Cholangiokarzinom (Gallengangskarzinom)

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Synonyme
Gallengangskrebs, Gallengangskarzinom, CCC, Klatskin-Tumor, intrahepatisches Cholangiokarzinom, perihiläres Cholangiokarzinom
Fachgebiet
Innere Medizin · Gastroenterologie
Bilder
CT 1 · Histologie 1 · Makropräparat 1
Stand
10/2026 · Dr. Pascal Bafteh
Inhalt
  1. Bilder (3)
  2. Definition
  3. Einteilung
  4. Vorkommen & Epidemiologie
  5. Ätiopathogenese
  6. Klinik
  7. Diagnostik
  8. Weiterlernen in der App
  9. Weiterführende Literatur (frei zugänglich)
  10. Querverweise

Bilder (3)

Cholangiokarzinom (Gallengangskarzinom) – CT mit Kontrastmittel: hypodense, unscharf begrenzte Raumforderung im rechten Leberlappen (umrandet) bei CholangiokarzinomCT
CT mit Kontrastmittel: hypodense, unscharf begrenzte Raumforderung im rechten Leberlappen (umrandet) bei CholangiokarzinomBild: Originalautor war en:User:Samir (Wikimedia Commons) · CC BY-SA 3.0 · Quelle
Cholangiokarzinom (Gallengangskarzinom) – Histologie (HE): drüsig wachsendes Adenokarzinom der Gallengänge in desmoplastischem Stroma neben LeberparenchymHistologie
Histologie (HE): drüsig wachsendes Adenokarzinom der Gallengänge in desmoplastischem Stroma neben LeberparenchymBild: Nephron (Wikimedia Commons) · CC BY-SA 3.0 · Quelle
Cholangiokarzinom (Gallengangskarzinom) – Makropräparat: Schnittfläche der Leber: grauweißer, derber, sternförmig einstrahlender Tumor bei CholangiokarzinomMakropräparat
Schnittfläche der Leber: grauweißer, derber, sternförmig einstrahlender Tumor bei CholangiokarzinomBild: Banchob Sripa (Wikimedia Commons) · CC BY 2.5 · Quelle · bearbeitet (verkleinert, zugeschnitten)
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Definition

Das Cholangiokarzinom (CCA, Gallengangskarzinom) umfasst eine heterogene Gruppe bösartiger Tumoren, die im Gallengangsystem entstehen. Histologisch handelt es sich um Adenokarzinome oder muzinöse Karzinome mit tubulären und/oder papillären Strukturen und unterschiedlich ausgeprägtem fibrösem Stroma. Das CCA ist nach dem hepatozellulären Karzinom der zweithäufigste primäre Lebertumor; es macht etwa 15 % der primären Lebertumoren und 3 % der Tumoren des Verdauungstrakts aus.

Einteilung

Nach der Lage:

  • intrahepatisch (iCCA): oberhalb der Gallengänge zweiter Ordnung, in der Leberperipherie
  • perihilär (pCCA): im rechten und/oder linken Ductus hepaticus oder an deren Zusammenfluss (Klatskin-Tumor)
  • distal (dCCA): im Ductus choledochus; die Grenze zwischen perihilär und distal bildet die Einmündung des Ductus cysticus

Perihiläre und distale Tumoren werden als extrahepatische CCA zusammengefasst; sie sind deutlich häufiger als intrahepatische Tumoren, wobei perihiläre Tumoren die größte Gruppe bilden.

Nach dem Wachstumsmuster: raumfordernd (Tumor im Leberparenchym), periduktal-infiltrierend (Ausbreitung in und entlang der Gangwand) und intraduktal wachsend (polypös oder papillär ins Ganglumen).

Staging: nach dem TNM-System des AJCC.

Vorkommen & Epidemiologie

Cholangiokarzinome sind selten (Inzidenz weltweit etwa 0,3–6 pro 100.000 Einwohner und Jahr), in Regionen mit Leberegeln wie Südkorea, China und Thailand aber deutlich häufiger; Inzidenz und Sterblichkeit sind in den letzten Jahrzehnten weltweit gestiegen. In Deutschland wurden 2023 etwa 4.670 bösartige Tumoren der Gallenblase und der Gallenwege außerhalb der Leber diagnostiziert, davon etwa 72 % in den Gallenwegen; das Erkrankungsrisiko steigt mit dem Alter kontinuierlich an.

