HPV-Infektion

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Synonyme
Humane Papillomviren, HPV 16, HPV 18, High-Risk-HPV, HPV
Fachgebiet
Gynäkologie · Zervix & HPV
Bilder
Klinik 3 · Histologie & Zytologie 1
Prüfungsrelevanz
27 von 197 Protokollen · Rang 29
In der App
1 Karteikarten · GynFuchs
Stand
10/2026 · Dr. Pascal Bafteh
Inhalt
  1. Bilder (4)
  2. Definition
  3. Einteilung
  4. Vorkommen & Epidemiologie
  5. Ätiopathogenese
  6. Klinik
  7. Diagnostik
  8. Weiterlernen in der App
  9. Weiterführende Literatur (Auswahl)
  10. Querverweise

Bilder (4)

HPV-Infektion – Klinik: Buschke-Löwenstein-Tumor der Vulva (Riesenkondylom)
Buschke-Löwenstein-Tumor der Vulva (Riesenkondylom)Bild: Ernez S, Derouich M, Chachia S, Boughizane S. / Pan Afr Med J 2022 · CC BY 4.0 · Quelle
HPV-Infektion – Histologie & Zytologie: Condyloma acuminatum (Histologie)Histologie & Zytologie
Condyloma acuminatum (Histologie)Bild: Nephron (Wikimedia Commons) · CC BY-SA 3.0 · Quelle
HPV-Infektion – Klinik: Condylomata acuminata
Condylomata acuminataBild: Dr.Gandikota Raghurama Rao (Wikimedia Commons) · CC BY 4.0 · Quelle · Ausschnitt
HPV-Infektion – Klinik: Riesenkondylom (Condyloma acuminatum giganteum) in der Schwangerschaft
Riesenkondylom (Condyloma acuminatum giganteum) in der SchwangerschaftBild: Cui T, Huang J, Lv B, Yao Q. Giant condyloma acuminatum in pregnancy: A case report. Dermatol Ther. 2019;32(4):e12972. (Wikimedia Commons) · CC BY 4.0 · Quelle
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Definition

  • Die HPV-Infektion ist eine Infektion von Epithelzellen der Haut oder Schleimhaut durch humane Papillomaviren.
  • HPV ist die häufigste sexuell übertragene Infektion; anogenitale Typen können durch orogenitalen Kontakt auch in den Oropharynx gelangen.

Einteilung

HPV-Typen

  • Low-Risk-Typen und ihr typisches Krankheitsbild: 6 und 11 — Condylomata acuminata.
  • HPV 16 und 18 verursachen zusammen etwa 70 % der Zervixkarzinome.
  • Bekannt sind mehr als 100 HPV-Typen; die meisten infizieren die Haut und verursachen Hautwarzen, andere vor allem die Schleimhaut der Anogenitalregion sowie von Oropharynx und Larynx.
  • Die Niedrigrisiko-Typen 6 und 11 verursachen am häufigsten Condylomata acuminata sowie Warzen in Larynx und Oropharynx.
  • Praktisch alle Zervixkarzinome sind HPV-bedingt: Etwa 70 % gehen auf HPV 16 und 18 zurück, viele weitere auf die Hochrisiko-Typen 31, 33, 45, 52 und 58.

Vorkommen & Epidemiologie

Epidemiologie

  • Nahezu alle sexuell aktiven Menschen infizieren sich im Laufe ihres Lebens mit HPV, meist ohne Symptome.
  • Meist bleibt die Infektion folgenlos: Das Immunsystem eliminiert HPV in der Regel innerhalb von ein bis zwei Jahren.
  • Eine persistierende Infektion mit Hochrisiko-Typen ist Ursache des Zervixkarzinoms und mit Karzinomen von Vulva, Vagina, Mund-Rachen-Raum, Penis und Anus assoziiert; das Zervixkarzinom ist die häufigste HPV-bedingte Krebserkrankung und macht bei Frauen über 90 % der HPV-bedingten Krebsfälle aus.

Ätiopathogenese

Was das Virus macht

  • Die viralen Onkoproteine E6 und E7 inaktivieren p53 (durch E6) und das Retinoblastom-Protein pRb (durch E7).
  • Folge der pRb-Inaktivierung ist die Überexpression von p16 — deshalb ist p16 der immunhistochemische Surrogatmarker.
  • Beim Vulvakarzinom wird genau daraus die Einteilung: uVIN ist p16-positiv und HPV-assoziiert, dVIN ist p53-verändert und Lichen-assoziiert.

