Trichomoniasis
Prüfungsrelevanz: in 4 von 197 Prüfungsprotokollen · Rang 111
- Synonyme
- Trichomonaden-Kolpitis, Trichomonas vaginalis, Erdbeerzervix, Trichomonaden
- Fachgebiet
- Gynäkologie · Vulva & Vagina
- Bilder
- Histologie & Zytologie 2 · Kolposkopie 1
- Prüfungsrelevanz
- 4 von 197 Protokollen · Rang 111
- In der App
- 1 Karteikarten · GynFuchs
- Stand
- 10/2026 · Dr. Pascal Bafteh
Inhalt
Bilder (3)
Histologie & Zytologie
Kolposkopie
Histologie & ZytologieDefinition
Erreger und Klinik
- Der Erreger ist: Trichomonas vaginalis, ein Protozoon.
- Übertragungsweg: sexuell — es ist eine sexuell übertragbare Infektion.
- Typischer Fluor: gelb-grün, schaumig, übelriechend.
- Der pH ist: erhöht (> 4,5).
- Der klassische, aber seltene Befund an der Portio: Colpitis macularis (Erdbeerzervix).
- Die Trichomoniasis ist eine sexuell übertragene Infektion mit dem einzelligen, beweglichen Protozoon Trichomonas vaginalis, das bei Frauen den unteren Urogenitaltrakt besiedelt.
Vorkommen & Epidemiologie
Epidemiologie
- Sie ist die weltweit häufigste nicht virale sexuell übertragbare Infektion; für 2020 wurden fast 156 Millionen Neuinfektionen geschätzt.
- Frauen sind häufiger betroffen als Männer; die globale Prävalenz wurde für 2016 auf 5,3 % bei Frauen und 0,6 % bei Männern geschätzt.
Ätiopathogenese
Ätiologie und Risikofaktoren
- Die Übertragung erfolgt sexuell; auch asymptomatisch Infizierte, insbesondere Männer, können den Erreger über lange Zeit weitergeben.
- Die Infektion geht mit einem Ungleichgewicht der Vaginalflora, einer entzündlichen Immunreaktion und einem erhöhten vaginalen pH-Wert einher.
- Die Infektion erhöht das Risiko für Übertragung und Erwerb von HIV und anderen sexuell übertragbaren Infektionen.
Klinik
- Ein Teil der Infektionen verläuft asymptomatisch, kann aber jederzeit symptomatisch werden; Koinfektionen mit anderen sexuell übertragbaren Erregern sind häufig.
- Häufige Beschwerden sind Fluor, Juckreiz, Rötung und Schwellung der Vulva, Dysurie und Dyspareunie; ein gelbgrüner, schaumiger, übel riechender Fluor ist verdächtig, aber eher ungewöhnlich.
- In der Schwangerschaft ist die Infektion mit niedrigem Geburtsgewicht, vorzeitigen Wehen und vorzeitigem Blasensprung assoziiert.
Diagnostik
Nachweis
- Schnellster Nachweis: Nativpräparat: bewegliche, birnenförmige Erreger.
- Sicherster Nachweis: Nukleinsäurenachweis (PCR) aus Vaginalabstrich.
- Zufallsbefund möglich: im Pap-Abstrich (als kleine graue Zellen).
Typische Bildbefunde
- Kolposkopie (Trichomonaden-Kolpitis): Im hinteren Scheidengewölbe steht reichlich gelblicher, dünnflüssig-schaumiger Fluor, der aus dem Muttermund nachläuft. Die Schleimhaut ist gerötet; der pH ist deutlich alkalisch.
- Klassisch sind punktförmige Schleimhautblutungen an Vaginalwand und Zervix („Erdbeerzervix“), die kolposkopisch bei etwa 45 % der Patientinnen sichtbar sind; der vaginale pH-Wert ist erhöht.
- Bewegliche, birnenförmige, begeißelte Trichomonaden im Nativausstrich sichern die Diagnose; die Sensitivität schwankt stark, da die Erreger schon wenige Minuten nach Anfertigung des Ausstrichs unbeweglich werden können.
- Nukleinsäureamplifikationstests (NAAT) sind sensitiver als Mikroskopie oder Kultur und haben diese als Referenzverfahren weitgehend abgelöst.
Weiterlernen in der App
Weiterführende Literatur (Auswahl)
Querverweise
Hinweis: Lerninhalt aus der GynFuchs-App (Karteikarten, Prüfungsfragen, Bildfälle) für die ärztliche Aus- und Weiterbildung – keine Behandlungsempfehlung und kein Ersatz für Diagnose oder Therapieentscheidung im Einzelfall. Therapie und Vorgehen werden auf dieser Seite bewusst nicht dargestellt.