Uterusruptur
Prüfungsrelevanz: in 10 von 197 Prüfungsprotokollen · Rang 66
- Synonyme
- Gebärmutterriss, Narbenruptur, Bandl-Furche, Narbendehiszenz
- Fachgebiet
- Geburtshilfe · Geburt & Wochenbett
- Prüfungsrelevanz
- 10 von 197 Protokollen · Rang 66
- In der App
- 2 Karteikarten · GynFuchs
- Stand
- 10/2026 · Dr. Pascal Bafteh
Inhalt
Definition
- Die Uterusruptur ist die vollständige Durchtrennung aller drei Wandschichten des Uterus (Endometrium, Myometrium, Perimetrium); sie tritt in der Spätschwangerschaft vor oder unter der Geburt auf.
- Bei der Dehiszenz ist die Wand nur unvollständig durchtrennt, mitunter mit einem „Fenster“, durch das der Fetus sichtbar ist; sie ist oft ein Zufallsbefund ohne Symptome.
Einteilung
Sonderformen
- Die Dehiszenz einer alten Narbe unterscheidet sich von der kompletten Ruptur dadurch, dass Serosa intakt, Kind im Cavum uteri.
Vorkommen & Epidemiologie
Epidemiologie
- Die Uterusruptur ist selten und ereignet sich am häufigsten entlang einer verheilten Narbe nach früherer Sectio; sie kann aber auch am unvernarbten Uterus auftreten.
Ätiopathogenese
Risikosituation
- Das Rupturrisiko nach einer Sectio liegt bei etwa 0,5–1 %.
- Die Periduralanästhesie ist erlaubt, kann aber die typischen Schmerzen verschleiern.
Risikokonstellationen
- Merke: die Ruptur ist nicht auf die Geburt beschränkt und kann sich auch außerhalb der Wehen als akutes Abdomen präsentieren.
Klinik
Zeichen
- Die Bandl-Furche ist Einziehung zw. Korpus & unterem Segment.
- Oft ist das CTG das erste Zeichen — typisch sind Variable Dezelerationen, prolongierte Bradykardie.
- Ein weiteres Zeichen ist das Höhertreten des vorangehenden Teils.
Zeichen
- Plötzliche starke Schmerzen und Unruhe, aufsteigende Bandl-Furche, Sistieren der Wehen, vaginale Blutung, pathologisches CTG, Kreislaufinstabilität.
- Die Bandl-Furche ist eine sicht- und tastbare Einschnürung zwischen Korpus und überdehntem unteren Segment.
- Weiteres Zeichen: der vorangehende Teil steigt wieder hoch, weil das Kind in den Bauchraum tritt.
Klinik und Komplikationen
- Zeichen sind fetale Bradykardie, variable Dezelerationen, Zeichen der Hypovolämie, ein Höhenverlust des vorangehenden Teils und starke oder anhaltende Bauchschmerzen; der Uterus kann atonisch oder abnorm geformt und druckschmerzhaft sein.
- Die vaginale Blutung kann trotz großer intraabdomineller Blutung gering sein; Komplikationen sind mütterliche Blutung und Blasenverletzung, und befindet sich der Fetus in der Bauchhöhle, steigen Morbidität und Mortalität von Mutter und Kind erheblich.
Diagnostik
- Die Verdachtsdiagnose wird klinisch anhand von Risikofaktoren und Untersuchungsbefund gestellt; der Ultraschall kann eine Ruptur nicht sicher von einer Plazentalösung unterscheiden.
- Gesichert wird die Uterusruptur durch Laparotomie.
Weiterlernen in der App
Weiterführende Literatur (Auswahl)
Querverweise
Hinweis: Lerninhalt aus der GynFuchs-App (Karteikarten, Prüfungsfragen, Bildfälle) für die ärztliche Aus- und Weiterbildung – keine Behandlungsempfehlung und kein Ersatz für Diagnose oder Therapieentscheidung im Einzelfall. Therapie und Vorgehen werden auf dieser Seite bewusst nicht dargestellt.