Hirsutismus und Hyperandrogenämie

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Synonyme
Hyperandrogenämie, Virilisierung, Ferriman-Gallwey-Score, Androgenisierung, vermehrte Körperbehaarung, männlicher Behaarungstyp
Fachgebiet
Gynäkologie · Endokrinologie & Zyklus
Bilder
Klinik 1
Prüfungsrelevanz
5 von 197 Protokollen · Rang 101
In der App
1 Karteikarten · GynFuchs
Stand
10/2026 · Dr. Pascal Bafteh
Inhalt
  1. Bilder (1)
  2. Definition
  3. Vorkommen & Epidemiologie
  4. Ätiopathogenese
  5. Klinik
  6. Diagnostik
  7. Weiterlernen in der App
  8. Weiterführende Literatur (Auswahl)
  9. Querverweise

Bilder (1)

Hirsutismus und Hyperandrogenämie – Klinik: Hirsutismus: kräftiger terminaler Haarwuchs an Kinn und Wange
Hirsutismus: kräftiger terminaler Haarwuchs an Kinn und WangeBild: Drhan9394 (Wikimedia Commons) · CC0 · Quelle

Definition

Begriffe auseinanderhalten

  • Hirsutismus: Terminalhaar an androgenabhängigen Stellen.
  • Hypertrichose: Androgenunabhängiger Haarwuchs, oft medikamentös.
  • Virilisierung: Hirsutismus plus Klitorishypertrophie, Stimmvertiefung.
  • Wie der Hirsutismus abgestuft wird: Mittels Ferriman-Gallwey-Score (9 Körperregionen).
  • Was rasche Progredienz mit Virilisierung bedeutet: V. a. androgenproduzierenden Tumor (rasche Abklärung).
  • Hirsutismus ist ein übermäßiges Wachstum dicker, dunkler Haare nach männlichem Verteilungsmuster bei Frauen nach der Pubertät, etwa im Bart- und Oberlippenbereich, an Brust, Rücken, Unterbauch und Oberschenkelinnenseiten.
  • Ursache sind erhöhte zirkulierende Androgenspiegel oder eine gesteigerte Androgenempfindlichkeit der Haarfollikel; der Schweregrad korreliert daher nicht eng mit der Höhe der Androgenspiegel.

Vorkommen & Epidemiologie

Epidemiologie

  • Hirsutismus ist häufig und betrifft in den USA schätzungsweise fast 10 % der Frauen; was als übermäßig gilt, hängt von ethnischer Herkunft und kultureller Wahrnehmung ab.

Ätiopathogenese

Ätiologie und Pathogenese

  • Häufigste Ursache ist das polyzystische Ovarsyndrom.
  • Ein nichtklassisches adrenogenitales Syndrom beruht fast immer auf einem 21-Hydroxylase-Mangel mit vermehrter Bildung von 17-Hydroxyprogesteron und Androstendion und kann einem PCOS klinisch ähneln.
  • Androgenbildende Ovarial- und Nebennierentumoren sind seltene Ursachen; sie führen typischerweise erst später im Leben zu rasch fortschreitendem Hirsutismus, Nebennierenkarzinome oft zusammen mit einem Cushing-Syndrom.
  • Weitere Ursachen sind Cushing-Syndrom, Akromegalie, Hyperprolaktinämie, ovarielle Hyperthekose und androgen wirkende Substanzen wie Anabolika.
  • Der idiopathische Hirsutismus bei normalen Androgenspiegeln, regelmäßigen Zyklen und fehlender erkennbarer Ursache ist eine Ausschlussdiagnose; er findet sich bei etwa der Hälfte der Frauen mit leichtem Hirsutismus.

Klinik

  • Begleitend finden sich häufig Akne, Zyklusstörungen und eine androgenetische Alopezie; eine Acanthosis nigricans weist auf eine Hyperinsulinämie, etwa bei PCOS, hin.
  • Plötzlicher Beginn, rasche Progredienz, Beginn erst später im Leben oder Virilisierungszeichen wie Klitorishypertrophie, Stimmvertiefung, vermehrte Muskelmasse und Glatzenbildung weisen auf einen androgenbildenden Tumor hin.

Diagnostik

Labor

  • Basisparameter: Gesamttestosteron, SHBG, DHEAS, Androstendion.
  • Warum SHBG mitbestimmt wird: Zur Abschätzung des freien, wirksamen Testosterons.
  • Was den SHBG-Spiegel senkt: Adipositas und Insulinresistenz (erhöht freies T.).
  • Ein stark erhöhtes DHEAS lenkt: auf eine adrenale Ursache.
  • Zur Abgrenzung des Adrenogenitalen Syndroms: 17-Hydroxyprogesteron (frühe Follikelphase).
  • Der Schweregrad wird mit dem Ferriman-Gallwey-Score erfasst, der neun androgenempfindliche Körperregionen mit je 0 bis 4 Punkten bewertet.
  • Die Basisdiagnostik umfasst freies und Gesamttestosteron, DHEAS sowie LH und FSH, bei Zyklusstörungen zusätzlich Prolaktin; 17-Hydroxyprogesteron wird bei Verdacht auf ein AGS bestimmt.
  • Hohes Testosteron bei normalem DHEAS spricht für eine ovarielle, zusätzlich erhöhtes DHEAS für eine adrenale Androgenquelle.

Weiterlernen in der App

In der GynFuchs-App lernst du Hirsutismus und Hyperandrogenämie mit Karteikarten, Prüfungsfragen und Bildaufgaben (Kolposkopie, Sonographie, CTG) – kostenlos, im Browser oder als App.

In der App: 1 Karteikarten zu diesem Thema

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Weiterführende Literatur (Auswahl)

  1. StatPearls: Hirsutism (NCBI Bookshelf)
  2. MSD Manual Professional: Hirsutism and Hypertrichosis
  3. Endocrine evaluation of hirsutism (Int J Womens Dermatol 2017, PubMed Central)
  4. DocCheck Flexikon, Hirsutismus

Querverweise

Hinweis: Lerninhalt aus der GynFuchs-App (Karteikarten, Prüfungsfragen, Bildfälle) für die ärztliche Aus- und Weiterbildung – keine Behandlungsempfehlung und kein Ersatz für Diagnose oder Therapieentscheidung im Einzelfall. Therapie und Vorgehen werden auf dieser Seite bewusst nicht dargestellt.