Weibliche Genitalverstümmelung (FGM)

Prüfungsrelevanz: in 2 von 197 Prüfungsprotokollen · Rang 144

Synonyme
Beschneidung von Mädchen, FGM
Fachgebiet
Gynäkologie · Vulva & Vagina
Bilder
Schema 1
Prüfungsrelevanz
2 von 197 Protokollen · Rang 144
Stand
10/2026 · Dr. Pascal Bafteh
Inhalt
  1. Bilder (1)
  2. Definition
  3. Einteilung
  4. Vorkommen & Epidemiologie
  5. Klinik
  6. Weiterlernen in der App
  7. Weiterführende Literatur (Auswahl)
  8. Querverweise

Bilder (1)

Weibliche Genitalverstümmelung (FGM) – Schema: Schema: WHO-Typen I–III der weiblichen Genitalverstümmelung neben der normalen Anatomie – Typ I Entfernung von Klitorisvorhaut/Klitoris, Typ II zusätzlich der kleinen Labien, Typ III …Schema
Schema: WHO-Typen I–III der weiblichen Genitalverstümmelung neben der normalen Anatomie – Typ I Entfernung von Klitorisvorhaut/Klitoris, Typ II zusätzlich der kleinen Labien, Typ III …Bild: Kaylima; deutsche Fassung: Christian2003, Kersti Nebelsiek (Wikimedia Commons) · Public domain · Quelle

Definition

  • Weibliche Genitalverstümmelung umfasst nach WHO alle Praktiken, bei denen die äußeren weiblichen Genitalien ohne medizinischen Grund teilweise oder vollständig abgetrennt oder die weiblichen Genitalorgane anderweitig verletzt werden.

Einteilung

  • Typ 1: teilweise oder vollständige Abtrennung der Klitorisglans und/oder der Klitorisvorhaut.
  • Typ 2: teilweise oder vollständige Abtrennung von Klitorisglans und Labia minora, mit oder ohne Labia majora.
  • Typ 3 (Infibulation): Verengung der Vaginalöffnung durch einen deckenden Verschluss aus eingeschnittenen und verlagerten kleinen oder großen Labien, mit oder ohne Abtrennung von Klitorisvorhaut und Klitorisglans.
  • Typ 4: alle anderen schädigenden Praktiken ohne medizinischen Grund wie Stechen, Piercen, Einschneiden, Schaben oder Ausbrennen des Genitalbereichs.

Vorkommen & Epidemiologie

Epidemiologie

  • Mehr als 230 Millionen heute lebende Mädchen und Frauen sind betroffen, vor allem in Ländern Afrikas, des Nahen Ostens und Asiens.
  • Die Praktik wird meist an Mädchen zwischen dem Säuglingsalter und 15 Jahren vorgenommen, gelegentlich auch an erwachsenen Frauen.

Klinik

  • Akut drohen starke Schmerzen, Blutungen, Schwellung, Fieber, Infektionen wie Tetanus, Probleme beim Wasserlassen, Wundkomplikationen, Verletzungen des umgebenden Gewebes, Schock und Tod.
  • Langfristig treten Harnwegs- und vaginale Infektionen, Menstruationsbeschwerden, Narben und Keloide, Zysten, sexuelle Probleme, Geburtskomplikationen und psychische Folgen wie Depression, Angst und posttraumatische Belastungsstörung auf.
  • Alle Formen sind mit einem erhöhten Komplikationsrisiko verbunden, das bei schwereren Formen größer ist.

Weiterlernen in der App

In der GynFuchs-App lernst du Weibliche Genitalverstümmelung (FGM) mit Karteikarten, Prüfungsfragen und Bildaufgaben (Kolposkopie, Sonographie, CTG) – kostenlos, im Browser oder als App.

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Weiterführende Literatur (Auswahl)

  1. WHO-Faktenblatt: Female genital mutilation
  2. StatPearls: Female Genital Mutilation or Cutting (NCBI Bookshelf)

Querverweise

Hinweis: Lerninhalt aus der GynFuchs-App (Karteikarten, Prüfungsfragen, Bildfälle) für die ärztliche Aus- und Weiterbildung – keine Behandlungsempfehlung und kein Ersatz für Diagnose oder Therapieentscheidung im Einzelfall. Therapie und Vorgehen werden auf dieser Seite bewusst nicht dargestellt.