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Körperliche Untersuchung auf Deutsch: höfliche Anweisungen für Patientinnen und Patienten

Lesezeit ca. 7 Minuten · Für internationale Ärztinnen und Ärzte

Von Dr. Pascal Bafteh · zuletzt aktualisiert 09/2026

Während der körperlichen Untersuchung sprichst du ununterbrochen – du kündigst an, erklärst und gibst Anweisungen. Genau hier fallen sprachliche Unsicherheiten auf: Ein knappes „Hinlegen!" wirkt unhöflich, ein zu komplizierter Satz verwirrt. Mit ein paar festen Mustern klingst du freundlich, klar und professionell.

Die Grundregeln

Grammatik: Sie-Imperativ und trennbare Verben

Die höfliche Aufforderung bildest du mit dem Verb am Satzanfang und „Sie": „Setzen Sie sich bitte." Viele Untersuchungsverben sind trennbar – das Präfix wandert ans Satzende: einatmen → „Atmen Sie bitte tief ein.", freimachen → „Machen Sie bitte den Oberkörper frei.", hinlegen → „Legen Sie sich bitte auf den Rücken.". Noch etwas weicher wirkt der Konjunktiv: „Könnten Sie sich bitte auf die linke Seite drehen?"

Umgangssprachlich oder professionell?

Eher vermeidenBesser
„Wir schauen mal."„Ich würde Sie jetzt gerne körperlich untersuchen – sind Sie damit einverstanden?"
„Machen Sie sich frei."„Bitte machen Sie den Oberkörper frei."
„Zeigen Sie mal den Arm."„Darf ich bitte Ihren Arm untersuchen?"
„Halten Sie mal still."„Bitte halten Sie kurz still."
„Das pikst gleich."„Sie spüren gleich einen kurzen Einstich."
„Sagen Sie Bescheid, wenn's wehtut."„Bitte sagen Sie mir sofort, wenn es schmerzt."
„Sie können sich wieder anziehen."„Bitte ziehen Sie sich wieder an, danach besprechen wir alles in Ruhe."

Der Einstieg

Herz und Lunge

Bauch

Bei der Bauchuntersuchung ist die übliche Reihenfolge Anschauen, Abhören, Abklopfen, Abtasten – deine Ankündigungen folgen derselben Reihenfolge.

Beginne mit dem Abtasten dort, wo es nicht wehtut, und kündige das an: „Ich fange auf der Seite an, die nicht schmerzt."

Neurologische Untersuchung

Hier sind die Anweisungen besonders genau, weil die Person oft ungewohnte Bewegungen machen soll. Zeig die Bewegung bei Bedarf vor.

Intime Untersuchungen: taktvoll und mit Einverständnis

Bei Untersuchungen im Brust- oder Genitalbereich ist sensible Sprache besonders wichtig. Erkläre, warum die Untersuchung nötig ist, hol ausdrücklich das Einverständnis ein und biete eine Begleitperson an.

Lehnt jemand ab, respektierst du das und dokumentierst es sachlich.

Wenn eine Anweisung nicht verstanden wird

Wiederhole die Anweisung mit einfacheren Worten, statt sie nur lauter zu sagen, und zeig die Bewegung selbst vor:

Nach der Untersuchung

Vom Gespräch in die Dokumentation

Während du mit der Patientin oder dem Patienten Alltagssprache sprichst, dokumentierst du in Fachsprache. Die wichtigsten Paare: abhören – Auskultation, abklopfen – Perkussion, abtasten – Palpation, anschauen – Inspektion, Reflexe testen – Prüfung der Muskeleigenreflexe. Typische Befundsprache ist etwa „vesikuläres Atemgeräusch beidseits" oder „Darmgeräusche regelrecht". Wie du den Befund im Brief formulierst, steht im Ratgeber „Arztbrief in der Fachsprachprüfung".

Häufige Fehler

Die Untersuchung folgt in der Regel auf die Anamnese. Musst du anschließend einen auffälligen Befund mitteilen, hilft das SPIKES-Modell.

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Im KLINIKFUCHS-Modul FSP-Med übst du genau diese Formulierungen: Karteikarten mit Lücken, Patientengespräche zum Mitsprechen und eine simulierte Prüfung – kostenlos, mit Hilfen in 13 Sprachen.

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Hinweis: Dieser Ratgeber behandelt ausschließlich Sprache und Gesprächsstruktur. Er enthält keine Behandlungs- oder Therapieempfehlungen. Ablauf und Anforderungen der Fachsprachprüfung legt die für dich zuständige Ärztekammer fest.