Krankheitszeichen: medizinische Fachbegriffe für Symptome und Befunde

Von Dr. Pascal Bafteh, Arzt · Stand 10/2026

Fachbegriffe für Beschwerden und Befunde – so, wie sie in Anamnese, Arztbrief und Übergabe verwendet werden, jeweils mit dem Wort, das Patientinnen und Patienten selbst benutzen. Ein Symptom schildert der Patient, einen Befund erhebt die Ärztin oder der Arzt.

Alle Begriffe A–ZKörperteile & AnatomieOrganeLage- & RichtungsbezeichnungenUntersuchungen & DiagnostikKrankheiten & GrundbegriffeAbkürzungen
Febris Fieber
Erhöhte Körpertemperatur, meist ab 38,0 °C gemessen; „febril“ = fiebrig, „afebril“ = fieberfrei.Herkunft: lat. febris ‚Fieber‘
subfebril leicht erhöhte Temperatur
Temperatur leicht erhöht, aber unterhalb der Fiebergrenze (etwa 37,5–38,0 °C).Herkunft: lat. sub ‚unter‘ + febris
Schüttelfrost
Unwillkürliches Muskelzittern mit Kältegefühl, oft bei rasch ansteigendem Fieber; klassisches Warnzeichen bei Blutvergiftung (Sepsis). Mehr: Sepsis und septischer Schock →
Hyperthermie Überwärmung
Erhöhte Körpertemperatur ohne verstellten Sollwert im Gehirn, z. B. bei Hitzschlag – im Unterschied zum Fieber. Nicht verwechseln mit Hyperglykämie.Herkunft: griech. hyper ‚über‘ + therme ‚Wärme‘
Hypothermie Unterkühlung
Absinken der Körperkerntemperatur unter 35 °C.Herkunft: griech. hypo ‚unter‘ + therme ‚Wärme‘
Nachtschweiß nächtliches Schwitzen
Starkes Schwitzen in der Nacht, sodass Schlafkleidung oder Bettwäsche gewechselt werden müssen; Teil der B-Symptomatik.
B-Symptomatik Fieber, Nachtschweiß, Gewichtsverlust
Kombination aus unerklärtem Fieber über 38 °C, starkem Nachtschweiß und ungewolltem Gewichtsverlust (mehr als 10 % in 6 Monaten) – Hinweis z. B. auf Lymphome oder Tuberkulose. Mehr: Hodgkin-Lymphom →
Fatigue Erschöpfung
Ausgeprägte, anhaltende Erschöpfung, die sich durch Schlaf nicht bessert, z. B. bei Krebs- oder Autoimmunerkrankungen.Herkunft: frz. fatigue ‚Müdigkeit‘
Adynamie Kraftlosigkeit
Allgemeine Kraft- und Antriebslosigkeit.Herkunft: griech. a- ‚nicht‘ + dynamis ‚Kraft‘
Inappetenz Appetitlosigkeit
Fehlender Appetit; ausgeprägte Appetitlosigkeit heißt auch Anorexie (nicht gleichbedeutend mit der Essstörung Anorexia nervosa).Herkunft: lat. in- ‚nicht‘ + appetentia ‚Verlangen‘
Kachexie Auszehrung
Krankhafte, starke Abmagerung mit Muskelschwund, z. B. bei fortgeschrittenem Krebs oder Herzinsuffizienz.Herkunft: griech. kakos ‚schlecht‘ + hexis ‚Zustand‘
Exsikkose Austrocknung
Flüssigkeitsmangel des Körpers mit trockenen Schleimhäuten und stehenden Hautfalten, häufig bei älteren Menschen.Herkunft: lat. exsiccare ‚austrocknen‘ Mehr: Exsikkose (Dehydratation) →
Dolor Schmerz
Schmerz; eines der fünf klassischen Entzündungszeichen. „Druckdolent“ = druckschmerzhaft.Herkunft: lat. dolor ‚Schmerz‘
Zephalgie Kopfschmerz
Kopfschmerz (auch Cephalgie oder Cephalgia).Herkunft: griech. kephale ‚Kopf‘ + algos ‚Schmerz‘
Myalgie Muskelschmerz
Schmerzen in der Muskulatur, z. B. bei Grippe.Herkunft: griech. mys ‚Muskel‘ + algos ‚Schmerz‘ Mehr: Polymyalgia rheumatica →
Arthralgie Gelenkschmerz
Gelenkschmerzen ohne sichtbare Entzündungszeichen; mit Schwellung und Überwärmung spricht man von Arthritis.Herkunft: griech. arthron ‚Gelenk‘ + algos ‚Schmerz‘
Neuralgie Nervenschmerz
Schmerz im Versorgungsgebiet eines Nervs, oft einschießend, brennend oder elektrisierend, z. B. nach Gürtelrose.Herkunft: griech. neuron ‚Nerv‘ + algos ‚Schmerz‘ Mehr: Herpes zoster →
