Morbus Paget der Vulva
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- Synonyme
- extramammärer Morbus Paget
- Fachgebiet
- Gynäkologie · Vulva & Vagina
- Bilder
- Histologie & Zytologie 1 · Klinik 1
- Prüfungsrelevanz
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- 1 Karteikarten · GynFuchs
- Stand
- 10/2026 · Dr. Pascal Bafteh
Inhalt
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Histologie & Zytologie
Definition
Morbus Paget der Vulva
- Histologie: Histologisch findet man große, hell vakuolisierte Paget-Zellen einzeln und in Nestern innerhalb der Epidermis.
- Einteilung: Die Erkrankung wird eingeteilt in eine primär kutane Form und eine sekundäre Form als Ausbreitung eines anorektalen oder urothelialen Karzinoms.
- Abklärung: Zur vollständigen Abklärung gehört deshalb die Untersuchung von Anorektum und Harnwegen sowie die Suche nach einem invasiven Anteil.
- Der extramammäre Morbus Paget ist ein seltenes kutanes Adenokarzinom, das in Hautregionen mit hoher Dichte apokriner Drüsen entsteht, am häufigsten an der Vulva.
Einteilung
- Der primäre Typ entsteht intraepidermal, vermutlich durch maligne Transformation einer Zelle der darunterliegenden Hautanhangsgebilde.
- Der sekundäre Typ entsteht durch epidermotrope Ausbreitung eines darunterliegenden viszeralen Karzinoms, meist anorektalen oder urothelialen Ursprungs; in bisherigen Kohorten betraf er etwa 11–18 % der Fälle.
Vorkommen & Epidemiologie
Epidemiologie
- Betroffen sind vor allem ältere Erwachsene, typischerweise zwischen 50 und 80 Jahren.
- Bei etwa 10–30 % der Patienten besteht ein assoziiertes inneres Malignom, meist von Kolon, Mamma oder Urogenitaltrakt.
Klinik
- Häufigstes Symptom ist Juckreiz; die Läsionen zeigen sich meist als Erythem oder rote Plaques, an der Oberfläche oft mit Erosionen, Schuppung oder Hypo- bzw. Hyperpigmentierung.
- Die Herde wachsen langsam und chronisch fortschreitend; da das Bild gutartigen infektiösen oder entzündlichen Dermatosen ähnelt, wird die Diagnose häufig verzögert gestellt.
Histologie
- Die Paget-Zellen liegen verstreut oder in Nestern in der Epidermis; sie sind groß, rund bis oval und haben reichlich blasses Zytoplasma sowie große, hyperchromatische Kerne.
- Der primäre Typ exprimiert typischerweise CK7 und TRPS1, GCDFP-15 nur in etwa 68 % der Fälle; sekundäre Formen kolorektalen Ursprungs exprimieren meist CK20, CDX2 und SATB2, urotheliale Formen GATA3, p63 und Uroplakin II/III.
- Die Profile überlappen: CK20 findet sich bei etwa 22 % der primären, CK7 bei etwa 81 % der sekundären Fälle; S100 wird bei beiden Typen nicht exprimiert.
Diagnostik
- Die Diagnose wird durch eine Hautbiopsie gesichert; zur Unterscheidung von primärem und sekundärem Typ dient ein immunhistochemisches Markerpanel statt eines einzelnen Markers.
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Weiterführende Literatur (Auswahl)
- StatPearls: Extramammary Paget Disease (NCBI Bookshelf)
- Diagnostic Algorithm for Secondary Extramammary Paget Disease from Institutional Cases and Literature Review (Cancers 2025, PubMed Central)
- Clinicopathological Analysis of 40 Cases of Extramammary Paget Disease: A Retrospective Study (Clin Cosmet Investig Dermatol 2026, PubMed Central)
- DocCheck Flexikon, Morbus Paget
Querverweise
Weitere Themen: Vulva & Vagina
Hinweis: Lerninhalt aus der GynFuchs-App (Karteikarten, Prüfungsfragen, Bildfälle) für die ärztliche Aus- und Weiterbildung – keine Behandlungsempfehlung und kein Ersatz für Diagnose oder Therapieentscheidung im Einzelfall. Therapie und Vorgehen werden auf dieser Seite bewusst nicht dargestellt.