Uterusmyom (Uterus myomatosus)
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- Synonyme
- Myom, Leiomyom, Gebärmuttermyom, Uterus myomatosus, Uterusmyom, Myome, Muskelknoten der Gebärmutter
- Fachgebiet
- Gynäkologie · Uterus & Endometrium
- Bilder
- Endoskopie & Makro 4 · Sonographie 6
- Prüfungsrelevanz
- 42 von 197 Protokollen · Rang 9
- In der App
- 4 Karteikarten · GynFuchs
- Stand
- 10/2026 · Dr. Pascal Bafteh
Inhalt
Bilder (10)
Endoskopie & Makro
Sonographie
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Sonographie
Sonographie
Endoskopie & Makro
Sonographie
SonographieDefinition
- Definition: Ein Myom ist ein gutartiger Tumor aus glatten Muskelzellen und Bindegewebe des Myometriums.
- Histologie: Der korrekte histologische Name lautet Leiomyom.
- Hormonabhängigkeit: Myome sind östrogen- und progesteronabhängig, wachsen daher in der Geschlechtsreife und schrumpfen nach der Menopause.
- Häufigkeit: Myome sind der häufigste Tumor der Frau überhaupt, bei etwa jeder vierten bis dritten Frau über 30 symptomatisch.
- Uterus myomatosus: Dieser Begriff bezeichnet einen durch zahlreiche Myome vergrößerten und knotig verformten Uterus.
Einteilung
Sonderformen und Besonderheiten
- Parasitäres Myom: Ein gestieltes subseröses Myom ohne Verbindung zum Uterus heißt parasitäres Myom.
- Rote Degeneration: Dies ist eine hämorrhagische Infarzierung, typischerweise in der Schwangerschaft, mit akuten Schmerzen.
- Myome in der Schwangerschaft: In der Schwangerschaft können Myome wachsen und zu Lageanomalien, vorzeitiger Wehentätigkeit und postpartaler Atonie führen.
- Postmenopausales Wachstum: Nach der Menopause neu wachsende Myome sind verdächtig und verlangen eine Abklärung, weil ein Sarkom dahinterstehen kann.
Die submukösen Typen
- FIGO 0: Dieser Typ bezeichnet das vollständig intrakavitäre, gestielte Myom.
- FIGO 1: Dieser Typ ist definiert als das submuköse Myom, das zu weniger als 50 Prozent im Myometrium liegt.
- FIGO 2: Dieser Typ ist definiert als das submuköse Myom, das zu 50 Prozent oder mehr im Myometrium liegt.
Intramural und subserös
- FIGO 3: Dieser Typ ist intramural mit Kontakt zum Endometrium, ohne Vorwölbung ins Cavum.
- FIGO 4: Dieser Typ bezeichnet das rein intramurale Myom ohne Kontakt zu Endometrium oder Serosa.
- FIGO 5 und 6: FIGO 5 ist subserös mit mindestens 50 Prozent intramuralem Anteil, FIGO 6 mit weniger als 50 Prozent.
- FIGO 7: Dieser Typ ist das gestielte subseröse Myom.
- FIGO 8: Diese Ziffer bezeichnet andere Lokalisationen wie das zervikale oder das parasitäre Myom.
Schreibweise mit zwei Zahlen
- Bedeutung: Zwei Zahlen wie 2 bis 5 bedeuten ein transmurales Myom, das sowohl an das Endometrium als auch an die Serosa reicht.
- Reihenfolge: Die erste Zahl beschreibt die Beziehung zum Endometrium, die zweite die zur Serosa.
Klinik
Symptome nach Lage
- Blutungsstörungen: Diese werden vor allem durch submuköse und cavumnahe intramurale Myome verursacht.
- Ursache der Blutungen: Der Grund ist die vergrößerte und schlechter kontrahierende Endometriumoberfläche über dem Knoten.
- Drucksymptome: Druck auf Blase und Rektum verursacht vor allem das große subseröse oder zervixnahe Myom.
- Schmerzentstehung: Schmerzen entstehen durch Torsion eines gestielten Myoms, durch Nekrose bei Größenzunahme und als Dysmenorrhoe.