Kolik krampfartiger Schmerz
Wellenförmig an- und abschwellender Schmerz durch Verkrampfung eines Hohlorgans, z. B. Gallen-, Nieren- oder Darmkolik.Herkunft: griech. kolikos ‚den Darm betreffend‘ Mehr: Nephrolithiasis (Nierensteine) →
Angina pectoris Brustenge
Anfallsartiger Druck- oder Engegefühl-Schmerz hinter dem Brustbein durch Sauerstoffmangel des Herzmuskels, oft mit Ausstrahlung in Arm, Hals oder Kiefer.Herkunft: lat. angina ‚Enge‘ + pectus ‚Brust‘ Mehr: Chronisches Koronarsyndrom (stabile KHK, Angina pectoris) →
retrosternaler Schmerz Schmerz hinter dem Brustbein
Schmerz mitten in der Brust hinter dem Brustbein – Leitsymptom des akuten Koronarsyndroms, aber auch bei Speiseröhrenerkrankungen.Herkunft: lat. retro ‚hinter‘ + sternum Mehr: Akutes Koronarsyndrom (Herzinfarkt, STEMI/NSTEMI) →
pleuritischer Schmerz atemabhängiger Brustschmerz
Stechender Brustschmerz, der beim tiefen Einatmen oder Husten zunimmt, weil das Rippenfell gereizt ist.Herkunft: griech. pleura ‚Rippenfell‘
gürtelförmiger Schmerz Schmerz wie ein Gürtel
Oberbauchschmerz, der wie ein Gürtel bis in den Rücken zieht – typisch für eine Entzündung der Bauchspeicheldrüse. Mehr: Akute Pankreatitis →
Abwehrspannung harter Bauch
Unwillkürliche Anspannung der Bauchmuskulatur beim Abtasten; Hinweis auf eine Reizung des Bauchfells (Peritonismus).
Loslassschmerz Schmerz beim Loslassen
Schmerz, der beim plötzlichen Loslassen der eindrückenden Hand am Bauch entsteht – Hinweis auf eine Bauchfellreizung, z. B. bei Blinddarmentzündung.
Tachykardie Herzrasen
Herzfrequenz über 100 Schläge pro Minute beim Erwachsenen in Ruhe. Gegenteil: Bradykardie.Herkunft: griech. tachys ‚schnell‘ + kardia ‚Herz‘ Mehr: Ventrikuläre Tachykardie →
Bradykardie langsamer Puls
Herzfrequenz unter 60 Schlägen pro Minute beim Erwachsenen; bei Trainierten oft normal.Herkunft: griech. bradys ‚langsam‘ + kardia ‚Herz‘ Mehr: AV-Block →
Arrhythmie unregelmäßiger Herzschlag
Herzrhythmusstörung; eine „absolute Arrhythmie“ (völlig unregelmäßiger Puls) ist typisch für Vorhofflimmern.Herkunft: griech. a- ‚nicht‘ + rhythmos ‚Takt‘ Mehr: Vorhofflimmern →
Palpitationen Herzklopfen, Herzstolpern
Bewusst wahrgenommener, oft als unangenehm empfundener Herzschlag.Herkunft: lat. palpitare ‚zucken, klopfen‘
Hypertonie Bluthochdruck
Dauerhaft erhöhter Blutdruck (arterielle Hypertonie); Hypertonie kann sich auch auf erhöhte Muskelspannung beziehen.Herkunft: griech. hyper ‚über‘ + tonos ‚Spannung‘ Mehr: Arterielle Hypertonie (Bluthochdruck) →
Hypotonie niedriger Blutdruck
Zu niedriger Blutdruck; orthostatische Hypotonie = Blutdruckabfall beim Aufstehen.Herkunft: griech. hypo ‚unter‘ + tonos ‚Spannung‘
Synkope Ohnmacht
Kurzer, spontan rückläufiger Bewusstseinsverlust durch verminderte Durchblutung des Gehirns.Herkunft: griech. synkope ‚Zusammenschlagen‘ Mehr: Synkope →
Ödem Wassereinlagerung
Ansammlung von Flüssigkeit im Gewebe, z. B. geschwollene Knöchel, in die sich eine Delle drücken lässt.Herkunft: griech. oidema ‚Schwellung‘ Mehr: Herzinsuffizienz →
Zyanose Blaufärbung
Bläuliche Verfärbung von Haut und Schleimhäuten (Lippen, Fingernägel) durch Sauerstoffmangel im Blut.Herkunft: griech. kyanos ‚dunkelblau‘
Pallor Blässe
Auffallende Blässe von Haut und Schleimhäuten, z. B. bei Blutarmut oder Schock.Herkunft: lat. pallor ‚Blässe‘
Ikterus Gelbsucht
