Postpartale Depression und Wochenbettpsychose

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Synonyme
postpartale Depression, Baby Blues, Wochenbettpsychose, EPDS, Wochenbettdepression, postnatale Depression
Fachgebiet
Geburtshilfe · Geburt & Wochenbett
Prüfungsrelevanz
3 von 197 Protokollen · Rang 125
In der App
1 Karteikarten · GynFuchs
Stand
10/2026 · Dr. Pascal Bafteh
Inhalt
  1. Definition
  2. Einteilung
  3. Vorkommen & Epidemiologie
  4. Ätiopathogenese
  5. Klinik
  6. Diagnostik
  7. Weiterlernen in der App
  8. Weiterführende Literatur (Auswahl)
  9. Querverweise

Definition

  • Die perinatale Depression ist eine affektive Störung in der Schwangerschaft oder innerhalb eines Jahres nach der Geburt; nach DSM-5-TR wird eine depressive Episode mit Beginn in der Schwangerschaft oder bis 4 Wochen postpartal als peripartal klassifiziert.
  • Die Wochenbettpsychose ist die schwerste Form mit ausgeprägter Verwirrtheit, Realitätsverlust, Paranoia, Wahn, desorganisiertem Denken und Halluzinationen und beginnt meist innerhalb von Tagen bis 6 Wochen nach der Geburt.
  • Abzugrenzen ist der Baby Blues mit leichten, vorübergehenden depressiven Symptomen in der ersten Woche, der meist 2 bis 3 Tage (bis 2 Wochen) anhält, die Alltagsfunktion nicht wesentlich beeinträchtigt und nicht als psychische Störung gilt.

Einteilung

Baby Blues und Depression

  • Der Baby Blues tritt auf etwa am dritten bis fünften Tag, betrifft die Mehrheit der Frauen und klingt innerhalb weniger Tage von selbst ab.
  • Die postpartale Depression betrifft etwa 10 bis 15 Prozent der Frauen und beginnt oft schleichend in den ersten Wochen bis Monaten.
  • Als Screening dient die Edinburgh-Postnatal-Depression-Skala (EPDS).
  • Die Wochenbettpsychose ist selten (etwa 1 bis 2 von 1000), beginnt meist früh und ist ein psychiatrischer Notfall.

Vorkommen & Epidemiologie

Epidemiologie

  • Der Baby Blues ist sehr häufig; eine postpartale Depression tritt bei etwa 7 % der Frauen im ersten Jahr nach der Geburt auf, eine Wochenbettpsychose bei etwa 1 bis 2 von 1000 Frauen.

Ätiopathogenese

Ätiologie und Risikofaktoren

  • Die genaue Ursache ist unbekannt; wichtigster Risikofaktor ist eine frühere Depression, beitragen können hormonelle Veränderungen im Wochenbett, Schlafmangel und genetische Veranlagung.
  • Weitere Risikofaktoren sind Baby Blues, eine frühere postpartale Depression, familiäre Depression, erhebliche Belastungen, fehlende Unterstützung durch Partner oder Familie, zyklusabhängige Stimmungsschwankungen, ungünstige geburtshilfliche Ereignisse, Ambivalenz gegenüber der Schwangerschaft und Stillprobleme.
  • Für die Wochenbettpsychose werden biologische, psychische und soziale Faktoren angenommen, darunter körperliche und hormonelle Veränderungen sowie Schlafmangel und Erschöpfung.

Klinik

Klinik und Komplikationen

  • Die Depression zeigt anhaltende Traurigkeit, Interessenverlust, Schlaf- und Appetitstörungen, Angst, Reizbarkeit, Schuldgefühle, das Gefühl, als Mutter zu versagen, Angst, dem Kind zu schaden, und Bindungsschwierigkeiten; die Symptome entwickeln sich meist schleichend über etwa 3 Monate.
  • Das Suizidrisiko ist erhöht; das Wiederholungsrisiko liegt bei etwa 1 zu 3 bis 4, und unerkannte postpartale psychische Störungen erhöhen das Risiko für Suizid und Kindstötung.
  • Die Wochenbettpsychose ist ein psychiatrischer Notfall, besonders bei Suizid- oder Tötungsgedanken.

Diagnostik

  • Die Diagnose folgt den Kriterien der Major Depression: mindestens 5 Symptome über mehr als 2 Wochen, darunter depressive Stimmung und/oder Interessenverlust.
  • Als Suchinstrumente dienen validierte Fragebögen wie die Edinburgh Postnatal Depression Scale und die Postpartum Depression Screening Scale; nach Suizid- oder Tötungsgedanken wird gezielt gefragt.

Weiterlernen in der App

In der GynFuchs-App lernst du Postpartale Depression und Wochenbettpsychose mit Karteikarten, Prüfungsfragen und Bildaufgaben (Kolposkopie, Sonographie, CTG) – kostenlos, im Browser oder als App.

In der App: 1 Karteikarten zu diesem Thema

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Weiterführende Literatur (Auswahl)

  1. StatPearls: Perinatal Depression (NCBI Bookshelf)
  2. StatPearls: Postpartum Psychosis (NCBI Bookshelf)
  3. MSD Manual (Profi-Ausgabe): Postpartum Depression
  4. DocCheck Flexikon, Postpartale Depression

Querverweise

Hinweis: Lerninhalt aus der GynFuchs-App (Karteikarten, Prüfungsfragen, Bildfälle) für die ärztliche Aus- und Weiterbildung – keine Behandlungsempfehlung und kein Ersatz für Diagnose oder Therapieentscheidung im Einzelfall. Therapie und Vorgehen werden auf dieser Seite bewusst nicht dargestellt.