Endometriose

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Synonyme
Endometriosis genitalis, Endometriosis externa, Gebärmutterschleimhaut außerhalb der Gebärmutter
Fachgebiet
Gynäkologie · Endometriose & Adenomyose
Bilder
Endoskopie & Makro 11 · Sonographie 1
Prüfungsrelevanz
37 von 197 Protokollen · Rang 17
In der App
6 Karteikarten · GynFuchs
Stand
10/2026 · Dr. Pascal Bafteh
Inhalt
  1. Bilder (12)
  2. Definition
  3. Einteilung
  4. Ätiopathogenese
  5. Klinik
  6. Diagnostik
  7. Weiterlernen in der App
  8. Weiterführende Literatur (Auswahl)
  9. Querverweise

Bilder (12)

Endometriose – Endoskopie & Makro: Laparoskopie: dunkle Powder-burn-Herde auf der UteruswandEndoskopie & Makro
Laparoskopie: dunkle Powder-burn-Herde auf der UteruswandBild: Hic et nunc (Wikimedia Commons) · Public domain · Quelle · Ausschnitt
Endometriose – Sonographie: Transvaginalsonographie: homogen echoarme Zyste mit Milchglasbinnenecho — EndometriomSonographie
Transvaginalsonographie: homogen echoarme Zyste mit Milchglasbinnenecho — EndometriomBild: Mikael Häggström (Wikimedia Commons) · CC0 · Quelle · Ausschnitt
Endometriose – Endoskopie & Makro: Laparoskopie: roter, gut vaskularisierter Endometrioseherd auf dem PeritoneumEndoskopie & Makro
Laparoskopie: roter, gut vaskularisierter Endometrioseherd auf dem PeritoneumBild: Hic et nunc (Wikimedia Commons) · CC BY-SA 3.0 · Quelle · Ausschnitt
Endometriose – Endoskopie & Makro: Laparoskopie: schwarzblaue Herde mit sternförmiger Narbenretraktion auf Peritoneum und OmentumEndoskopie & Makro
Laparoskopie: schwarzblaue Herde mit sternförmiger Narbenretraktion auf Peritoneum und OmentumBild: Hic et nunc (Wikimedia Commons) · CC BY-SA 3.0 · Quelle · Ausschnitt
Endometriose – Endoskopie & Makro: Laparoskopie: Endometrioseherde im Douglas und am rechten Ligamentum sacrouterinumEndoskopie & Makro
Laparoskopie: Endometrioseherde im Douglas und am rechten Ligamentum sacrouterinumBild: Hic et nunc (Wikimedia Commons) · Public domain · Quelle · Ausschnitt
Endometriose – Endoskopie & Makro: Laparoskopie in HD: oberflächlicher peritonealer EndometrioseherdEndoskopie & Makro
Laparoskopie in HD: oberflächlicher peritonealer EndometrioseherdBild: Stefano Di Michele et al (Wikimedia Commons) · CC BY 4.0 · Quelle · Ausschnitt
Endometriose – Endoskopie & Makro: Laparoskopie: ausgedehnte Adhäsionen mit Verklebung des DouglasEndoskopie & Makro
Laparoskopie: ausgedehnte Adhäsionen mit Verklebung des DouglasBild: Hic et nunc (Wikimedia Commons) · Public domain · Quelle · Ausschnitt
Endometriose – Endoskopie & Makro: Laparoskopie: eröffnete Schokoladenzyste des linken Ovars mit altem, teerartigem BlutEndoskopie & Makro
Laparoskopie: eröffnete Schokoladenzyste des linken Ovars mit altem, teerartigem BlutBild: Hic et nunc (Wikimedia Commons) · Public domain · Quelle · Ausschnitt
Endometriose – Endoskopie & Makro: Bauchdecken-/Narbenendometriose im makroskopischen SchnittEndoskopie & Makro
Bauchdecken-/Narbenendometriose im makroskopischen SchnittBild: Ed Uthman (Wikimedia Commons) · Public domain · Quelle
Endometriose – Endoskopie & Makro: Endometriose des rechten Ovars (schwarze Herde auf der Ovaroberfläche)Endoskopie & Makro
Endometriose des rechten Ovars (schwarze Herde auf der Ovaroberfläche)Bild: Hic et nunc (Wikimedia Commons) · CC BY-SA 3.0 · Quelle
Endometriose – Endoskopie & Makro: Endometrioseherde auf dem Peritoneum zwischen Blase und Uterus (vesicouterin)Endoskopie & Makro
Endometrioseherde auf dem Peritoneum zwischen Blase und Uterus (vesicouterin)Bild: Hic et nunc (Wikimedia Commons) · Public domain · Quelle
Endometriose – Endoskopie & Makro: Ovar mit Endometriosezysten im makroskopischen Schnitt (Schokoladenzysten)Endoskopie & Makro
Ovar mit Endometriosezysten im makroskopischen Schnitt (Schokoladenzysten)Bild: Gynpathru (Wikimedia Commons) · CC BY-SA 4.0 · Quelle
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Definition