Gelbfärbung von Haut und Schleimhäuten durch erhöhtes Bilirubin; an der Lederhaut des Auges zuerst sichtbar (Sklerenikterus).Herkunft: griech. ikteros ‚Gelbsucht‘ Mehr: Morbus Meulengracht (Gilbert-Syndrom) →
Dyspnoe Atemnot
Subjektiv erschwerte Atmung, Luftnot; Belastungsdyspnoe tritt bei Anstrengung, Ruhedyspnoe schon in Ruhe auf.Herkunft: griech. dys- ‚gestört‘ + pnoe ‚Atmung‘
Orthopnoe Luftnot im Liegen
Atemnot im flachen Liegen, die sich im Sitzen bessert – typisch für Herzschwäche.Herkunft: griech. orthos ‚aufrecht‘ + pnoe ‚Atmung‘
Tachypnoe schnelle Atmung
Erhöhte Atemfrequenz (beim Erwachsenen über etwa 20 Atemzüge pro Minute).Herkunft: griech. tachys ‚schnell‘ + pnoe
Bradypnoe langsame Atmung
Verlangsamte Atemfrequenz (beim Erwachsenen unter etwa 10–12 Atemzügen pro Minute).Herkunft: griech. bradys ‚langsam‘ + pnoe
Apnoe Atemstillstand
Atemstillstand bzw. Atempause, z. B. nächtliche Atemaussetzer bei Schlafapnoe.Herkunft: griech. a- ‚nicht‘ + pnoe Mehr: Obstruktive Schlafapnoe →
Tussis Husten
Husten; „produktiv“ mit Auswurf, „unproduktiv“ als Reizhusten ohne Auswurf.Herkunft: lat. tussis ‚Husten‘
Sputum Auswurf
Abgehusteter Schleim aus den Atemwegen; „purulent“ = eitrig (gelb-grün).Herkunft: lat. sputum ‚Ausgespucktes‘
Hämoptyse Bluthusten
Aushusten von Blut oder blutigem Auswurf aus den Atemwegen – nicht zu verwechseln mit Bluterbrechen (Hämatemesis).Herkunft: griech. haima ‚Blut‘ + ptysis ‚Spucken‘ Mehr: Lungenkarzinom (Bronchialkarzinom) →
Stridor pfeifendes Atemgeräusch
Pfeifendes Geräusch durch Verengung der oberen Atemwege, meist beim Einatmen (inspiratorischer Stridor), z. B. bei Pseudokrupp.Herkunft: lat. stridor ‚Zischen‘
Giemen Pfeifen beim Ausatmen
Pfeifendes, brummendes Geräusch beim Ausatmen durch verengte Bronchien – typisch für Asthma und COPD. Mehr: Asthma bronchiale →
Rasselgeräusche Rasseln über der Lunge
Beim Abhören hörbare Geräusche durch Flüssigkeit oder Sekret in den Atemwegen, z. B. bei Lungenentzündung oder Lungenstauung.
Nausea Übelkeit
Übelkeit, Brechreiz.Herkunft: griech. nausia ‚Seekrankheit‘
Emesis Erbrechen
Erbrechen; Hyperemesis = übermäßiges Erbrechen, z. B. in der Schwangerschaft.Herkunft: griech. emesis ‚Erbrechen‘ Mehr: Hyperemesis gravidarum →
Hämatemesis Bluterbrechen
Erbrechen von Blut; „Kaffeesatzerbrechen“ entsteht, wenn das Blut durch die Magensäure dunkel verfärbt ist.Herkunft: griech. haima ‚Blut‘ + emesis ‚Erbrechen‘ Mehr: Obere gastrointestinale Blutung →
Meläna Teerstuhl
Schwarzer, glänzender, klebriger Stuhl durch Blutung im oberen Verdauungstrakt (Speiseröhre, Magen, Zwölffingerdarm).Herkunft: griech. melas ‚schwarz‘ Mehr: Obere gastrointestinale Blutung →
Hämatochezie Blut im Stuhl
Frisches, hellrotes Blut mit dem Stuhl, meist aus dem unteren Verdauungstrakt.Herkunft: griech. haima ‚Blut‘ + chezein ‚Stuhl absetzen‘ Mehr: Untere gastrointestinale Blutung →
Diarrhoe Durchfall
Häufiger (mehr als drei pro Tag), ungeformter bis flüssiger Stuhlgang (auch Diarrhö).Herkunft: griech. dia ‚durch‘ + rhoe ‚Fluss‘ Mehr: Infektiöse Gastroenteritis und Reisediarrhö →
Obstipation Verstopfung
Seltener, harter oder erschwerter Stuhlgang (weniger als drei Stuhlgänge pro Woche).Herkunft: lat. obstipare ‚verstopfen‘
Meteorismus Blähbauch
Vermehrte Luftansammlung im Darm mit aufgetriebenem Bauch; Flatulenz = vermehrter Abgang von Darmgasen.Herkunft: griech. meteorizein ‚in die Höhe heben‘
