Medizinische Abkürzungen: Liste mit Bedeutung

Von Dr. Pascal Bafteh, Arzt · Stand 10/2026

Die häufigsten Abkürzungen aus Arztbrief, Befund, Übergabe und Rettungsdienst. Viele Abkürzungen sind mehrdeutig – dann stehen hier alle gängigen Bedeutungen, und der Zusammenhang entscheidet. Im Zweifel schreibt man im Arztbrief aus.

Alle Begriffe A–ZKörperteile & AnatomieOrganeLage- & RichtungsbezeichnungenKrankheitszeichen & SymptomeUntersuchungen & DiagnostikKrankheiten & Grundbegriffe
A. / V. / N. / M. / Lig. Arterie, Vene, Nerv, Muskel, Band
Lateinische Abkürzungen vor anatomischen Namen: A. = Arteria, V. = Vena, N. = Nervus, M. = Musculus, Lig. = Ligamentum; der Plural wird durch Verdoppeln gebildet (Aa., Vv., Nn., Mm., Ligg.).
a. e. am ehesten
Kennzeichnet die wahrscheinlichste Ursache oder Diagnose, z. B. „Fieber, a. e. viral“.
AA absolute Arrhythmie
Völlig unregelmäßiger Herzschlag, meist bei Vorhofflimmern („VHF mit AA“). Mehr: Vorhofflimmern →
ABCDE ABCDE-Schema
Prioritäten-Reihenfolge der Notfalluntersuchung: Airway (Atemweg), Breathing (Atmung), Circulation (Kreislauf), Disability (neurologischer Status), Exposure (Entkleiden, Gesamtuntersuchung).
ACS akutes Koronarsyndrom
Sammelbegriff für instabile Angina pectoris und Herzinfarkt (NSTEMI, STEMI). Mehr: Akutes Koronarsyndrom (Herzinfarkt, STEMI/NSTEMI) →
ADL Aktivitäten des täglichen Lebens
Englisch activities of daily living: grundlegende Alltagstätigkeiten wie Waschen, Anziehen, Essen; Maß für die Selbstständigkeit.
AF Atemfrequenz bzw. Vorhofflimmern
Im deutschen Befund meist Atemfrequenz (Atemzüge pro Minute); in englischsprachigen Texten atrial fibrillation (Vorhofflimmern).
ALT / AST Leberwerte
Alanin-Aminotransferase (ALT, früher GPT) und Aspartat-Aminotransferase (AST, früher GOT) – Enzyme, die bei Leberzellschäden ansteigen.
AP mehrdeutig
Angina pectoris (Brustenge), alkalische Phosphatase (Laborwert) oder anterior-posterior (Strahlengang beim Röntgen, „a.-p.“).
ARDS akutes Lungenversagen
Englisch acute respiratory distress syndrome: akutes, schweres Lungenversagen. Mehr: ARDS (akutes Atemnotsyndrom) →
AU Arbeitsunfähigkeit
Ärztlich bescheinigte Arbeitsunfähigkeit (AU-Bescheinigung).
AZ / EZ Allgemeinzustand / Ernährungszustand
Standardangaben im Aufnahmebefund, z. B. „Patient in reduziertem AZ und adipösem EZ“.
BB Blutbild
Kleines Blutbild; Diff-BB = Differenzialblutbild mit Aufschlüsselung der weißen Blutkörperchen.
bds. beidseits
Auf beiden Körperseiten (bilateral).
BGA Blutgasanalyse
Messung von Sauerstoff, Kohlendioxid, pH-Wert und Bikarbonat im Blut.
BMI Body-Mass-Index
Körpergewicht in kg geteilt durch das Quadrat der Körpergröße in m. Mehr: BMI-Rechner mit WHO-Einteilung →
BNP / NT-proBNP Herzschwäche-Marker
Brain natriuretic peptide bzw. seine Vorstufe: Laborwerte, die bei Belastung des Herzens, vor allem bei Herzinsuffizienz, ansteigen. Mehr: Herzinsuffizienz →
BSG Blutsenkung
Blutkörperchensenkungsgeschwindigkeit, ein unspezifischer Entzündungswert.
