Adnexitis (PID)

Prüfungsrelevanz: in 7 von 197 Prüfungsprotokollen · Rang 88

Synonyme
PID, Salpingitis, Eileiterentzündung, Eierstockentzündung, Unterleibsentzündung
Fachgebiet
Gynäkologie · Ovar & Adnexe
Bilder
Endoskopie & Makro 1 · Kolposkopie 1 · Sonographie 1
Prüfungsrelevanz
7 von 197 Protokollen · Rang 88
In der App
2 Karteikarten · GynFuchs
Stand
10/2026 · Dr. Pascal Bafteh
Inhalt
  1. Bilder (3)
  2. Definition
  3. Vorkommen & Epidemiologie
  4. Ätiopathogenese
  5. Klinik
  6. Diagnostik
  7. Weiterlernen in der App
  8. Weiterführende Literatur (Auswahl)
  9. Querverweise

Bilder (3)

Adnexitis (PID) – Endoskopie & Makro: Gram-Präparat eines Vaginalabstrichs: Granulozyten mit intrazellulären gramnegativen DiplokokkenEndoskopie & Makro
Gram-Präparat eines Vaginalabstrichs: Granulozyten mit intrazellulären gramnegativen DiplokokkenBild: Graham Beards (Wikimedia Commons) · CC BY-SA 4.0 · Quelle
Adnexitis (PID) – Kolposkopie: Diffus gerötete, entzündete Portio bei Zervizitis — der typische Befund einer Chlamydieninfektion der EndozervixKolposkopie
Diffus gerötete, entzündete Portio bei Zervizitis — der typische Befund einer Chlamydieninfektion der EndozervixBild: Drhan9394 (Wikimedia Commons) · CC0 · Quelle
Adnexitis (PID) – Sonographie: PID: komplexe Adnexraumforderung mit dilatiertem tubulärem Anteil (Pyo-/Hydrosalpinx)Sonographie
PID: komplexe Adnexraumforderung mit dilatiertem tubulärem Anteil (Pyo-/Hydrosalpinx)Bild: Cureus 2026 (PMC13006111) · CC BY 4.0 · Quelle · Ausschnitt
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Definition

Was PID bedeutet

  • Der Begriff umfasst: aufsteigende Infektion von Uterus, Tuben, Ovarien.
  • Häufigste Ursache: Chlamydien, Gonokokken und Mischflora.
  • Begünstigend wirken: junges Alter, Partnerwechsel, IUP-Einlage.
  • Leitsymptome: Unterbauchschmerz, Fluor, Fieber.
  • Im Labor: CRP- und Leukozytenanstieg, Schwangerschaftstest.
  • Die Pelvic Inflammatory Disease (PID) ist eine infektiöse Entzündung des oberen weiblichen Genitaltrakts, die Uterus, Tuben und Ovarien betreffen kann und meist aus dem unteren Genitaltrakt aufsteigt.
  • Das Spektrum umfasst Zervizitis, Endometritis, Salpingitis, Pyosalpinx und Tuboovarialabszess.

Vorkommen & Epidemiologie

Epidemiologie

  • Die akute PID betrifft viele Frauen im reproduktiven Alter und ist eine der häufigsten Ursachen gynäkologischer Notfallvorstellungen.
  • Am häufigsten sind junge Frauen im reproduktiven Alter betroffen; vor der Menarche, nach der Menopause und in der Schwangerschaft ist die PID selten.

Ätiopathogenese

Erreger und Risikofaktoren

  • Häufige Erreger sind die sexuell übertragenen Keime Chlamydia trachomatis und Neisseria gonorrhoeae sowie Mycoplasma genitalium; etwa 50 % der Patientinnen mit akuter PID werden positiv auf Gonorrhö oder Chlamydien getestet.
  • Häufig sind zusätzlich weitere aerobe und anaerobe Bakterien beteiligt, etwa Keime der bakteriellen Vaginose, Haemophilus influenzae, Streptococcus agalactiae und enterale gramnegative Stäbchen.
  • Die Erreger steigen von der Vagina über Zervix und Cavum zu Tuben, Ovarien und bis in die Bauchhöhle auf.
  • Risikofaktoren sind unter anderem junges Alter, ein neuer Sexualpartner in den letzten 12 Monaten oder mindestens zwei frühere Partner sowie Ausfluss oder Beckenschmerzen in den letzten 6 Monaten.

Klinik

Chlamydien als häufigste Ursache

  • Der Erreger: C. trachomatis (Serovare D–K).
  • Bevorzugt befallen wird: Zylinderepithel von Endozervix/Urethra.
  • Mögliche Beschwerden: Zervizitis, Kontaktblutung, Dysurie.
  • Aufsteigende Infektion führt zu: Endometritis, Salpingitis, Tuboovarialabszess.

Klinik und Komplikationen

  • Typisch sind Fieber, Unterbauch- oder Beckenschmerzen, mukopurulenter Zervixausfluss und Portioschiebeschmerz; viele Patientinnen haben jedoch nur milde oder keine Symptome.
  • Bei der Untersuchung finden sich zudem Uterus- und beidseitiger Adnexdruckschmerz; ein tastbarer Adnextumor spricht für einen Tuboovarialabszess.
  • Kurzfristig droht ein Tuboovarial- oder Beckenabszess, langfristig Extrauteringravidität, Infertilität und chronische Unterbauchschmerzen.
  • Ein Tuboovarialabszess entwickelt sich bei etwa 15 % der Frauen mit Salpingitis.

Diagnostik

  • Die Diagnose ist primär klinisch; bei Unterbauchschmerzen ohne andere erkennbare Ursache gilt mindestens einer der Befunde Portioschiebeschmerz, Uterus- oder Adnexdruckschmerz als Minimalkriterium.
  • Leukozytose und erhöhtes CRP können die Diagnose stützen; eine erhöhte BSG steigert als Zusatzkriterium die Spezifität.
  • Zervixabstriche werden mittels Nukleinsäureamplifikation auf N. gonorrhoeae und C. trachomatis untersucht; eine Infektion des oberen Genitaltrakts ist auch bei negativem Zervixbefund möglich.
  • Ultraschall und CT können einen Abszess nachweisen; die CT grenzt zudem andere Ursachen wie eine Appendizitis ab.
  • In der CT zeigt die akute Salpingitis geschwollene Tuben mit verdickter, anreichernder Wand, die Pyosalpinx gewundene Strukturen mit eitrigem Inhalt und Spiegeln, der Tuboovarialabszess eine mehrkammerige solide-zystische Raumforderung.

Weiterlernen in der App

In der GynFuchs-App lernst du Adnexitis (PID) mit Karteikarten, Prüfungsfragen und Bildaufgaben (Kolposkopie, Sonographie, CTG) – kostenlos, im Browser oder als App.

In der App: 2 Karteikarten zu diesem Thema

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Weiterführende Literatur (Auswahl)

  1. StatPearls: Pelvic Inflammatory Disease
  2. MSD Manual Professional: Pelvic Inflammatory Disease (PID)
  3. DocCheck Flexikon, Fitz-Hugh-Curtis-Syndrom
  4. DocCheck Flexikon, Chlamydia trachomatis

Querverweise

Hinweis: Lerninhalt aus der GynFuchs-App (Karteikarten, Prüfungsfragen, Bildfälle) für die ärztliche Aus- und Weiterbildung – keine Behandlungsempfehlung und kein Ersatz für Diagnose oder Therapieentscheidung im Einzelfall. Therapie und Vorgehen werden auf dieser Seite bewusst nicht dargestellt.