Hypomagnesiämie

Synonyme
Magnesiummangel, niedriges Magnesium, zu wenig Magnesium im Blut
Fachgebiet
Innere Medizin · Elektrolyte & Säure-Basen
Bilder
EKG 1
Stand
10/2026 · Dr. Pascal Bafteh
Inhalt
  1. Bilder (1)
  2. Definition
  3. Ätiopathogenese
  4. Klinik
  5. Diagnostik
  6. Weiterlernen in der App
  7. Weiterführende Literatur (frei zugänglich)
  8. Querverweise

Bilder (1)

Hypomagnesiämie – Monitor-EKG: Torsade de pointes – polymorphe ventrikuläre Tachykardie mit um die Grundlinie drehender QRS-AchseEKG
Monitor-EKG: Torsade de pointes – polymorphe ventrikuläre Tachykardie mit um die Grundlinie drehender QRS-AchseBild: w:User:Panthro (Wikimedia Commons) · Public domain · Quelle

Definition

Eine Hypomagnesiämie liegt bei einer Serum-Magnesiumkonzentration unter 0,70 mmol/l vor; eine schwere Hypomagnesiämie geht meist mit Werten unter 0,50 mmol/l einher. Das Serummagnesium kann trotz verminderter intrazellulärer und ossärer Speicher normal sein. Die Störung ist bei Krankenhauspatienten häufig und tritt oft zusammen mit einer Hypokaliämie und einer Hypokalzämie auf.

Ätiopathogenese

Meist wirken eine unzureichende Zufuhr und eine gestörte renale Rückresorption oder gastrointestinale Aufnahme zusammen.

  • Alkoholkrankheit und Mangelernährung: geringe Zufuhr, oft verstärkt durch vermehrte renale Ausscheidung.
  • Gastrointestinale Verluste: chronische Durchfälle, Steatorrhö und langfristige Einnahme von Blockern der H⁺/K⁺-ATPase des Magens (über ein Jahr).
  • Renale Verluste: Saluretika (Schleifen- und distal wirkende Substanzen), Hyperkalzämie, diabetische Ketoazidose, vermehrte Sekretion von Aldosteron oder Schilddrüsenhormonen sowie nephrotoxische Substanzen wie Aminoglykoside und bestimmte platinhaltige Zytostatika.
  • Angeborene Tubulopathien: z. B. das Gitelman-Syndrom mit inadäquat hoher Magnesiumausscheidung.
  • Schwangerschaft und Stillzeit: besonders im dritten Trimenon durch vermehrte renale Ausscheidung beziehungsweise erhöhten Bedarf.

Klinik

Manche Betroffene sind beschwerdefrei. Mögliche Zeichen sind Appetitlosigkeit, Übelkeit, Erbrechen, Lethargie, Schwäche, Wesensänderung, Tremor und Muskelfaszikulationen. Eine Tetanie mit positivem Trousseau- oder Chvostek-Zeichen, spontanen Karpopedalspasmen und Hyperreflexie hängt eng mit einer gleichzeitigen Hypokalzämie oder Hypokaliämie zusammen. Eine schwere Hypomagnesiämie kann, besonders bei Kindern, generalisierte tonisch-klonische Krampfanfälle auslösen; außerdem treten Herzrhythmusstörungen auf. Im Elektromyogramm finden sich myopathische Potenziale.

Diagnostik

  • Serummagnesium: sichert die Diagnose bei Werten unter 0,70 mmol/l.
  • Begleitbefunde: häufig Hypokalzämie mit Hypokalziurie sowie Hypokaliämie mit erhöhter Kaliumausscheidung im Urin und metabolischer Alkalose.
  • Verdacht trotz normalem Serumwert: bei unerklärter Hypokalzämie oder refraktärer Hypokaliämie, bei unklaren neurologischen Symptomen mit Alkoholkrankheit, bei chronischen Durchfällen und nach Exposition gegenüber nephrotoxischen Substanzen.

Weiterlernen in der App

In der InnereFuchs-App lernst du Hypomagnesiämie mit Karteikarten, Prüfungsfragen und Bildaufgaben (EKG, Röntgen-Thorax, Sonographie, Labor) – kostenlos, im Browser oder als App.

Im Browser starten  InnereFuchs ansehen →

Weiterführende Literatur (frei zugänglich)

  1. MSD Manual Professional: Hypomagnesemia
  2. StatPearls: Hypomagnesemia

Querverweise

Hinweis: Lerninhalt für die ärztliche Aus- und Weiterbildung – keine Behandlungsempfehlung und kein Ersatz für Diagnose oder Therapieentscheidung im Einzelfall. Therapie und Vorgehen werden auf dieser Seite bewusst nicht dargestellt.