Condylomata acuminata (Feigwarzen)
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- Synonyme
- Feigwarzen, Genitalwarzen, spitze Kondylome, Buschke-Löwenstein-Tumor
- Fachgebiet
- Gynäkologie · Vulva & Vagina
- Bilder
- Sonographie 2 · Kolposkopie 3 · Klinik 2 · Histologie & Zytologie 1
- Prüfungsrelevanz
- 4 von 197 Protokollen · Rang 111
- In der App
- 2 Karteikarten · GynFuchs
- Stand
- 10/2026 · Dr. Pascal Bafteh
Inhalt
Bilder (8)
Sonographie
Kolposkopie
Histologie & Zytologie
Sonographie
Kolposkopie
KolposkopieDefinition
- Condylomata acuminata (Genitalwarzen) sind die klinische Manifestation einer sexuell übertragenen Infektion mit bestimmten HPV-Typen.
Vorkommen & Epidemiologie
Epidemiologie
- HPV ist die häufigste sexuell übertragene Infektion; die meisten HPV-Infektionen heilen innerhalb von 1–2 Jahren spontan aus.
- Etwa 90 % der HPV-Infizierten entwickeln keine Genitalwarzen.
Ätiopathogenese
Ätiologie und Risikofaktoren
- Die Typen HPV 6 und 11 verursachen etwa 90 % der Genitalwarzen; Kondylome sind gutartig, und die HPV-Typen, die Zervix- oder Analkarzinome verursachen, sind andere.
- Die Übertragung erfolgt durch direkten Haut-zu-Haut-Kontakt mit einer infizierten Person, meist beim Geschlechtsverkehr.
- Bei verminderter zellulärer Immunität, etwa in der Schwangerschaft oder bei HIV-Infektion, können Genitalwarzen persistieren und sich ausgedehnt ausbreiten.
Klinik
Kondylome an der Portio
- Erreger: HPV 6 und 11.
- In der Kolposkopie erscheinen sie essigweiß mit spitzen, fingerförmigen Ausläufern.
Kondylome an der Vulva
- Erreger: Condylomata acuminata werden verursacht von HPV-Low-Risk-Typen, vor allem 6 und 11.
- Die Warzen erscheinen nach einer Inkubationszeit von 1–6 Monaten; bei Frauen finden sie sich am häufigsten an Vulva, Vaginalwand, Zervix und Perineum, auch Urethra und Analregion können betroffen sein.
- Die Läsionen sind papulös, verrukös oder breitbasig, flach oder exophytisch und können zu blumenkohlartigen Beeten konfluieren; ihre Größe reicht von millimetergroßen Papeln bis zu zentimetergroßen Tumoren, bei Reibung können sie bluten.
- Meist sind sie asymptomatisch; manche Betroffene haben Juckreiz, Brennen oder Missempfindungen.
Histologie
- Histologisch zeigen HPV-bedingte Läsionen eine Papillomatose und Koilozytose.
Diagnostik
Typische Bildbefunde
- Kolposkopie (Condylomata acuminata): Auf der Portio sitzt eine weißliche, feinzottig-blumenkohlartige Wucherung mit gelappter Oberfläche. Sie ist weich, nicht ulzeriert und blutet nicht spontan; das umgebende Epithel ist unauffällig.
- Klinischer Befund (Condylomata acuminata): Perineal und perianal stehen zahlreiche kleine, spitze, weich-hautfarbene Papeln beetartig beieinander; einzelne sind blumenkohlartig gelappt. Die Umgebung ist reizlos, keine Ulzeration, keine Induration.
- Klinischer Befund (Riesenkondylom): Am Labium majus sitzt eine derbe, verrukös-exophytische Wucherung mit zerklüfteter, teils verkrusteter Oberfläche. Sie ist deutlich größer und derber als gewöhnliche Kondylome und wächst in die Tiefe; das umgebende Gewebe ist verdrängt.
- Klinischer Befund (Riesenkondylom): Um den Anus liegt eine handtellergroße, blumenkohlartig zerklüftete Geschwulst, die aus dicht stehenden, rötlichen Zotten aufgebaut ist. Sie wächst breitbasig und drängt die Umgebung auseinander; die Oberfläche ist mazeriert, eine Ulzeration ist nicht zu sehen.
- Die Diagnose wird meist durch Inspektion gestellt.
- Bei atypischen, blutenden, ulzerierten oder persistierenden Warzen dient eine Biopsie dem Ausschluss eines Karzinoms.
- Unter 3–5 %iger Essigsäure färben sich Läsionen weißlich, wodurch bei der Kolposkopie auch kleine Läsionen besser erkennbar werden.
Weiterlernen in der App
Weiterführende Literatur (Auswahl)
Querverweise
Hinweis: Lerninhalt aus der GynFuchs-App (Karteikarten, Prüfungsfragen, Bildfälle) für die ärztliche Aus- und Weiterbildung – keine Behandlungsempfehlung und kein Ersatz für Diagnose oder Therapieentscheidung im Einzelfall. Therapie und Vorgehen werden auf dieser Seite bewusst nicht dargestellt.