Urogenitalfisteln (vesikovaginale Fistel)
Prüfungsrelevanz: in 2 von 197 Prüfungsprotokollen · Rang 144
- Fachgebiet
- Gynäkologie · Beckenboden & Urogynäkologie
- Bilder
- Klinik 1
- Prüfungsrelevanz
- 2 von 197 Protokollen · Rang 144
- Stand
- 10/2026 · Dr. Pascal Bafteh
Inhalt
Bilder (1)
Definition
- Abnorme Verbindung zwischen Harnblase und Vagina, die zu kontinuierlichem Urinverlust über die Scheide führt.
- Die vesikovaginale Fistel ist die häufigste Form der Harnwegsfisteln.
Ätiopathogenese
Ätiologie und Pathogenese
- In Industrieländern sind vesikovaginale Fisteln überwiegend iatrogen und gehen meist auf eine unbemerkte Blasenverletzung bei gynäkologischen Beckenprozeduren zurück.
- In Ländern mit geringen Ressourcen ist ein protrahierter, mechanisch behinderter Geburtsverlauf die häufigste Ursache, dessen Drucknekrose das Gewebe zwischen Blase und Scheide zerstört.
- Weitere Ursachen sind Malignome, radiogene Gewebeschäden, Entzündungen, Infektionen, Ischämie, Fremdkörper, Traumata und angeborene Fehlbildungen.
Klinik
- Leitsymptom ist der kontinuierliche Urinverlust aus der Scheide; daneben kommen rezidivierende Harnwegsinfekte vor.
- Iatrogene urogenitale Fisteln treten typischerweise als Frühkomplikation innerhalb der ersten 30 Tage auf.
Diagnostik
- Zur Abklärung gehören körperliche Untersuchung, Farbstofftest, Zystoskopie und CT-Urographie.
- Beim Methylenblautest wird der Farbstoff retrograd in die Blase eingebracht; die Blaufärbung eines vaginalen Tampons zeigt eine vesikovaginale Fistel an.
- Färbt sich der Tampon nach oral eingenommenem Phenazopyridin an, spricht das für eine ureterovaginale Fistel; beide Tests zusammen bilden den Doppelfarbstofftest.
- Eine Analyse der Vaginalflüssigkeit auf Harnstoff, Kreatinin und Kalium kann eine urogenitale Fistel nahelegen.
- Bei 12–25 % der vesikovaginalen Fisteln besteht zusätzlich eine ureterovaginale Fistel.
Weiterlernen in der App
Weiterführende Literatur (Auswahl)
Querverweise
Hinweis: Lerninhalt aus der GynFuchs-App (Karteikarten, Prüfungsfragen, Bildfälle) für die ärztliche Aus- und Weiterbildung – keine Behandlungsempfehlung und kein Ersatz für Diagnose oder Therapieentscheidung im Einzelfall. Therapie und Vorgehen werden auf dieser Seite bewusst nicht dargestellt.
