Polymyalgia rheumatica

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Synonyme
PMR, Polymyalgie, rheumatische Muskelschmerzen, Schultergürtelschmerz, Altersrheuma
Fachgebiet
Innere Medizin · Rheumatologie & Immunologie
Stand
10/2026 · Dr. Pascal Bafteh
Inhalt
  1. Definition
  2. Vorkommen & Epidemiologie
  3. Ätiopathogenese
  4. Klinik
  5. Diagnostik
  6. Weiterlernen in der App
  7. Weiterführende Literatur (frei zugänglich)
  8. Querverweise

Definition

Die Polymyalgia rheumatica (PMR) ist ein entzündliches Syndrom des höheren Lebensalters mit starken Schmerzen und Steifigkeit der proximalen Muskulatur (Schulter- und Beckengürtel, Nacken), ohne echte Muskelschwäche oder Atrophie, und mit unspezifischen Allgemeinsymptomen. Sie ist eng mit der Riesenzellarteriitis verwandt; manche Autoren sehen beide als Ausprägungen desselben Krankheitsprozesses.

Vorkommen & Epidemiologie

Die PMR betrifft Erwachsene über 50 Jahre und ist häufiger als die Riesenzellarteriitis. 40–60 % der Menschen mit Riesenzellarteriitis haben gleichzeitig eine PMR, während nur wenige Menschen mit PMR eine Riesenzellarteriitis entwickeln.

Ätiopathogenese

Die Ursache ist unbekannt. Die Schulterbeschwerden beruhen vor allem auf einer proximalen Bursitis (subdeltoidal, subakromial), seltener auf Tenosynovitis der Bizepssehne oder Synovitis der Gelenke. Die enge Verbindung zur Riesenzellarteriitis spricht für einen gemeinsamen entzündlichen Mechanismus.

Klinik

  • Beidseitige Schmerzen von Schulter- und Beckengürtel, Rücken und Nacken.
  • Morgensteifigkeit über 60 Minuten; Schmerzen wecken nachts und sind morgens am stärksten, teils so ausgeprägt, dass Aufstehen und einfache Tätigkeiten kaum möglich sind.
  • Subjektive Schwäche durch Schmerz, aber keine objektive Muskelschwäche.
  • Allgemeinsymptome wie Krankheitsgefühl.
  • Eine Riesenzellarteriitis kann bei Beginn oder Jahre später auftreten: neue Kopfschmerzen, Kauschmerzen und Sehstörungen sind Warnzeichen.

Diagnostik

  • Die Diagnose ist klinisch und setzt den Ausschluss anderer Ursachen voraus.
  • BSG: bei über 80 % deutlich erhöht, oft über 100 mm/h, meist über 50 mm/h (Westergren); CRP ebenfalls erhöht.
  • Blutbild, TSH und Kreatinkinase: Schilddrüsenwerte, Muskelenzyme, Elektromyographie und Muskelbiopsie sind bei PMR normal.
  • Bei etwa 80 % fehlen chronische Kleingelenksynovitis, Erosionen, Rheumaknoten und Rheumafaktor; eine leichte Gelenkschwellung ist möglich.
  • Schmerz bei Palpation sowie aktiver und passiver Bewegung der Schultern, auch bei Ablenkung; keine monoklonale Gammopathie.

Weiterlernen in der App

In der InnereFuchs-App lernst du Polymyalgia rheumatica mit Karteikarten, Prüfungsfragen und Bildaufgaben (EKG, Röntgen-Thorax, Sonographie, Labor) – kostenlos, im Browser oder als App.

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Weiterführende Literatur (frei zugänglich)

  1. MSD Manual Professional: Polymyalgia Rheumatica
  2. MSD Manual Professional: Giant Cell Arteritis

Querverweise

Hinweis: Lerninhalt für die ärztliche Aus- und Weiterbildung – keine Behandlungsempfehlung und kein Ersatz für Diagnose oder Therapieentscheidung im Einzelfall. Therapie und Vorgehen werden auf dieser Seite bewusst nicht dargestellt.