Dysmenorrhö

Prüfungsrelevanz: in 14 von 197 Prüfungsprotokollen · Rang 55

Synonyme
Regelschmerzen, Menstruationsschmerzen
Fachgebiet
Gynäkologie · Endokrinologie & Zyklus
Prüfungsrelevanz
14 von 197 Protokollen · Rang 55
Stand
10/2026 · Dr. Pascal Bafteh
Inhalt
  1. Definition
  2. Einteilung
  3. Vorkommen & Epidemiologie
  4. Ätiopathogenese
  5. Klinik
  6. Diagnostik
  7. Weiterlernen in der App
  8. Weiterführende Literatur (Auswahl)
  9. Querverweise

Definition

  • Die Dysmenorrhö bezeichnet Schmerzen uterinen Ursprungs um die Zeit der Menstruation; sie liegen typischerweise median im Unterbauch und können in die Lendenregion oder die Oberschenkel ausstrahlen.

Einteilung

  • Primäre Dysmenorrhö: wiederkehrende zyklische Unterbauchschmerzen ohne zugrunde liegende Erkrankung oder anatomische Veränderung; sie beginnt klassisch innerhalb von etwa 2 Jahren nach der Menarche mit Einsetzen ovulatorischer Zyklen.
  • Sekundäre Dysmenorrhö: Menstruationsschmerzen infolge einer zugrunde liegenden Beckenerkrankung oder strukturellen Veränderung; sie beginnt meist erst im Erwachsenenalter, außer bei angeborenen Fehlbildungen.

Vorkommen & Epidemiologie

Epidemiologie

  • Die Dysmenorrhö ist eine häufige Beschwerde menstruierender Frauen im reproduktiven Alter; die primäre Form macht etwa 90 % der Fälle aus.
  • Bei 30 % oder mehr der Frauen beeinträchtigt sie den Alltag und kann zu Fehlzeiten in Schule oder Beruf führen.

Ätiopathogenese

Ätiologie und Pathogenese

  • Bei der primären Form führt eine vermehrte uterine Prostaglandinbildung, v. a. von PGF2α, zu erhöhtem Uterustonus, kräftigen Kontraktionen und Ischämie des Myometriums; der Progesteronabfall kurz vor der Menstruation steigert die Prostaglandinbildung.
  • Häufigste Ursache der sekundären Form ist die Endometriose; weitere häufige Ursachen sind Adenomyose, Uterusmyome und Zervixstenose, seltener Fehlbildungen des Genitaltrakts, Ovarialzysten, eine durchgemachte Adnexitis (PID) oder Endometriumpolypen.

Klinik

  • Die krampfartigen Schmerzen beginnen kurz vor oder mit der Blutung, erreichen etwa 24 Stunden nach Blutungsbeginn ihr Maximum und klingen typischerweise innerhalb von 72 Stunden ab.
  • Begleitsymptome sind Übelkeit, Erbrechen, Durchfall, Kopfschmerzen, Schwindel, Müdigkeit und Schlafstörungen.
  • Frauen mit Dysmenorrhö haben häufiger chronische Beckenschmerzen oder andere chronische Schmerzsyndrome.

Diagnostik

  • Bei primärer Dysmenorrhö ist der körperliche Untersuchungsbefund unauffällig; gezielte Anamnese und Untersuchung reichen meist für die Diagnose aus.
  • Hinweise auf eine sekundäre Form sind ein Beschwerdebeginn nach der Adoleszenz, diffuse oder anhaltende Schmerzen ohne festen Bezug zum Menstruationsbeginn sowie Tastbefunde wie Uterus- oder Adnexraumforderungen, ein verdicktes Septum rectovaginale oder knotige Sakrouterinligamente.
  • Bildgebende Basisuntersuchung ist meist die Vaginalsonografie, bei unklaren Befunden ergänzt durch Sonohysterografie oder MRT, etwa zur Charakterisierung von Fehlbildungen.

Weiterlernen in der App

In der GynFuchs-App lernst du Dysmenorrhö mit Karteikarten, Prüfungsfragen und Bildaufgaben (Kolposkopie, Sonographie, CTG) – kostenlos, im Browser oder als App.

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Weiterführende Literatur (Auswahl)

  1. MSD Manual Professional: Dysmenorrhea
  2. StatPearls: Dysmenorrhea (NCBI Bookshelf)
  3. Dysmenorrhea and related disorders (F1000Res 2017, PubMed Central)

Querverweise

Hinweis: Lerninhalt aus der GynFuchs-App (Karteikarten, Prüfungsfragen, Bildfälle) für die ärztliche Aus- und Weiterbildung – keine Behandlungsempfehlung und kein Ersatz für Diagnose oder Therapieentscheidung im Einzelfall. Therapie und Vorgehen werden auf dieser Seite bewusst nicht dargestellt.