Allergische Rhinitis (Heuschnupfen)
- Synonyme
- Heuschnupfen, Pollenallergie, Pollinosis, Hausstauballergie, allergischer Schnupfen, allergische Rhinokonjunktivitis
- Fachgebiet
- Innere Medizin · Allergologie
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- Klinik 2
- Stand
- 10/2026 · Dr. Pascal Bafteh
Inhalt
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Definition
Die allergische Rhinitis ist eine IgE-vermittelte Entzündung der Nasenschleimhaut nach Kontakt mit Pollen oder anderen Allergenen. Leitsymptome sind Juckreiz, Niesen, Fließschnupfen und nasale Obstruktion, häufig begleitet von einer Konjunktivitis (allergische Rhinokonjunktivitis). Sie tritt saisonal (Heuschnupfen) oder ganzjährig (perennial) auf und ist häufig mit Asthma bronchiale vergesellschaftet.
Einteilung
- Nach Dauer: intermittierend (Beschwerden an weniger als 4 Tagen pro Woche oder an weniger als 4 aufeinanderfolgenden Wochen pro Jahr) oder persistierend (an mindestens 4 Tagen pro Woche und mindestens 4 aufeinanderfolgenden Wochen pro Jahr).
- Nach Schweregrad: leicht oder mittelschwer bis schwer.
- Nach Allergenexposition: saisonal (vor allem Pollen) oder perennial (ganzjährige Innenraumallergene).
- Abgrenzung nicht-allergischer Formen: Mindestens 25 % der perennialen Rhinitiden sind nicht allergisch, etwa infektiös, vasomotorisch, medikamentös ausgelöst, atrophisch oder als nicht-allergische Rhinitis mit Eosinophilie (NARES).
Ätiopathogenese
Nach einer Sensibilisierung bindet allergenspezifisches IgE an Mastzellen der Schleimhaut. Erneuter Allergenkontakt führt zur Degranulation mit Freisetzung von Histamin, Prostaglandinen, Leukotrienen und Zytokinen; es folgen Gefäßerweiterung, Schleimhautödem, Schleimsekretion und eine Infiltration mit Eosinophilen und Th2-Zellen.
- Frühjahr: Baumpollen (z. B. Birke, Erle, Olive).
- Sommer: Gräserpollen und einige Kräuterpollen (z. B. Spitzwegerich).
- Herbst: weitere Kräuterpollen (z. B. Ambrosia).
- Ganzjährig: Hausstaubmilbenkot, Schaben, Tierepithelien sowie Schimmelpilzsporen; eine starke Reaktion auf Pollen mehrerer aufeinanderfolgender Jahreszeiten kann ebenfalls ganzjährige Beschwerden verursachen.
Klinik
- Nase: Juckreiz (auch an Augen und Gaumen), Niesattacken, wässrige Rhinorrhö und Verstopfung von Nase und Nasennebenhöhlen; Letztere kann Stirnkopfschmerz verursachen.
- Augen: beidseitiger Juckreiz, Rötung der Bindehaut, Tränenfluss oder fadenziehendes Sekret, Lichtempfindlichkeit, Bindehautschwellung und Lidödem.
- Perenniale Rhinitis: im Vordergrund steht die chronische nasale Obstruktion, der Juckreiz ist geringer; es können chronische Sinusitis und Nasenpolypen entstehen, bei Kindern eine chronische Otitis media.
- Untersuchungsbefund: geschwollene, ödematöse, bläulich-rote untere Nasenmuscheln.
- Komplikationen und Begleiterkrankungen: virale oder bakterielle Sinusitis; Husten und Giemen bei begleitendem Asthma.
Diagnostik
- Klinische Diagnose: Anamnese mit typischen Symptomen, Auslösern, zeitlichem Muster und Familienanamnese sowie Untersuchung der Nase.
- Hautpricktest: Allergenextrakt wird auf die Haut aufgebracht und mit einer Lanzette eingestochen. Positiv ist eine Quaddel mit Erythem, deren Durchmesser nach 15 bis 20 Minuten mindestens 3 mm größer ist als die Negativkontrolle; Histamin dient als Positivkontrolle. Bei Dermographismus sind falsch-positive Ergebnisse möglich.
- Allergenspezifisches IgE im Serum: wenn Hauttests nicht möglich oder nicht eindeutig sind; ergänzend kann eine Komponentendiagnostik echte Sensibilisierungen von Kreuzreaktionen unterscheiden.
- Nasaler Abstrich auf Eosinophile: mäßige Sensitivität (über 50 %) und hohe Spezifität (über 95 %); Eosinophilie bei negativen Hauttests spricht für eine NARES oder eine Analgetika-Intoleranz.
- Negative Allergietests: sprechen für eine nicht-allergische Rhinitis.
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Weiterführende Literatur (frei zugänglich)
Querverweise
Hinweis: Lerninhalt für die ärztliche Aus- und Weiterbildung – keine Behandlungsempfehlung und kein Ersatz für Diagnose oder Therapieentscheidung im Einzelfall. Therapie und Vorgehen werden auf dieser Seite bewusst nicht dargestellt.