Barrett-Ösophagus

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Synonyme
Barrett-Syndrom, Endobrachyösophagus, Barrett-Metaplasie, Barrett-Schleimhaut
Fachgebiet
Innere Medizin · Gastroenterologie
Bilder
Histologie 2
Stand
10/2026 · Dr. Pascal Bafteh
Inhalt
  1. Bilder (2)
  2. Definition
  3. Vorkommen & Epidemiologie
  4. Ätiopathogenese
  5. Klinik
  6. Histologie
  7. Diagnostik
  8. Weiterlernen in der App
  9. Weiterführende Literatur (frei zugänglich)
  10. Querverweise

Bilder (2)

Barrett-Ösophagus – Histologie (HE, beschriftet): Übergang von Plattenepithel zu intestinalisiertem Zylinderepithel mit Becherzellen neben MagenschleimhautHistologie
Histologie (HE, beschriftet): Übergang von Plattenepithel zu intestinalisiertem Zylinderepithel mit Becherzellen neben MagenschleimhautBild: Mikael Häggström , M.D. (Wikimedia Commons) · CC0 · Quelle
Barrett-Ösophagus – Histologie (Alcianblau-Färbung): Zylinderepithel-Metaplasie mit blau angefärbten BecherzellenHistologie
Histologie (Alcianblau-Färbung): Zylinderepithel-Metaplasie mit blau angefärbten BecherzellenBild: Nephron (Wikimedia Commons) · CC BY-SA 3.0 · Quelle
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Definition

Der Barrett-Ösophagus ist der Ersatz des normalen Plattenepithels der distalen Speiseröhre durch metaplastisches Zylinderepithel. Die neue Schleimhaut ist drüsig und dünndarmähnlich, mit Bürstensaum und Becherzellen.

Der Barrett-Ösophagus entsteht in der Reparaturphase einer akuten Refluxösophagitis, wenn sich die Schleimhaut unter fortgesetzter Einwirkung von Magensäure erneuert. Er gilt als Krebsrisikofaktor: Die meisten Adenokarzinome der Speiseröhre gehen aus einem Barrett-Ösophagus hervor.

Vorkommen & Epidemiologie

Der Barrett-Ösophagus betrifft vor allem Menschen mit langjähriger gastroösophagealer Refluxkrankheit. In Deutschland sind Adenokarzinome der Speiseröhre, die häufig auf dem Boden eines Barrett-Ösophagus entstehen, in den letzten Jahren auf etwa 48 % aller Speiseröhrenkarzinome angestiegen; bei Männern machen sie mit etwa 52 % inzwischen den größeren Anteil aus.

Ätiopathogenese

  • Chronische Refluxkrankheit und Refluxösophagitis: Grundlage des Barrett-Ösophagus; die Metaplasie entsteht, während die Schleimhaut unter weiter bestehender Säureeinwirkung abheilt.
  • Adipositas: erhöht das Risiko für das Adenokarzinom der Speiseröhre, wahrscheinlich weil sie den Reflux fördert.
  • Familiäre Häufung: ein familiärer Barrett-Ösophagus ist als genetisches Syndrom mit erhöhtem Karzinomrisiko beschrieben.
  • Krebsentwicklung: Der Barrett-Ösophagus ist eine Vorstufe; über Dysplasien kann sich ein Adenokarzinom im distalen Ösophagus entwickeln.

Klinik

Der Barrett-Ösophagus selbst verursacht keine eigenen Beschwerden. Im Vordergrund stehen die Symptome der zugrunde liegenden Refluxkrankheit wie Sodbrennen und Regurgitation. Dysphagie, Gewichtsverlust, Blutungszeichen oder Eisenmangelanämie sprechen für eine Komplikation wie eine Striktur oder ein Karzinom.

Histologie

Typisch ist ein metaplastisches, zylinderzelliges, drüsiges Epithel vom Dünndarmtyp mit Bürstensaum und Becherzellen anstelle des mehrschichtigen Plattenepithels. Die histologische Sicherung der Metaplasie ist Voraussetzung für die Diagnose.

Diagnostik

  • Endoskopie: rötliche Bänder metaplastischer Schleimhaut, die vom ösophagogastralen Übergang aus nach proximal reichen; Beschreibung nach der Prag-Klassifikation mit zirkumferenzieller (C) und maximaler Ausdehnung (M). Die Diagnose eines Barrett-Ösophagus wird erst ab einer Länge von 1 cm gestellt.
  • Biopsie: die einzige Untersuchung, die die zylinderzelligen Schleimhautveränderungen des Barrett-Ösophagus zuverlässig nachweist.
  • Bei Verdacht auf ein Karzinom: Biopsie verdächtiger Läsionen, anschließend Ausbreitungsdiagnostik (siehe Ösophaguskarzinom).

Weiterlernen in der App

In der InnereFuchs-App lernst du Barrett-Ösophagus mit Karteikarten, Prüfungsfragen und Bildaufgaben (EKG, Röntgen-Thorax, Sonographie, Labor) – kostenlos, im Browser oder als App.

Im Browser starten  InnereFuchs ansehen →

Weiterführende Literatur (frei zugänglich)

  1. MSD Manual Professional: Gastroesophageal Reflux Disease (GERD)
  2. MSD Manual Professional: Esophageal Cancer
  3. RKI / Zentrum für Krebsregisterdaten: Speiseröhrenkrebs
  4. StatPearls: Barrett Esophagus
  5. DGVS: S2k-Leitlinie Gastroösophageale Refluxkrankheit und eosinophile Ösophagitis (AWMF 021-013)

Querverweise

Hinweis: Lerninhalt für die ärztliche Aus- und Weiterbildung – keine Behandlungsempfehlung und kein Ersatz für Diagnose oder Therapieentscheidung im Einzelfall. Therapie und Vorgehen werden auf dieser Seite bewusst nicht dargestellt.