Weibliche Genitalverstümmelung (FGM)
Prüfungsrelevanz: in 2 von 197 Prüfungsprotokollen · Rang 144
- Synonyme
- Beschneidung von Mädchen, FGM
- Fachgebiet
- Gynäkologie · Vulva & Vagina
- Bilder
- Schema 1
- Prüfungsrelevanz
- 2 von 197 Protokollen · Rang 144
- Stand
- 10/2026 · Dr. Pascal Bafteh
Inhalt
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SchemaDefinition
- Weibliche Genitalverstümmelung umfasst nach WHO alle Praktiken, bei denen die äußeren weiblichen Genitalien ohne medizinischen Grund teilweise oder vollständig abgetrennt oder die weiblichen Genitalorgane anderweitig verletzt werden.
Einteilung
- Typ 1: teilweise oder vollständige Abtrennung der Klitorisglans und/oder der Klitorisvorhaut.
- Typ 2: teilweise oder vollständige Abtrennung von Klitorisglans und Labia minora, mit oder ohne Labia majora.
- Typ 3 (Infibulation): Verengung der Vaginalöffnung durch einen deckenden Verschluss aus eingeschnittenen und verlagerten kleinen oder großen Labien, mit oder ohne Abtrennung von Klitorisvorhaut und Klitorisglans.
- Typ 4: alle anderen schädigenden Praktiken ohne medizinischen Grund wie Stechen, Piercen, Einschneiden, Schaben oder Ausbrennen des Genitalbereichs.
Vorkommen & Epidemiologie
Epidemiologie
- Mehr als 230 Millionen heute lebende Mädchen und Frauen sind betroffen, vor allem in Ländern Afrikas, des Nahen Ostens und Asiens.
- Die Praktik wird meist an Mädchen zwischen dem Säuglingsalter und 15 Jahren vorgenommen, gelegentlich auch an erwachsenen Frauen.
Klinik
- Akut drohen starke Schmerzen, Blutungen, Schwellung, Fieber, Infektionen wie Tetanus, Probleme beim Wasserlassen, Wundkomplikationen, Verletzungen des umgebenden Gewebes, Schock und Tod.
- Langfristig treten Harnwegs- und vaginale Infektionen, Menstruationsbeschwerden, Narben und Keloide, Zysten, sexuelle Probleme, Geburtskomplikationen und psychische Folgen wie Depression, Angst und posttraumatische Belastungsstörung auf.
- Alle Formen sind mit einem erhöhten Komplikationsrisiko verbunden, das bei schwereren Formen größer ist.
Weiterlernen in der App
Weiterführende Literatur (Auswahl)
Querverweise
Hinweis: Lerninhalt aus der GynFuchs-App (Karteikarten, Prüfungsfragen, Bildfälle) für die ärztliche Aus- und Weiterbildung – keine Behandlungsempfehlung und kein Ersatz für Diagnose oder Therapieentscheidung im Einzelfall. Therapie und Vorgehen werden auf dieser Seite bewusst nicht dargestellt.