Gastritis (Typ A, B und C)
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- Magenschleimhautentzündung, Magenentzündung, Autoimmungastritis, Typ-A-Gastritis, Typ-B-Gastritis, Typ-C-Gastritis, atrophische Gastritis
- Fachgebiet
- Innere Medizin · Gastroenterologie
- Bilder
- Endoskopie 1 · Histologie 3
- Stand
- 10/2026 · Dr. Pascal Bafteh
Inhalt
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Endoskopie
Histologie
Histologie
HistologieDefinition
Die Gastritis ist eine Entzündung der Magenschleimhaut. Ursachen sind u. a. die Infektion mit Helicobacter pylori, Medikamente wie NSAR, Alkohol, Stress und Autoimmunprozesse. Viele Gastritiden verlaufen beschwerdefrei; Dyspepsie und gastrointestinale Blutungen kommen vor. Umgangssprachlich wird der Begriff oft unscharf für unspezifische Oberbauchbeschwerden verwendet.
Im deutschen Sprachraum werden die chronischen Formen ätiologisch als Typ A (autoimmun), Typ B (bakteriell, H. pylori) und Typ C (chemisch-reaktiv, z. B. durch NSAR oder Gallereflux) bezeichnet.
Einteilung
- Nach dem Schweregrad der Schleimhautschädigung: erosive und nichterosive Gastritis.
- Nach der Lokalisation: Kardia, Korpus, Antrum.
- Histologisch: akut (Infiltration durch neutrophile Granulozyten in Antrum und Korpus) oder chronisch (mit Atrophie oder Metaplasie).
- Chronisch antrumbetont: Verlust der G-Zellen mit verminderter Gastrinsekretion; häufig nach langjähriger H.-pylori-Gastritis (Typ B).
- Chronisch korpusbetont: Verlust der oxyntischen Drüsen mit verminderter Bildung von Säure, Pepsin und Intrinsic Factor; bei Autoantikörpern gegen Parietalzellen Typ-A-Gastritis.
Ätiopathogenese
- Erosive Gastritis: häufig durch NSAR, Alkohol oder Stress; seltener durch Strahlenschäden, Virusinfektionen (z. B. Zytomegalievirus), Gefäßschäden, direkte Verletzung (z. B. Magensonde) oder Morbus Crohn. Oberflächliche Erosionen können schon 12 Stunden nach der Schädigung entstehen.
- Akute Stressgastritis: bei kritisch Kranken, vermutlich durch Minderdurchblutung der Schleimhaut; bei Kopfverletzung oder Verbrennungen zusätzlich vermehrte Säuresekretion.
- Nichterosive Gastritis: überwiegend Folge einer H.-pylori-Infektion.
- Autoimmune metaplastische atrophische Gastritis (Typ A): autosomal-dominant vererbt; Antikörper gegen Parietalzellen und ihre Bestandteile (Intrinsic Factor, H⁺/K⁺-ATPase) führen zu Hypochlorhydrie und Intrinsic-Factor-Mangel. Die Hypochlorhydrie bewirkt eine G-Zell-Hyperplasie mit oft stark erhöhtem Gastrin (häufig > 1000 pg/ml), das eine Hyperplasie enterochromaffinähnlicher Zellen und gelegentlich neuroendokrine Tumoren auslöst.
- Assoziation: Hashimoto-Thyreoiditis; bis zu ein Drittel der Menschen mit Autoimmunthyreopathie hat zugleich eine Autoimmungastritis.
Klinik
- Leichte erosive Gastritis: oft beschwerdefrei, teils Dyspepsie, Übelkeit oder Erbrechen; erstes Zeichen ist häufig eine Hämatemesis, Meläna oder Blut im Magensondenaspirat, meist 2–5 Tage nach dem auslösenden Ereignis. Die Blutung ist meist leicht bis mäßig, bei tiefen Ulzerationen – besonders bei der Stressgastritis – auch massiv.
- H.-pylori-Gastritis: meist beschwerdefrei, teils leichte Dyspepsie; die tiefe Gastritis verursacht eher Beschwerden.
- Autoimmungastritis: selbst wenig und unspezifisch symptomatisch (Oberbauchbeschwerden); Vitamin-B12-Mangel mit megaloblastärer (perniziöser) Anämie, Müdigkeit und Schwäche sowie neurologischen Ausfällen (funikuläre Myelose) mit vermindertem Lage- und Vibrationsempfinden, Schwäche und abgeschwächten Reflexen.
- Komplikationen der Typ-A-Gastritis: Magenadenokarzinom (etwa dreifach erhöhtes Risiko) und neuroendokrine Tumoren; die intestinale Metaplasie kann zu Magenkrebs führen.
Histologie
- Oberflächliche Gastritis: Lymphozyten und Plasmazellen mit neutrophilen Granulozyten, oberflächlich in Antrum, Korpus oder beiden; meist ohne Atrophie oder Metaplasie.
- Tiefe Gastritis: mononukleäre Zellen und neutrophile Granulozyten in der gesamten Schleimhaut bis zur Muscularis, fleckförmig verteilt.
- Atrophie: Untergang der Magendrüsen; bei vollständiger Atrophie sinkt die Sekretion von Säure und Pepsin, und der Intrinsic Factor kann verloren gehen.
- Schleimdrüsen-(pseudopylorische) Metaplasie: Ersatz der Drüsen durch Schleimdrüsen bei schwerer Atrophie, besonders an der kleinen Kurvatur.
- Intestinale Metaplasie: beginnt meist im Antrum; Becherzellen, endokrine Zellen und rudimentäre Zotten; die inkomplette Form ähnelt Dickdarmschleimhaut und zeigt häufig Dysplasien.
Diagnostik
- Endoskopie: sichert erosive und nichterosive Gastritiden; die nichterosive Gastritis wird oft zufällig entdeckt. Bei Atrophie erscheint die Schleimhaut lange normal, im fortgeschrittenen Stadium werden submuköse Gefäße sichtbar.
- H.-pylori-Diagnostik: nach Nachweis einer Gastritis.
- Autoimmungastritis: Sicherung durch endoskopische Biopsie; Bestimmung von Vitamin B12; Parietalzell-Antikörper sind meist vorhanden.
- Labor: Blutbild (Anämie), bei Typ A erhöhtes Gastrin.
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Weiterführende Literatur (frei zugänglich)
Querverweise
Weitere Themen: Gastroenterologie
Hinweis: Lerninhalt für die ärztliche Aus- und Weiterbildung – keine Behandlungsempfehlung und kein Ersatz für Diagnose oder Therapieentscheidung im Einzelfall. Therapie und Vorgehen werden auf dieser Seite bewusst nicht dargestellt.