Vulväres Melanom
- Synonyme
- Melanom der Vulva, Schleimhautmelanom
- Fachgebiet
- Gynäkologie · Vulva & Vagina
- Bilder
- Histologie & Zytologie 1 · Klinik 1
- In der App
- 1 Karteikarten · GynFuchs
- Stand
- 10/2026 · Dr. Pascal Bafteh
Inhalt
Bilder (2)
Histologie & Zytologie
Definition
Das vulväre Melanom
- Häufigkeit: Das vulväre Melanom ist der zweithäufigste maligne Tumor der Vulva.
- Klinik: Verdächtig sind neu aufgetretene, unregelmäßig pigmentierte, asymmetrische Läsionen mit unscharfem Rand, Blutung oder Größenzunahme.
- Lokalisation: Die häufigste Lokalisation sind Klitorisregion und Labia minora, also nicht behaarte Anteile.
- Das vulväre Melanom ist ein maligner Melanozytentumor der Vulva; die Vulva ist die häufigste Lokalisation von Melanomen im weiblichen Genitaltrakt.
Einteilung
- Histologisch ist der mukosal-lentiginöse Subtyp am häufigsten; beschrieben sind außerdem noduläre und superfiziell spreitende Melanome.
Vorkommen & Epidemiologie
Epidemiologie
- Es ist nach dem Plattenepithelkarzinom der zweithäufigste maligne Tumor der Vulva.
- Betroffen sind vor allem weiße Frauen vom fünften bis zum siebten oder achten Lebensjahrzehnt; das mittlere Erkrankungsalter liegt bei 60–63 Jahren.
Ätiopathogenese
Ätiologie und Risikofaktoren
- Der Zusammenhang mit Sonnenexposition ist ungeklärt.
- Molekular charakteristisch sind KIT-Mutationen; auch BRAF- und NRAS-Mutationen kommen vor.
Klinik
- Die Tumoren liegen in absteigender Häufigkeit an Labia majora, Labia minora und Klitorisvorhaut, bevorzugt an unbehaarter Schleimhaut; nur etwa 13 % betreffen die äußere behaarte Haut.
- Die Symptome sind unspezifisch: Juckreiz, Blutung oder auffälliger Fluor und ein Knotengefühl, bei fortgeschrittener Erkrankung Lymphknotenschwellungen; manche Tumoren sind asymptomatisch.
- Amelanotische Formen machen 2–10 % aus und sind postmenopausal häufiger; die klinische Vorstellung erfolgt oft verzögert, da Frühsymptome fehlen.
Diagnostik
- Die Diagnose wird bioptisch gesichert und immunhistochemisch bestätigt, bei amelanotischen Läsionen etwa mit HMB-45, S-100, MART-1 und Tyrosinase.
- Die Mikrostadieneinteilung erfolgt nach Clark, Breslow und Chung; Dermatoskopie und konfokale Mikroskopie unterstützen die klinische Einschätzung.
Weiterlernen in der App
Weiterführende Literatur (Auswahl)
Querverweise
Hinweis: Lerninhalt aus der GynFuchs-App (Karteikarten, Prüfungsfragen, Bildfälle) für die ärztliche Aus- und Weiterbildung – keine Behandlungsempfehlung und kein Ersatz für Diagnose oder Therapieentscheidung im Einzelfall. Therapie und Vorgehen werden auf dieser Seite bewusst nicht dargestellt.