Gestationsdiabetes (GDM)

Prüfungsrelevanz: in 38 von 197 Prüfungsprotokollen · Rang 15

Synonyme
Schwangerschaftsdiabetes, GDM, oGTT, Zucker in der Schwangerschaft
Fachgebiet
Geburtshilfe · Schwangerschaftserkrankungen
Prüfungsrelevanz
38 von 197 Protokollen · Rang 15
In der App
3 Karteikarten · GynFuchs
Stand
10/2026 · Dr. Pascal Bafteh
Inhalt
  1. Ätiopathogenese
  2. Klinik
  3. Diagnostik
  4. Weiterlernen in der App
  5. Weiterführende Literatur (Auswahl)
  6. Querverweise

Ätiopathogenese

Physiologische Grundlagen und Entstehung

  • In der Schwangerschaft nimmt die Insulinresistenz physiologisch zu, angetrieben durch hPL, Progesteron, Östrogene, Cortisol, Prolaktin.
  • Diese Resistenz steigt ab etwa der 20. SSW an und erreicht ihr Maximum um die 32. Schwangerschaftswoche.
  • Ein Gestationsdiabetes entsteht, wenn die mütterliche Insulinsekretion diese Resistenz nicht mehr kompensieren kann, was sich zuerst postprandiale Hyperglykämien manifestiert.

Pedersen-Hypothese und fetale Folgen

  • Nach der Pedersen-Hypothese passiert Glukose die Plazenta, mütterliches Insulin jedoch nicht, was beim Feten zu einer Hyperglykämie und reaktiv zu einem Hyperinsulinismus führt.
  • Insulin wirkt beim Feten als Wachstumsfaktor und verursacht eine typischerweise disproportionale Makrosomie mit Stammlipomatose.
  • Charakteristisch ist, dass Rumpf, Abdomen und Schultergürtel stärker wachsen als der Kopf, was das Risiko für eine Schulterdystokie erhöht.

Risikokomplex Adipositas

  • Adipositas erhöht bereits vor der Schwangerschaft das Risiko für Infertilität und Fehlgeburten.
  • Während der Schwangerschaft steigert Adipositas das Risiko für Präeklampsie, intrauterinen Fruchttod und fetale Makrosomie.

Klinik

Weitere fetopathische Komplikationen

  • Ein Polyhydramnion kann durch eine osmotisch bedingte fetale Polyurie entstehen.
  • Weitere Folgen des Hyperinsulinismus sind eine Myokardhypertrophie, eine verzögerte Surfactantbildung und eine Polyglobulie mit Hyperbilirubinämie.

Klinische Hinweise im Schwangerschaftsverlauf

  • Ein klinischer Hinweis auf einen unerkannten Gestationsdiabetes kann ein ein Polyhydramnion sein.
  • Bei der äußeren Untersuchung ist ein wichtiger Messwert der Symphysen-Fundus-Abstand (SFA), insbesondere bei rascher Zunahme.
  • Sonografisch ist ein Abdomenumfang des Feten > 90. Perzentile ein deutliches Warnzeichen.

Weitere Fakten aus den Lernfragen

  • Die Insulinresistenz nimmt in der Schwangerschaft physiologisch zu.
  • Sie beginnt etwa ab der 20. SSW anzusteigen und erreicht ihren Höhepunkt um die 32. SSW.
  • Der fetale Hyperinsulinismus wirkt als Wachstumsfaktor und führt zu einer disproportionalen Makrosomie.
  • Charakteristisch ist ein stärkeres Wachstum von Rumpf, Abdomen und Schultergürtel im Vergleich zum Kopf.
  • Die fetale Hyperglykämie führt zu einer osmotischen Diurese.
  • Die daraus resultierende fetale Polyurie ist eine typische Ursache für ein Polyhydramnion.
  • Die Zunahme der Insulinresistenz wird durch verschiedene plazentare und mütterliche Hormone angetrieben.
  • Dazu gehören humanes Plazentalaktogen (hPL), Progesteron, Östrogene, Cortisol und Prolaktin.
  • Schwere Fehlbildungen (Embryopathie) entstehen durch Hyperglykämien in der frühen Organogenese.
  • Dies ist typisch für einen bereits vor der Konzeption bestehenden, schlecht eingestellten Diabetes.

Diagnostik

Vorbereitung und Durchführung

  • Der Test wird morgens nüchtern nach mindestens acht Stunden Nahrungspause und nach drei Tagen normaler kohlenhydratreicher Kost durchgeführt.
  • Die Blutzuckermessung erfolgt im fluorid-gehemmten venösen Plasma.

Grenzwerte und Diagnose

  • Für die Diagnose eines Gestationsdiabetes genügt es, wenn ein einziger Wert erreicht oder überschritten ist.
  • Eine entscheidende Rolle spielt die Präanalytik: Ohne Glykolysehemmung oder sofortige Zentrifugation fallen die Werte falsch niedrig aus.

Weiterlernen in der App

In der GynFuchs-App lernst du Gestationsdiabetes (GDM) mit Karteikarten, Prüfungsfragen und Bildaufgaben (Kolposkopie, Sonographie, CTG) – kostenlos, im Browser oder als App.

In der App: 3 Karteikarten zu diesem Thema

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Weiterführende Literatur (Auswahl)

  1. StatPearls: Gestational Diabetes (NCBI Bookshelf)
  2. DocCheck Flexikon, Gestationsdiabetes
  3. DocCheck Flexikon, Oraler Glukosetoleranztest

Querverweise

Hinweis: Lerninhalt aus der GynFuchs-App (Karteikarten, Prüfungsfragen, Bildfälle) für die ärztliche Aus- und Weiterbildung – keine Behandlungsempfehlung und kein Ersatz für Diagnose oder Therapieentscheidung im Einzelfall. Therapie und Vorgehen werden auf dieser Seite bewusst nicht dargestellt.