Vulvovaginalkandidose

Prüfungsrelevanz: in 8 von 197 Prüfungsprotokollen · Rang 82

Synonyme
Scheidenpilz, Vaginalmykose, Soorkolpitis, Candida-Kolpitis, Pilzinfektion der Scheide
Fachgebiet
Gynäkologie · Vulva & Vagina
Bilder
Kolposkopie 1 · Histologie & Zytologie 2 · Endoskopie & Makro 1
Prüfungsrelevanz
8 von 197 Protokollen · Rang 82
In der App
1 Karteikarten · GynFuchs
Stand
10/2026 · Dr. Pascal Bafteh
Inhalt
  1. Bilder (4)
  2. Definition
  3. Einteilung
  4. Vorkommen & Epidemiologie
  5. Ätiopathogenese
  6. Klinik
  7. Diagnostik
  8. Weiterlernen in der App
  9. Weiterführende Literatur (Auswahl)
  10. Querverweise

Bilder (4)

Vulvovaginalkandidose – Kolposkopie: Spekulumbefund: dicke, quarkartige weiße Beläge auf leicht geröteter ScheidenwandKolposkopie
Spekulumbefund: dicke, quarkartige weiße Beläge auf leicht geröteter ScheidenwandBild: Mikael Häggström (Wikimedia Commons) · CC0 · Quelle
Vulvovaginalkandidose – Histologie & Zytologie: Papanicolaou-Färbung: kräftig gefärbte Pseudohyphen zwischen Plattenepithelien, dazu dichte LeukozyteninfiltrationHistologie & Zytologie
Papanicolaou-Färbung: kräftig gefärbte Pseudohyphen zwischen Plattenepithelien, dazu dichte LeukozyteninfiltrationBild: Nephron (Wikimedia Commons) · CC BY-SA 3.0 · Quelle
Vulvovaginalkandidose – Endoskopie & Makro: Candida im KOH-NativpräparatEndoskopie & Makro
Candida im KOH-NativpräparatBild: Mikael Häggström . When using this image in external works, it may be cited as: Häggström, Mikael (2014). " Medical gallery of (Wikimedia Commons) · CC0 · Quelle · Ausschnitt
Vulvovaginalkandidose – Histologie & Zytologie: Candida-Pseudomyzelien (Dünnschichtzytologie)Histologie & Zytologie
Candida-Pseudomyzelien (Dünnschichtzytologie)Bild: Ed Uthman from Houston, TX, USA (Wikimedia Commons) · CC BY 2.0 · Quelle
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Definition

  • Die vulvovaginale Candida-Mykose ist eine Entzündung von Vulva und Vagina durch Infektion mit Candida-Arten, meist Candida albicans.
  • Da Candida auch viele gesunde Frauen besiedelt (etwa 15–20 % der nicht schwangeren und 20–40 % der schwangeren Frauen), setzt die Diagnose passende Beschwerden und einen mikrobiologischen Nachweis voraus.

Einteilung

Sonderfälle

  • Vor dem Geburtstermin: senkt Rate an Mundsoor/Windeldermatitis beim Neugeborenen.
  • Bei vier oder mehr Episoden im Jahr: rezidivierende Candidose.
  • Als rezidivierend gilt die Erkrankung bei mindestens 3–4 gesicherten Episoden innerhalb von 12 Monaten.

Vorkommen & Epidemiologie

Epidemiologie

  • Bis zu 75 % der Frauen haben mindestens eine Episode im Leben, 5–10 % entwickeln einen rezidivierenden Verlauf; die Erkrankung verursacht rund ein Drittel aller Vulvovaginitiden.
  • Candida albicans ist der häufigste Erreger; unter den Nicht-albicans-Arten ist vor allem Candida glabrata von Bedeutung, deren Anteil zunimmt.

Ätiopathogenese

Was die Infektion begünstigt

  • Weitere Faktoren: Diabetes, Immunsuppression, Gravidität.
  • Bei Adipositas per magna typisch: Intertriginöse Ausbreitung in Leistenfalten.

Ätiologie und Risikofaktoren

  • Risikofaktoren sind Schwangerschaft mit erhöhten Östrogenspiegeln, Diabetes mellitus, Immunsuppression, systemische Breitspektrum-Antiinfektiva und synthetische Unterwäsche; nach der Menopause ist die Erkrankung ohne systemische Östrogenzufuhr selten.

Klinik

Klinik und Befund

  • Leitbeschwerden: Juckreiz, Brennen, gerötete Vulva.
  • Fluor: Weißlich, krümelig, geruchlos.
  • Der pH ist: typischerweise normal, also unter 4,5.
  • Häufigster Erreger: Candida albicans.
  • Typisch sind vulvovaginaler Juckreiz, Brennen und Reizung, außerdem Dysurie und Dyspareunie; die Beschwerden nehmen oft in der Woche vor der Menstruation zu.
  • Befunde sind Rötung, Schwellung und Exkoriationen von Vulva und Vagina, teils Fissuren, mit dickem, weißem, krümeligem, anhaftendem Fluor, der aber auch spärlich sein oder fehlen kann.

Diagnostik

Typische Bildbefunde

  • Klinischer Befund (Vulvovaginalkandidose): In der Spekulumeinstellung liegen dicke, weiße, quarkartige Beläge auf der geröteten Scheidenwand. Die Beläge lassen sich abstreifen und hinterlassen eine leicht blutende Fläche; der Fluor selbst ist geruchlos und der pH bleibt sauer.
  • Der vaginale pH-Wert liegt typischerweise unter 4,5.
  • Im Nativausstrich, besonders nach Zusatz von 10%iger Kalilauge, finden sich Sprosszellen, Pseudohyphen oder Myzel; die Kalilauge erhöht die Sensitivität von 30–40 % auf 60–80 %.
  • Eine Pilzkultur dient vor allem bei anhaltenden oder rezidivierenden Beschwerden der Bestätigung und dem Nachweis von Nicht-albicans-Arten; bei unklarer Mikroskopie sind molekulare Tests möglich.

Weiterlernen in der App

In der GynFuchs-App lernst du Vulvovaginalkandidose mit Karteikarten, Prüfungsfragen und Bildaufgaben (Kolposkopie, Sonographie, CTG) – kostenlos, im Browser oder als App.

In der App: 1 Karteikarten zu diesem Thema

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Weiterführende Literatur (Auswahl)

  1. MSD Manual Professional: Candidal Vaginitis
  2. A Comprehensive Overview of Candida albicans as the Leading Pathogen in Vulvovaginal Candidiasis (J Fungi (Basel) 2025, PubMed Central)
  3. StatPearls: Vaginal Candidiasis (NCBI Bookshelf)
  4. DocCheck Flexikon, Soorkolpitis

Querverweise

Hinweis: Lerninhalt aus der GynFuchs-App (Karteikarten, Prüfungsfragen, Bildfälle) für die ärztliche Aus- und Weiterbildung – keine Behandlungsempfehlung und kein Ersatz für Diagnose oder Therapieentscheidung im Einzelfall. Therapie und Vorgehen werden auf dieser Seite bewusst nicht dargestellt.