Dysphagie Schluckstörung
Schwierigkeiten beim Schlucken fester oder flüssiger Nahrung.Herkunft: griech. dys- ‚gestört‘ + phagein ‚essen‘ Mehr: Achalasie →
Odynophagie Schmerzen beim Schlucken
Schmerzhaftes Schlucken, z. B. bei Mandel- oder Speiseröhrenentzündung.Herkunft: griech. odyne ‚Schmerz‘ + phagein ‚essen‘
Pyrosis Sodbrennen
Brennender Schmerz hinter dem Brustbein durch zurückfließende Magensäure.Herkunft: griech. pyrosis ‚Brennen‘ Mehr: Gastroösophageale Refluxkrankheit (GERD) →
Regurgitation Hochkommen von Speisen
Zurückfließen von Mageninhalt oder unverdauten Speisen in Speiseröhre und Mund ohne Würgen; am Herzen auch Rückfluss durch eine undichte Klappe.Herkunft: lat. re- ‚zurück‘ + gurgitare ‚strudeln‘
Aszites Bauchwasser
Krankhafte Flüssigkeitsansammlung in der freien Bauchhöhle, häufig bei Leberzirrhose.Herkunft: griech. askos ‚Schlauch‘ Mehr: Aszites →
Hepatomegalie vergrößerte Leber
Vergrößerung der Leber, tastbar oder im Ultraschall messbar.Herkunft: griech. hepar ‚Leber‘ + megas ‚groß‘
Splenomegalie vergrößerte Milz
Vergrößerung der Milz, z. B. bei Pfeifferschem Drüsenfieber oder Blutkrankheiten.Herkunft: griech. splen ‚Milz‘ + megas ‚groß‘ Mehr: Infektiöse Mononukleose (Pfeiffersches Drüsenfieber) →
Tenesmen schmerzhafter Stuhldrang
Schmerzhafter, ständiger Drang zum Stuhlgang (oder Wasserlassen), bei dem oft nur wenig abgeht.Herkunft: griech. teinesmos ‚Spannung‘
Steatorrhoe Fettstuhl
Voluminöser, glänzender, übelriechender Stuhl mit erhöhtem Fettgehalt, z. B. bei Funktionsstörung der Bauchspeicheldrüse.Herkunft: griech. stear ‚Fett‘ + rhoe ‚Fluss‘ Mehr: Chronische Pankreatitis →
Foetor ex ore Mundgeruch
Unangenehmer Geruch aus dem Mund; bestimmte Gerüche können auf Erkrankungen hinweisen (z. B. Azetongeruch bei diabetischer Ketoazidose).Herkunft: lat. foetor ‚Gestank‘ + ex ore ‚aus dem Mund‘
Dysurie Brennen beim Wasserlassen
Schmerzhaftes oder erschwertes Wasserlassen, typisch bei Blasenentzündung.Herkunft: griech. dys- ‚gestört‘ + ouron ‚Harn‘ Mehr: Harnwegsinfektion und Zystitis →
Pollakisurie häufiges Wasserlassen
Häufiger Harndrang mit jeweils nur kleinen Urinmengen.Herkunft: griech. pollakis ‚oft‘ + ouron ‚Harn‘
Nykturie nächtliches Wasserlassen
Vermehrtes Wasserlassen in der Nacht, z. B. bei Herzschwäche oder Prostatavergrößerung.Herkunft: griech. nyx, nyktos ‚Nacht‘ + ouron ‚Harn‘
Polyurie viel Urin
Krankhaft vermehrte Harnmenge (mehr als etwa 3 Liter pro Tag beim Erwachsenen), z. B. bei Diabetes.Herkunft: griech. polys ‚viel‘ + ouron ‚Harn‘ Mehr: Diabetes insipidus (Arginin-Vasopressin-Mangel) →
Oligurie wenig Urin
Stark verminderte Harnmenge (beim Erwachsenen unter etwa 500 ml pro Tag).Herkunft: griech. oligos ‚wenig‘ + ouron ‚Harn‘ Mehr: Akute Nierenschädigung (akutes Nierenversagen) →
Anurie kein Urin
(Nahezu) fehlende Harnausscheidung (beim Erwachsenen unter etwa 100 ml pro Tag).Herkunft: griech. an- ‚ohne‘ + ouron ‚Harn‘
Hämaturie Blut im Urin
Makrohämaturie ist mit bloßem Auge sichtbar (roter Urin), Mikrohämaturie nur im Urintest oder unter dem Mikroskop.Herkunft: griech. haima ‚Blut‘ + ouron ‚Harn‘
Proteinurie Eiweiß im Urin
Vermehrte Eiweißausscheidung im Urin, z. B. bei Nierenschäden oder Präeklampsie. Mehr: Nephrotisches Syndrom →
Harnverhalt Blase lässt sich nicht entleeren
Unfähigkeit, die gefüllte Harnblase zu entleeren; akut sehr schmerzhaft (auch Harnretention).
