Achalasie
Prüfungsrelevanz: in 3 von 105 Prüfungsprotokollen · Rang 111- Synonyme
- Kardiospasmus, Ösophagusachalasie, Schluckstörung, Megaösophagus
- Fachgebiet
- Innere Medizin · Gastroenterologie
- Bilder
- Röntgen 2 · CT 1
- Stand
- 10/2026 · Dr. Pascal Bafteh
Inhalt
Bilder (3)
Röntgen
Röntgen
CTDefinition
Die Achalasie ist eine neurogene Motilitätsstörung der Speiseröhre mit gestörter Peristaltik und fehlender Erschlaffung des unteren Ösophagussphinkters beim Schlucken. Leitsymptome sind eine langsam fortschreitende Dysphagie, meist für Flüssigkeiten und feste Speisen, und die Regurgitation unverdauter Nahrung.
Einteilung
Die hochauflösende Manometrie unterscheidet drei Subtypen:
- Typ I (klassische Achalasie): Schlucken verändert den Druck in der Speiseröhre nicht.
- Typ II: Schlucken erhöht den Druck in der gesamten Speiseröhre.
- Typ III (spastische Achalasie): Schlucken löst häufig lumenverschließende Kontraktionen aus.
Davon abzugrenzen ist die Obstruktion des ösophagogastralen Übergangs (erhöhter medianer integrierter Relaxationsdruck bei nachweisbarer Peristaltik), die eine frühe Achalasie-Variante sein kann.
Vorkommen & Epidemiologie
Die Achalasie kommt in jedem Alter vor, beginnt aber meist im Erwachsenenalter; das mittlere Alter bei Diagnose liegt über 50 Jahren.
Ätiopathogenese
- Verlust von Ganglienzellen im Plexus myentericus der Speiseröhre mit Denervierung der Ösophagusmuskulatur.
- Ursache der Denervierung: unbekannt; vermutet werden virale und autoimmune Mechanismen.
- Tumoren können eine Achalasie durch direkte Obstruktion oder paraneoplastisch hervorrufen (Pseudo-Achalasie).
- Chagas-Krankheit: zerstört autonome Ganglien und kann so eine Achalasie verursachen.
- Folge: Der erhöhte Druck im unteren Ösophagussphinkter führt zur Obstruktion mit sekundärer Erweiterung der Speiseröhre; unverdaute Speisen und Flüssigkeit bleiben häufig im Ösophagus zurück.
Klinik
- Beginn: schleichend, Fortschreiten über Monate bis Jahre.
- Dysphagie für feste und flüssige Speisen als Hauptsymptom.
- Sodbrennen bei bis zu etwa 40 % der Betroffenen.
- Nächtliche Regurgitation unverdauter Speisen mit Husten und Aspiration; Folge können Aspirationspneumonie oder, chronisch, Bronchiektasen sein.
- Thoraxschmerz: seltener, beim Schlucken oder spontan.
- Gewichtsverlust: meist leicht bis mäßig. Ausgeprägter Gewichtsverlust, besonders bei älteren Menschen mit rasch entstandener Dysphagie, spricht für eine Pseudo-Achalasie durch einen Tumor am ösophagogastralen Übergang.
Diagnostik
- Hochauflösende Manometrie: bevorzugte Untersuchung; unvollständige Erschlaffung des unteren Ösophagussphinkters mit erhöhtem medianem integriertem Relaxationsdruck und vollständig fehlender Peristaltik; Einteilung in Typ I–III.
- Röntgen-Breischluck: fehlende fortschreitende Peristaltik, oft stark erweiterte Speiseröhre mit schnabelartiger Verengung am unteren Sphinkter („Vogelschnabel").
- Ösophagoskopie: Erweiterung und chronische Stase-Veränderungen der Schleimhaut ohne obstruierende Läsion; der untere Sphinkter kann geschlossen sein, beim Durchtritt in den Magen ist oft ein typischer Widerstandsverlust („Pop") spürbar.
- Impedanzplanimetrie (FLIP): misst Querschnittsfläche und Dehnbarkeit des ösophagogastralen Übergangs; hilfreich, wenn die Manometrie trotz hohem Verdacht nicht eindeutig ist.
- Bei Verdacht auf Pseudo-Achalasie: CT von Thorax und Abdomen oder Endosonographie mit Biopsie.
Weiterlernen in der App
Weiterführende Literatur (frei zugänglich)
Querverweise
Weitere Themen: Gastroenterologie
Hinweis: Lerninhalt für die ärztliche Aus- und Weiterbildung – keine Behandlungsempfehlung und kein Ersatz für Diagnose oder Therapieentscheidung im Einzelfall. Therapie und Vorgehen werden auf dieser Seite bewusst nicht dargestellt.