Morbus Paget der Mamille

Synonyme
Paget-Karzinom, Morbus Paget der Brustwarze
Fachgebiet
Gynäkologie · Brust (Mamma)
Bilder
Klinik 1
Stand
10/2026 · Dr. Pascal Bafteh
Inhalt
  1. Bilder (1)
  2. Definition
  3. Vorkommen & Epidemiologie
  4. Ätiopathogenese
  5. Klinik
  6. Histologie
  7. Diagnostik
  8. Weiterlernen in der App
  9. Weiterführende Literatur (Auswahl)
  10. Querverweise

Bilder (1)

Morbus Paget der Mamille – Klinik: Morbus Paget der Mamille, klinisches Foto
Morbus Paget der Mamille, klinisches FotoBild: Sugumaran M, Dev B, Balasubramanian A, Nethaji P, Gnanavel H, Srinivasan JP, Sai V. (Cureus 2026) · CC BY 4.0 · Quelle · Ausschnitt

Definition

  • Ekzemartige Veränderung von Mamille und Areola durch große intraepidermale Karzinomzellen (Paget-Zellen), die in über 90 % mit einem darunterliegenden DCIS oder invasiven Mammakarzinom einhergeht.

Vorkommen & Epidemiologie

Epidemiologie

  • Etwa 1–3 % der Mammakarzinome manifestieren sich so; betroffen sind vor allem postmenopausale Frauen zwischen 50 und 60 Jahren, selten auch Männer.

Ätiopathogenese

Ätiologie und Pathogenese

  • Nach der am weitesten akzeptierten epidermotropen Theorie wandern Paget-Zellen aus einem darunterliegenden Karzinom über die Milchgänge in die Epidermis der Mamille.
  • Die Transformationstheorie deutet Paget-Zellen dagegen als maligne transformierte Keratinozyten der Mamillenepidermis.

Klinik

  • Typisch ist ein gut abgegrenzter, unregelmäßig geformter, roter, schuppender oder krustiger Herd, der an der Mamille beginnt und auf die Areola übergreift; meist ist nur eine Seite betroffen.
  • Schmerzen, Juckreiz und Brennen treten in 15–25 % auf und gehen den sichtbaren Veränderungen oft voraus; Ulzeration, Blutung und Sekretion kommen eher in fortgeschrittenen Stadien vor.
  • Ein tastbarer Knoten kann vorhanden sein und spricht mit hoher Wahrscheinlichkeit für ein invasives Karzinom.

Histologie

  • Paget-Zellen sind große Zellen mit reichlich blassem Zytoplasma, pleomorphen Kernen und prominenten Nukleolen und liegen einzeln oder in Gruppen in der Epidermis.
  • Immunhistochemisch sind sie typischerweise positiv für niedermolekulare Zytokeratine wie CK7 und CAM5.2; HER2 ist in 80–90 % überexprimiert, Östrogen- und Progesteronrezeptor sind in etwa 40 % bzw. 30 % positiv.

Diagnostik

Typische Bildbefunde

  • Klinischer Befund (Morbus Paget der Mamille): Die Mamille selbst ist zerstört und durch eine scharf begrenzte, erodierte, rötlich-schuppende Fläche ersetzt, die histologisch bioptisch gesichert Paget-Zellen zeigte.
  • Klinischer Befund (Morbus Paget der Mamille): Die Brustwarze selbst ist von einer scharf begrenzten, geröteten und erodierten Fläche eingenommen, die zum Warzenvorhof hin übergreift. Die Oberfläche ist verkrustet, der Mamillenkörper teilweise eingeschmolzen.
  • Gesichert wird die Diagnose durch eine Biopsie des Mamillen-Areola-Komplexes in voller Dicke mit Histologie und Immunhistochemie; Mammographie, Sonographie und MRT suchen nach einem Herd in der Brust.
  • Auch bei unauffälliger Bildgebung kann ein invasives Karzinom vorliegen.

Weiterlernen in der App

In der GynFuchs-App lernst du Morbus Paget der Mamille mit Karteikarten, Prüfungsfragen und Bildaufgaben (Kolposkopie, Sonographie, CTG) – kostenlos, im Browser oder als App.

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Weiterführende Literatur (Auswahl)

  1. National Cancer Institute: Paget Disease of the Breast
  2. A Pictorial Exploration of Mammary Paget Disease: Insights and Perspectives (Cancers (Basel) 2023, PubMed Central)
  3. DermNet: Mammary Paget disease

Querverweise

Hinweis: Lerninhalt aus der GynFuchs-App (Karteikarten, Prüfungsfragen, Bildfälle) für die ärztliche Aus- und Weiterbildung – keine Behandlungsempfehlung und kein Ersatz für Diagnose oder Therapieentscheidung im Einzelfall. Therapie und Vorgehen werden auf dieser Seite bewusst nicht dargestellt.