  • Endometriose ist definiert als ektopes endometriumähnliches Gewebe.
  • Adenomyose ist definiert als Endometriumgewebe im Myometrium.
  • Betroffen sind 10 % der Frauen im fertilen Alter.
  • Die Erkrankung ist chronische, östrogenabhängige Erkrankung.

Einteilung

RASRM

  • Die Abkürzung rASRM steht für rev. Klassifikation der Am. Society for Repr. Medicine.
  • Bewertet werden nach rASRM peritoneale/ovarielle Herde, Adhäsionen, Douglas-Verschluss.
  • Aus dem Punktwert ergeben sich vier Stadien (minimal bis schwer).
  • Die Stärke der rASRM-Klassifikation liegt Beurteilung von Ovar/Adhäsionen, Fertilitätsprognose.
  • Die Schwäche der rASRM-Klassifikation ist, erfasst tiefe Infiltration/Organbefall nicht.

#ENZIAN

  • Die #ENZIAN-Klassifikation beschreibt kompartimentbezogen, auch tief infiltrierende Form.
  • Das Kompartiment P steht für peritoneale Endometriose.
  • Die Kompartimente O und T stehen für Ovarien; T: Tubo-ovarial-Übergang.
  • Die Kompartimente A, B und C stehen für Vagina/Rektovaginalraum, Ligg. sacrouterina, Rektum.
  • Die Zusätze F (für „far“) bezeichnen A: Adenomyose, B: Blase, U: Ureter, I: Darm, O: andere.
  • Die Größe der Herde wird kodiert in 3 Stufen: <1 cm, 1–3 cm, >3 cm.

Ätiopathogenese

Theorien

  • Sampsons Transplantationstheorie besagt, Endometriumzellen retrograd in die Bauchhöhle gelangen.
  • Meyers Metaplasietheorie besagt, sich Zölomepithel zu Endometriumgewebe umwandelt.
  • Die Theorie der Archimetra erklärt Adenomyose durch gestörte uterine Peristaltik.
  • Für die extragenitale Ausbreitung wird lymphogene und hämatogene Streuung angenommen.
  • Da keine Theorie alle Phänomene erklärt, geht man von einem multifaktoriellen Geschehen mit Genetik/Immunologie aus.

Risiko- und Schutzfaktoren

  • Das Risiko für Endometriose erhöhen frühe Menarche, kurze Zyklen, Nulliparität, Familienanamnese.
  • Abflussbehinderungen wie ein Vaginalseptum erhöhen das Risiko, weil sie die retrograde Menstruation verstärken.

Warum die Fertilität leidet

  • Mechanische Störungen: Mechanisch beeinträchtigen die Fertilität Adhäsionen, Tuben-/Ovarverlagerung, Douglas-Obliteration.
  • Funktionelle Störungen: Funktionell stören Peritoneum, Eizellqualität, Implantation.
  • Adenomyose: Bei einer Adenomyose kommt zusätzlich gestörte Junktionalzone, veränderte uterine Peristaltik hinzu.
  • Time to Pregnancy: Etwa jede zweite bis dritte Frau mit Endometriose berichtet eine verlängerte Time to Pregnancy.

Klinik

Die vier D

  • Das erste D der Leitsymptome ist die Dysmenorrhoe, also der Schmerz mit der Regelblutung.
  • Das zweite D ist Dyspareunie.
  • Das dritte D ist die Dyschezie, der Schmerz beim Stuhlgang.
  • Das vierte D ist Dysurie.
  • Ergänzt wird die Reihe der Leitsymptome häufig durch die Infertilität als fünftes Leitsymptom.

Diagnoselatenz

  • Zwischen den ersten Symptomen und der finalen Diagnose liegen im Mittel Jahre.
  • Ein Hauptgrund für die Diagnoselatenz ist die Bagatellisierung von Regelschmerzen.
  • Es gibt keine Korrelation zwischen Ausmaß der Herde und Stärke der Schmerzen.

Lokalisationen

  • Am häufigsten betroffen sind Peritoneum, Ovarien, Ligg. sacrouterina, Douglas-Raum.
  • Die genitale Endometriose kann außerdem Septum rectovaginale, Vagina, Zervix betreffen.
  • Extragenital kommen Herde in Darm, Blase, Ureter, Nabel, Zwerchfell, Pleura vor.
  • Die Bauchdeckenendometriose entsteht typischerweise in Sectionarbe mit zyklischem Schmerz.

