Eosinophile Ösophagitis

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Synonyme
EoE, Asthma der Speiseröhre, allergische Speiseröhrenentzündung, Bolusobstruktion
Fachgebiet
Innere Medizin · Gastroenterologie
Bilder
Endoskopie 2 · Histologie 1
Stand
10/2026 · Dr. Pascal Bafteh
Inhalt
  1. Bilder (3)
  2. Definition
  3. Vorkommen & Epidemiologie
  4. Ätiopathogenese
  5. Klinik
  6. Histologie
  7. Diagnostik
  8. Weiterlernen in der App
  9. Weiterführende Literatur (frei zugänglich)
  10. Querverweise

Bilder (3)

Eosinophile Ösophagitis – Endoskopie: quer verlaufende Ringe („Trachealisierung“) und längs verlaufende Furchen der SpeiseröhrenschleimhautEndoskopie
Endoskopie: quer verlaufende Ringe („Trachealisierung“) und längs verlaufende Furchen der SpeiseröhrenschleimhautBild: Doctor roach (Wikimedia Commons) · CC BY-SA 4.0 · Quelle
Eosinophile Ösophagitis – Endoskopie: brüchige „Krepppapier“-Schleimhaut mit feinen LängseinrissenEndoskopie
Endoskopie: brüchige „Krepppapier“-Schleimhaut mit feinen LängseinrissenBild: Doctor roach (Wikimedia Commons) · CC BY-SA 4.0 · Quelle
Eosinophile Ösophagitis – Histologie (HE): zahlreiche eosinophile Granulozyten im Plattenepithel der Speiseröhre mit interzellulärem ÖdemHistologie
Histologie (HE): zahlreiche eosinophile Granulozyten im Plattenepithel der Speiseröhre mit interzellulärem ÖdemBild: Mikael Häggström , M.D. (Wikimedia Commons) · CC0 · Quelle
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Definition

Die eosinophile Ösophagitis (EoE) ist eine chronische, immunvermittelte Erkrankung der Speiseröhre mit eosinophilenreicher Entzündung. Sie kann refluxähnliche Beschwerden, Dysphagie und Bolusimpaktionen verursachen. Die Diagnose beruht auf dem Zusammenspiel von Klinik, Endoskopie und Histologie.

Vorkommen & Epidemiologie

Die EoE wurde erst 1993/1994 als eigene Krankheitsentität beschrieben; Inzidenz und Prävalenz haben seither zugenommen. Eine Metaanalyse ergab eine Inzidenz von 6,6 pro 100.000 Personenjahre bei Kindern und 7,7 bei Erwachsenen sowie eine Prävalenz von 34 pro 100.000 Kinder und 42,2 pro 100.000 Erwachsene. Männer sind etwa dreimal so häufig betroffen. Mehr als 65 % der Fälle treten im Kindesalter auf, ein weiterer Gipfel liegt zwischen 30 und 44 Jahren. In Europa und Nordamerika ist die Erkrankung häufiger als in östlichen Ländern.

Ätiopathogenese

  • Immunreaktion auf Nahrungsmittelantigene bei genetischer Veranlagung; auch Umweltallergene spielen vermutlich eine Rolle.
  • Häufigste Auslöser: Milch, Weizen, Soja, Eier, Erdnüsse und Nüsse sowie Fisch und Meeresfrüchte.
  • Typ-2-Entzündung: Th2-Lymphozyten und Zytokine wie Interleukin-4, -5 und -13; Interleukin-13 fördert die Bildung von Eotaxin-3, das Eosinophile anlockt.
  • Barrierestörung: Verminderung von Filaggrin und Desmoglein-1 erleichtert das Eindringen von Allergenen.
  • Genetische Risikovarianten: u. a. in CCL26 (Eotaxin-3), TSLP, Filaggrin, Desmoglein-1, STAT6 und CAPN14.
  • Umbau: anhaltende Entzündung führt zu Fibrose und Gewebeumbau mit Verengung und Strikturen.

Klinik

  • Säuglinge und Kleinkinder: Erbrechen, Nahrungsverweigerung, Dysphagie, Gewichtsverlust, Bauch- oder Brustschmerzen, seltener Gedeihstörung.
  • Schulkinder und Jugendliche: Dysphagie und Bolusimpaktion, besonders bei grober Nahrung; außerdem Brust- und Bauchschmerzen, Erbrechen, Regurgitation.
  • Erwachsene: Dysphagie für feste Speisen und Bolusimpaktion als häufigste Beschwerden, außerdem Sodbrennen.
  • Begleitende Atopie: häufig Asthma, atopische Dermatitis oder allergische Rhinitis.
  • Verlauf: chronisch; anhaltende Entzündung kann zu Verengung und Strikturen der Speiseröhre führen.

Histologie

Die histologische Diagnose ist gesichert bei mindestens 15 Eosinophilen pro Hauptgesichtsfeld (HPF). Da die eosinophilen Infiltrate fleckförmig verteilt sind, werden Biopsien aus dem oberen, mittleren und unteren Drittel der Speiseröhre entnommen.

Diagnostik

  • Verdacht: typischerweise Dysphagie für feste Speisen bei atopischer Vorgeschichte; außerdem bei Refluxbeschwerden, die sich unter säurehemmenden Medikamenten nicht bessern, sowie bei Erwachsenen mit Bolusimpaktion oder nichtkardialem Thoraxschmerz.
  • Endoskopie: Längsfurchen, konzentrische Ringe, weißliche Exsudate, Strikturen, verengtes Lumen, oberflächliche Einrisse beim Einführen des Endoskops, verminderte Gefäßzeichnung. Der EREFS-Score fasst Ringe, Furchen, Exsudate und Ödem sowie Zusatzbefunde zusammen. Bei 10–25 % ist die Speiseröhre endoskopisch unauffällig – deshalb wird immer biopsiert.
  • Biopsien: 6 bis 9 Proben aus verschiedenen Höhen erhöhen die Sensitivität deutlich; Proben aus proximalem/mittlerem und distalem Ösophagus werden getrennt aufgearbeitet, da auch die Refluxkrankheit eosinophile Infiltrate verursachen kann.
  • Röntgen-Breischluck: kann gestapelte Ringe, Längsfurchen, ein enges Lumen oder Strikturen zeigen.
  • Impedanzplanimetrie: gelegentlich zur Erkennung subtiler Strikturen.
  • Allergietests auf Nahrungsmittel: von geringem Nutzen, da die EoE nicht vollständig IgE-vermittelt ist.

Weiterlernen in der App

In der InnereFuchs-App lernst du Eosinophile Ösophagitis mit Karteikarten, Prüfungsfragen und Bildaufgaben (EKG, Röntgen-Thorax, Sonographie, Labor) – kostenlos, im Browser oder als App.

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Weiterführende Literatur (frei zugänglich)

  1. MSD Manual Professional: Eosinophilic Esophagitis
  2. StatPearls: Eosinophilic Esophagitis

Querverweise

Hinweis: Lerninhalt für die ärztliche Aus- und Weiterbildung – keine Behandlungsempfehlung und kein Ersatz für Diagnose oder Therapieentscheidung im Einzelfall. Therapie und Vorgehen werden auf dieser Seite bewusst nicht dargestellt.