- Fertilität: Ein Myom kann auch Ursache von Sterilität und Aborten sein, wenn es das Cavum verformt.
Weitere Fakten aus den Lernfragen
- Myome sind hormonabhängige Tumoren, die in der geschlechtsreifen Phase wachsen.
- Nach der Menopause kommt es durch den Hormonentzug zu einer Atrophie der Myome.
- Die Ursache für die verstärkten Blutungen ist die vergrößerte Endometriumoberfläche über dem Myomknoten.
- Zusätzlich ist die Kontraktionsfähigkeit des Myometriums in diesem Bereich eingeschränkt.
- Subseröse Myome wachsen an der Außenseite des Uterus und können durch ihre Größe auf Nachbarorgane drücken.
- Typische Symptome sind Pollakisurie oder Obstipation.
- Ein nach der Menopause neu wachsendes Myom ist hochgradig verdächtig auf eine maligne Entartung.
- Die rote Degeneration ist eine Sonderform der Myomnekrose durch hämorrhagische Infarzierung.
- Sie tritt charakteristischerweise während einer Schwangerschaft auf und ist mit akuten Schmerzen verbunden.
- Der Zweck der FIGO-Klassifikation ist die Beschreibung der Myom-Lage.
Diagnostik
Anamnese und Untersuchung
- Anamnestisch werden Blutungsanamnese mit Stärke und Dauer, Schmerzen, Druckbeschwerden, Kinderwunsch und Anämiezeichen erfasst.
- Die bimanuelle Untersuchung ergibt typischerweise einen vergrößerten, derben, knotig konturierten und meist gut beweglichen Uterus.
Sonographie
- Ein Myom stellt sich dar als rundlicher, echoarmer, glatt begrenzter Knoten mit zirkulärer randständiger Vaskularisation.
- Bei großem Uterus wechselt man auf die transabdominale Schallführung, weil das Organ transvaginal nicht mehr komplett darstellbar ist.
- Dokumentiert werden Anzahl, Größe in drei Ebenen, FIGO-Typ und die Beziehung zu Cavum und Serosa.
- Bei Verkalkung entsteht ein dorsaler Schallschatten, der die Beurteilung erschwert.
Weiterführende Verfahren
- Die Hydrosonographie mit Kochsalzlösung hilft bei der Abgrenzung submukös gegen intramural und gegen einen Polypen.
- Bei Blutungsstörung und Risikofaktoren gehört dazu die histologische Abklärung des Endometriums, weil Myom und Hyperplasie nebeneinander bestehen können.
Was verdächtig macht
- Klinik: Verdächtig sind rasche Größenprogredienz, Wachstum nach der Menopause, Schmerzen und Blutung.
- Sonographie: Sonographisch sind Hinweise Inhomogenität mit Nekrosezonen, unscharfe Grenze und ungeordnete, kräftige zentrale Vaskularisation.
- Bildgebung: Der entscheidende Satz zur Bildgebung lautet: weder Ultraschall noch MRT können ein Sarkom sicher ausschließen.
- Labor: Laborchemisch gibt es keinen verwertbaren Marker.
Typische Bildbefunde
- Sonographie (Uterusmyom): Eine rundliche, echoarme Raumforderung mit konzentrischer Binnenstruktur wölbt sich von der Wand her in das Cavum vor und verdrängt die Endometriumlinie zur Gegenseite. Der Rand ist glatt und gegen das Myometrium abgrenzbar.
- Sonographie (Uterusmyom): Eine große, rundlich begrenzte Raumforderung von etwa neun Zentimetern geht vom Uterus aus. Die Binnenstruktur ist wirbelig-inhomogen, an den seitlichen Rändern fallen streifige Schallschatten auf; die Messkreuze umfassen den Knoten.
Weiterlernen in der App
Weiterführende Literatur (Auswahl)
Querverweise
Hinweis: Lerninhalt aus der GynFuchs-App (Karteikarten, Prüfungsfragen, Bildfälle) für die ärztliche Aus- und Weiterbildung – keine Behandlungsempfehlung und kein Ersatz für Diagnose oder Therapieentscheidung im Einzelfall. Therapie und Vorgehen werden auf dieser Seite bewusst nicht dargestellt.