BWS / HWS / LWS Brust-, Hals-, Lendenwirbelsäule
Abschnitte der Wirbelsäule: HWS = Halswirbelsäule, BWS = Brustwirbelsäule, LWS = Lendenwirbelsäule.
BZ Blutzucker
Blutzuckerwert (Glukose im Blut).
Ca Karzinom bzw. Kalzium
Im Diagnosetext steht Ca für Karzinom (z. B. „Mamma-Ca“), im Labor für Kalzium (chemisches Zeichen).
CK Kreatinkinase
Muskelenzym, das bei Schäden der Skelett- oder Herzmuskulatur ansteigt. Mehr: Rhabdomyolyse →
COPD chronisch obstruktive Lungenerkrankung
Englisch chronic obstructive pulmonary disease, meist durch langjähriges Rauchen. Mehr: COPD (chronisch obstruktive Lungenerkrankung) →
CRP C-reaktives Protein
Entzündungswert im Blut, der vor allem bei bakteriellen Infektionen stark ansteigt.
CT / cCT Computertomographie
Schnittbildverfahren mit Röntgenstrahlen; cCT = kraniale CT (Kopf-CT).
CTG Kardiotokographie
Gleichzeitige Aufzeichnung von kindlichen Herztönen und Wehen. Mehr: CTG auswerten lernen: FIGO-Kriterien, Muster & Systematik →
CVI chronisch-venöse Insuffizienz
Dauerhafte Venenschwäche der Beine mit Blutstau. Mehr: Chronisch-venöse Insuffizienz →
DD Differenzialdiagnose
Andere Erkrankungen, die als Ursache infrage kommen und abgegrenzt werden müssen.
DM Diabetes mellitus
Zuckerkrankheit; „DM Typ 2“. Mehr: Diabetes mellitus Typ 2 (Zuckerkrankheit) →
DMS / pDMS Durchblutung, Motorik, Sensibilität
Kontrolle einer Gliedmaße auf (periphere) Durchblutung, Beweglichkeit und Gefühl.
DRU digital-rektale Untersuchung
Abtasten des Enddarms mit dem Finger.
ED Erstdiagnose bzw. erektile Dysfunktion
Mehrdeutig: im Arztbrief meist Erstdiagnose („ED 2019“), in der Urologie erektile Dysfunktion (Erektionsstörung).
EEG Elektroenzephalogramm
Aufzeichnung der Hirnströme.
EF Ejektionsfraktion
Auswurffraktion: Anteil des Blutes, den die linke Herzkammer pro Schlag auswirft; Maß der Pumpfunktion. Mehr: Herzinsuffizienz →
eFAST Notfall-Ultraschall
Extended Focused Assessment with Sonography for Trauma: schnelle Ultraschalluntersuchung bei Verletzten auf freie Flüssigkeit (Blut) in Bauch, Herzbeutel und Brustkorb sowie auf einen Pneumothorax.
eGFR geschätzte glomeruläre Filtrationsrate
Aus dem Kreatinin berechneter Wert für die Nierenfunktion. Mehr: eGFR-Rechner nach CKD-EPI 2021 →
EKG Elektrokardiogramm
Herzstromkurve.
ET errechneter Entbindungstermin
Errechneter Geburtstermin in der Schwangerschaft. Mehr: Geburtstermin-Rechner nach der Naegele-Regel →
FSP / KP Fachsprachprüfung / Kenntnisprüfung
Prüfungen für die Approbation ausländischer Ärztinnen und Ärzte in Deutschland: medizinische Fachsprache (FSP) und fachliche Gleichwertigkeit (KP). Mehr: Fachsprachprüfung & Kenntnisprüfung: kostenlos vorbereiten mit KLINIKFUCHS. →
G / P Gravida / Para
Anzahl der Schwangerschaften (G) und Geburten (P), z. B. „II G / I P“ für zwei Schwangerschaften, eine Geburt.
