Präeklampsie
Prüfungsrelevanz: in 42 von 197 Prüfungsprotokollen · Rang 9
- Synonyme
- Gestose, EPH-Gestose, Schwangerschaftsvergiftung, sFlt-1/PlGF, Pfropfpräeklampsie, Bluthochdruck in der Schwangerschaft
- Fachgebiet
- Geburtshilfe · Schwangerschaftserkrankungen
- Bilder
- Sonographie 5 · Klinik 1
- Prüfungsrelevanz
- 42 von 197 Protokollen · Rang 9
- In der App
- 4 Karteikarten · GynFuchs
- Stand
- 10/2026 · Dr. Pascal Bafteh
Inhalt
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Sonographie
Sonographie
Sonographie
Sonographie
SonographieDefinition
Definition und Diagnosekriterien
- Eine Präeklampsie wird definiert durch einen neu aufgetretenen Blutdruck von ≥ 140/90 mmHg nach 20+0 SSW.
- Entscheidend für die Diagnose ist, dass die Proteinurie nicht mehr obligat ist.
Einteilung
Formen und Risikofaktoren
- Die frühe Präeklampsie (vor 34+0 SSW) ist typischerweise plazentar bedingt und mit FGR assoziiert.
- Der stärkste einzelne Risikofaktor für die Entwicklung einer Präeklampsie ist Präeklampsie in Anamnese.
- Weitere wichtige Risikofaktoren sind chronische Hypertonie, Nierenerkrankungen, Diabetes mellitus und Autoimmunerkrankungen (SLE, APS).
Präeklampsie und Pfropfpräeklampsie
- Eine Präeklampsie liegt vor, wenn zu einer Gestationshypertonie eine Proteinurie oder mindestens eine andere maternale Organmanifestation beziehungsweise eine uteroplazentare Dysfunktion hinzukommt.
- Die frühere Einteilung in „leichte“ und „schwere“ Präeklampsie wurde aufgegeben; stattdessen werden heute die Organmanifestationen benannt.
- Entwickelt sich eine Präeklampsie auf dem Boden einer vorbestehenden Hypertonie, spricht man von einer Pfropfpräeklampsie.
Sonderformen und Diagnostik
- Das HELLP-Syndrom und die Eklampsie gelten als schweren Verlaufsform und nicht als eigene Grundkategorien.
Ätiopathogenese
Die gestörte Plazentation
- Das Zweistufenmodell beginnt mit einer unvollständigen Invasion des Trophoblasten in die Spiralarterien.
- In der Folge bleibt der physiologische Umbau in weitgestellte, widerstandsarme Gefäße unvollständig.
- Die Konsequenz dieser ersten Stufe ist eine plazentaren Malperfusion mit oxidativem Stress, was die zweite Stufe der Erkrankung einleitet.
Antiangiogenese und Endothelschaden
- Die ischämische Plazenta setzt vermehrt antiangiogene Faktoren frei, vor allem sFlt-1 (lösliche Form des VEGF-Rezeptors 1) und Endoglin.
- sFlt-1 führt zu einem Mangel an freien proangiogenen Faktoren, indem es PlGF und VEGF bindet und inaktiviert.
- Das klinische Ergebnis ist eine generalisierte Endotheldysfunktion mit Hypertonie, Ödemen und Proteinurie.
Klinik
Klinische Organbeteiligungen
- Eine Leberbeteiligung äußert sich durch rechtsseitige oder epigastrische Oberbauchschmerzen sowie durch Transaminasen, die über dem Doppelten der Norm liegen.
- Hämatologische Zeichen umfassen eine Thrombozytopenie mit Werten < 100.000/µl, Hämolyse oder eine disseminierte intravasale Koagulopathie.
- Zu den neurologischen Symptomen zählen neu aufgetretene Kopfschmerzen, Sehstörungen wie Flimmerskotome oder Hyperreflexie und Klonus.
- Eine uteroplazentare Manifestation kann sich als Wachstumsrestriktion/path. Doppler zeigen.
Weitere Fakten aus den Lernfragen
- Für die Diagnose genügt bei fehlender Proteinurie eine einzelne andere neu aufgetretene Organmanifestation.
- Die Diagnosekriterien erfordern Bluthochdruck plus entweder Proteinurie oder eine andere Organbeteiligung.
- Ein Zustand nach Präeklampsie in einer vorangegangenen Schwangerschaft ist der stärkste einzelne Risikofaktor.
- Weitere Risikofaktoren sind u.a. chronische Hypertonie, Diabetes mellitus und Autoimmunerkrankungen.
- Als Grenzwert für eine relevante Thrombozytopenie im Rahmen der Präeklampsie gelten Werte unter 100.000 pro µl.
- Werte zwischen 100.000 und 150.000 pro µl sind zwar erniedrigt, definieren aber nicht das hämatologische Kriterium.
- Eine Leberbeteiligung kann sich durch rechtsseitige oder epigastrische Oberbauchschmerzen zeigen.
- Ein Anstieg der Transaminasen auf über das Doppelte des Normwertes ist ein diagnostisches Kriterium.
- Die Definition einer schweren Hypertonie in der Schwangerschaft liegt bei Blutdruckwerten von 160/110 mmHg oder höher.
- Wenn bei einer Patientin mit einer vorbestehenden, chronischen Hypertonie die Kriterien einer Präeklampsie neu auftreten, wird dies als Pfropfpräeklampsie bezeichnet.
Diagnostik
Diagnostische Korrelate
- Ein sonographisches Korrelat der gestörten Invasion in der ersten Stufe ist ein erhöhtem PI und Notch in den Aa. uterinae.
- Das zentrale Laborkorrelat der zweiten Stufe ist der erhöhten sFlt-1/PlGF-Quotienten.
- Ein niedriger sFlt-1/PlGF-Quotient schließt Präeklampsie kurzfristig aus.
Anamnese und klinische Untersuchung
- Zur klinischen Untersuchung gehören neben der standardisierten Blutdruckmessung und Lungenauskultation die Prüfung des Reflexstatus mit Prüfung auf Klonus.
- Eine rasche Ödem- und Gewichtszunahme ist ebenfalls ein wichtiges wichtiges Warnsymptom.
Labor- und Urindiagnostik
- Die Urinuntersuchung umfasst den Teststreifen sowie die Bestimmung der Protein-Kreatinin-Ratio.
- Das sogenannte HELLP-Labor umfasst neben dem Blutbild insbesondere Haptoglobin, LDH sowie Transaminasen (GOT, GPT).
- Ein spezifischer Marker zur Risikostratifizierung ist der sFlt-1/PlGF-Quotient im Serum.
Typische Bildbefunde
- Sonographie (Notch der A. uterina): Die Kurve steigt steil an und fällt danach ab, bis unmittelbar nach der Systole eine deutliche Einkerbung entsteht; erst danach läuft der diastolische Fluss auf niedrigem Niveau weiter. Das Muster wiederholt sich bei jedem Herzschlag gleichförmig.
Weiterlernen in der App
Weiterführende Literatur (Auswahl)
Querverweise
Hinweis: Lerninhalt aus der GynFuchs-App (Karteikarten, Prüfungsfragen, Bildfälle) für die ärztliche Aus- und Weiterbildung – keine Behandlungsempfehlung und kein Ersatz für Diagnose oder Therapieentscheidung im Einzelfall. Therapie und Vorgehen werden auf dieser Seite bewusst nicht dargestellt.