Medizinische Fachbegriffe für Untersuchungen und Diagnostik
Von der Anamnese über die körperliche Untersuchung bis zu Labor, Bildgebung und Endoskopie: die wichtigsten Begriffe der Diagnostik, kurz erklärt. Klinische Zeichen sind nach ihren Erstbeschreibern benannt und werden im Arztbrief genau so dokumentiert.
Alle Begriffe A–ZKörperteile & AnatomieOrganeLage- & RichtungsbezeichnungenKrankheitszeichen & SymptomeKrankheiten & GrundbegriffeAbkürzungen
- Anamnese Krankengeschichte
- Das strukturierte Erfragen der aktuellen Beschwerden, Vorerkrankungen, Medikamente, Allergien sowie Familien- und Sozialanamnese.Herkunft: griech. anamnesis ‚Erinnerung‘ Mehr: Anamnese auf Deutsch: Fragen und Formulierungen für die Fachsprachprüfung →
- Fremdanamnese Befragung von Angehörigen
- Anamnese, die nicht vom Patienten selbst, sondern von Angehörigen, Pflegekräften oder Zeugen erhoben wird, z. B. bei Bewusstlosen.
- Körperliche Untersuchung Abtasten, Abhören, Ansehen
- Systematische Untersuchung mit Inspektion, Palpation, Perkussion und Auskultation (Abkürzung KU). Mehr: Körperliche Untersuchung auf Deutsch: höfliche Anweisungen für Patientinnen und Patienten →
- Inspektion Betrachten
- Untersuchung durch Ansehen, z. B. von Hautfarbe, Atmung, Schwellungen oder Gangbild.Herkunft: lat. inspicere ‚hineinsehen‘
- Palpation Abtasten
- Untersuchung durch Abtasten, z. B. von Bauch, Lymphknoten oder Puls.Herkunft: lat. palpare ‚streicheln, betasten‘
- Perkussion Abklopfen
- Untersuchung durch Abklopfen der Körperoberfläche; der Klopfschall gibt Hinweise auf Luft, Flüssigkeit oder festes Gewebe darunter.Herkunft: lat. percutere ‚schlagen‘
- Auskultation Abhören
- Abhören von Herz, Lunge, Bauch oder Gefäßen mit dem Stethoskop.Herkunft: lat. auscultare ‚zuhören‘
- Vitalparameter Lebenszeichen
- Grundlegende Messwerte: Puls, Blutdruck, Atemfrequenz, Sauerstoffsättigung, Temperatur und Bewusstseinslage.Herkunft: lat. vita ‚Leben‘
- Pulsoxymetrie Sauerstoff-Fingerclip
- Messung der Sauerstoffsättigung des Blutes (SpO2) und des Pulses mit einem Lichtsensor am Finger oder Ohr.
- Blutgasanalyse Blutgase messen
- Messung von Sauerstoff, Kohlendioxid, pH-Wert und Bikarbonat im arteriellen oder venösen Blut (Abkürzung BGA). Mehr: Metabolische Azidose →
- Blutbild Blutwerte
- Bestimmung der Zahl der roten und weißen Blutkörperchen, der Blutplättchen sowie von Hämoglobin und Hämatokrit; das Differenzialblutbild unterscheidet zusätzlich die Arten der weißen Blutkörperchen.
- Entzündungswerte
- Laborwerte, die bei Entzündungen ansteigen, vor allem CRP, Leukozyten und Blutsenkung (BSG); bei bakteriellen Infektionen zusätzlich Procalcitonin.
- Urinstatus Urintest
- Untersuchung des Urins mit Teststreifen (Urinstix) und ggf. unter dem Mikroskop (Sediment) auf Blut, Eiweiß, Zucker, Leukozyten und Nitrit.
- Blutkultur Blut auf Keime untersuchen
- Anzucht von Erregern aus einer Blutprobe, um eine Blutstrominfektion nachzuweisen und den Erreger zu bestimmen. Mehr: Sepsis und septischer Schock →
- Abstrich
- Entnahme von Material von Haut oder Schleimhaut mit einem Tupfer für mikrobiologische oder zytologische Untersuchungen, z. B. Rachen- oder Gebärmutterhalsabstrich.
