Endometriose
Prüfungsrelevanz: in 37 von 197 Prüfungsprotokollen · Rang 17
- Synonyme
- Endometriosis genitalis, Endometriosis externa, Gebärmutterschleimhaut außerhalb der Gebärmutter
- Fachgebiet
- Gynäkologie · Endometriose & Adenomyose
- Bilder
- Endoskopie & Makro 11 · Sonographie 1
- Prüfungsrelevanz
- 37 von 197 Protokollen · Rang 17
- In der App
- 6 Karteikarten · GynFuchs
- Stand
- 10/2026 · Dr. Pascal Bafteh
Inhalt
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Endoskopie & Makro
Sonographie
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Endoskopie & MakroDefinition
- Endometriose ist definiert als ektopes endometriumähnliches Gewebe.
- Adenomyose ist definiert als Endometriumgewebe im Myometrium.
- Betroffen sind 10 % der Frauen im fertilen Alter.
- Die Erkrankung ist chronische, östrogenabhängige Erkrankung.
Einteilung
RASRM
- Die Abkürzung rASRM steht für rev. Klassifikation der Am. Society for Repr. Medicine.
- Bewertet werden nach rASRM peritoneale/ovarielle Herde, Adhäsionen, Douglas-Verschluss.
- Aus dem Punktwert ergeben sich vier Stadien (minimal bis schwer).
- Die Stärke der rASRM-Klassifikation liegt Beurteilung von Ovar/Adhäsionen, Fertilitätsprognose.
- Die Schwäche der rASRM-Klassifikation ist, erfasst tiefe Infiltration/Organbefall nicht.
#ENZIAN
- Die #ENZIAN-Klassifikation beschreibt kompartimentbezogen, auch tief infiltrierende Form.
- Das Kompartiment P steht für peritoneale Endometriose.
- Die Kompartimente O und T stehen für Ovarien; T: Tubo-ovarial-Übergang.
- Die Kompartimente A, B und C stehen für Vagina/Rektovaginalraum, Ligg. sacrouterina, Rektum.
- Die Zusätze F (für „far“) bezeichnen A: Adenomyose, B: Blase, U: Ureter, I: Darm, O: andere.
- Die Größe der Herde wird kodiert in 3 Stufen: <1 cm, 1–3 cm, >3 cm.
Ätiopathogenese
Theorien
- Sampsons Transplantationstheorie besagt, Endometriumzellen retrograd in die Bauchhöhle gelangen.
- Meyers Metaplasietheorie besagt, sich Zölomepithel zu Endometriumgewebe umwandelt.
- Die Theorie der Archimetra erklärt Adenomyose durch gestörte uterine Peristaltik.
- Für die extragenitale Ausbreitung wird lymphogene und hämatogene Streuung angenommen.
- Da keine Theorie alle Phänomene erklärt, geht man von einem multifaktoriellen Geschehen mit Genetik/Immunologie aus.
Risiko- und Schutzfaktoren
- Das Risiko für Endometriose erhöhen frühe Menarche, kurze Zyklen, Nulliparität, Familienanamnese.
- Abflussbehinderungen wie ein Vaginalseptum erhöhen das Risiko, weil sie die retrograde Menstruation verstärken.
Warum die Fertilität leidet
- Mechanische Störungen: Mechanisch beeinträchtigen die Fertilität Adhäsionen, Tuben-/Ovarverlagerung, Douglas-Obliteration.
- Funktionelle Störungen: Funktionell stören Peritoneum, Eizellqualität, Implantation.
- Adenomyose: Bei einer Adenomyose kommt zusätzlich gestörte Junktionalzone, veränderte uterine Peristaltik hinzu.
- Time to Pregnancy: Etwa jede zweite bis dritte Frau mit Endometriose berichtet eine verlängerte Time to Pregnancy.
Klinik
Die vier D
- Das erste D der Leitsymptome ist die Dysmenorrhoe, also der Schmerz mit der Regelblutung.
- Das zweite D ist Dyspareunie.
- Das dritte D ist die Dyschezie, der Schmerz beim Stuhlgang.
- Das vierte D ist Dysurie.
- Ergänzt wird die Reihe der Leitsymptome häufig durch die Infertilität als fünftes Leitsymptom.
Diagnoselatenz
- Zwischen den ersten Symptomen und der finalen Diagnose liegen im Mittel Jahre.
- Ein Hauptgrund für die Diagnoselatenz ist die Bagatellisierung von Regelschmerzen.
- Es gibt keine Korrelation zwischen Ausmaß der Herde und Stärke der Schmerzen.
