Bauchaortenaneurysma
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- Aortenaneurysma, Aussackung der Bauchschlagader, Erweiterung der Bauchaorta, BAA, AAA
- Fachgebiet
- Innere Medizin · Angiologie
- Bilder
- CT 2 · Angiographie 1
- Stand
- 10/2026 · Dr. Pascal Bafteh
Inhalt
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CT
CT
AngiographieDefinition
Ein Bauchaortenaneurysma (BAA, abdominelles Aortenaneurysma) liegt definitionsgemäß ab einem Durchmesser der Bauchaorta von 3 cm vor. Bauchaortenaneurysmen machen etwa drei Viertel aller Aortenaneurysmen aus. Sie beginnen typischerweise unterhalb der Nierenarterien (infrarenal), können aber auch die Abgänge der Nierenarterien einbeziehen (pararenal); etwa die Hälfte reicht in die Beckenarterien.
Einteilung
- Nach der Form: meist spindelförmig (fusiform, zirkuläre Erweiterung), seltener sackförmig; viele sind mit geschichteten Thromben ausgekleidet
- Nach der Lage: infrarenal, pararenal (unter Einbeziehung der Nierenarterienabgänge), mit Beteiligung der Beckenarterien
- Nach der Ursache: degenerativ-atherosklerotisch, entzündlich (Vaskulitis), infiziert („mykotisch“), traumatisch, bei Bindegewebserkrankungen
- Nach dem klinischen Zustand: asymptomatisch, symptomatisch, rupturiert
Vorkommen & Epidemiologie
Je nach untersuchter Bevölkerung sind 0,4–7,6 % betroffen. Männer erkranken etwa dreimal häufiger als Frauen. Die Erkrankung tritt vor allem im Alter von 70 bis 80 Jahren auf und ist bei Menschen weißer Hautfarbe häufiger als bei Menschen afrikanischer Abstammung.
Ätiopathogenese
Die Ursache ist multifaktoriell; meist liegt eine Schwächung der Aortenwand zugrunde, in der Regel durch Atherosklerose. Weitere Ursachen sind:
- Trauma
- zystische Medianekrose (Degeneration der Aortenmedia)
- Nahtinsuffizienz an Gefäßprothesen (Anastomosen)
- Vaskulitiden (z. B. Takayasu-Arteriitis)
- selten Syphilis oder bakterielle bzw. Pilzinfektionen bei Sepsis oder Endokarditis (mykotisches Aneurysma; häufigster Erreger Staphylococcus aureus, gefolgt von Salmonellen)
Risikofaktoren:
- Rauchen (stärkster Risikofaktor)
- arterielle Hypertonie
- höheres Lebensalter
- männliches Geschlecht
- positive Familienanamnese (bei 15–25 %)
- erbliche Bindegewebserkrankungen (z. B. Marfan-, Ehlers-Danlos-, Loeys-Dietz-Syndrom)
Das Wachstum verläuft meist langsam (etwa 10 % pro Jahr), oft schubweise mit Phasen ohne Größenzunahme; das Rupturrisiko steigt mit der Größe.
Klinik
Die meisten Bauchaortenaneurysmen verursachen keine Beschwerden und werden zufällig entdeckt. Symptome entstehen meist durch Druck auf benachbarte Strukturen:
- dumpfer, tiefer, bohrender Schmerz, vor allem lumbosakral
- auffällig kräftige Pulsationen im Bauch
- ein rasch wachsendes, kurz vor der Ruptur stehendes Aneurysma kann druckschmerzhaft sein
Bei der Untersuchung ist das Aneurysma je nach Größe und Körperbau als pulsierender Tumor tastbar; über ihm kann ein systolisches Strömungsgeräusch hörbar sein.
Komplikationen:
- Ruptur: meist an der linken posterolateralen Wand 2–4 cm unterhalb der Nierenarterien; typisch sind Bauch- oder Rückenschmerz, Hypotonie und Tachykardie, oft nach geringem Trauma oder Pressen (z. B. Heben)
- Embolien: abgelöste Thromben oder atheromatöses Material können Nieren-, Darm- und Beinarterien verschließen
- disseminierte intravasale Gerinnung (selten)
Diagnostik
- Klinische Untersuchung: Ein tastbarer pulsierender Tumor ist nur begrenzt aussagekräftig; erst bei einem Durchmesser über 5 cm liegt die Wahrscheinlichkeit, dass tatsächlich ein Aneurysma vorliegt, über 80 %
- Abdominelle Sonographie: Nachweis und Größenbestimmung; bei instabilen Patientinnen und Patienten mit Verdacht auf Ruptur am schnellsten am Bett verfügbar, durch Darmgas aber eingeschränkt
- CT oder MRT des Abdomens: Bestätigung der Diagnose
- CT- oder MR-Angiographie: genaue Darstellung von Größe und Anatomie; bei wandständigen Thromben unterschätzt die konventionelle Angiographie die tatsächliche Größe, die CT schätzt sie genauer
- Röntgenaufnahme des Abdomens: weder sensitiv noch spezifisch, kann aber Verkalkungen der Aneurysmawand zeigen
- Blutkulturen: bei Verdacht auf ein mykotisches Aneurysma
Ein Bauchaortenaneurysma ist bei älteren Menschen mit akuten Bauch- oder Rückenschmerzen in Betracht zu ziehen, auch wenn kein pulsierender Tumor tastbar ist.
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Weiterführende Literatur (frei zugänglich)
Querverweise
Hinweis: Lerninhalt für die ärztliche Aus- und Weiterbildung – keine Behandlungsempfehlung und kein Ersatz für Diagnose oder Therapieentscheidung im Einzelfall. Therapie und Vorgehen werden auf dieser Seite bewusst nicht dargestellt.