γ-GT Gamma-Glutamyltransferase
Leber- und Gallenwegsenzym im Blut, z. B. bei Gallenstau oder Alkoholschäden erhöht.
GCS Glasgow Coma Scale
Punktwert (3 bis 15) zur Einschätzung der Bewusstseinslage. Mehr: Glasgow Coma Scale (GCS) →
GIT Gastrointestinaltrakt
Magen-Darm-Trakt.
Hb Hämoglobin
Roter Blutfarbstoff; erniedrigt bei Blutarmut. Mehr: Anämie (Einteilung und Abklärung) →
HbA1c Langzeitblutzucker
Anteil des „verzuckerten“ Hämoglobins; spiegelt den durchschnittlichen Blutzucker der letzten etwa 8–12 Wochen. Mehr: Diabetes mellitus Typ 2 (Zuckerkrankheit) →
HF Herzfrequenz bzw. Herzinsuffizienz
Im Befund meist Herzfrequenz (Schläge pro Minute); in englischsprachigen Texten heart failure (Herzinsuffizienz).
HIV Humanes Immundefizienz-Virus
Virus, das das Immunsystem schwächt und unbehandelt zu AIDS führt. Mehr: HIV-Infektion und AIDS →
Hkt Hämatokrit
Anteil der Blutzellen am Blutvolumen.
HNO Hals-Nasen-Ohren
Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde bzw. die entsprechende Fachabteilung.
HPV Humane Papillomviren
Viren, die Warzen und Feigwarzen verursachen; bestimmte Typen können Gebärmutterhalskrebs auslösen. Mehr: HPV-Infektion →
HWI Harnwegsinfekt
Infektion der ableitenden Harnwege, z. B. Blasenentzündung. Mehr: Harnwegsinfektion und Zystitis →
i. v. / i. m. / s. c. / p. o. Verabreichungswege
Intravenös (in die Vene), intramuskulär (in den Muskel), subkutan (unter die Haut), per os (über den Mund).
ICR Interkostalraum
Zwischenrippenraum; dient als Orientierung, z. B. beim Abhören des Herzens („2. ICR rechts“).
INR International Normalized Ratio
Standardisierter Gerinnungswert, früher als Quick-Wert angegeben.
KHK koronare Herzkrankheit
Verengung der Herzkranzgefäße durch Arteriosklerose. Mehr: Chronisches Koronarsyndrom (stabile KHK, Angina pectoris) →
KM Kontrastmittel bzw. Knochenmark
Mehrdeutig: in der Bildgebung Kontrastmittel, in der Hämatologie Knochenmark.
KU körperliche Untersuchung
Untersuchung durch Inspektion, Palpation, Perkussion und Auskultation. Mehr: Körperliche Untersuchung auf Deutsch: höfliche Anweisungen für Patientinnen und Patienten →
LDH Laktatdehydrogenase
Enzym, das bei Zellschäden verschiedener Gewebe ansteigt, z. B. bei Hämolyse oder Tumoren.
LE Lungenembolie bzw. Lupus erythematodes
Mehrdeutig: in Innerer Medizin und Notaufnahme meist Lungenembolie, in Dermatologie und Rheumatologie Lupus erythematodes. Mehr: Lungenembolie →
li. / re. links / rechts
Seitenangaben, immer aus Sicht des Patienten.
LK Lymphknoten
Lymphknoten, z. B. „LK zervikal vergrößert“.
MI Myokardinfarkt bzw. Mitralinsuffizienz
Mehrdeutig: Herzinfarkt oder Undichtigkeit der Mitralklappe – im Arztbrief besser ausschreiben. Mehr: Mitralklappeninsuffizienz →
MRSA Methicillin-resistenter Staphylococcus aureus
Gegen viele Antibiotika unempfindlicher Bakterienstamm; Grund für Hygienemaßnahmen im Krankenhaus.