Aussehen der Herde

  • Frische, aktive Herde sind rot und gut vaskularisiert.
  • Ältere Herde sind schwarzblau als Powder-burn-Läsionen.
  • Ausgebrannte Herde sind weiß, fibrotisch mit sternförmiger Narbenretraktion.
  • Eine Endometriosezyste des Ovars heißt Endometriom (Schokoladenzyste).

Weitere Fakten aus den Lernfragen

  • Die vier „D“ der Leitsymptome sind Dysmenorrhoe, Dyspareunie, Dyschezie und Dysurie.
  • Die Dyspareunie ist der Schmerz beim Geschlechtsverkehr.
  • Der Leidensdruck ist ein zentraler Aspekt der Anamnese.
  • Er wird unter anderem durch den Schmerzmittelverbrauch und die Einschränkung des Alltags erfasst.
  • Endometriose ist das Auftreten endometriumähnlichen Gewebes außerhalb der Gebärmutterhöhle.
  • Adenomyose ist die spezielle Form mit Vorkommen dieses Gewebes innerhalb des Myometriums.
  • Die Endometriose ist eine chronische, östrogenabhängige Erkrankung.
  • Mit dem Abfall des Östrogenspiegels in der Postmenopause sistieren die Beschwerden in der Regel.
  • Die Transplantationstheorie nach Sampson ist eine der zentralen Hypothesen zur Entstehung der Endometriose.
  • Sie postuliert, dass lebensfähige Endometriumzellen während der Menstruation retrograd über die Eileiter in die Bauchhöhle gelangen und sich dort ansiedeln.

Diagnostik

Inspektion und Spekulum

  • Spekulumeinstellung: Mit dem geteilten Spekulum sucht man bläulich-rote Herde im hinteren Scheidengewölbe.
  • Diagnostik bei V. a. TIE: Bei Verdacht auf tief infiltrierende Endometriose ist eine gezielte Biopsie unter Sicht möglich.
  • Untersuchung der Bauchdecke: Bei der Inspektion wird auch Sectionarbe auf zyklischen Schmerz untersucht.

Palpation

  • Bimanuelle Untersuchung: Man tastet bimanuell Größe, Lage, Mobilität und Druckschmerz des Uterus.
  • Befund bei TIE: Ein bimanuell fixierter, retroflektierter Uterus spricht für TIE mit Adhäsionen.
  • Rektovaginale Untersuchung: Diese dient dazu, derbe, schmerzhafte Knoten zu tasten.
  • Optimaler Untersuchungszeitpunkt: Die Untersuchung hat die beste Aussagekraft während oder kurz nach der Menstruation.

Rolle der Diagnostik

  • Goldstandard: Der Goldstandard zur Sicherung der Diagnose bleibt Laparoskopie mit Histologie.
  • Labordiagnostik: Laborchemisch gibt es keinen spezifischen Labormarker.

Was man systematisch abgeht

  • Das Sliding Sign prüft Verschieblichkeit Uterus gegen Rektum.
  • Ein negatives Sliding Sign bedeutet eine Obliteration des Douglas durch Adhäsionen.
  • Systematisch gesucht werden ferner Knoten an Septum, Ligamenta, Blasen- & Darmwand.

MRT und Grenzen

  • Das MRT ist der Sonographie überlegen bei tiefer Endometriose mit Darm-/Blasenbefall.
  • Der Bildgebung entzieht sich in der Regel die rein peritoneale Endometriose.
  • Bei Darmbeteiligung kommt zusätzlich Koloskopie/Rektosonographie zur Stenoseprüfung infrage.

Weiterlernen in der App

In der GynFuchs-App lernst du Endometriose mit Karteikarten, Prüfungsfragen und Bildaufgaben (Kolposkopie, Sonographie, CTG) – kostenlos, im Browser oder als App.

In der App: 6 Karteikarten zu diesem Thema

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Weiterführende Literatur (Auswahl)

  1. StatPearls: Endometriosis (NCBI Bookshelf)
  2. DocCheck Flexikon, Endometriose
  3. DocCheck Flexikon, Endometriom

Querverweise

Hinweis: Lerninhalt aus der GynFuchs-App (Karteikarten, Prüfungsfragen, Bildfälle) für die ärztliche Aus- und Weiterbildung – keine Behandlungsempfehlung und kein Ersatz für Diagnose oder Therapieentscheidung im Einzelfall. Therapie und Vorgehen werden auf dieser Seite bewusst nicht dargestellt.