Morbus Paget der Mamille
- Synonyme
- Paget-Karzinom, Morbus Paget der Brustwarze
- Fachgebiet
- Gynäkologie · Brust (Mamma)
- Bilder
- Klinik 1
- Stand
- 10/2026 · Dr. Pascal Bafteh
Inhalt
Bilder (1)
Definition
- Ekzemartige Veränderung von Mamille und Areola durch große intraepidermale Karzinomzellen (Paget-Zellen), die in über 90 % mit einem darunterliegenden DCIS oder invasiven Mammakarzinom einhergeht.
Vorkommen & Epidemiologie
Epidemiologie
- Etwa 1–3 % der Mammakarzinome manifestieren sich so; betroffen sind vor allem postmenopausale Frauen zwischen 50 und 60 Jahren, selten auch Männer.
Ätiopathogenese
Ätiologie und Pathogenese
- Nach der am weitesten akzeptierten epidermotropen Theorie wandern Paget-Zellen aus einem darunterliegenden Karzinom über die Milchgänge in die Epidermis der Mamille.
- Die Transformationstheorie deutet Paget-Zellen dagegen als maligne transformierte Keratinozyten der Mamillenepidermis.
Klinik
- Typisch ist ein gut abgegrenzter, unregelmäßig geformter, roter, schuppender oder krustiger Herd, der an der Mamille beginnt und auf die Areola übergreift; meist ist nur eine Seite betroffen.
- Schmerzen, Juckreiz und Brennen treten in 15–25 % auf und gehen den sichtbaren Veränderungen oft voraus; Ulzeration, Blutung und Sekretion kommen eher in fortgeschrittenen Stadien vor.
- Ein tastbarer Knoten kann vorhanden sein und spricht mit hoher Wahrscheinlichkeit für ein invasives Karzinom.
Histologie
- Paget-Zellen sind große Zellen mit reichlich blassem Zytoplasma, pleomorphen Kernen und prominenten Nukleolen und liegen einzeln oder in Gruppen in der Epidermis.
- Immunhistochemisch sind sie typischerweise positiv für niedermolekulare Zytokeratine wie CK7 und CAM5.2; HER2 ist in 80–90 % überexprimiert, Östrogen- und Progesteronrezeptor sind in etwa 40 % bzw. 30 % positiv.
Diagnostik
Typische Bildbefunde
- Klinischer Befund (Morbus Paget der Mamille): Die Mamille selbst ist zerstört und durch eine scharf begrenzte, erodierte, rötlich-schuppende Fläche ersetzt, die histologisch bioptisch gesichert Paget-Zellen zeigte.
- Klinischer Befund (Morbus Paget der Mamille): Die Brustwarze selbst ist von einer scharf begrenzten, geröteten und erodierten Fläche eingenommen, die zum Warzenvorhof hin übergreift. Die Oberfläche ist verkrustet, der Mamillenkörper teilweise eingeschmolzen.
- Gesichert wird die Diagnose durch eine Biopsie des Mamillen-Areola-Komplexes in voller Dicke mit Histologie und Immunhistochemie; Mammographie, Sonographie und MRT suchen nach einem Herd in der Brust.
- Auch bei unauffälliger Bildgebung kann ein invasives Karzinom vorliegen.
Weiterlernen in der App
Weiterführende Literatur (Auswahl)
Querverweise
Weitere Themen: Brust (Mamma)
Hinweis: Lerninhalt aus der GynFuchs-App (Karteikarten, Prüfungsfragen, Bildfälle) für die ärztliche Aus- und Weiterbildung – keine Behandlungsempfehlung und kein Ersatz für Diagnose oder Therapieentscheidung im Einzelfall. Therapie und Vorgehen werden auf dieser Seite bewusst nicht dargestellt.
