Herpes genitalis

Prüfungsrelevanz: in 7 von 197 Prüfungsprotokollen · Rang 88

Synonyme
HSV-2, Herpes simplex genitalis, Genitalherpes
Fachgebiet
Gynäkologie · Vulva & Vagina
Bilder
Klinik 5 · Endoskopie & Makro 1
Prüfungsrelevanz
7 von 197 Protokollen · Rang 88
In der App
2 Karteikarten · GynFuchs
Stand
10/2026 · Dr. Pascal Bafteh
Inhalt
  1. Bilder (6)
  2. Definition
  3. Vorkommen & Epidemiologie
  4. Ätiopathogenese
  5. Klinik
  6. Diagnostik
  7. Weiterlernen in der App
  8. Weiterführende Literatur (Auswahl)
  9. Querverweise

Bilder (6)

Herpes genitalis – Klinik: Gruppierte, teils pustulöse Bläschen auf gerötetem Grund am Labium majus, dazu kleine Erosionen
Gruppierte, teils pustulöse Bläschen auf gerötetem Grund am Labium majus, dazu kleine ErosionenBild: Commons-Uploader (Wikimedia Commons) · CC BY-SA 3.0 · Quelle
Herpes genitalis – Endoskopie & Makro: Zytologisches Präparat bei Herpesinfektion: mehrkernige Riesenzellen mit mattglasigen KernenEndoskopie & Makro
Zytologisches Präparat bei Herpesinfektion: mehrkernige Riesenzellen mit mattglasigen KernenBild: Manuel Medina, Osuna (Wikimedia Commons) · Public domain · Quelle
Herpes genitalis – Klinik: Bartholin-Zyste: prall-elastische Vorwölbung im hinteren Drittel des rechten Labium majus
Bartholin-Zyste: prall-elastische Vorwölbung im hinteren Drittel des rechten Labium majusBild: Medimage (Wikimedia Commons) · CC BY-SA 3.0 · Quelle · Ausschnitt
Herpes genitalis – Klinik: Condylomata acuminata: beetartige, blumenkohlartige Papeln perineal und perianal
Condylomata acuminata: beetartige, blumenkohlartige Papeln perineal und perianalBild: Dr.Gandikota Raghurama Rao (Wikimedia Commons) · CC BY 4.0 · Quelle · Ausschnitt
Herpes genitalis – Klinik: Vulvahämatom: prall blau-livide Schwellung eines Labium majus
Vulvahämatom: prall blau-livide Schwellung eines Labium majusBild: Raveiro R, Bengio M, Sharp J, et al. / Clin Pract Cases Emerg Med 2025 · CC BY 4.0 · Quelle · Ausschnitt
Herpes genitalis – Klinik: Herpes genitalis, atypisch-ulzeröse Form (HIV)
Herpes genitalis, atypisch-ulzeröse Form (HIV)Bild: Falchetti da Silva J, Kayse Ferreira Araujo N, Bacellar Rosemberg et al. / Cureus 2026 · CC BY 4.0 · Quelle
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Definition

  • Herpes genitalis ist eine Infektion mit Herpes-simplex-Virus Typ 1 oder 2, die als Erstinfektion oder als Rezidiv auftritt.
  • Das Virus vermehrt sich im Epithel, gelangt entlang sensibler Nerven in die Ganglien, ruht dort latent und kann periodisch reaktivieren.

Vorkommen & Epidemiologie

Epidemiologie

  • Herpes genitalis zählt zu den häufigsten sexuell übertragenen Infektionen; die meisten Fälle gehen auf HSV-2 zurück, HSV-1 spielt eine zunehmende Rolle.
  • Die meisten HSV-2-Infektionen bleiben unerkannt; die HSV-2-Prävalenz ist bei Frauen fast doppelt so hoch wie bei Männern.

Ätiopathogenese

Ätiologie und Risikofaktoren

  • Die Übertragung erfolgt meist sexuell; die Mehrzahl der Übertragungen geht von Personen ohne Läsionen aus, die von ihrer Infektion nichts wissen.
  • HSV-2 ruht nach der Erstinfektion lebenslang in den lumbosakralen Ganglien und kann später reaktivieren.
  • Das Kind wird überwiegend unter der Geburt infiziert (etwa 85 % der neonatalen Infektionen), selten intrauterin (etwa 5 %); das Risiko ist bei mütterlicher Erstinfektion im dritten Trimenon am höchsten.

