Myxödemkoma
- Synonyme
- hypothyreotes Koma, Myxödem-Koma, Koma bei Schilddrüsenunterfunktion
- Fachgebiet
- Innere Medizin · Endokrinologie & Diabetologie
- Stand
- 10/2026 · Dr. Pascal Bafteh
Inhalt
Definition
Das Myxödemkoma ist die lebensbedrohliche Dekompensation einer schweren, meist lange bestehenden Hypothyreose. Es ist gekennzeichnet durch Bewusstseinsstörung bis zum Koma, ausgeprägte Hypothermie und Atemdepression.
Ätiopathogenese
Betroffen sind meist Menschen mit langjähriger, oft unerkannter oder unzureichend ausgeglichener Hypothyreose. Typische Auslöser sind:
- akute Erkrankungen, besonders Infektionen
- Trauma
- zentral dämpfende Medikamente oder Substanzen
- Kälteexposition
Pathophysiologie: Der Hormonmangel senkt den Grundumsatz und die Wärmebildung. Atemantrieb und Atemmuskulatur sind geschwächt, es kommt zu Kohlendioxidretention und Hypoxämie. Freies Wasser wird vermindert ausgeschieden, was eine Hyponatriämie begünstigt. Medikamente und andere Fremdstoffe werden langsamer abgebaut. Bei zentraler Hypothyreose kann zusätzlich eine Nebennierenrindeninsuffizienz bestehen.
Klinik
- Bewusstsein: Somnolenz bis Koma, Krampfanfälle
- Hypothermie: Körpertemperatur von 24 bis 32,2 °C; sie wird leicht übersehen, wenn kein Thermometer für niedrige Messbereiche verwendet wird
- Atmung: Atemdepression mit Kohlendioxidretention
- Neurologie: Areflexie
- Herz-Kreislauf: Bradykardie, Perikarderguss; Pleuraergüsse
- Zeichen der Hypothyreose: gedunsenes Gesicht mit periorbitalen Schwellungen, teigige, trockene Haut, Makroglossie, struppiges Haar
- Bei zentraler Ursache: Hypoglykämie und Hypotonie durch begleitende Nebennierenrinden- oder Wachstumshormoninsuffizienz
Diagnostik
Die Diagnose wird anhand von Anamnese und klinischem Befund rasch gestellt; Laborwerte bestätigen sie.
- Schilddrüsenwerte: fT4 erniedrigt; TSH bei primärer Hypothyreose deutlich erhöht, bei zentraler Ursache niedrig oder normal
- Blutgasanalyse: Hyperkapnie und Hypoxämie
- Labor: Natrium (Hyponatriämie), Glukose (Hypoglykämie), CK, Cholesterin, Blutbild; Kortisol zur Erfassung einer begleitenden Nebennierenrindeninsuffizienz
- Körperkerntemperatur mit geeignetem Thermometer
- EKG und Echokardiographie: Bradykardie, Perikarderguss
- Auslösersuche: z. B. Infektionsdiagnostik, Medikamentenanamnese
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Weiterführende Literatur (frei zugänglich)
Querverweise
Weitere Themen: Endokrinologie & Diabetologie
Hinweis: Lerninhalt für die ärztliche Aus- und Weiterbildung – keine Behandlungsempfehlung und kein Ersatz für Diagnose oder Therapieentscheidung im Einzelfall. Therapie und Vorgehen werden auf dieser Seite bewusst nicht dargestellt.