Ätiologie und Risikofaktoren

  • Im mehrschichtigen Plattenepithel, etwa der Ektozervix, erreicht das Virus die Basalzellen über eine Verletzung; in der Transformationszone gelten Reservezellen unter dem einschichtigen Zylinderepithel als besonders empfänglich.
  • In den Basalzellen bleibt das Virusgenom als Episom mit niedriger Kopienzahl erhalten; die Integration in das Wirtsgenom ist kein Teil des normalen Lebenszyklus, sondern ein pathologisches Ereignis bei einem Teil der persistierenden Infektionen.
  • Das Onkoprotein E6 bewirkt den Abbau von p53, E7 inaktiviert pRb; eine deregulierte Expression von E6 und E7 führt zu Störungen des Zellzyklus und genomischer Instabilität.
  • Rauchen begünstigt eine persistierende Infektion; häufiger ist HPV unter anderem bei Frauen mit HIV und bei Immunsuppression.

Klinik

Übertragung und Verlauf

  • Übertragung: sexuell, auch ohne penetrierenden Verkehr durch Haut-zu-Haut-Kontakt.
  • Der große Teil der Infektionen heilt innerhalb von ein bis zwei Jahren spontan aus.
  • Entscheidend für das Karzinomrisiko ist die Persistenz eines High-Risk-Typs — nicht der einmalige Nachweis.

Weitere Fakten aus den Lernfragen

  • Das virale Onkoprotein E6 inaktiviert das Tumorsuppressorprotein p53.
  • Das virale Onkoprotein E7 inaktiviert das Retinoblastom-Protein pRb.
  • Die HPV-assoziierte uVIN (usual-type VIN) ist p16-positiv.
  • Die p53-Veränderung ist hingegen typisch für die dVIN (differenzierte VIN), die mit Lichen sclerosus assoziiert ist.
  • Die High-Risk-Typen HPV 16 und 18 sind die häufigsten Auslöser.
  • Zusammen verursachen sie circa 70 % aller Zervixkarzinome.
  • Die Inaktivierung von pRb durch das virale E7-Protein führt zu einer kompensatorischen Überexpression von p16.
  • Dieser Mechanismus macht p16 zu einem verlässlichen Surrogatmarker.
  • Ein Großteil der Infektionen wird vom Immunsystem erfolgreich eliminiert.
  • Das entscheidende Karzinomrisiko geht von einer Persistenz der Infektion aus, nicht vom einmaligen Nachweis.
  • Die meisten Infizierten haben keine Symptome.
  • Genitalwarzen treten nach einer Inkubationszeit von 1 bis 6 Monaten auf; sie können schmerzen, jucken oder bluten.
  • Bei Frauen finden sich Warzen am häufigsten an Vulva, Vaginalwand, Zervix und Perineum; bei verminderter zellulärer Immunität, etwa in der Schwangerschaft oder bei HIV-Infektion, können sie persistieren und sich ausbreiten.
  • Persistierende Hochrisiko-Infektionen führen über Zellveränderungen und Vorstufen zum Karzinom; bis zur Entwicklung eines Zervixkarzinoms vergehen meist 15–20 Jahre.
  • Frühe Zellveränderungen und Vorstufen verursachen meist keine Beschwerden; HPV 16 und 18 verursachen meist endozervikale oder anale intraepitheliale Läsionen, die klinisch schwer zu erkennen sind.

Diagnostik

  • Genitalwarzen werden meist durch Inspektion diagnostiziert; atypische, blutende, ulzerierte oder persistierende Warzen werden gegebenenfalls zum Karzinomausschluss biopsiert.
  • An der Zervix werden Nukleinsäureamplifikationstests auf onkogene HPV-Typen und die Zytologie (Pap-Test) eingesetzt; die Erstteste erfassen meist 13 häufige Hochrisiko-Typen.
  • Zervikale und anale intraepitheliale Läsionen sind nur kolposkopisch bzw. anoskopisch sichtbar; nach Betupfen mit 3- bis 5-prozentiger Essigsäure werden sie weiß und dadurch besser erkennbar.

Weiterlernen in der App

In der GynFuchs-App lernst du HPV-Infektion mit Karteikarten, Prüfungsfragen und Bildaufgaben (Kolposkopie, Sonographie, CTG) – kostenlos, im Browser oder als App.

In der App: 1 Karteikarten zu diesem Thema

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Weiterführende Literatur (Auswahl)

  1. MSD Manual Professional: Human Papillomavirus (HPV) Infection
  2. WHO-Faktenblatt: Human papillomavirus and cancer
  3. Regulation and Deregulation of Viral Gene Expression During High-Risk HPV Infection (Viruses 2025, PubMed Central)
  4. DocCheck Flexikon, HPV-Virologie

Querverweise

Hinweis: Lerninhalt aus der GynFuchs-App (Karteikarten, Prüfungsfragen, Bildfälle) für die ärztliche Aus- und Weiterbildung – keine Behandlungsempfehlung und kein Ersatz für Diagnose oder Therapieentscheidung im Einzelfall. Therapie und Vorgehen werden auf dieser Seite bewusst nicht dargestellt.