- Biopsie Gewebeprobe
- Entnahme einer Gewebeprobe zur feingeweblichen (histologischen) Untersuchung.Herkunft: griech. bios ‚Leben‘ + opsis ‚Sehen‘
- Histologie Gewebeuntersuchung
- Untersuchung von Gewebeschnitten unter dem Mikroskop, z. B. zur Sicherung einer Krebsdiagnose.Herkunft: griech. histos ‚Gewebe‘ + logos ‚Lehre‘
- Zytologie Zelluntersuchung
- Untersuchung einzelner Zellen unter dem Mikroskop, z. B. beim Gebärmutterhalsabstrich (Pap-Test).Herkunft: griech. kytos ‚Zelle‘ + logos ‚Lehre‘ Mehr: Zervixdysplasie (CIN) →
- Lumbalpunktion Nervenwasser-Entnahme
- Entnahme von Nervenwasser (Liquor) mit einer Nadel zwischen zwei Lendenwirbeln, z. B. bei Verdacht auf Hirnhautentzündung.Herkunft: lat. lumbus ‚Lende‘ + punctio ‚Stich‘ Mehr: Bakterielle Meningitis →
- Liquor Nervenwasser
- Die klare Flüssigkeit, die Gehirn und Rückenmark umspült (Liquor cerebrospinalis).Herkunft: lat. liquor ‚Flüssigkeit‘
- Sonographie Ultraschall
- Bildgebung mit Schallwellen ohne Strahlenbelastung (Kurzform „Sono“); Dopplersonographie zeigt zusätzlich den Blutfluss.Herkunft: lat. sonus ‚Klang‘ + griech. graphein ‚schreiben‘
- Echokardiographie Herzultraschall
- Ultraschalluntersuchung des Herzens, durch die Brustwand (TTE) oder über die Speiseröhre (TEE); misst u. a. die Pumpfunktion.Herkunft: griech. echo ‚Widerhall‘ + kardia ‚Herz‘ Mehr: Herzinsuffizienz →
- Kompressionssonographie Venen-Ultraschall
- Ultraschall der Beinvenen, bei dem geprüft wird, ob sich die Vene zusammendrücken lässt – eine nicht komprimierbare Vene spricht für eine Thrombose.Herkunft: lat. comprimere ‚zusammendrücken‘ Mehr: Tiefe Venenthrombose →
- Röntgen Röntgenbild
- Bildgebung mit Röntgenstrahlen, z. B. Röntgen-Thorax (Lunge, Herz) oder Skelettaufnahmen bei Verdacht auf Knochenbruch.Herkunft: nach W. C. Röntgen
- Computertomographie CT
- Schnittbildverfahren mit Röntgenstrahlen; schnell verfügbar, z. B. bei Schlaganfall oder Unfallverletzten.Herkunft: lat. computare ‚berechnen‘ + griech. tome ‚Schnitt‘
- Magnetresonanztomographie MRT, Kernspin
- Schnittbildverfahren mit Magnetfeld und Radiowellen ohne Röntgenstrahlen; besonders gut für Gehirn, Rückenmark, Gelenke und Weichteile.
- Szintigraphie nuklearmedizinische Aufnahme
- Bildgebung mit schwach radioaktiven Substanzen, die sich in bestimmten Organen anreichern, z. B. Schilddrüsen- oder Skelettszintigraphie.Herkunft: lat. scintilla ‚Funke‘ + griech. graphein ‚schreiben‘ Mehr: Struma und Schilddrüsenknoten →
- Angiographie Gefäßdarstellung
- Darstellung von Blutgefäßen mit Kontrastmittel im Röntgen, CT oder MRT.Herkunft: griech. angeion ‚Gefäß‘ + graphein ‚schreiben‘
- Mammographie Röntgen der Brust
- Röntgenuntersuchung der weiblichen Brust zur Früherkennung und Abklärung von Brustkrebs.Herkunft: lat. mamma ‚Brust‘ + griech. graphein ‚schreiben‘ Mehr: Mammakarzinom →
- Kontrastmittel
- Substanz, die Gefäße oder Organe in der Bildgebung besser sichtbar macht (Abkürzung KM).
