Epilepsie in der Schwangerschaft
- Fachgebiet
- Geburtshilfe · Schwangerschaftserkrankungen
- Stand
- 10/2026 · Dr. Pascal Bafteh
Inhalt
Definition
- Epilepsie in der Schwangerschaft bezeichnet eine vorbestehende oder während der Schwangerschaft manifeste Epilepsie bei einer Schwangeren.
Vorkommen & Epidemiologie
Epidemiologie
- Anfallsleiden sind die häufigste schwere neurologische Komplikation in der Schwangerschaft und betreffen 0,3–0,8 % aller Schwangerschaften.
Ätiopathogenese
Ätiologie und Pathogenese
- In einer Auswertung von 2165 Schwangerschaften blieb die Anfallsfrequenz in 53,2 % unverändert, nahm in 24,1 % zu und in 22,7 % ab.
- Zu einer Verschlechterung tragen eine unregelmäßige Einnahme, eine gesteigerte Clearance der Antiepileptika mit sinkenden Plasmaspiegeln sowie hormonelle Einflüsse bei (Östrogene wirken prokonvulsiv, Progesteron antikonvulsiv).
- Valproat birgt ein besonderes Risiko für Fehlbildungen und kognitive bzw. Verhaltensstörungen.
Klinik
Klinik und Komplikationen
- Das Risiko für Präeklampsie, fetale Wachstumsrestriktion und Totgeburt ist leicht erhöht.
- Angeborene Fehlbildungen sind bei Kindern von Frauen mit Anfallsleiden häufiger (6–8 % gegenüber 2–3 % in der Allgemeinbevölkerung); diese Risiken hängen sowohl mit der Erkrankung als auch mit den Antiepileptika zusammen.
Weiterlernen in der App
Weiterführende Literatur (Auswahl)
Querverweise
Hinweis: Lerninhalt aus der GynFuchs-App (Karteikarten, Prüfungsfragen, Bildfälle) für die ärztliche Aus- und Weiterbildung – keine Behandlungsempfehlung und kein Ersatz für Diagnose oder Therapieentscheidung im Einzelfall. Therapie und Vorgehen werden auf dieser Seite bewusst nicht dargestellt.