archives of …Bild: Ackah JA, Mensah WS, Chen X, Dyer E, Chukwanugo UC, Ven Emery C, Akudjedu TN. (Archives of gynecology and obstetrics, 2026) · CC BY 4.0 · Quelle · Ausschnitt
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Definition

Definition und Diagnosekriterien

  • Eine Präeklampsie wird definiert durch einen neu aufgetretenen Blutdruck von ≥ 140/90 mmHg nach 20+0 SSW.
  • Entscheidend für die Diagnose ist, dass die Proteinurie nicht mehr obligat ist.

Einteilung

Formen und Risikofaktoren

  • Die frühe Präeklampsie (vor 34+0 SSW) ist typischerweise plazentar bedingt und mit FGR assoziiert.
  • Der stärkste einzelne Risikofaktor für die Entwicklung einer Präeklampsie ist Präeklampsie in Anamnese.
  • Weitere wichtige Risikofaktoren sind chronische Hypertonie, Nierenerkrankungen, Diabetes mellitus und Autoimmunerkrankungen (SLE, APS).

Präeklampsie und Pfropfpräeklampsie

  • Eine Präeklampsie liegt vor, wenn zu einer Gestationshypertonie eine Proteinurie oder mindestens eine andere maternale Organmanifestation beziehungsweise eine uteroplazentare Dysfunktion hinzukommt.
  • Die frühere Einteilung in „leichte“ und „schwere“ Präeklampsie wurde aufgegeben; stattdessen werden heute die Organmanifestationen benannt.
  • Entwickelt sich eine Präeklampsie auf dem Boden einer vorbestehenden Hypertonie, spricht man von einer Pfropfpräeklampsie.

Sonderformen und Diagnostik

  • Das HELLP-Syndrom und die Eklampsie gelten als schweren Verlaufsform und nicht als eigene Grundkategorien.

Ätiopathogenese

Die gestörte Plazentation

  • Das Zweistufenmodell beginnt mit einer unvollständigen Invasion des Trophoblasten in die Spiralarterien.
  • In der Folge bleibt der physiologische Umbau in weitgestellte, widerstandsarme Gefäße unvollständig.
  • Die Konsequenz dieser ersten Stufe ist eine plazentaren Malperfusion mit oxidativem Stress, was die zweite Stufe der Erkrankung einleitet.

Antiangiogenese und Endothelschaden

  • Die ischämische Plazenta setzt vermehrt antiangiogene Faktoren frei, vor allem sFlt-1 (lösliche Form des VEGF-Rezeptors 1) und Endoglin.
  • sFlt-1 führt zu einem Mangel an freien proangiogenen Faktoren, indem es PlGF und VEGF bindet und inaktiviert.
  • Das klinische Ergebnis ist eine generalisierte Endotheldysfunktion mit Hypertonie, Ödemen und Proteinurie.

Klinik

Klinische Organbeteiligungen

  • Eine Leberbeteiligung äußert sich durch rechtsseitige oder epigastrische Oberbauchschmerzen sowie durch Transaminasen, die über dem Doppelten der Norm liegen.
  • Hämatologische Zeichen umfassen eine Thrombozytopenie mit Werten < 100.000/µl, Hämolyse oder eine disseminierte intravasale Koagulopathie.
  • Zu den neurologischen Symptomen zählen neu aufgetretene Kopfschmerzen, Sehstörungen wie Flimmerskotome oder Hyperreflexie und Klonus.
  • Eine uteroplazentare Manifestation kann sich als Wachstumsrestriktion/path. Doppler zeigen.

Weitere Fakten aus den Lernfragen

  • Für die Diagnose genügt bei fehlender Proteinurie eine einzelne andere neu aufgetretene Organmanifestation.
  • Die Diagnosekriterien erfordern Bluthochdruck plus entweder Proteinurie oder eine andere Organbeteiligung.
  • Ein Zustand nach Präeklampsie in einer vorangegangenen Schwangerschaft ist der stärkste einzelne Risikofaktor.
  • Weitere Risikofaktoren sind u.a. chronische Hypertonie, Diabetes mellitus und Autoimmunerkrankungen.
  • Als Grenzwert für eine relevante Thrombozytopenie im Rahmen der Präeklampsie gelten Werte unter 100.000 pro µl.
  • Werte zwischen 100.000 und 150.000 pro µl sind zwar erniedrigt, definieren aber nicht das hämatologische Kriterium.
  • Eine Leberbeteiligung kann sich durch rechtsseitige oder epigastrische Oberbauchschmerzen zeigen.
  • Ein Anstieg der Transaminasen auf über das Doppelte des Normwertes ist ein diagnostisches Kriterium.
  • Die Definition einer schweren Hypertonie in der Schwangerschaft liegt bei Blutdruckwerten von 160/110 mmHg oder höher.
  • Wenn bei einer Patientin mit einer vorbestehenden, chronischen Hypertonie die Kriterien einer Präeklampsie neu auftreten, wird dies als Pfropfpräeklampsie bezeichnet.

Diagnostik

Diagnostische Korrelate

  • Ein sonographisches Korrelat der gestörten Invasion in der ersten Stufe ist ein erhöhtem PI und Notch in den Aa. uterinae.
  • Das zentrale Laborkorrelat der zweiten Stufe ist der erhöhten sFlt-1/PlGF-Quotienten.
  • Ein niedriger sFlt-1/PlGF-Quotient schließt Präeklampsie kurzfristig aus.

Anamnese und klinische Untersuchung

  • Zur klinischen Untersuchung gehören neben der standardisierten Blutdruckmessung und Lungenauskultation die Prüfung des Reflexstatus mit Prüfung auf Klonus.
  • Eine rasche Ödem- und Gewichtszunahme ist ebenfalls ein wichtiges wichtiges Warnsymptom.

Labor- und Urindiagnostik

  • Die Urinuntersuchung umfasst den Teststreifen sowie die Bestimmung der Protein-Kreatinin-Ratio.
  • Das sogenannte HELLP-Labor umfasst neben dem Blutbild insbesondere Haptoglobin, LDH sowie Transaminasen (GOT, GPT).
  • Ein spezifischer Marker zur Risikostratifizierung ist der sFlt-1/PlGF-Quotient im Serum.

Typische Bildbefunde

  • Sonographie (Notch der A. uterina): Die Kurve steigt steil an und fällt danach ab, bis unmittelbar nach der Systole eine deutliche Einkerbung entsteht; erst danach läuft der diastolische Fluss auf niedrigem Niveau weiter. Das Muster wiederholt sich bei jedem Herzschlag gleichförmig.

Weiterlernen in der App

In der GynFuchs-App lernst du Präeklampsie mit Karteikarten, Prüfungsfragen und Bildaufgaben (Kolposkopie, Sonographie, CTG) – kostenlos, im Browser oder als App.

In der App: 4 Karteikarten zu diesem Thema

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Weiterführende Literatur (Auswahl)

  1. StatPearls: Preeclampsia (NCBI Bookshelf)
  2. WHO Fact sheet: Pre-eclampsia
  3. DocCheck Flexikon, Präeklampsie
  4. DocCheck Flexikon, Schwangerschaftsinduzierte Hypertonie

Querverweise

Hinweis: Lerninhalt aus der GynFuchs-App (Karteikarten, Prüfungsfragen, Bildfälle) für die ärztliche Aus- und Weiterbildung – keine Behandlungsempfehlung und kein Ersatz für Diagnose oder Therapieentscheidung im Einzelfall. Therapie und Vorgehen werden auf dieser Seite bewusst nicht dargestellt.