Adnexitis (PID)
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- Synonyme
- PID, Salpingitis, Eileiterentzündung, Eierstockentzündung, Unterleibsentzündung
- Fachgebiet
- Gynäkologie · Ovar & Adnexe
- Bilder
- Endoskopie & Makro 1 · Kolposkopie 1 · Sonographie 1
- Prüfungsrelevanz
- 7 von 197 Protokollen · Rang 88
- In der App
- 2 Karteikarten · GynFuchs
- Stand
- 10/2026 · Dr. Pascal Bafteh
Inhalt
Bilder (3)
Endoskopie & Makro
Kolposkopie
SonographieDefinition
Was PID bedeutet
- Der Begriff umfasst: aufsteigende Infektion von Uterus, Tuben, Ovarien.
- Häufigste Ursache: Chlamydien, Gonokokken und Mischflora.
- Begünstigend wirken: junges Alter, Partnerwechsel, IUP-Einlage.
- Leitsymptome: Unterbauchschmerz, Fluor, Fieber.
- Im Labor: CRP- und Leukozytenanstieg, Schwangerschaftstest.
- Die Pelvic Inflammatory Disease (PID) ist eine infektiöse Entzündung des oberen weiblichen Genitaltrakts, die Uterus, Tuben und Ovarien betreffen kann und meist aus dem unteren Genitaltrakt aufsteigt.
- Das Spektrum umfasst Zervizitis, Endometritis, Salpingitis, Pyosalpinx und Tuboovarialabszess.
Vorkommen & Epidemiologie
Epidemiologie
- Die akute PID betrifft viele Frauen im reproduktiven Alter und ist eine der häufigsten Ursachen gynäkologischer Notfallvorstellungen.
- Am häufigsten sind junge Frauen im reproduktiven Alter betroffen; vor der Menarche, nach der Menopause und in der Schwangerschaft ist die PID selten.
Ätiopathogenese
Erreger und Risikofaktoren
- Häufige Erreger sind die sexuell übertragenen Keime Chlamydia trachomatis und Neisseria gonorrhoeae sowie Mycoplasma genitalium; etwa 50 % der Patientinnen mit akuter PID werden positiv auf Gonorrhö oder Chlamydien getestet.
- Häufig sind zusätzlich weitere aerobe und anaerobe Bakterien beteiligt, etwa Keime der bakteriellen Vaginose, Haemophilus influenzae, Streptococcus agalactiae und enterale gramnegative Stäbchen.
- Die Erreger steigen von der Vagina über Zervix und Cavum zu Tuben, Ovarien und bis in die Bauchhöhle auf.
- Risikofaktoren sind unter anderem junges Alter, ein neuer Sexualpartner in den letzten 12 Monaten oder mindestens zwei frühere Partner sowie Ausfluss oder Beckenschmerzen in den letzten 6 Monaten.
Klinik
Chlamydien als häufigste Ursache
- Der Erreger: C. trachomatis (Serovare D–K).
- Bevorzugt befallen wird: Zylinderepithel von Endozervix/Urethra.
- Mögliche Beschwerden: Zervizitis, Kontaktblutung, Dysurie.
- Aufsteigende Infektion führt zu: Endometritis, Salpingitis, Tuboovarialabszess.
Klinik und Komplikationen
- Typisch sind Fieber, Unterbauch- oder Beckenschmerzen, mukopurulenter Zervixausfluss und Portioschiebeschmerz; viele Patientinnen haben jedoch nur milde oder keine Symptome.
- Bei der Untersuchung finden sich zudem Uterus- und beidseitiger Adnexdruckschmerz; ein tastbarer Adnextumor spricht für einen Tuboovarialabszess.
- Kurzfristig droht ein Tuboovarial- oder Beckenabszess, langfristig Extrauteringravidität, Infertilität und chronische Unterbauchschmerzen.
- Ein Tuboovarialabszess entwickelt sich bei etwa 15 % der Frauen mit Salpingitis.
Diagnostik
- Die Diagnose ist primär klinisch; bei Unterbauchschmerzen ohne andere erkennbare Ursache gilt mindestens einer der Befunde Portioschiebeschmerz, Uterus- oder Adnexdruckschmerz als Minimalkriterium.
- Leukozytose und erhöhtes CRP können die Diagnose stützen; eine erhöhte BSG steigert als Zusatzkriterium die Spezifität.
- Zervixabstriche werden mittels Nukleinsäureamplifikation auf N. gonorrhoeae und C. trachomatis untersucht; eine Infektion des oberen Genitaltrakts ist auch bei negativem Zervixbefund möglich.
- Ultraschall und CT können einen Abszess nachweisen; die CT grenzt zudem andere Ursachen wie eine Appendizitis ab.
- In der CT zeigt die akute Salpingitis geschwollene Tuben mit verdickter, anreichernder Wand, die Pyosalpinx gewundene Strukturen mit eitrigem Inhalt und Spiegeln, der Tuboovarialabszess eine mehrkammerige solide-zystische Raumforderung.
Weiterlernen in der App
Weiterführende Literatur (Auswahl)
Querverweise
Weitere Themen: Ovar & Adnexe
Hinweis: Lerninhalt aus der GynFuchs-App (Karteikarten, Prüfungsfragen, Bildfälle) für die ärztliche Aus- und Weiterbildung – keine Behandlungsempfehlung und kein Ersatz für Diagnose oder Therapieentscheidung im Einzelfall. Therapie und Vorgehen werden auf dieser Seite bewusst nicht dargestellt.