Inkontinenz ungewollter Urin- oder Stuhlverlust
Unfähigkeit, Harn (Harninkontinenz) oder Stuhl (Stuhlinkontinenz) willentlich zurückzuhalten.Herkunft: lat. incontinentia ‚Unvermögen, zurückzuhalten‘ Mehr: Harninkontinenz der Frau →
Vertigo Schwindel
Schwindel, z. B. Drehschwindel (wie Karussellfahren) oder Schwankschwindel (wie auf einem Schiff).Herkunft: lat. vertigo ‚Drehung, Schwindel‘
Parästhesie Kribbeln, Ameisenlaufen
Fehlempfindung wie Kribbeln, Ameisenlaufen oder pelziges Gefühl ohne äußeren Reiz.Herkunft: griech. para ‚neben‘ + aisthesis ‚Empfindung‘ Mehr: Diabetische Polyneuropathie →
Hypästhesie Taubheitsgefühl
Herabgesetzte Berührungsempfindung in einem Hautbereich.Herkunft: griech. hypo ‚unter‘ + aisthesis ‚Empfindung‘
Anästhesie Gefühllosigkeit bzw. Narkose
Mehrdeutig: als Befund der vollständige Verlust der Empfindung in einem Hautareal, als Fachgebiet die Narkose bzw. örtliche Betäubung.Herkunft: griech. an- ‚ohne‘ + aisthesis ‚Empfindung‘
Parese Lähmung, Schwäche
Unvollständige Lähmung mit verminderter Kraft; Hemiparese = Halbseitenschwäche, Paraparese = beide Beine, Tetraparese = alle vier Gliedmaßen.Herkunft: griech. paresis ‚Erschlaffung‘
Plegie vollständige Lähmung
Vollständige Lähmung, z. B. Hemiplegie (Körperhälfte), Paraplegie (beide Beine), Tetraplegie (Arme und Beine).Herkunft: griech. plege ‚Schlag‘
Hemiparese Halbseitenlähmung
Schwäche oder unvollständige Lähmung einer Körperhälfte, typisch nach Schlaganfall.Herkunft: griech. hemi- ‚halb‘ + paresis
Aphasie Sprachstörung
Störung der Sprache selbst (Wortfindung, Sprachverständnis, Lesen, Schreiben) durch Schädigung des Sprachzentrums, z. B. nach Schlaganfall.Herkunft: griech. a- ‚nicht‘ + phasis ‚Sprechen‘
Dysarthrie verwaschene Sprache
Sprechstörung: Die Aussprache ist undeutlich, Sprachverständnis und Wortwahl sind aber erhalten – anders als bei der Aphasie.Herkunft: griech. dys- ‚gestört‘ + arthron ‚Glied‘
Ataxie unsichere Bewegungen
Störung der Bewegungskoordination mit unsicherem Gang oder Zielen, z. B. bei Kleinhirnschädigung.Herkunft: griech. ataxia ‚Unordnung‘
Tremor Zittern
Unwillkürliches, rhythmisches Zittern, z. B. Ruhetremor bei Morbus Parkinson oder Intentionstremor bei Zielbewegungen.Herkunft: lat. tremor ‚Zittern‘
Myoklonie Muskelzucken
Plötzliches, blitzartiges Zucken einzelner Muskeln oder Muskelgruppen.Herkunft: griech. mys ‚Muskel‘ + klonos ‚heftige Bewegung‘
Krampfanfall
Plötzliche, vorübergehende Funktionsstörung des Gehirns durch übermäßige Nervenzellentladungen; generalisiert tonisch-klonisch = Versteifung, dann rhythmisches Zucken des ganzen Körpers. Mehr: Epilepsie in der Schwangerschaft →
