Vulvakarzinom
Prüfungsrelevanz: in 8 von 197 Prüfungsprotokollen · Rang 82
- Synonyme
- Plattenepithelkarzinom der Vulva, Schamlippenkrebs, Vulvakrebs
- Fachgebiet
- Gynäkologie · Vulva & Vagina
- Bilder
- Klinik 3
- Prüfungsrelevanz
- 8 von 197 Protokollen · Rang 82
- In der App
- 2 Karteikarten · GynFuchs
- Stand
- 10/2026 · Dr. Pascal Bafteh
Inhalt
Bilder (3)



Einteilung
Lymphabfluss
- Abflusswege: Der Lymphabfluss der Vulva geht zuerst in die oberflächlichen und tiefen inguinofemoralen Lymphknoten, von dort weiter pelvin.
- Laterale Tumoren: Bei lateral gelegenen Tumoren mit mindestens 1 cm Abstand zur Mittellinie reicht die ipsilaterale Beurteilung.
- Mittelliniennahe Tumoren: Bei mittelliniennahen Tumoren ist die beidseitige Beurteilung, weil der Abfluss über die Mittellinie kreuzt.
Stadien
- FIGO I: Das Stadium FIGO I bedeutet eine Begrenzung auf Vulva beziehungsweise Perineum ohne Lymphknotenmetastasen.
- FIGO IA: Das Stadium FIGO IA ist definiert als Tumor bis 2 cm mit Invasionstiefe bis 1 mm.
- FIGO II: Das Stadium FIGO II bedeutet eine Ausbreitung auf untere Anteile von Urethra, Vagina oder Anus ohne Lymphknotenmetastasen.
- FIGO III: Das Stadium FIGO III bedeutet Lymphknotenmetastasen in den inguinofemoralen Lymphknoten.
- FIGO IV: Das Stadium FIGO IV bedeutet Befall oberer Urethra- oder Vaginalanteile, Blasen- oder Rektummukosa, Beckenknochen, fixierte oder ulzerierte Leistenlymphknoten oder Fernmetastasen.
Vorkommen & Epidemiologie
Epidemiologie und Entstehung
- Histologie: Der häufigste histologische Typ des Vulvakarzinoms ist das Plattenepithelkarzinom.
- Entstehungswege: Man unterscheidet zwei wesentliche Entstehungswege, nämlich den HPV-abhängigen Weg über die HSIL bei jüngeren Frauen und den HPV-unabhängigen Weg über Lichen sclerosus und dVIN bei älteren Frauen.
- Inzidenz: Die Inzidenz des Vulvakarzinoms hat in den letzten Jahrzehnten zugenommen, auch bei jüngeren Frauen.
Ätiopathogenese
Risikofaktoren
- HPV-assoziierte Risiken: Zu den HPV-assoziierten Risikofaktoren zählen persistierende Infektion mit High-Risk-Typen, Nikotin, Immunsuppression und eine gleichzeitige zervikale Neoplasie.
- HPV-unabhängiges Risiko: Der wichtigste HPV-unabhängige Risikofaktor ist der Lichen sclerosus.
Klinik
Klinik und Prädilektionsstellen
- Weitere Symptome: Weitere Beschwerden sind eine nicht heilende Wunde, Blutung, Brennen, Schmerzen und ein tastbarer Knoten.
- Prädilektionsstellen: Typische Prädilektionsstellen sind die Labia majora, gefolgt von Labia minora, Klitorisregion und hinterer Kommissur.
Histologie
Andere Histologien
- Seltene Entitäten: Weitere seltene Entitäten sind das Basalzellkarzinom, das Adenokarzinom der Bartholin-Drüse und das Sarkom.
Diagnostik
Diagnose und Staging
- Diagnosesicherung: Die Diagnose wird gesichert durch die Punch- beziehungsweise Stanzbiopsie aus dem Randbereich der Läsion.
- Histopathologie: Aus der Biopsie sind Informationen über histologischen Typ, Grading, Invasionstiefe und den HPV- beziehungsweise p16- und p53-Status entscheidend.
- Klinische Untersuchung: Die klinische Untersuchung umfasst die gesamte Vulva mit Vulvoskopie, Vagina und Zervix sowie die Leistenlymphknoten.
- Staging-Untersuchungen: Zum Staging gehören Sonographie der Leisten, bei fortgeschrittenem Befund Schnittbildgebung von Becken und Abdomen, Zystoskopie und Rektoskopie nach Bedarf.
Typische Bildbefunde
- Klinischer Befund (Vulvakarzinom): Am Labium liegt ein rundlicher, derber, exophytischer Knoten mit unregelmäßiger, teils verhornter und erodierter Oberfläche. Der Rand ist aufgeworfen, die Läsion gegen die Unterlage kaum verschieblich; die umgebende Haut wirkt atroph.
- Klinischer Befund (Vulvakarzinom): Aus einer geröteten, verdickten Basis ragt eine derbe, gelblich-braune, hornartige Struktur hervor. Die Basis selbst ist erhaben und induriert; die umgebende Haut ist blass, atroph und zeigt Zeichen einer chronischen Grunderkrankung.
Weiterlernen in der App
Weiterführende Literatur (Auswahl)
Querverweise
Hinweis: Lerninhalt aus der GynFuchs-App (Karteikarten, Prüfungsfragen, Bildfälle) für die ärztliche Aus- und Weiterbildung – keine Behandlungsempfehlung und kein Ersatz für Diagnose oder Therapieentscheidung im Einzelfall. Therapie und Vorgehen werden auf dieser Seite bewusst nicht dargestellt.