Herpes genitalis
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- Synonyme
- HSV-2, Herpes simplex genitalis, Genitalherpes
- Fachgebiet
- Gynäkologie · Vulva & Vagina
- Bilder
- Klinik 5 · Endoskopie & Makro 1
- Prüfungsrelevanz
- 7 von 197 Protokollen · Rang 88
- In der App
- 2 Karteikarten · GynFuchs
- Stand
- 10/2026 · Dr. Pascal Bafteh
Inhalt
Bilder (6)

Endoskopie & Makro



Definition
- Herpes genitalis ist eine Infektion mit Herpes-simplex-Virus Typ 1 oder 2, die als Erstinfektion oder als Rezidiv auftritt.
- Das Virus vermehrt sich im Epithel, gelangt entlang sensibler Nerven in die Ganglien, ruht dort latent und kann periodisch reaktivieren.
Vorkommen & Epidemiologie
Epidemiologie
- Herpes genitalis zählt zu den häufigsten sexuell übertragenen Infektionen; die meisten Fälle gehen auf HSV-2 zurück, HSV-1 spielt eine zunehmende Rolle.
- Die meisten HSV-2-Infektionen bleiben unerkannt; die HSV-2-Prävalenz ist bei Frauen fast doppelt so hoch wie bei Männern.
Ätiopathogenese
Ätiologie und Risikofaktoren
- Die Übertragung erfolgt meist sexuell; die Mehrzahl der Übertragungen geht von Personen ohne Läsionen aus, die von ihrer Infektion nichts wissen.
- HSV-2 ruht nach der Erstinfektion lebenslang in den lumbosakralen Ganglien und kann später reaktivieren.
- Das Kind wird überwiegend unter der Geburt infiziert (etwa 85 % der neonatalen Infektionen), selten intrauterin (etwa 5 %); das Risiko ist bei mütterlicher Erstinfektion im dritten Trimenon am höchsten.
Klinik
Erkennen
- Typischer Befund: Gruppierte Bläschen auf gerötetem Grund.
- Leitsymptom: Starke Schmerzen, Dysurie, Harnverhalt.
- Bei der Erstinfektion zusätzlich: Fieber und inguinale Lymphadenopathie.
- Erreger: Herpes-simplex-Virus (HSV), v. a. Typ 2, auch Typ 1.
- Nachweis: PCR aus Bläschengrund oder Erosionsabstrich.
Herpes genitalis an der Vulva
- Klinik: Typisch sind gruppierte Bläschen auf gerötetem Grund, die schmerzhaft erodieren, oft mit Lymphknotenschwellung und Dysurie.
- Verlauf: Der Primärinfekt verläuft schwerer als das Rezidiv, mit Allgemeinsymptomen und Fieber.
- Bei der Erstinfektion finden sich schmerzhafte genitale Ulzera, druckschmerzhafte regionale Lymphknoten und häufig Dysurie.
- Gruppierte Bläschen auf gerötetem Grund ulzerieren rasch und verkrusten; bei der Erstinfektion heilen die Läsionen meist innerhalb von 2–3 Wochen ab, Rezidive verlaufen kürzer. Bei Frauen kann die Vulva deutlich anschwellen.
- Die Erstinfektion geht häufig mit Allgemeinsymptomen wie Fieber, Abgeschlagenheit und Muskelschmerzen einher; Rezidive sind meist kleiner und lokalisiert.
Diagnostik
Typische Bildbefunde
- Klinischer Befund (Herpes genitalis): Am Labium majus liegen auf gerötetem, leicht geschwollenem Grund mehrere gruppiert stehende, teils pustulöse Bläschen. Daneben finden sich kleine, flache Erosionen, wo Bläschen bereits aufgeplatzt sind; die Läsionen sind sehr druckschmerzhaft.
- Klinischer Befund (Herpes genitalis): Beide Labia majora tragen großflächige, scharf begrenzte, lebhaft rote und körnige Ulzerationen. Klassische gruppierte Bläschen fehlen; die Ränder sind aufgeworfen und die Läsionen sind ausgedehnt und persistierend.
- Für den Erregernachweis wird ein Bläschen eröffnet und dessen Grund bzw. der Ulkusgrund abgestrichen; die PCR ist früh im Läsionsverlauf am sensitivsten.
- Die PCR mit Typisierung unterscheidet HSV-1 von HSV-2; eine typenspezifische Serologie kann eine zurückliegende Infektion nachweisen.
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Weiterführende Literatur (Auswahl)
- Viral Infections of the Vulva: A Narrative Review (Life (Basel) 2025, PubMed Central)
- Maternal-Fetal Implications of Herpes Virus Infection: An Updated Review (Diagnostics (Basel) 2026, PubMed Central)
- Herpes Simplex Virus Type 2 Screening in Persons with and Without HIV: Evidence, Challenges, and Future Directions (Curr HIV/AIDS Rep 2026, PubMed Central)
- DocCheck Flexikon, Herpes genitalis
- DocCheck Flexikon, Bartholinitis
Querverweise
Weitere Themen: Vulva & Vagina
Siehe auch
Hinweis: Lerninhalt aus der GynFuchs-App (Karteikarten, Prüfungsfragen, Bildfälle) für die ärztliche Aus- und Weiterbildung – keine Behandlungsempfehlung und kein Ersatz für Diagnose oder Therapieentscheidung im Einzelfall. Therapie und Vorgehen werden auf dieser Seite bewusst nicht dargestellt.