Somnolenz Schläfrigkeit
Leichte Bewusstseinsstörung: der Patient ist schläfrig, aber durch Ansprache weckbar.Herkunft: lat. somnolentia ‚Schläfrigkeit‘
Sopor tiefe Benommenheit
Mittelschwere Bewusstseinsstörung: nur durch starke Reize (z. B. Schmerzreiz) kurz weckbar.Herkunft: lat. sopor ‚tiefer Schlaf‘
Koma Bewusstlosigkeit
Schwerste Bewusstseinsstörung: auch durch starke Reize nicht weckbar; Einschätzung z. B. mit der Glasgow Coma Scale.Herkunft: griech. koma ‚tiefer Schlaf‘ Mehr: Glasgow Coma Scale (GCS) →
Desorientiertheit Verwirrtheit
Fehlende Orientierung zu Zeit, Ort, Situation oder eigener Person; akut z. B. beim Delir. Mehr: Delir →
Amnesie Gedächtnislücke
Gedächtnisverlust für einen Zeitraum; nicht verwechseln mit Anämie (Blutarmut).Herkunft: griech. a- ‚nicht‘ + mnesis ‚Erinnerung‘
Meningismus Nackensteife
Schmerzhafte Nackensteife beim Beugen des Kopfes nach vorn – Warnzeichen für Hirnhautentzündung oder Hirnblutung.Herkunft: griech. meninx ‚Hirnhaut‘ Mehr: Bakterielle Meningitis →
Photophobie Lichtempfindlichkeit
Gesteigerte Lichtempfindlichkeit, z. B. bei Migräne, Hirnhautentzündung oder Augenentzündungen.Herkunft: griech. phos ‚Licht‘ + phobos ‚Furcht‘
Diplopie Doppelbilder
Doppeltsehen, meist durch Störung der Augenmuskeln oder ihrer Nerven.Herkunft: griech. diploos ‚doppelt‘ + ops ‚Auge‘
Skotom Gesichtsfeldausfall
Umschriebener Ausfall im Gesichtsfeld; Flimmerskotom = flimmernder Fleck, typisch für die Migräne-Aura.Herkunft: griech. skotos ‚Dunkelheit‘
Nystagmus Augenzittern
Unwillkürliche, rhythmische Augenbewegungen, z. B. bei Schwindelerkrankungen.Herkunft: griech. nystagmos ‚Nicken‘
Tinnitus Ohrgeräusch
Ohrgeräusch wie Pfeifen, Rauschen oder Summen ohne äußere Schallquelle.Herkunft: lat. tinnire ‚klingeln‘
Hypakusis Schwerhörigkeit
Vermindertes Hörvermögen.Herkunft: griech. hypo ‚unter‘ + akouein ‚hören‘
Anosmie Riechverlust
Vollständiger Verlust des Geruchssinns, z. B. nach Virusinfekten.Herkunft: griech. an- ‚ohne‘ + osme ‚Geruch‘
Aura Vorgefühl
Vorübergehende Wahrnehmungsstörung vor einem Migräneanfall (z. B. Flimmersehen) oder als Beginn eines epileptischen Anfalls.Herkunft: griech. aura ‚Hauch‘
Insomnie Schlaflosigkeit
Ein- oder Durchschlafstörung bzw. als nicht erholsam empfundener Schlaf.Herkunft: lat. in- ‚nicht‘ + somnus ‚Schlaf‘
Anhedonie Freudlosigkeit
Unfähigkeit, Freude zu empfinden – Kernsymptom der Depression.Herkunft: griech. an- ‚ohne‘ + hedone ‚Lust‘ Mehr: Postpartale Depression und Wochenbettpsychose →
Antriebsminderung Antriebslosigkeit
Verminderte Energie und Initiative, Dinge anzufangen oder zu Ende zu bringen; häufig bei Depression.
