Hiatushernie

Prüfungsrelevanz: in 2 von 105 Prüfungsprotokollen · Rang 142
Synonyme
Zwerchfellbruch, Hiatusgleithernie, axiale Hernie, paraösophageale Hernie, Upside-down-Magen, Thoraxmagen
Fachgebiet
Innere Medizin · Gastroenterologie
Bilder
Röntgen 2 · Endoskopie 1 · CT 1
Stand
10/2026 · Dr. Pascal Bafteh
Inhalt
  1. Bilder (4)
  2. Definition
  3. Einteilung
  4. Vorkommen & Epidemiologie
  5. Ätiopathogenese
  6. Klinik
  7. Diagnostik
  8. Weiterlernen in der App
  9. Weiterführende Literatur (frei zugänglich)
  10. Querverweise

Bilder (4)

Hiatushernie (Zwerchfellbruch) – Thoraxröntgen: retrokardiale Luftansammlung mit Flüssigkeitsspiegel (Pfeile) durch den hochgetretenen MagenanteilRöntgen
Thoraxröntgen: retrokardiale Luftansammlung mit Flüssigkeitsspiegel (Pfeile) durch den hochgetretenen MagenanteilBild: Hellerhoff . labeled by Mikael Häggström (Wikimedia Commons) · CC BY-SA 3.0 · Quelle
Hiatushernie (Zwerchfellbruch) – Röntgenbild: Breischluck: axiale Hiatushernie, die Kardia (Pfeile) liegt oberhalb des ZwerchfellsRöntgen
Breischluck: axiale Hiatushernie, die Kardia (Pfeile) liegt oberhalb des ZwerchfellsBild: Hellerhoff (Wikimedia Commons) · CC BY-SA 4.0 · Quelle
Hiatushernie (Zwerchfellbruch) – Gastroskopie in Inversion: axiale Hiatushernie mit erweitertem Hiatus um das Endoskop, zusätzlich kleine Drüsenkörperzysten-PolypenEndoskopie
Gastroskopie in Inversion: axiale Hiatushernie mit erweitertem Hiatus um das Endoskop, zusätzlich kleine Drüsenkörperzysten-PolypenBild: Samir (Wikimedia Commons) · CC BY-SA 4.0 · Quelle
Hiatushernie (Zwerchfellbruch) – CT koronar (beschriftet): Magenanteile oberhalb des Zwerchfells im unteren MediastinumCT
CT koronar (beschriftet): Magenanteile oberhalb des Zwerchfells im unteren MediastinumBild: Mikael Häggström (Wikimedia Commons) · CC0 · Quelle
1 / 4

Definition

Eine Hiatushernie ist eine Vorwölbung des Magens durch den Hiatus oesophageus des Zwerchfells in den Brustraum. Die meisten Hiatushernien verursachen keine Beschwerden; ein vermehrter Säurereflux kann jedoch zu den Symptomen einer gastroösophagealen Refluxkrankheit führen.

Einteilung

  • Axiale Gleithernie (häufigste Form): Der ösophagogastrale Übergang und ein Teil des Magens liegen oberhalb des Zwerchfells.
  • Paraösophageale Hernie: Der ösophagogastrale Übergang liegt an normaler Stelle, ein Teil des Magens liegt neben der Speiseröhre im Zwerchfellhiatus.
  • Mischformen und Hernien mit weiteren Organen: seltener; Hiatushernien können sowohl eine Gleit- als auch eine paraösophageale Komponente haben oder andere Organe enthalten.

Vorkommen & Epidemiologie

Die axiale Gleithernie ist ein häufiger Zufallsbefund in der Bildgebung. Bis zu etwa 94 % der Menschen mit gastroösophagealer Refluxkrankheit haben eine Hiatushernie unterschiedlichen Ausmaßes, und bis zu etwa 67 % der Menschen mit Hiatushernie haben eine Refluxkrankheit; der Zusammenhang zwischen Hernie und Beschwerden ist daher unklar.

Ätiopathogenese

Die Ursache ist meist unbekannt. Vermutet wird eine erworbene Dehnung der bindegewebigen Verbindungen zwischen Speiseröhre und Zwerchfell im Bereich des Hiatus, also der Öffnung, durch die die Speiseröhre das Zwerchfell durchtritt. Ein insuffizienter Übergang begünstigt den gastroösophagealen Reflux; zu den Schutzfaktoren gehören die Wirkung des Zwerchfells und der Winkel zwischen Speiseröhre und Kardia.

Klinik

  • Gleithernie: meist beschwerdefrei; Thoraxschmerz und andere Refluxbeschwerden wie Sodbrennen sind möglich.
  • Paraösophageale Hernie: meist ebenfalls beschwerdefrei, kann aber im Gegensatz zur Gleithernie inkarzerieren und strangulieren.
  • Blutung: selten bei beiden Formen, okkult oder massiv.

Diagnostik

  • Röntgen-Breischluck: bevorzugte Untersuchung; die axiale Länge der Hernie lässt sich bestimmen.
  • Ösophagogastroduodenoskopie: zeigt die Hernie ebenfalls, ist aber weniger sensitiv als der Breischluck; zugleich Beurteilung von Refluxösophagitis und Barrett-Ösophagus.
  • Hochauflösende Manometrie: ergänzend, um die Sensitivität von Breischluck oder Endoskopie zu erhöhen.
  • Zufallsbefund: Hiatushernien werden häufig auf Röntgen-Thorax-Aufnahmen oder in CT-Untersuchungen von Thorax oder Abdomen entdeckt.

Weiterlernen in der App

In der InnereFuchs-App lernst du Hiatushernie mit Karteikarten, Prüfungsfragen und Bildaufgaben (EKG, Röntgen-Thorax, Sonographie, Labor) – kostenlos, im Browser oder als App.

Im Browser starten  InnereFuchs ansehen →

Weiterführende Literatur (frei zugänglich)

  1. MSD Manual Professional: Hiatus Hernia
  2. MSD Manual Professional: Gastroesophageal Reflux Disease (GERD)
  3. StatPearls: Hiatal Hernia

Querverweise

Hinweis: Lerninhalt für die ärztliche Aus- und Weiterbildung – keine Behandlungsempfehlung und kein Ersatz für Diagnose oder Therapieentscheidung im Einzelfall. Therapie und Vorgehen werden auf dieser Seite bewusst nicht dargestellt.