- Elektrokardiogramm Herzstromkurve
- Aufzeichnung der elektrischen Herzaktivität (Abkürzung EKG), als Ruhe-, Langzeit- oder Belastungs-EKG.Herkunft: griech. elektron + kardia ‚Herz‘ + gramma ‚Aufzeichnung‘ Mehr: Vorhofflimmern →
- Elektroenzephalogramm Hirnstromkurve
- Aufzeichnung der elektrischen Hirnaktivität über Elektroden auf der Kopfhaut (Abkürzung EEG), z. B. bei Epilepsie.Herkunft: griech. enkephalos ‚Gehirn‘ + gramma
- Spirometrie Lungenfunktionstest
- Messung von Atemvolumina und Atemfluss durch kräftiges Ausatmen in ein Mundstück; wichtig bei Asthma und COPD.Herkunft: lat. spirare ‚atmen‘ + griech. metron ‚Maß‘ Mehr: COPD (chronisch obstruktive Lungenerkrankung) →
- Endoskopie Spiegelung
- Untersuchung von Hohlorganen von innen mit einem Schlauch oder Rohr mit Kamera.Herkunft: griech. endon ‚innen‘ + skopein ‚betrachten‘
- Gastroskopie Magenspiegelung
- Endoskopie von Speiseröhre, Magen und Zwölffingerdarm (Ösophago-Gastro-Duodenoskopie, ÖGD).Herkunft: griech. gaster ‚Magen‘ + skopein ‚betrachten‘ Mehr: Gastritis (Typ A, B und C) →
- Koloskopie Darmspiegelung
- Endoskopie des gesamten Dickdarms und meist des letzten Dünndarmabschnitts; dient auch der Darmkrebsvorsorge.Herkunft: griech. kolon ‚Dickdarm‘ + skopein Mehr: Kolorektale Adenome (Darmpolypen) →
- Bronchoskopie Lungenspiegelung
- Endoskopie von Luftröhre und Bronchien, z. B. zur Gewebeentnahme bei Verdacht auf Lungenkrebs.Herkunft: griech. bronchos + skopein Mehr: Lungenkarzinom (Bronchialkarzinom) →
- Zystoskopie Blasenspiegelung
- Endoskopie von Harnröhre und Harnblase.Herkunft: griech. kystis ‚Blase‘ + skopein
- Laparoskopie Bauchspiegelung
- Spiegelung der Bauchhöhle über kleine Schnitte; dient der Diagnostik und wird auch für Operationen genutzt.Herkunft: griech. lapara ‚Weiche, Flanke‘ + skopein Mehr: Endometriose →
- Kolposkopie Lupenuntersuchung des Gebärmutterhalses
- Betrachtung von Scheide und Gebärmutterhals mit einem Vergrößerungsgerät, z. B. bei auffälligem Krebsvorsorge-Abstrich.Herkunft: griech. kolpos ‚Scheide‘ + skopein Mehr: Zervixdysplasie (CIN) →
- Dermatoskopie Auflichtmikroskopie
- Untersuchung von Hautveränderungen mit einer beleuchteten Lupe, vor allem zur Unterscheidung harmloser Muttermale vom Melanom.Herkunft: griech. derma ‚Haut‘ + skopein Mehr: Dermatoskopie lernen: Grundlagen, Muster & Systematik →
- Funduskopie Augenspiegelung
- Betrachtung des Augenhintergrunds mit Netzhaut, Sehnerv und Gefäßen (auch Ophthalmoskopie).Herkunft: lat. fundus ‚Grund‘ + griech. skopein Mehr: Diabetische Retinopathie →
- Otoskopie Ohrspiegelung
- Betrachtung von Gehörgang und Trommelfell mit einem Ohrtrichter oder Otoskop.Herkunft: griech. ous, otos ‚Ohr‘ + skopein
- Digital-rektale Untersuchung Austastung des Enddarms
- Abtasten des Enddarms mit dem Finger, z. B. zur Beurteilung der Prostata oder bei Blut im Stuhl (Abkürzung DRU).Herkunft: lat. digitus ‚Finger‘ + rectum
- Knöchel-Arm-Index Blutdruckvergleich Bein–Arm
- Verhältnis des Blutdrucks am Knöchel zu dem am Arm (englisch ankle-brachial index, ABI); ein erniedrigter Wert spricht für eine periphere arterielle Verschlusskrankheit. Mehr: Periphere arterielle Verschlusskrankheit (pAVK) →
- Schellong-Test Steh-Test
- Wiederholte Messung von Blutdruck und Puls im Liegen und danach im Stehen, um eine Kreislaufregulationsstörung beim Aufstehen zu erkennen. Mehr: Synkope →
- Oraler Glukosetoleranztest Zuckerbelastungstest
- Messung des Blutzuckers vor und nach dem Trinken einer definierten Zuckerlösung (oGTT), z. B. beim Screening auf Schwangerschaftsdiabetes. Mehr: Gestationsdiabetes (GDM) →
- Prick-Test Allergietest auf der Haut
- Allergietest, bei dem Allergenlösungen auf den Unterarm getropft und die Haut oberflächlich angestochen wird; abgelesen wird nach etwa 15–20 Minuten.Herkunft: engl. prick ‚Stich‘ Mehr: Allergische Rhinitis (Heuschnupfen) →