Halluzination Sinnestäuschung
Wahrnehmung ohne äußeren Reiz, z. B. Stimmenhören oder Sehen nicht vorhandener Dinge.Herkunft: lat. (h)allucinari ‚gedankenlos sein‘
Pruritus Juckreiz
Juckreiz der Haut, lokal oder am ganzen Körper; Leitsymptom vieler Hauterkrankungen.Herkunft: lat. prurire ‚jucken‘ Mehr: Urtikaria →
Effloreszenz Hautveränderung
Oberbegriff für sichtbare Hautveränderungen (Hautblüten); man unterscheidet Primär- und Sekundäreffloreszenzen.Herkunft: lat. efflorescere ‚aufblühen‘ Mehr: Dermatologie-Wissen →
Erythem Hautrötung
Flächige Rötung der Haut durch erweiterte Blutgefäße; wegdrückbar mit dem Glasspatel.Herkunft: griech. erythros ‚rot‘ Mehr: Erythema migrans (Lyme-Borreliose) →
Exanthem Hautausschlag
Ausgedehnter, meist plötzlich auftretender Hautausschlag, z. B. bei Masern oder Arzneimittelreaktionen; Enanthem = Ausschlag an der Schleimhaut.Herkunft: griech. exanthema ‚Ausblühen‘ Mehr: Arzneimittelexanthem (makulopapulös) →
Makula Fleck
Umschriebene Farbveränderung der Haut im Hautniveau – nicht erhaben und daher nicht tastbar. Im Auge heißt Makula auch der Ort des schärfsten Sehens.Herkunft: lat. macula ‚Fleck‘
Papel Knötchen
Tastbare, erhabene Hautveränderung von wenigen Millimetern (Grenze zum Knoten je nach Lehrbuch 0,5–1 cm).Herkunft: lat. papula ‚Bläschen, Knötchen‘
Plaque flache Erhebung
Flächige, erhabene Hautveränderung, breiter als hoch, z. B. bei Schuppenflechte; in Gefäßen auch Ablagerung in der Arterienwand.Herkunft: frz. plaque ‚Platte‘ Mehr: Psoriasis vulgaris (Schuppenflechte) →
Nodus Knoten
Tastbarer Knoten in der Haut oder Unterhaut, größer als eine Papel.Herkunft: lat. nodus ‚Knoten‘
Vesikel Bläschen
Flüssigkeitsgefülltes Bläschen unter etwa 5 mm, z. B. bei Herpes oder Windpocken.Herkunft: lat. vesicula ‚Bläschen‘ Mehr: Herpes simplex (Lippenherpes) →
Bulla Blase
Flüssigkeitsgefüllte Blase über etwa 5 mm, z. B. bei Verbrennung oder blasenbildenden Autoimmunerkrankungen.Herkunft: lat. bulla ‚Blase‘ Mehr: Bullöses Pemphigoid →
Pustel Eiterbläschen
Mit Eiter gefülltes Bläschen, z. B. bei Akne oder Follikulitis.Herkunft: lat. pustula ‚Bläschen‘ Mehr: Follikulitis →
Urtika Quaddel
Juckende, flüchtige Hautschwellung wie nach einem Brennnesselkontakt; typisch für Nesselsucht (Urtikaria).Herkunft: lat. urtica ‚Brennnessel‘ Mehr: Urtikaria →
Squama Schuppe
Sichtbar abschilfernde Hornzellen an der Hautoberfläche; Sekundäreffloreszenz.Herkunft: lat. squama ‚Schuppe‘
Crusta Kruste, Borke
Eingetrocknetes Sekret, Blut oder Eiter auf der Haut, z. B. honiggelbe Krusten bei Impetigo.Herkunft: lat. crusta ‚Rinde‘ Mehr: Impetigo contagiosa (Borkenflechte) →
Erosion oberflächliche Wunde
Oberflächlicher Substanzdefekt nur der Oberhaut; heilt ohne Narbe ab.Herkunft: lat. erodere ‚abnagen‘
Ulkus Geschwür
Tiefer Substanzdefekt der Haut oder Schleimhaut, der über die Oberhaut hinausreicht und mit Narbe heilt (auch Ulcus), z. B. Ulcus cruris oder Magengeschwür.Herkunft: lat. ulcus ‚Geschwür‘ Mehr: Ulcus cruris (offenes Bein) →
Rhagade Hauteinriss
Schmaler, spaltförmiger Einriss der Haut, z. B. Mundwinkelrhagaden bei Eisenmangel.Herkunft: griech. rhagas ‚Riss‘
Petechien punktförmige Blutungen
Stecknadelkopfgroße, nicht wegdrückbare Einblutungen in die Haut, z. B. bei Mangel an Blutplättchen.Herkunft: ital. petecchie Mehr: Immunthrombozytopenie (ITP) →
Purpura flächige Hauteinblutungen
Kleinfleckige Einblutungen in Haut und Schleimhäute; tastbare Purpura spricht für eine Gefäßentzündung.Herkunft: lat. purpura ‚Purpur‘ Mehr: Leukozytoklastische Vaskulitis →
Hämatom Bluterguss
Blutansammlung im Gewebe, umgangssprachlich „blauer Fleck“. Nicht verwechseln mit Hämatemesis (Bluterbrechen).Herkunft: griech. haima ‚Blut‘ Mehr: Subunguales Hämatom →
Alopezie Haarausfall
