Chlamydien-Infektion

Prüfungsrelevanz: in 15 von 197 Prüfungsprotokollen · Rang 49

Synonyme
Chlamydia trachomatis, Chlamydien-Zervizitis, Chlamydien
Fachgebiet
Gynäkologie · Vulva & Vagina
Bilder
Kolposkopie 1
Prüfungsrelevanz
15 von 197 Protokollen · Rang 49
In der App
1 Karteikarten · GynFuchs
Stand
10/2026 · Dr. Pascal Bafteh
Inhalt
  1. Bilder (1)
  2. Definition
  3. Einteilung
  4. Vorkommen & Epidemiologie
  5. Ätiopathogenese
  6. Klinik
  7. Diagnostik
  8. Weiterlernen in der App
  9. Weiterführende Literatur (Auswahl)
  10. Querverweise

Bilder (1)

Chlamydien-Infektion – Kolposkopie: Diffus gerötete, entzündete Portio bei Zervizitis — der typische Befund einer Chlamydieninfektion der EndozervixKolposkopie
Diffus gerötete, entzündete Portio bei Zervizitis — der typische Befund einer Chlamydieninfektion der EndozervixBild: Drhan9394 (Wikimedia Commons) · CC0 · Quelle

Definition

  • Die genitale Chlamydien-Infektion ist eine sexuell übertragene Infektion mit Chlamydia trachomatis, einem obligat intrazellulären, gramnegativen Bakterium.

Einteilung

  • Die Serovare D–K verursachen urogenitale, okuläre und rektale Infektionen, L1–L3 das Lymphogranuloma venereum und A–C das Trachom.

Vorkommen & Epidemiologie

Epidemiologie

  • Chlamydia trachomatis gehört weltweit zu den häufigsten bakteriellen Erregern sexuell übertragbarer Infektionen; die WHO schätzte für 2020 rund 128,5 Millionen Neuinfektionen bei Erwachsenen von 15 bis 49 Jahren.
  • Die globale Prävalenz in dieser Altersgruppe lag 2020 bei Frauen bei 4,0 % und bei Männern bei 2,5 %; junge Menschen sind häufiger betroffen.

Ätiopathogenese

Ätiologie und Risikofaktoren

  • Die Übertragung erfolgt beim Vaginal-, Oral- oder Analverkehr sowie perinatal von der Mutter auf das Neugeborene.

Klinik

  • Der Erreger: C. trachomatis (Serovare D–K).
  • Bevorzugt befallen wird: Zylinderepithel von Endozervix/Urethra.
  • Mögliche Beschwerden: Zervizitis, Kontaktblutung, Dysurie.
  • Aufsteigende Infektion führt zu: Endometritis, Salpingitis, Tuboovarialabszess.
  • Frauen sind in über 75 % asymptomatisch; mögliche Beschwerden sind veränderter Fluor, Zwischen- oder Kontaktblutungen, Unterbauchschmerzen und Brennen beim Wasserlassen.
  • Typisch ist eine Zervizitis mit gelblichem, mukopurulentem Exsudat und zervikaler Ektopie.
  • Bei aufsteigender Infektion entsteht eine PID; Spätfolgen sind Infertilität und ein erhöhtes Risiko für Extrauteringravidität.
  • Weitere Manifestationen sind die Perihepatitis (Fitz-Hugh-Curtis-Syndrom) mit Schmerzen im rechten Oberbauch sowie beim Neugeborenen Konjunktivitis und Pneumonie.

Diagnostik

  • Goldstandard ist der Nukleinsäureamplifikationstest (NAAT); Urinproben sind weniger sensitiv als Abstriche, etwa aus der Vagina.
  • Die Zellkultur ist weniger sensitiv und methodisch aufwendig, sodass der NAAT ihr vorgezogen wird.

Weiterlernen in der App

In der GynFuchs-App lernst du Chlamydien-Infektion mit Karteikarten, Prüfungsfragen und Bildaufgaben (Kolposkopie, Sonographie, CTG) – kostenlos, im Browser oder als App.

In der App: 1 Karteikarten zu diesem Thema

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Weiterführende Literatur (Auswahl)

  1. Addressing Challenges in Chlamydia trachomatis Detection: A Comparative Review of Diagnostic Methods (Medicina (Kaunas) 2024, PubMed Central)
  2. WHO-Faktenblatt: Chlamydia
  3. MSD Manual Professional: Urogenital Chlamydial Infections
  4. DocCheck Flexikon, Chlamydia trachomatis

Querverweise

Hinweis: Lerninhalt aus der GynFuchs-App (Karteikarten, Prüfungsfragen, Bildfälle) für die ärztliche Aus- und Weiterbildung – keine Behandlungsempfehlung und kein Ersatz für Diagnose oder Therapieentscheidung im Einzelfall. Therapie und Vorgehen werden auf dieser Seite bewusst nicht dargestellt.