- Epikutantest Pflastertest
- Allergietest auf Kontaktallergien, bei dem Testsubstanzen unter Pflastern auf den Rücken geklebt und nach 2–3 Tagen abgelesen werden.Herkunft: griech. epi ‚auf‘ + lat. cutis ‚Haut‘ Mehr: Kontaktekzem (Kontaktdermatitis) →
- Kardiotokographie Wehenschreiber
- Gleichzeitige Aufzeichnung der kindlichen Herzfrequenz und der Wehentätigkeit in Schwangerschaft und Geburt (Abkürzung CTG).Herkunft: griech. kardia ‚Herz‘ + tokos ‚Geburt‘ + graphein Mehr: CTG auswerten lernen: FIGO-Kriterien, Muster & Systematik →
- Lasègue-Zeichen Schmerz beim Beinheben
- Beim Anheben des gestreckten Beins in Rückenlage schießt ein Schmerz vom Rücken ins Bein ein – Hinweis auf eine Reizung der unteren Lendennervenwurzeln, z. B. bei Bandscheibenvorfall.Herkunft: nach Ch. Lasègue
- Murphy-Zeichen Schmerz unter dem rechten Rippenbogen
- Bei Druck unter den rechten Rippenbogen bricht der Patient die tiefe Einatmung schmerzbedingt ab – Hinweis auf eine Gallenblasenentzündung.Herkunft: nach J. B. Murphy Mehr: Cholezystolithiasis und akute Cholezystitis →
- McBurney-Punkt Druckpunkt im rechten Unterbauch
- Punkt am Übergang vom äußeren zum mittleren Drittel der Verbindungslinie zwischen Bauchnabel und rechtem vorderen oberen Darmbeinstachel; Druckschmerz dort spricht für eine Blinddarmentzündung.Herkunft: nach C. McBurney
- Babinski-Zeichen Großzehenreflex
- Beim Bestreichen des äußeren Fußsohlenrands streckt sich die Großzehe nach oben – beim Erwachsenen Hinweis auf eine Schädigung der Pyramidenbahn, beim Säugling normal.Herkunft: nach J. Babinski
- Romberg-Versuch Stehversuch
- Stehen mit geschlossenen Füßen, erst mit offenen, dann mit geschlossenen Augen; deutliches Schwanken erst bei geschlossenen Augen spricht für eine Störung der Tiefensensibilität.Herkunft: nach M. H. Romberg
- Nierenlager-Klopfschmerz Schmerz beim Klopfen auf die Flanke
- Schmerz beim leichten Beklopfen der Nierengegend am Rücken, typisch bei Nierenbeckenentzündung oder Harnstau. Mehr: Akute Pyelonephritis →
- pDMS Durchblutung, Motorik, Sensibilität
- Prüfung von peripherer Durchblutung (Puls), Motorik und Sensibilität einer Gliedmaße, z. B. nach Knochenbrüchen oder Verbänden.
- Differenzialdiagnose andere mögliche Ursachen
- Erkrankungen, die ähnliche Beschwerden verursachen und gegeneinander abgegrenzt werden müssen (Abkürzung DD).Herkunft: lat. differentia ‚Unterschied‘
- Verdachtsdiagnose vermutete Diagnose
- Vorläufige, noch nicht gesicherte Diagnose (im Arztbrief: „V. a.“ = Verdacht auf).
- Ausschlussdiagnose Diagnose nach Ausschluss
- Diagnose, die erst gestellt wird, wenn andere mögliche Ursachen ausgeschlossen sind, z. B. das Reizdarmsyndrom. Mehr: Reizdarmsyndrom →
- Screening Reihenuntersuchung
- Untersuchung beschwerdefreier Menschen, um eine Krankheit früh zu erkennen, z. B. Mammographie-Screening.Herkunft: engl. screening ‚Durchsiebung‘
- Sensitivität Treffsicherheit bei Kranken
- Anteil der Erkrankten, die ein Test richtig als krank erkennt; ein hochsensitiver Test übersieht wenige Kranke.
- Spezifität Treffsicherheit bei Gesunden
- Anteil der Gesunden, die ein Test richtig als gesund erkennt; ein hochspezifischer Test liefert wenige falsch positive Ergebnisse.
- Staging Ausbreitungsdiagnostik
- Untersuchungen, mit denen bestimmt wird, wie weit sich ein Tumor ausgebreitet hat (z. B. nach dem TNM-System).Herkunft: engl. stage ‚Stadium‘ Mehr: Kolorektales Karzinom (Darmkrebs) →
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Die wichtigsten Fachbegriffe mit Übersetzung in 12 Sprachen und Patientensprache → Fachsprache mit Arztbrief-Beispielsatz: Fachbegriffe für die FSP · Fachsprachprüfung & Kenntnisprüfung
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