HPV-Infektion
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- Synonyme
- Humane Papillomviren, HPV 16, HPV 18, High-Risk-HPV, HPV
- Fachgebiet
- Gynäkologie · Zervix & HPV
- Bilder
- Klinik 3 · Histologie & Zytologie 1
- Prüfungsrelevanz
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- In der App
- 1 Karteikarten · GynFuchs
- Stand
- 10/2026 · Dr. Pascal Bafteh
Inhalt
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Histologie & Zytologie

Definition
- Die HPV-Infektion ist eine Infektion von Epithelzellen der Haut oder Schleimhaut durch humane Papillomaviren.
- HPV ist die häufigste sexuell übertragene Infektion; anogenitale Typen können durch orogenitalen Kontakt auch in den Oropharynx gelangen.
Einteilung
HPV-Typen
- Low-Risk-Typen und ihr typisches Krankheitsbild: 6 und 11 — Condylomata acuminata.
- HPV 16 und 18 verursachen zusammen etwa 70 % der Zervixkarzinome.
- Bekannt sind mehr als 100 HPV-Typen; die meisten infizieren die Haut und verursachen Hautwarzen, andere vor allem die Schleimhaut der Anogenitalregion sowie von Oropharynx und Larynx.
- Die Niedrigrisiko-Typen 6 und 11 verursachen am häufigsten Condylomata acuminata sowie Warzen in Larynx und Oropharynx.
- Praktisch alle Zervixkarzinome sind HPV-bedingt: Etwa 70 % gehen auf HPV 16 und 18 zurück, viele weitere auf die Hochrisiko-Typen 31, 33, 45, 52 und 58.
Vorkommen & Epidemiologie
Epidemiologie
- Nahezu alle sexuell aktiven Menschen infizieren sich im Laufe ihres Lebens mit HPV, meist ohne Symptome.
- Meist bleibt die Infektion folgenlos: Das Immunsystem eliminiert HPV in der Regel innerhalb von ein bis zwei Jahren.
- Eine persistierende Infektion mit Hochrisiko-Typen ist Ursache des Zervixkarzinoms und mit Karzinomen von Vulva, Vagina, Mund-Rachen-Raum, Penis und Anus assoziiert; das Zervixkarzinom ist die häufigste HPV-bedingte Krebserkrankung und macht bei Frauen über 90 % der HPV-bedingten Krebsfälle aus.
Ätiopathogenese
Was das Virus macht
- Die viralen Onkoproteine E6 und E7 inaktivieren p53 (durch E6) und das Retinoblastom-Protein pRb (durch E7).
- Folge der pRb-Inaktivierung ist die Überexpression von p16 — deshalb ist p16 der immunhistochemische Surrogatmarker.
- Beim Vulvakarzinom wird genau daraus die Einteilung: uVIN ist p16-positiv und HPV-assoziiert, dVIN ist p53-verändert und Lichen-assoziiert.
Ätiologie und Risikofaktoren
- Im mehrschichtigen Plattenepithel, etwa der Ektozervix, erreicht das Virus die Basalzellen über eine Verletzung; in der Transformationszone gelten Reservezellen unter dem einschichtigen Zylinderepithel als besonders empfänglich.
- In den Basalzellen bleibt das Virusgenom als Episom mit niedriger Kopienzahl erhalten; die Integration in das Wirtsgenom ist kein Teil des normalen Lebenszyklus, sondern ein pathologisches Ereignis bei einem Teil der persistierenden Infektionen.
- Das Onkoprotein E6 bewirkt den Abbau von p53, E7 inaktiviert pRb; eine deregulierte Expression von E6 und E7 führt zu Störungen des Zellzyklus und genomischer Instabilität.
- Rauchen begünstigt eine persistierende Infektion; häufiger ist HPV unter anderem bei Frauen mit HIV und bei Immunsuppression.
Klinik
Übertragung und Verlauf
- Übertragung: sexuell, auch ohne penetrierenden Verkehr durch Haut-zu-Haut-Kontakt.
- Der große Teil der Infektionen heilt innerhalb von ein bis zwei Jahren spontan aus.
- Entscheidend für das Karzinomrisiko ist die Persistenz eines High-Risk-Typs — nicht der einmalige Nachweis.
Weitere Fakten aus den Lernfragen
- Das virale Onkoprotein E6 inaktiviert das Tumorsuppressorprotein p53.
- Das virale Onkoprotein E7 inaktiviert das Retinoblastom-Protein pRb.
- Die HPV-assoziierte uVIN (usual-type VIN) ist p16-positiv.
- Die p53-Veränderung ist hingegen typisch für die dVIN (differenzierte VIN), die mit Lichen sclerosus assoziiert ist.
- Die High-Risk-Typen HPV 16 und 18 sind die häufigsten Auslöser.
- Zusammen verursachen sie circa 70 % aller Zervixkarzinome.
- Die Inaktivierung von pRb durch das virale E7-Protein führt zu einer kompensatorischen Überexpression von p16.
- Dieser Mechanismus macht p16 zu einem verlässlichen Surrogatmarker.
- Ein Großteil der Infektionen wird vom Immunsystem erfolgreich eliminiert.
- Das entscheidende Karzinomrisiko geht von einer Persistenz der Infektion aus, nicht vom einmaligen Nachweis.
- Die meisten Infizierten haben keine Symptome.
- Genitalwarzen treten nach einer Inkubationszeit von 1 bis 6 Monaten auf; sie können schmerzen, jucken oder bluten.
- Bei Frauen finden sich Warzen am häufigsten an Vulva, Vaginalwand, Zervix und Perineum; bei verminderter zellulärer Immunität, etwa in der Schwangerschaft oder bei HIV-Infektion, können sie persistieren und sich ausbreiten.
- Persistierende Hochrisiko-Infektionen führen über Zellveränderungen und Vorstufen zum Karzinom; bis zur Entwicklung eines Zervixkarzinoms vergehen meist 15–20 Jahre.
- Frühe Zellveränderungen und Vorstufen verursachen meist keine Beschwerden; HPV 16 und 18 verursachen meist endozervikale oder anale intraepitheliale Läsionen, die klinisch schwer zu erkennen sind.
Diagnostik
- Genitalwarzen werden meist durch Inspektion diagnostiziert; atypische, blutende, ulzerierte oder persistierende Warzen werden gegebenenfalls zum Karzinomausschluss biopsiert.
- An der Zervix werden Nukleinsäureamplifikationstests auf onkogene HPV-Typen und die Zytologie (Pap-Test) eingesetzt; die Erstteste erfassen meist 13 häufige Hochrisiko-Typen.
- Zervikale und anale intraepitheliale Läsionen sind nur kolposkopisch bzw. anoskopisch sichtbar; nach Betupfen mit 3- bis 5-prozentiger Essigsäure werden sie weiß und dadurch besser erkennbar.
Weiterlernen in der App
Weiterführende Literatur (Auswahl)
Querverweise
Hinweis: Lerninhalt aus der GynFuchs-App (Karteikarten, Prüfungsfragen, Bildfälle) für die ärztliche Aus- und Weiterbildung – keine Behandlungsempfehlung und kein Ersatz für Diagnose oder Therapieentscheidung im Einzelfall. Therapie und Vorgehen werden auf dieser Seite bewusst nicht dargestellt.