Atrophe Kolpitis

Prüfungsrelevanz: in 2 von 197 Prüfungsprotokollen · Rang 144

Synonyme
Colpitis senilis, senile Kolpitis, vulvovaginale Atrophie, urogenitales Menopausensyndrom, GSM
Fachgebiet
Gynäkologie · Vulva & Vagina
Bilder
Kolposkopie 1
Prüfungsrelevanz
2 von 197 Protokollen · Rang 144
In der App
2 Karteikarten · GynFuchs
Stand
10/2026 · Dr. Pascal Bafteh
Inhalt
  1. Bilder (1)
  2. Definition
  3. Vorkommen & Epidemiologie
  4. Ätiopathogenese
  5. Klinik
  6. Diagnostik
  7. Weiterlernen in der App
  8. Weiterführende Literatur (Auswahl)
  9. Querverweise

Bilder (1)

Atrophe Kolpitis – Kolposkopie: Blasse, dünne Portio mit punktförmigen EinblutungenKolposkopie
Blasse, dünne Portio mit punktförmigen EinblutungenBild: Chu, Chen, Liu, Zhou u. a. (Front Med 2024;11:1462079; DOI 10.3389/fmed.2024.1462079) · CC BY 4.0 · Quelle

Definition

  • Die atrophe Kolpitis ist Teil des urogenitalen Menopausensyndroms (genitourinary syndrome of menopause, GSM), das die genitalen, sexuellen und urinären Veränderungen infolge Östrogenmangels zusammenfasst.
  • Betroffen sind Vagina, Labien, Urethra und Harnblase.

Vorkommen & Epidemiologie

Epidemiologie

  • Die berichtete Prävalenz bei postmenopausalen Frauen reicht von 14 bis 87 %; eine aktuelle Übersicht nennt für die vulvovaginale Atrophie etwa 40 % der postmenopausalen Frauen.
  • Anders als vasomotorische Beschwerden schreiten die urogenitalen Veränderungen mit zunehmendem Alter fort.

Ätiopathogenese

Ätiologie und Risikofaktoren

  • Ursache ist ein Östrogenmangel, vor allem nach der Menopause, aber auch in der Stillzeit, bei hypothalamischer Amenorrhö und bei primärer Ovarialinsuffizienz.
  • Mit sinkendem Östrogen nehmen Glykogen und Laktobazillen ab, der pH-Wert steigt über 5, und das Epithel wird dünner, weniger elastisch und schlechter durchblutet.

Klinik

Befund

  • Was man im Spekulum sieht: Blasse, glatte, vulnerable Schleimhaut.
  • Typische Begleitbeschwerden: Trockenheit, Brennen, Juckreiz, Dyspareunie.
  • Warum die Atrophie entsteht: Östrogenmangel: dünneres Epithel, Glykogenmangel.
  • Was daraus zusätzlich folgt: Harnwegsinfekte und Drangbeschwerden.

Begleitende klimakterische Beschwerden

  • Leitsymptom: Hitzewallungen und Schweißausbrüche, also die vasomotorischen Beschwerden.
  • Weitere typische Beschwerden: Schlafstörungen, Stimmungsschwankungen, Libidoverlust.
  • Das urogenitale Syndrom: Scheidentrockenheit, Dyspareunie, rez. HWI.
  • Was fast alle betrifft, aber spät auffällt: Knochendichteverlust.
  • Typische Beschwerden sind Scheidentrockenheit, Brennen und Irritation, Schmerzen beim Geschlechtsverkehr sowie Harndrang, häufiges Wasserlassen und Dysurie.
  • Hinzu kommen können rezidivierende Harnwegsinfekte und Blutungen beim Geschlechtsverkehr.

Diagnostik

Typische Bildbefunde

  • Kolposkopie (Atrophe Portio postmenopausal): Die Portio ist auffallend blass, das Epithel wirkt dünn und durchscheinend, der Muttermund ist eng und kaum zu sondieren. Über die Oberfläche und die angrenzende Scheidenwand verteilen sich punkt- und strichförmige Einblutungen; ein umschriebener Tumor ist nicht zu erkennen.
  • Die Schleimhaut erscheint blass, dünn und trocken, mit verminderten Rugae, Petechien und erhöhter Verletzlichkeit (Friabilität).
  • Der vaginale pH-Wert liegt typischerweise über 5, was jedoch auch bei bakterieller Vaginose vorkommt; im Maturationsindex überwiegen unreife Parabasalzellen.

Weiterlernen in der App

In der GynFuchs-App lernst du Atrophe Kolpitis mit Karteikarten, Prüfungsfragen und Bildaufgaben (Kolposkopie, Sonographie, CTG) – kostenlos, im Browser oder als App.

In der App: 2 Karteikarten zu diesem Thema

Im Browser starten  GynFuchs ansehen →

Weiterführende Literatur (Auswahl)

  1. StatPearls: Genitourinary Syndrome of Menopause (NCBI Bookshelf)
  2. Urinary manifestations of genitourinary syndrome of menopause (Gynecol Pelvic Med 2026, PubMed Central)
  3. DocCheck Flexikon, Kolpitis
  4. DocCheck Flexikon, Klimakterium

Querverweise

Hinweis: Lerninhalt aus der GynFuchs-App (Karteikarten, Prüfungsfragen, Bildfälle) für die ärztliche Aus- und Weiterbildung – keine Behandlungsempfehlung und kein Ersatz für Diagnose oder Therapieentscheidung im Einzelfall. Therapie und Vorgehen werden auf dieser Seite bewusst nicht dargestellt.