Chlamydien-Infektion
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- Synonyme
- Chlamydia trachomatis, Chlamydien-Zervizitis, Chlamydien
- Fachgebiet
- Gynäkologie · Vulva & Vagina
- Bilder
- Kolposkopie 1
- Prüfungsrelevanz
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- Stand
- 10/2026 · Dr. Pascal Bafteh
Inhalt
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Definition
- Die genitale Chlamydien-Infektion ist eine sexuell übertragene Infektion mit Chlamydia trachomatis, einem obligat intrazellulären, gramnegativen Bakterium.
Einteilung
- Die Serovare D–K verursachen urogenitale, okuläre und rektale Infektionen, L1–L3 das Lymphogranuloma venereum und A–C das Trachom.
Vorkommen & Epidemiologie
Epidemiologie
- Chlamydia trachomatis gehört weltweit zu den häufigsten bakteriellen Erregern sexuell übertragbarer Infektionen; die WHO schätzte für 2020 rund 128,5 Millionen Neuinfektionen bei Erwachsenen von 15 bis 49 Jahren.
- Die globale Prävalenz in dieser Altersgruppe lag 2020 bei Frauen bei 4,0 % und bei Männern bei 2,5 %; junge Menschen sind häufiger betroffen.
Ätiopathogenese
Ätiologie und Risikofaktoren
- Die Übertragung erfolgt beim Vaginal-, Oral- oder Analverkehr sowie perinatal von der Mutter auf das Neugeborene.
Klinik
- Der Erreger: C. trachomatis (Serovare D–K).
- Bevorzugt befallen wird: Zylinderepithel von Endozervix/Urethra.
- Mögliche Beschwerden: Zervizitis, Kontaktblutung, Dysurie.
- Aufsteigende Infektion führt zu: Endometritis, Salpingitis, Tuboovarialabszess.
- Frauen sind in über 75 % asymptomatisch; mögliche Beschwerden sind veränderter Fluor, Zwischen- oder Kontaktblutungen, Unterbauchschmerzen und Brennen beim Wasserlassen.
- Typisch ist eine Zervizitis mit gelblichem, mukopurulentem Exsudat und zervikaler Ektopie.
- Bei aufsteigender Infektion entsteht eine PID; Spätfolgen sind Infertilität und ein erhöhtes Risiko für Extrauteringravidität.
- Weitere Manifestationen sind die Perihepatitis (Fitz-Hugh-Curtis-Syndrom) mit Schmerzen im rechten Oberbauch sowie beim Neugeborenen Konjunktivitis und Pneumonie.
Diagnostik
- Goldstandard ist der Nukleinsäureamplifikationstest (NAAT); Urinproben sind weniger sensitiv als Abstriche, etwa aus der Vagina.
- Die Zellkultur ist weniger sensitiv und methodisch aufwendig, sodass der NAAT ihr vorgezogen wird.
Weiterlernen in der App
Weiterführende Literatur (Auswahl)
Querverweise
Hinweis: Lerninhalt aus der GynFuchs-App (Karteikarten, Prüfungsfragen, Bildfälle) für die ärztliche Aus- und Weiterbildung – keine Behandlungsempfehlung und kein Ersatz für Diagnose oder Therapieentscheidung im Einzelfall. Therapie und Vorgehen werden auf dieser Seite bewusst nicht dargestellt.
