Gastroduodenale Ulkuskrankheit

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Synonyme
Magengeschwür, Zwölffingerdarmgeschwür, Ulcus ventriculi, Ulcus duodeni, peptisches Ulkus, Ulcus pepticum, Magenulkus
Fachgebiet
Innere Medizin · Gastroenterologie
Bilder
Endoskopie 2 · Röntgen 1
Stand
10/2026 · Dr. Pascal Bafteh
Inhalt
  1. Bilder (3)
  2. Definition
  3. Vorkommen & Epidemiologie
  4. Ätiopathogenese
  5. Klinik
  6. Diagnostik
  7. Weiterlernen in der App
  8. Weiterführende Literatur (frei zugänglich)
  9. Querverweise

Bilder (3)

Gastroduodenale Ulkuskrankheit (Magengeschwür) – Gastroskopie: zwei fibrinbelegte Ulzera im MagenantrumEndoskopie
Gastroskopie: zwei fibrinbelegte Ulzera im MagenantrumBild: Med_Chaos (Wikimedia Commons) · Public domain · Quelle
Gastroduodenale Ulkuskrankheit (Magengeschwür) – Endoskopie: Duodenoskopie: rundes Ulkus im Bulbus mit sauberem Fibrinbelag (Forrest III)Endoskopie
Duodenoskopie: rundes Ulkus im Bulbus mit sauberem Fibrinbelag (Forrest III)Bild: Jmarchn (Wikimedia Commons) · CC BY-SA 3.0 · Quelle
Gastroduodenale Ulkuskrankheit (Magengeschwür) – Thoraxröntgen im Stehen: freie Luft als Sichel zwischen Leberoberrand (rote Pfeile) und Zwerchfell (grüne Pfeile) nach HohlorganperforationRöntgen
Thoraxröntgen im Stehen: freie Luft als Sichel zwischen Leberoberrand (rote Pfeile) und Zwerchfell (grüne Pfeile) nach HohlorganperforationBild: Hellerhoff (Wikimedia Commons) · CC BY-SA 3.0 · Quelle
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Definition

Ein peptisches Ulkus ist ein Schleimhautdefekt im Gastrointestinaltrakt, typischerweise im Magen (Ulcus ventriculi) oder in den ersten Zentimetern des Duodenums (Ulcus duodeni), der die Muscularis mucosae durchdringt. Ulzera können wenige Millimeter bis mehrere Zentimeter groß sein. Erosionen sind oberflächlicher und erreichen die Muscularis mucosae nicht.

Vorkommen & Epidemiologie

Ulzera kommen in jedem Alter vor, auch bei Säuglingen und Kindern, sind aber bei Erwachsenen mittleren Alters am häufigsten.

Ätiopathogenese

Fast alle Ulzera werden durch eine Helicobacter-pylori-Infektion oder durch NSAR verursacht; beide stören die normale Schleimhautabwehr und -reparatur und machen die Schleimhaut empfindlicher gegenüber Säure.

  • H. pylori: bei über 50 % der Duodenalulzera und 30–50 % der Magenulzera nachweisbar.
  • NSAR: inzwischen für mehr als 50 % der peptischen Ulzera verantwortlich.
  • Rauchen: Risikofaktor für Ulzera und ihre Komplikationen; das Risiko steigt mit der Zahl der täglich gerauchten Zigaretten.
  • Alkohol: steigert die Säuresekretion; für mäßige Mengen ist ein Zusammenhang mit der Ulkusentstehung nicht gesichert.
  • Gastrinom (Zollinger-Ellison-Syndrom): seltene Ursache mit Gastrin-Hypersekretion.

Klinik

  • Schmerz: häufigstes Symptom, meist epigastrisch, brennend oder nagend, teils wie ein Hungergefühl; oft Besserung durch Nahrung. Der Verlauf ist meist chronisch-rezidivierend. Nur etwa die Hälfte der Betroffenen zeigt das charakteristische Beschwerdebild.
  • Ulcus duodeni: beim Aufwachen schmerzfrei, Schmerzen ab dem Vormittag, Besserung nach dem Essen und Wiederkehr 2–3 Stunden nach der Mahlzeit; nächtliches Erwachen durch Schmerzen spricht stark für ein Duodenalulkus.
  • Ulcus ventriculi: uneinheitliches Muster, Essen kann die Schmerzen auch verstärken; Ulzera im Pyloruskanal verursachen oft Obstruktionszeichen (Völlegefühl, Übelkeit, Erbrechen).
  • Ältere Menschen: häufig wenige oder keine Beschwerden.
  • Neugeborene und Kleinkinder: Perforation oder Blutung können das erste Zeichen sein.
  • Blutung (häufigste Komplikation): Hämatemesis (frisches Blut oder Kaffeesatz), Hämatochezie oder Meläna, Schwäche, Orthostase, Synkope, Durst und Schwitzen.
  • Penetration (gedeckte Perforation): in die Bursa omentalis oder Nachbarorgane wie Pankreas oder Leber; starke, anhaltende, lageabhängige Schmerzen, bei Penetration eines Hinterwandulkus in das Pankreas mit Ausstrahlung in den Rücken.
  • Freie Perforation: meist an der Vorderwand des Duodenums; plötzlicher, heftiger, anhaltender Oberbauchschmerz, der sich rasch über das Abdomen ausbreitet, teils in die Schulter ausstrahlt; brettharter Bauch, Loslassschmerz, abgeschwächte Darmgeräusche, Schock.

Diagnostik

  • Endoskopie: sichert die Diagnose; Biopsie oder Bürstenzytologie von Magenläsionen zur Unterscheidung zwischen einfachem Ulkus und ulzeriertem Magenkarzinom – besonders bei Menschen über 60 Jahre, Gewichtsverlust oder schweren bzw. anhaltenden Beschwerden. Duodenalulzera werden wegen der sehr niedrigen Malignomrate in der Regel nicht biopsiert.
  • H.-pylori-Nachweis: bei jedem nachgewiesenen Ulkus.
  • Serum-Gastrin: bei multiplen oder atypisch (z. B. postbulbär) gelegenen oder schwer beeinflussbaren Ulzera sowie bei ausgeprägtem Durchfall oder Gewichtsverlust (Verdacht auf Gastrinom).
  • Penetration: Sicherung meist mit CT oder MRT.
  • Freie Perforation: freie Luft unter dem Zwerchfell oder in der Bauchhöhle im Röntgenbild oder CT; bevorzugt Aufnahmen im Stehen, am empfindlichsten die seitliche Thoraxaufnahme, bei Schwerkranken Seitenlage-Aufnahme. Fehlende freie Luft schließt eine Perforation nicht aus.

Weiterlernen in der App

In der InnereFuchs-App lernst du Gastroduodenale Ulkuskrankheit mit Karteikarten, Prüfungsfragen und Bildaufgaben (EKG, Röntgen-Thorax, Sonographie, Labor) – kostenlos, im Browser oder als App.

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Weiterführende Literatur (frei zugänglich)

  1. MSD Manual Professional: Peptic Ulcer Disease
  2. StatPearls: Peptic Ulcer Disease

Querverweise

Hinweis: Lerninhalt für die ärztliche Aus- und Weiterbildung – keine Behandlungsempfehlung und kein Ersatz für Diagnose oder Therapieentscheidung im Einzelfall. Therapie und Vorgehen werden auf dieser Seite bewusst nicht dargestellt.