Klinik

Erkennen

  • Typischer Befund: Gruppierte Bläschen auf gerötetem Grund.
  • Leitsymptom: Starke Schmerzen, Dysurie, Harnverhalt.
  • Bei der Erstinfektion zusätzlich: Fieber und inguinale Lymphadenopathie.
  • Erreger: Herpes-simplex-Virus (HSV), v. a. Typ 2, auch Typ 1.
  • Nachweis: PCR aus Bläschengrund oder Erosionsabstrich.

Herpes genitalis an der Vulva

  • Klinik: Typisch sind gruppierte Bläschen auf gerötetem Grund, die schmerzhaft erodieren, oft mit Lymphknotenschwellung und Dysurie.
  • Verlauf: Der Primärinfekt verläuft schwerer als das Rezidiv, mit Allgemeinsymptomen und Fieber.
  • Bei der Erstinfektion finden sich schmerzhafte genitale Ulzera, druckschmerzhafte regionale Lymphknoten und häufig Dysurie.
  • Gruppierte Bläschen auf gerötetem Grund ulzerieren rasch und verkrusten; bei der Erstinfektion heilen die Läsionen meist innerhalb von 2–3 Wochen ab, Rezidive verlaufen kürzer. Bei Frauen kann die Vulva deutlich anschwellen.
  • Die Erstinfektion geht häufig mit Allgemeinsymptomen wie Fieber, Abgeschlagenheit und Muskelschmerzen einher; Rezidive sind meist kleiner und lokalisiert.

Diagnostik

Typische Bildbefunde

  • Klinischer Befund (Herpes genitalis): Am Labium majus liegen auf gerötetem, leicht geschwollenem Grund mehrere gruppiert stehende, teils pustulöse Bläschen. Daneben finden sich kleine, flache Erosionen, wo Bläschen bereits aufgeplatzt sind; die Läsionen sind sehr druckschmerzhaft.
  • Klinischer Befund (Herpes genitalis): Beide Labia majora tragen großflächige, scharf begrenzte, lebhaft rote und körnige Ulzerationen. Klassische gruppierte Bläschen fehlen; die Ränder sind aufgeworfen und die Läsionen sind ausgedehnt und persistierend.
  • Für den Erregernachweis wird ein Bläschen eröffnet und dessen Grund bzw. der Ulkusgrund abgestrichen; die PCR ist früh im Läsionsverlauf am sensitivsten.
  • Die PCR mit Typisierung unterscheidet HSV-1 von HSV-2; eine typenspezifische Serologie kann eine zurückliegende Infektion nachweisen.

Weiterlernen in der App

In der GynFuchs-App lernst du Herpes genitalis mit Karteikarten, Prüfungsfragen und Bildaufgaben (Kolposkopie, Sonographie, CTG) – kostenlos, im Browser oder als App.

In der App: 2 Karteikarten zu diesem Thema

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Weiterführende Literatur (Auswahl)

  1. Viral Infections of the Vulva: A Narrative Review (Life (Basel) 2025, PubMed Central)
  2. Maternal-Fetal Implications of Herpes Virus Infection: An Updated Review (Diagnostics (Basel) 2026, PubMed Central)
  3. Herpes Simplex Virus Type 2 Screening in Persons with and Without HIV: Evidence, Challenges, and Future Directions (Curr HIV/AIDS Rep 2026, PubMed Central)
  4. DocCheck Flexikon, Herpes genitalis
  5. DocCheck Flexikon, Bartholinitis

Querverweise

Hinweis: Lerninhalt aus der GynFuchs-App (Karteikarten, Prüfungsfragen, Bildfälle) für die ärztliche Aus- und Weiterbildung – keine Behandlungsempfehlung und kein Ersatz für Diagnose oder Therapieentscheidung im Einzelfall. Therapie und Vorgehen werden auf dieser Seite bewusst nicht dargestellt.