Vulvovaginalkandidose
Prüfungsrelevanz: in 8 von 197 Prüfungsprotokollen · Rang 82
- Synonyme
- Scheidenpilz, Vaginalmykose, Soorkolpitis, Candida-Kolpitis, Pilzinfektion der Scheide
- Fachgebiet
- Gynäkologie · Vulva & Vagina
- Bilder
- Kolposkopie 1 · Histologie & Zytologie 2 · Endoskopie & Makro 1
- Prüfungsrelevanz
- 8 von 197 Protokollen · Rang 82
- In der App
- 1 Karteikarten · GynFuchs
- Stand
- 10/2026 · Dr. Pascal Bafteh
Inhalt
Bilder (4)
Kolposkopie
Histologie & Zytologie
Endoskopie & Makro
Histologie & ZytologieDefinition
- Die vulvovaginale Candida-Mykose ist eine Entzündung von Vulva und Vagina durch Infektion mit Candida-Arten, meist Candida albicans.
- Da Candida auch viele gesunde Frauen besiedelt (etwa 15–20 % der nicht schwangeren und 20–40 % der schwangeren Frauen), setzt die Diagnose passende Beschwerden und einen mikrobiologischen Nachweis voraus.
Einteilung
Sonderfälle
- Vor dem Geburtstermin: senkt Rate an Mundsoor/Windeldermatitis beim Neugeborenen.
- Bei vier oder mehr Episoden im Jahr: rezidivierende Candidose.
- Als rezidivierend gilt die Erkrankung bei mindestens 3–4 gesicherten Episoden innerhalb von 12 Monaten.
Vorkommen & Epidemiologie
Epidemiologie
- Bis zu 75 % der Frauen haben mindestens eine Episode im Leben, 5–10 % entwickeln einen rezidivierenden Verlauf; die Erkrankung verursacht rund ein Drittel aller Vulvovaginitiden.
- Candida albicans ist der häufigste Erreger; unter den Nicht-albicans-Arten ist vor allem Candida glabrata von Bedeutung, deren Anteil zunimmt.
Ätiopathogenese
Was die Infektion begünstigt
- Weitere Faktoren: Diabetes, Immunsuppression, Gravidität.
- Bei Adipositas per magna typisch: Intertriginöse Ausbreitung in Leistenfalten.
Ätiologie und Risikofaktoren
- Risikofaktoren sind Schwangerschaft mit erhöhten Östrogenspiegeln, Diabetes mellitus, Immunsuppression, systemische Breitspektrum-Antiinfektiva und synthetische Unterwäsche; nach der Menopause ist die Erkrankung ohne systemische Östrogenzufuhr selten.
Klinik
Klinik und Befund
- Leitbeschwerden: Juckreiz, Brennen, gerötete Vulva.
- Fluor: Weißlich, krümelig, geruchlos.
- Der pH ist: typischerweise normal, also unter 4,5.
- Häufigster Erreger: Candida albicans.
- Typisch sind vulvovaginaler Juckreiz, Brennen und Reizung, außerdem Dysurie und Dyspareunie; die Beschwerden nehmen oft in der Woche vor der Menstruation zu.
- Befunde sind Rötung, Schwellung und Exkoriationen von Vulva und Vagina, teils Fissuren, mit dickem, weißem, krümeligem, anhaftendem Fluor, der aber auch spärlich sein oder fehlen kann.
Diagnostik
Typische Bildbefunde
- Klinischer Befund (Vulvovaginalkandidose): In der Spekulumeinstellung liegen dicke, weiße, quarkartige Beläge auf der geröteten Scheidenwand. Die Beläge lassen sich abstreifen und hinterlassen eine leicht blutende Fläche; der Fluor selbst ist geruchlos und der pH bleibt sauer.
- Der vaginale pH-Wert liegt typischerweise unter 4,5.
- Im Nativausstrich, besonders nach Zusatz von 10%iger Kalilauge, finden sich Sprosszellen, Pseudohyphen oder Myzel; die Kalilauge erhöht die Sensitivität von 30–40 % auf 60–80 %.
- Eine Pilzkultur dient vor allem bei anhaltenden oder rezidivierenden Beschwerden der Bestätigung und dem Nachweis von Nicht-albicans-Arten; bei unklarer Mikroskopie sind molekulare Tests möglich.
Weiterlernen in der App
Weiterführende Literatur (Auswahl)
Querverweise
Hinweis: Lerninhalt aus der GynFuchs-App (Karteikarten, Prüfungsfragen, Bildfälle) für die ärztliche Aus- und Weiterbildung – keine Behandlungsempfehlung und kein Ersatz für Diagnose oder Therapieentscheidung im Einzelfall. Therapie und Vorgehen werden auf dieser Seite bewusst nicht dargestellt.