Vulvahämatom
- Synonyme
- Labienhämatom, Pfählungsverletzung
- Fachgebiet
- Gynäkologie · Vulva & Vagina
- Bilder
- Klinik 1
- Stand
- 10/2026 · Dr. Pascal Bafteh
Inhalt
Bilder (1)
Definition
- Das Vulvahämatom ist eine Blutansammlung in der Vulva, die hauptsächlich von der A. pudenda versorgt wird.
- Verletzungen der Labialäste der A. pudenda interna lösen leicht ein Hämatom aus; die Blutungsquelle ist oft ein Ast der A. pudenda.
Vorkommen & Epidemiologie
Epidemiologie
- In der Geburtshilfe ist das Vulvahämatom eine bekannte Komplikation, die Häufigkeitsangaben schwanken jedoch stark; außerhalb der Geburtshilfe ist es selten.
Ätiopathogenese
Ätiologie und Risikofaktoren
- Unter der Geburt entstehen sie durch direkte Verletzung, etwa Geburtsverletzungen, Episiotomie oder vaginal-instrumentelle Geburt, oder indirekt durch starke Dehnung des Geburtskanals.
- Risikofaktoren sind unter anderem Hypertonie, Mehrlingsschwangerschaft, großes Kind, Gerinnungsstörungen, Episiotomie, vulvovaginale Varizen und Erstgravidität; spontane Hämatome folgen gehäuft auf Sturzgeburt oder verlängerte Austreibungsperiode.
- Außerhalb der Geburtshilfe entstehen sie meist durch Traumen wie Grätschverletzungen oder Gewalt; selten kommt es nach Geschlechtsverkehr oder spontan durch Ruptur der A. iliaca oder der A. pudenda dazu.
Klinik
- Häufigstes Leitsymptom ist der Schmerz, postpartal meist innerhalb von 24 Stunden nach der Geburt, zusammen mit einer Schwellung der Vulva.
- Postpartal wird das Hämatom im Median etwa 6 Stunden nach der Geburt erkannt; selten zeigt es sich erst Tage später.
- Mögliche Folgen sind Miktionsbeschwerden bis zum Harnverhalt, Anämie und hämodynamisch relevante Blutung sowie Gewebsnekrose.
Diagnostik
Typische Bildbefunde
- Klinischer Befund (Vulvahämatom): Ein Labium ist zu einer prall gespannten, blau-livide verfärbten Schwellung aufgetrieben, die die Vulva asymmetrisch verzieht. Die Haut darüber ist glänzend gespannt; im Bereich des Damms findet sich frisches Blut.
- Klinisch zeigt sich eine druckschmerzhafte, fluktuierende Schwellung, da die Blutung in die Vulva im Wesentlichen nur durch die Colles-Faszie und das Diaphragma urogenitale begrenzt wird.
- Die Sonografie hilft bei der Abgrenzung gegen Abszess oder Zyste, die CT-Angiografie kann das blutende Gefäß und eine aktive Extravasation darstellen; einen Goldstandard der Bildgebung gibt es nicht.
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Weiterführende Literatur (Auswahl)
- Delayed presentation of a non-resorbing postpartum vulvar hematoma: A case report (Case Rep Womens Health 2023, PubMed Central)
- Computed Tomography Findings in Non-Obstetric Vulvar Hematoma: A Case Report (J Educ Teach Emerg Med 2024, PubMed Central)
- Postpartum spontaneous vulvar hematoma as a cause of maternal near miss: a case report and review of the literature (J Med Case Rep 2022, PubMed Central)
Querverweise
Hinweis: Lerninhalt aus der GynFuchs-App (Karteikarten, Prüfungsfragen, Bildfälle) für die ärztliche Aus- und Weiterbildung – keine Behandlungsempfehlung und kein Ersatz für Diagnose oder Therapieentscheidung im Einzelfall. Therapie und Vorgehen werden auf dieser Seite bewusst nicht dargestellt.