Ätiopathogenese

Die genauen Auslöser sind nicht eindeutig geklärt; Hauptrisikofaktor ist das Alter. Gesicherte bzw. mögliche Risikofaktoren:

  • primär sklerosierende Cholangitis und andere chronisch-entzündliche Gallengangserkrankungen
  • Leberegel (vor allem in Asien)
  • Choledochuszysten, angeborene Gallenwegsanomalien (Caroli-Syndrom), Gallengangssteine in der Leber
  • Leberzirrhose, Virushepatitis B und C, alkoholbedingte Lebererkrankung
  • starkes Übergewicht, Diabetes mellitus, Rauchen
  • chronisch-entzündliche Darmerkrankung

Molekular finden sich zahlreiche Veränderungen, u. a. in TP53, KRAS, BAP1 und ARID1A sowie IDH1/IDH2-Mutationen und FGFR2-Fusionen beim intrahepatischen CCA.

Klinik

Cholangiokarzinome verursachen im Frühstadium meist keine Beschwerden und werden daher oft spät erkannt.

  • perihiläres und distales CCA: häufigstes Symptom ist der Ikterus durch Gallengangsverschluss; die meisten Patienten haben einen schmerzlosen Verschlussikterus mit Juckreiz, dazu entfärbten Stuhl; frühe perihiläre Tumoren verursachen mitunter nur unbestimmte Bauchschmerzen, Appetitlosigkeit und Gewichtsverlust
  • intrahepatisches CCA: Ikterus seltener und meist erst bei fortgeschrittener Erkrankung; in etwa 20–25 % Zufallsbefund
  • weitere Zeichen: Müdigkeit, tastbare Raumforderung, Lebervergrößerung, tastbare Gallenblase beim distalen CCA (Courvoisier-Zeichen)
  • Schmerzen ähnlich einer Gallenkolik oder dauerhaft zunehmend; selten Sepsis durch akute Cholangitis

Diagnostik

  • Verdacht bei ungeklärtem extrahepatischem Gallengangsverschluss, besonders bei primär sklerosierender Cholangitis oder Colitis ulcerosa
  • Labor: die Werte spiegeln das Ausmaß der Cholestase wider; CEA und CA 19-9 als Tumormarker
  • Sonographie (ggf. endosonographisch) als erste Bildgebung, danach MRCP oder CT-Cholangiographie
  • CT: Standardverfahren zur Beurteilung von Primärtumor, Nachbarstrukturen und Ausbreitung in Thorax und Abdomen; MRT ähnlich genau, mit Diffusionswichtung und MRCP, besonders wichtig beim perihilären CCA. Das intrahepatische CCA zeigt typischerweise ein arterielles Randenhancement mit fortschreitender Kontrastmittelaufnahme bis in die Spätphase
  • Gewebediagnose: Ein spezifisches radiologisches Muster gibt es nicht; Gewebe wird gewonnen durch Bürstenzytologie bei endoskopischer Gangdarstellung, ultraschall- oder CT-gesteuerte Biopsie bzw. Feinnadelpunktion

Cholangiokarzinom bei PSC

  • Bei primär sklerosierender Cholangitis ist das CCA-Risiko stark erhöht (in einer schwedischen Kohorte etwa 161-fach); das kumulative 10-Jahres-Risiko liegt bei etwa 8 %
  • Abklärung einer dominanten Stenose: MRT mit MRCP sowie endoskopische Gangdarstellung mit Bürstenzytologie oder Zangenbiopsie; eine FISH-Analyse kann die Aussagekraft der Bürstenzytologie erhöhen

Weiterlernen in der App

In der InnereFuchs-App lernst du Cholangiokarzinom (Gallengangskarzinom) mit Karteikarten, Prüfungsfragen und Bildaufgaben (EKG, Röntgen-Thorax, Sonographie, Labor) – kostenlos, im Browser oder als App.

Im Browser starten  InnereFuchs ansehen →

Weiterführende Literatur (frei zugänglich)

  1. MSD Manual Professional: Tumors of the Gallbladder and Bile Ducts
  2. Zentrum für Krebsregisterdaten (RKI): Krebs der Gallenblase und Gallenwege
  3. StatPearls: Cholangiocarcinoma
  4. DGVS/AWMF 021-027: S2k-Leitlinie Autoimmune Lebererkrankungen

Querverweise

Hinweis: Lerninhalt für die ärztliche Aus- und Weiterbildung – keine Behandlungsempfehlung und kein Ersatz für Diagnose oder Therapieentscheidung im Einzelfall. Therapie und Vorgehen werden auf dieser Seite bewusst nicht dargestellt.