Lokalisationen
- Am häufigsten betroffen sind Peritoneum, Ovarien, Ligg. sacrouterina, Douglas-Raum.
- Die genitale Endometriose kann außerdem Septum rectovaginale, Vagina, Zervix betreffen.
- Extragenital kommen Herde in Darm, Blase, Ureter, Nabel, Zwerchfell, Pleura vor.
- Die Bauchdeckenendometriose entsteht typischerweise in Sectionarbe mit zyklischem Schmerz.
Aussehen der Herde
- Frische, aktive Herde sind rot und gut vaskularisiert.
- Ältere Herde sind schwarzblau als Powder-burn-Läsionen.
- Ausgebrannte Herde sind weiß, fibrotisch mit sternförmiger Narbenretraktion.
- Eine Endometriosezyste des Ovars heißt Endometriom (Schokoladenzyste).
Weitere Fakten aus den Lernfragen
- Die vier „D“ der Leitsymptome sind Dysmenorrhoe, Dyspareunie, Dyschezie und Dysurie.
- Die Dyspareunie ist der Schmerz beim Geschlechtsverkehr.
- Der Leidensdruck ist ein zentraler Aspekt der Anamnese.
- Er wird unter anderem durch den Schmerzmittelverbrauch und die Einschränkung des Alltags erfasst.
- Endometriose ist das Auftreten endometriumähnlichen Gewebes außerhalb der Gebärmutterhöhle.
- Adenomyose ist die spezielle Form mit Vorkommen dieses Gewebes innerhalb des Myometriums.
- Die Endometriose ist eine chronische, östrogenabhängige Erkrankung.
- Mit dem Abfall des Östrogenspiegels in der Postmenopause sistieren die Beschwerden in der Regel.
- Die Transplantationstheorie nach Sampson ist eine der zentralen Hypothesen zur Entstehung der Endometriose.
- Sie postuliert, dass lebensfähige Endometriumzellen während der Menstruation retrograd über die Eileiter in die Bauchhöhle gelangen und sich dort ansiedeln.
Diagnostik
Inspektion und Spekulum
- Spekulumeinstellung: Mit dem geteilten Spekulum sucht man bläulich-rote Herde im hinteren Scheidengewölbe.
- Diagnostik bei V. a. TIE: Bei Verdacht auf tief infiltrierende Endometriose ist eine gezielte Biopsie unter Sicht möglich.
- Untersuchung der Bauchdecke: Bei der Inspektion wird auch Sectionarbe auf zyklischen Schmerz untersucht.
Palpation
- Bimanuelle Untersuchung: Man tastet bimanuell Größe, Lage, Mobilität und Druckschmerz des Uterus.
- Befund bei TIE: Ein bimanuell fixierter, retroflektierter Uterus spricht für TIE mit Adhäsionen.
- Rektovaginale Untersuchung: Diese dient dazu, derbe, schmerzhafte Knoten zu tasten.
- Optimaler Untersuchungszeitpunkt: Die Untersuchung hat die beste Aussagekraft während oder kurz nach der Menstruation.
Rolle der Diagnostik
- Goldstandard: Der Goldstandard zur Sicherung der Diagnose bleibt Laparoskopie mit Histologie.
- Labordiagnostik: Laborchemisch gibt es keinen spezifischen Labormarker.
Was man systematisch abgeht
- Das Sliding Sign prüft Verschieblichkeit Uterus gegen Rektum.
- Ein negatives Sliding Sign bedeutet eine Obliteration des Douglas durch Adhäsionen.
- Systematisch gesucht werden ferner Knoten an Septum, Ligamenta, Blasen- & Darmwand.
MRT und Grenzen
- Das MRT ist der Sonographie überlegen bei tiefer Endometriose mit Darm-/Blasenbefall.
- Der Bildgebung entzieht sich in der Regel die rein peritoneale Endometriose.
- Bei Darmbeteiligung kommt zusätzlich Koloskopie/Rektosonographie zur Stenoseprüfung infrage.
Weiterlernen in der App
Weiterführende Literatur (Auswahl)
Querverweise
Weitere Themen: Endometriose & Adenomyose
Hinweis: Lerninhalt aus der GynFuchs-App (Karteikarten, Prüfungsfragen, Bildfälle) für die ärztliche Aus- und Weiterbildung – keine Behandlungsempfehlung und kein Ersatz für Diagnose oder Therapieentscheidung im Einzelfall. Therapie und Vorgehen werden auf dieser Seite bewusst nicht dargestellt.