Morbus Basedow

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Synonyme
Basedow-Krankheit, Morbus Graves, Immunhyperthyreose, endokrine Orbitopathie, Glotzaugen, Merseburger Trias, TRAK
Fachgebiet
Innere Medizin · Endokrinologie & Diabetologie
Bilder
Sonographie 1 · Szintigraphie 1 · Klinik 2
Stand
10/2026 · Dr. Pascal Bafteh
Inhalt
  1. Bilder (4)
  2. Definition
  3. Vorkommen & Epidemiologie
  4. Ätiopathogenese
  5. Klinik
  6. Diagnostik
  7. Weiterlernen in der App
  8. Weiterführende Literatur (frei zugänglich)
  9. Querverweise

Bilder (4)

Morbus Basedow (Schilddrüsenüberfunktion) – Schilddrüsensonographie bei Morbus Basedow: echoarmes, inhomogenes Parenchym und im Farbdoppler massiv gesteigerte DurchblutungSonographie
Schilddrüsensonographie bei Morbus Basedow: echoarmes, inhomogenes Parenchym und im Farbdoppler massiv gesteigerte DurchblutungBild: Hellerhoff (Wikimedia Commons) · CC BY-SA 4.0 · Quelle
Morbus Basedow (Schilddrüsenüberfunktion) – Schilddrüsenszintigraphie bei Morbus Basedow: diffus und homogen gesteigerte Nuklidaufnahme beider LappenSzintigraphie
Schilddrüsenszintigraphie bei Morbus Basedow: diffus und homogen gesteigerte Nuklidaufnahme beider LappenBild: Sincefalastrum (Wikimedia Commons) · Public domain · Quelle
Morbus Basedow (Schilddrüsenüberfunktion) – klinisches Foto: Endokrine Orbitopathie: beidseitiger Exophthalmus mit sichtbarer Sklera über der Hornhaut und Lidretraktion
Endokrine Orbitopathie: beidseitiger Exophthalmus mit sichtbarer Sklera über der Hornhaut und LidretraktionBild: CDC/Dr. Sellers/Emory University (Wikimedia Commons) · Public domain · Quelle · bearbeitet (verkleinert, zugeschnitten)
Morbus Basedow (Schilddrüsenüberfunktion) – Bein – klinisches Foto: Prätibiales Myxödem und Akropachie: teigige, gerötete Schwellung beider Unterschenkel und aufgetriebene Finger
Prätibiales Myxödem und Akropachie: teigige, gerötete Schwellung beider Unterschenkel und aufgetriebene Finger (Bein)Bild: Herbert L. Fred, MD and Hendrik A. van Dijk (Wikimedia Commons) · CC BY 2.0 · Quelle
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Definition

Der Morbus Basedow (englisch Graves' disease) ist eine Autoimmunerkrankung der Schilddrüse, bei der stimulierende Autoantikörper gegen den TSH-Rezeptor (TRAK, auch TSI) eine Hyperthyreose mit diffuser Struma auslösen. Hinzu kommen können eine endokrine Orbitopathie und selten eine infiltrative Dermopathie (prätibiales Myxödem). Er ist die häufigste Ursache der Hyperthyreose.

Vorkommen & Epidemiologie

Hyperthyreosen betreffen Frauen deutlich häufiger als Männer, vor allem zwischen 20 und 50 Jahren. Eine familiäre Häufung ist bekannt; Rauchen ist ein Risikofaktor für eine Hyperthyreose.

Ätiopathogenese

Anders als die meisten Autoantikörper wirken die TSH-Rezeptor-Antikörper stimulierend: Sie führen zu einer anhaltend gesteigerten Bildung und Freisetzung von T4 und T3 und zum Wachstum der Schilddrüse. Die Vererbung erhöht das Risiko, die beteiligten Gene sind jedoch nicht bekannt.

Die Orbitopathie entsteht vermutlich durch Antikörper gegen TSH-Rezeptoren auf orbitalen Fibroblasten und Fettzellen; freigesetzte Zytokine führen zu Entzündung und Einlagerung von Glykosaminoglykanen in Augenmuskeln und Orbitafett. Sie kann der Hyperthyreose vorausgehen oder bis zu 20 Jahre später auftreten und verläuft oft unabhängig von der Schilddrüsenfunktion.

Der Morbus Basedow tritt gehäuft mit anderen Autoimmunerkrankungen auf, z. B. Typ-1-Diabetes, Vitiligo, vorzeitigem Ergrauen, perniziöser Anämie, systemischen rheumatischen Erkrankungen und polyglandulären Autoimmunsyndromen.

Klinik

  • Merseburger Trias: Struma + Exophthalmus + Tachykardie.
  • Hyperthyreose: Unruhe, Herzklopfen, Tachykardie oder Vorhofflimmern, Wärmeintoleranz, Schwitzen, Gewichtsverlust, Tremor, Durchfall
  • Struma: diffus vergrößerte, glatte Schilddrüse ohne abgrenzbare Knoten, oft mit hörbarem Schwirren
  • Endokrine Orbitopathie: Augenschmerzen, Tränen, Fremdkörpergefühl, Lichtscheu, Lidretraktion, Exophthalmus (Protrusio bulbi), Lidschwellungen, eingeschränkte Augenmotilität mit Doppelbildern; bei normaler Schilddrüsenfunktion spricht man von euthyreoter Orbitopathie
  • Prätibiales Myxödem: nicht eindrückbare, anfangs gerötete und juckende, später derbe Verdickung der Haut meist an den Unterschenkelvorderseiten; fast nur zusammen mit einer Orbitopathie

Diagnostik

Antikörper

  • Basedow — pathognomonisch: TRAK (stimulierend).
  • Unspezifisch bei beiden: TPO-AK + Tg-AK.
  • Hashimoto — Sono: echoarm + inhomogen + oft klein.

Sonographie

  • Doppler-Bild: hypervaskularisiert ('Inferno').
  • B-Mode: diffus echoarm + inhomogen.
  • Schilddrüsenwerte: TSH supprimiert, fT4 und/oder fT3 erhöht
  • TSH-Rezeptor-Antikörper (TRAK): sichern die Diagnose; da sie plazentagängig sind, zeigen sie bei Schwangeren mit Basedow-Anamnese das Risiko einer neonatalen Hyperthyreose an. Die meisten Betroffenen haben zusätzlich TPO-Antikörper, seltener Thyreoglobulin-Antikörper.
  • Szintigraphie bzw. Iodaufnahme: diffus gesteigert; nötig vor allem, wenn das klinische Bild nicht eindeutig ist
  • Orbitopathie: augenärztliche Untersuchung mit Messung der Protrusio und der Augenmotilität; bei Bedarf Schnittbildgebung der Orbita

Weiterlernen in der App

In der InnereFuchs-App lernst du Morbus Basedow mit Karteikarten, Prüfungsfragen und Bildaufgaben (EKG, Röntgen-Thorax, Sonographie, Labor) – kostenlos, im Browser oder als App.

In der App: Karteikarten zu diesem Thema: 1

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Weiterführende Literatur (frei zugänglich)

  1. MSD Manual Professional: Hyperthyroidism (Graves Disease)

Querverweise

Hinweis: Lerninhalt für die ärztliche Aus- und Weiterbildung – keine Behandlungsempfehlung und kein Ersatz für Diagnose oder Therapieentscheidung im Einzelfall. Therapie und Vorgehen werden auf dieser Seite bewusst nicht dargestellt.