Sichtbarer Haarverlust bis zur Kahlheit, umschrieben oder diffus.Herkunft: griech. alopekia ‚Fuchsräude‘ Mehr: Alopecia areata →
Hirsutismus vermehrte Behaarung
Männliches Behaarungsmuster bei Frauen (z. B. Bart, Brust), oft durch erhöhte männliche Hormone.Herkunft: lat. hirsutus ‚struppig‘ Mehr: Hirsutismus und Hyperandrogenämie →
Lymphadenopathie Lymphknotenschwellung
Krankhafte Vergrößerung von Lymphknoten, z. B. bei Infekten oder Lymphomen.Herkunft: lat. lympha + griech. aden ‚Drüse‘ + pathos
Anämie Blutarmut
Verminderung des roten Blutfarbstoffs (Hämoglobin) bzw. der roten Blutkörperchen; Zeichen sind Blässe, Müdigkeit und Belastungsatemnot.Herkunft: griech. an- ‚ohne‘ + haima ‚Blut‘ Mehr: Anämie (Einteilung und Abklärung) →
Leukozytose viele weiße Blutkörperchen
Erhöhte Zahl weißer Blutkörperchen, z. B. bei bakteriellen Infekten. Gegenteil: Leukopenie.Herkunft: griech. leukos ‚weiß‘ + kytos ‚Zelle‘
Leukopenie wenig weiße Blutkörperchen
Verminderte Zahl weißer Blutkörperchen; ein Mangel an Neutrophilen heißt Neutropenie.Herkunft: griech. leukos ‚weiß‘ + penia ‚Mangel‘ Mehr: Febrile Neutropenie →
Thrombozytopenie Mangel an Blutplättchen
Verminderte Zahl von Blutplättchen; Folge sind leichte blaue Flecken und verlängerte Blutungen.Herkunft: griech. thrombos ‚Klumpen‘ + kytos ‚Zelle‘ + penia ‚Mangel‘ Mehr: Immunthrombozytopenie (ITP) →
Panzytopenie Mangel an allen Blutzellen
Gleichzeitige Verminderung von roten und weißen Blutkörperchen sowie Blutplättchen.Herkunft: griech. pan ‚alles‘ + kytos ‚Zelle‘ + penia ‚Mangel‘ Mehr: Aplastische Anämie →
Hyperglykämie hoher Blutzucker
Erhöhter Blutzuckerspiegel, Leitbefund des Diabetes mellitus. Nicht verwechseln mit Hyperthermie.Herkunft: griech. hyper ‚über‘ + glykys ‚süß‘ + haima ‚Blut‘ Mehr: Diabetes mellitus Typ 2 (Zuckerkrankheit) →
Hypoglykämie Unterzuckerung
Zu niedriger Blutzucker mit Zittern, Schwitzen, Heißhunger bis zu Verwirrtheit und Bewusstlosigkeit.Herkunft: griech. hypo ‚unter‘ + glykys ‚süß‘ + haima ‚Blut‘ Mehr: Hypoglykämie →
Hyperkaliämie zu viel Kalium im Blut
Erhöhter Kaliumspiegel im Blut; gefährlich wegen möglicher Herzrhythmusstörungen.Herkunft: griech. hyper + nlat. kalium + haima Mehr: Hyperkaliämie →
Hyponatriämie zu wenig Natrium im Blut
Erniedrigter Natriumspiegel im Blut; häufigste Elektrolytstörung, kann zu Verwirrtheit und Krampfanfällen führen.Herkunft: griech. hypo + nlat. natrium + haima Mehr: Hyponatriämie →
Amenorrhoe Ausbleiben der Regel
Fehlende Menstruation: primär (nie eingetreten) oder sekundär (für mindestens drei Monate ausgeblieben).Herkunft: griech. a- ‚nicht‘ + men ‚Monat‘ + rhoe ‚Fluss‘ Mehr: Amenorrhö →
Dysmenorrhoe Regelschmerzen
Schmerzhafte Menstruation, häufig krampfartig im Unterbauch.Herkunft: griech. dys- ‚gestört‘ + men ‚Monat‘ + rhoe ‚Fluss‘ Mehr: Dysmenorrhö →
Hypermenorrhoe zu starke Regelblutung
Verstärkte Menstruationsblutung mit erhöhtem Blutverlust, häufig Ursache eines Eisenmangels.Herkunft: griech. hyper ‚über‘ + men + rhoe Mehr: Blutungsstörungen (Zyklusstörungen) →
Dyspareunie Schmerzen beim Geschlechtsverkehr
Schmerzen beim Geschlechtsverkehr, z. B. bei Endometriose oder Scheidentrockenheit.Herkunft: griech. dys- ‚gestört‘ + pareunos ‚Bettgenosse‘ Mehr: Endometriose →
Fluor vaginalis Ausfluss
Vermehrter oder veränderter Ausfluss aus der Scheide.Herkunft: lat. fluor ‚Fluss‘ Mehr: Bakterielle Vaginose →
Galaktorrhoe Milchfluss aus der Brust
Milchige Absonderung aus der Brustwarze außerhalb von Schwangerschaft und Stillzeit.Herkunft: griech. gala ‚Milch‘ + rhoe ‚Fluss‘ Mehr: Galaktorrhö →
Krepitation Knirschen, Knistern
Tast- oder hörbares Reiben, z. B. von Knochenbruchenden, bei Arthrose oder bei Luft im Gewebe.Herkunft: lat. crepitare ‚knarren‘

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