Vulvodynie

Fachgebiet
Gynäkologie · Vulva & Vagina
Stand
10/2026 · Dr. Pascal Bafteh
Inhalt
  1. Definition
  2. Einteilung
  3. Vorkommen & Epidemiologie
  4. Ätiopathogenese
  5. Klinik
  6. Diagnostik
  7. Weiterlernen in der App
  8. Weiterführende Literatur (Auswahl)
  9. Querverweise

Definition

  • Nach ISSVD ist Vulvodynie ein mindestens 3 Monate anhaltender Vulvaschmerz ohne erkennbare Ursache, wobei mögliche begünstigende Faktoren vorliegen können.
  • Sie gilt als idiopathische Schmerzerkrankung und ist eine Ausschlussdiagnose.

Einteilung

  • Nach der Lokalisation wird zwischen lokalisierter (z. B. Vestibulodynie), generalisierter und gemischter, nach der Auslösung zwischen provozierter, spontaner und gemischter Vulvodynie unterschieden; zudem gibt es primäre und sekundäre Formen.

Vorkommen & Epidemiologie

Epidemiologie

  • In bevölkerungsbasierten Studien lag die Punktprävalenz bei Frauen im reproduktiven Alter bei 3–7 %; das mittlere Erkrankungsalter liegt bei etwa 30 Jahren.

Ätiopathogenese

Ätiologie und Risikofaktoren

  • Die Ursache ist unklar und wahrscheinlich multifaktoriell; diskutiert werden genetische, entzündliche, hormonelle, neurologische (etwa eine Nervenfaservermehrung) und psychosoziale Faktoren sowie eine Überaktivität der Beckenbodenmuskulatur.
  • Als assoziierte Faktoren gelten andere Schmerzsyndrome wie Blasenschmerzsyndrom, Fibromyalgie, Reizdarmsyndrom und temporomandibuläre Störungen.

Klinik

  • Typisch sind Brennen, Irritation und gesteigerte Empfindlichkeit von wechselnder Intensität und Lokalisation; die Schmerzen können dauerhaft bestehen oder durch Berührung, Druck, Geschlechtsverkehr oder langes Sitzen ausgelöst werden.

Diagnostik

  • Die Diagnose setzt den systematischen Ausschluss anderer, organischer Ursachen von Vulvaschmerz voraus; die Inspektion der Vulva ist meist unauffällig.
  • Beim Wattestäbchentest wird mit leichtem Druck an definierten Punkten des Vestibulums die Schmerzhaftigkeit geprüft und auf einer Skala von 0 bis 10 erfasst; zusätzlich wird die Beckenbodenmuskulatur palpiert.

Weiterlernen in der App

In der GynFuchs-App lernst du Vulvodynie mit Karteikarten, Prüfungsfragen und Bildaufgaben (Kolposkopie, Sonographie, CTG) – kostenlos, im Browser oder als App.

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Weiterführende Literatur (Auswahl)

  1. StatPearls: Vulvodynia (NCBI Bookshelf)
  2. Vulvodynia - A contemporary understanding and practical approach in primary care settings (Malays Fam Physician 2024, PubMed Central)

Querverweise

Hinweis: Lerninhalt aus der GynFuchs-App (Karteikarten, Prüfungsfragen, Bildfälle) für die ärztliche Aus- und Weiterbildung – keine Behandlungsempfehlung und kein Ersatz für Diagnose oder Therapieentscheidung im Einzelfall. Therapie und Vorgehen werden auf dieser Seite bewusst nicht dargestellt.