MRT Magnetresonanztomographie
Schnittbildverfahren mit Magnetfeld, auch Kernspintomographie.
NA / NEF / RTW / KTW Rettungsdienst
Notarzt (NA), Notarzteinsatzfahrzeug (NEF), Rettungswagen (RTW) und Krankentransportwagen (KTW).
NNR Nebennierenrinde
Äußerer Teil der Nebenniere, bildet u. a. Kortisol und Aldosteron. Mehr: Nebennierenrindeninsuffizienz (Morbus Addison) →
NSTEMI / STEMI Herzinfarkt-Formen
Herzinfarkt ohne (NSTEMI) bzw. mit (STEMI) ST-Strecken-Hebung im EKG. Mehr: Akutes Koronarsyndrom (Herzinfarkt, STEMI/NSTEMI) →
NYHA New York Heart Association
Einteilung der Herzinsuffizienz in die Stadien I bis IV nach der körperlichen Belastbarkeit. Mehr: Herzinsuffizienz →
o. B. / o. p. B. ohne Befund
„Ohne (pathologischen) Befund“: unauffälliges Untersuchungsergebnis.
ÖGD Ösophago-Gastro-Duodenoskopie
Spiegelung von Speiseröhre, Magen und Zwölffingerdarm.
OP Operation bzw. Operationssaal
Operation oder Operationssaal.
pAVK periphere arterielle Verschlusskrankheit
Durchblutungsstörung der Beine (seltener Arme) durch verengte Arterien. Mehr: Periphere arterielle Verschlusskrankheit (pAVK) →
PE Probeexzision bzw. Lungenembolie
Mehrdeutig: im Deutschen meist Probeexzision (Entnahme einer Gewebeprobe), im Englischen pulmonary embolism (Lungenembolie).
PSA prostataspezifisches Antigen
Laborwert aus dem Blut, der bei Prostataerkrankungen erhöht sein kann.
RF Raumforderung, Rheumafaktor oder Risikofaktor
Mehrdeutig: in der Bildgebung Raumforderung (unklare Gewebemasse), im Labor Rheumafaktor, in der Anamnese Risikofaktor.
RR Blutdruck
Blutdruck nach Riva-Rocci, angegeben in mmHg, z. B. „RR 130/80 mmHg“.
SHT Schädel-Hirn-Trauma
Verletzung des Schädels mit Beteiligung des Gehirns.
SpO2 Sauerstoffsättigung
Pulsoxymetrisch gemessene Sauerstoffsättigung des Blutes in Prozent.
SSW Schwangerschaftswoche
Angabe des Schwangerschaftsalters, z. B. „32. SSW“ oder „31+4 SSW“.
TIA transitorische ischämische Attacke
Vorübergehende Durchblutungsstörung des Gehirns mit vollständig rückläufigen Beschwerden.
TSH Thyreoidea-stimulierendes Hormon
Steuerhormon der Hirnanhangdrüse für die Schilddrüse; wichtigster Suchtest für Schilddrüsenfunktionsstörungen. Mehr: Hypothyreose (Schilddrüsenunterfunktion) →
TVT tiefe Venenthrombose
Blutgerinnsel in einer tiefen Vene, meist im Bein. Mehr: Tiefe Venenthrombose →
V. a. Verdacht auf
Kennzeichnet eine noch nicht gesicherte Diagnose, z. B. „V. a. Pneumonie“.
VHF Vorhofflimmern
Häufigste anhaltende Herzrhythmusstörung. Mehr: Vorhofflimmern →
Z. n. Zustand nach
Kennzeichnet eine frühere Erkrankung oder einen früheren Eingriff, z. B. „Z. n. Appendektomie“; gleichbedeutend „St. p.“ (Status post).
ZNS Zentralnervensystem
Gehirn und Rückenmark.

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